Monday, February 28, 2011

Drei Fragen an John Axelrod.

Axelrod, hier im Grazer Hotel Wiesler, ist ein Kaffee-Junkie. In einer Stunde kam er auf 5 Große Braune. Foto: (c) M.G. Wanko

Gestern durfte ich ein sehr angenehmes Gespräch mit dem US-Komponisten John Axelrod führen, der heute Abend ein kleines Remmidemmi mit dem Grazer Musikverein vor hat. Kurz zu seiner Vita: Lenny Bernstein Schüler, Harvard Student, Talent Scout für die BMG, Weinmanager in Kalifornien, seit 1995 Dirigent. Rockte bis heute über 150 Orchester.

Wanko: Wie viel Wein ist gesund?
Axelrod: One glass wine a day, keeps the doctor away. Ein Glas ist aber ein Viertel. Ich liebe große Gläser.

Wanko: Wie lange soll man jeden Tag ein Instrument üben?
Axelrod: So lange wie möglich. Übung macht den Meister.

Wanko: Sie sind Jude. Haben Sie Probleme mit Wagner?
Axelrod: Nein, ich liebe seine Musik. Die Tristan-Ouvertüre führte mich zurück zur Musik.

Danke fürs Gespräch, Wa.

Friday, February 25, 2011

Auf eine Melange, oder zwei.


Votiv, Wien.


Dallmayer, Wien. Manche sagen auch Konditorei Oberlaa, auch schön.


Stimmt, stimmt, stimmt! An ein Wien ohne Kaffeehäuser möchte man nicht denken. Wo käme man da hin! Hier das Cafe Votiv, super 50erJahre Style, das Inventar dürfte sogar noch original sein, und hier noch im Hietzing das Kaffeehaus Dommayer. Wo die Melange besser schmeckt, will ich nicht sagen, am besten selber probieren. Interessant ist, dass in manchens Cafes die Melange ungefragt mit Schlagobers serviert wird, wie in der Aida und in anderen eben nicht. Eine Melange mit Schlag soll ein Franziskaner sein, habe ich in der Karte beim Dommayer rausgefunden.

Wa,

Tuesday, February 22, 2011

Heute in Wien ...


die Wattmanngasse ...


... und das Gspusi Haus ...

... und die Wattmanngasse im winterlichen Sonnenuntergang. Verzeiliches Gelb bei der Kälte, kann man nur sagen. Untergebracht also in Hietzing, im 13. Bezirk, gleich hier "zum Lamm", wo Kaiser Franz Josef seine Gspusi untergebracht hatte. Hier wohnt jetzt ein Fritz Prohaska, das muss man sich einmal vorstellen. Fritz Prohaska. Weil, wenn man das sich vorstallet, weiß man, dass man in Wien ist ... aber Wien ist deshalb nicht anders, es ist eigentlich gleich wie Wien ist ...

Wa.

Saturday, February 19, 2011

Multicolore!






Das ist zurzeit Graz: Draußen grau und drinnen bunt. Kleine Abwechslung zum Wetter sind die Speisen. Hier ein eine Waffel Marke „Kindergeburtstag“ im orientalischen Fastfood-Lokal „Mr. Kumpir“ in der Grazer Annenstraße und hier eine sehr leckere lila farbige Kartoffelschaumsuppe, im Innenstadtlokal „Eckstein“. Diese Buntheit kann man als Anspielung auf das Grazer Wetter sehen: Überall kleben diese grauschwarzen Feinstaubpartikeln, dazu die beißenden Winde. Es fehlt tatsächlich nur noch der senffarbene schwefelige Industriehimmel, dann hätten wir einen Winter wie damals. Ach Graz, schlussendlich änderst du dich doch nie, was aber zugleich deine Stärke ist. Und tröste dich, liebe Stadt am Stinkefluss Mur, möge die Welt sich drehen du bleibst stehen, irgendwann kommen alle wieder zu dir zurück und du bist vorne dabei ohne etwas zu tun.




Wa.

Tuesday, February 15, 2011

Vom Meister empfohlen.


Der Doyen unter den Thriller-Autoren, Stephen King, empfiehlt regalweise Bücher. Ob sie gut sind?

Steigbügelhalter nennen ihn machen Leser verächtlich, weil er eben sehr vielen Autoren zu etwas Ruhm aber vor allem zu anständigen Leserzahlen verhilft. Im Grunde ist das sehr zuvorkommend und gerade in den Vereinigten Staaten hört man auf Stephen King, wie auf kaum einen andern. Was man Stephen King zu Gute halten muss, ist, dass er seinem Metier treu bleibt und nur in den Bereichen Krimi, Horror und Thriller das Wort erhebt. In diesem Frühjahr unterstützt er den unlängst verstorbenen Autor Donald E. Westlake. Westlake, der gerne unter Pseudonym schrieb, verfasste seine Parker-Romane unter dem Namen Richard Stark.

Der Autor der Peripherie

„Parker in Hochform. Wenn man noch nie etwas von Richard Stark gelesen hat, sollte man mit diesem Roman beginnen.“ So Stephen Kings Worte auf dem Klappentext, das ist jetzt nicht falsch, denn ausnahmsweise fällt der Autor einem nicht mit der Türe ins Haus, ist also nicht gleich voll in Fahrt, sondern lässt eine Geschichte schön langsam beginnen, gerade so, als hätte er gewollt, dass man ihm beim Aufbau der Story zusehe. Und trotzdem bleibt ein Parker-Krimi ein Parker-Krimi. Schön an der Paraphrenie, am Rande der großen Geschehnisse lässt der Autor seinem Gedanken freien Lauf, und entwirft so wahrlich eine Spielwiese an Gaunereien. Dieses Mal soll der Profigauner Parker ein Schiff hochgehen lassen, ein Casino-Schiff, das an irgendeinem „toten“ Fluss am Rande vom Bundesstaat New York herumfährt, um so eine Zeit lang den Gesetzen zu entkommen. Ein Kinderspiel also, Casino ausräumen, Kohle bunkern und die Flatter machen. Aber irgendwo hat die Geschichte einen Haken, Parker spürt dies, kann sich aber der Versuchung jedoch nicht entziehen. Und der Leser bleibt gerne dran. Vielleicht auch, weil Parker vor dem Trivialen keine Scheu hat. Hartgesottene Gangster, die auch gerne mal die Blumen gießen, das liest man nicht in jedem Krimi. Stephen King behält übrigens Recht: Ein guter Roman für Parker-Einsteiger.

Die große Übersicht des alten Meisters.

Der nächste Autor, den Stephen King empfiehlt, ist Elmore Leonard. King meint, dass man den Roman „Road Dog“ nicht weglegen könne ohne ihn fertigzulesen, weil Elmore von der ersten Seite weg die Schrauben anziehe. Und Stephen King hat Recht. Bitte lesen! Der Mann spielt zu Unrecht in der 2. Liga. Hier krachen Knochen und wird geschossen, aber alles sehr gescheit ebene, mit Stil, Witz und dem Hang zur inhaltlichen Offensive. Ein Wort zum Inhalt: Der Bankräuber Foley wird vorzeitig entlassen, kurz darauf sein Kumpel Cundo. Im Gefängnis waren sie so etwas wie „Road Dogs“, dicke Freunde. Kaum in Freiheit zerbricht die Freundschaft am ähnlich gestrickten Frauengeschmack. Dicker Lippenstift, High Heels, ein frustrierter FBI Agent und eben zwei Ganoven ohne Gnade. Elmore Leonard lässt hier die Puppen tanzen, der Leser spürt die 42 Romane und unzählige Drehbuchvorlagen, die der Autor schon im Kasten hat. So souverän schreibt nur Elmore Leonard.

Wa.

Saturday, February 12, 2011

Was Armenpfarrer Wolfgang Pucher Christopher Drexler, Walter Kröpfl und Siegfried Nagl mitteilte:


Hier der Armenpfarrer Wolfgang Pucher mit einem Roma und einer Ordensschwester.


... und hier bei einer sehr emotionellen Rede ...
beide Fotos (c)M.G. Wanko

Kurz einige Zitate der heutigen Demo gegen das Anti-Bettel-Gesetz. Pucher habe für Drexler einen 10 Euro Schein dabei und Drexler soll mal schauen, ob er mit 10 Euro in der Woche auskommen kann. Dann werde er ihn persönlich beschützen und unterstützen, vielleicht kommt ja sonst ein Bettel-Mafioso, die gebe es Graz nämlich nicht. SP Klubobmann Walter Kröpfl bekommt von Pucher auch noch eine mit: Wo ist denn Kröpfls solidarisches Herz und etwaige Jobangebote für die Roma, von denen die SP immer geredet habe. Nix ist da. Und Bürgermeister Sigfried Nagl, den er im Grunde schätzt, ließ er ausrichten, dass er, der Bürgermeister durch sein Volksbefragungsgetue, in dem die Bettlerfrage inkludiert ist, überhaupt für die Hetzjagd verantwortlich sei.
Das war’s eigentlich, mit 500 bis 1000 Demonstranten, die den Weg säumten, Plakate dabei hatten und ein bisschen spontan waren. Mehr ließ das nasskalte Wetter nicht zu.


Wa.

Friday, February 11, 2011

Who the Fuck is Chalifa bin Zayid Al Nahyan?


Dem Kalif sein Wappen. Ja, ja, so wollte er das haben!


Nur so nebenbei: Der ägyptische Präsident Husni Mubarak wurde bis zu den großen Aufständen vom Westen ganz gut als „Friedensstifter“ und „Erneuerer“ gefeatured, um nicht zu sagen gefeiert. Im Grunde so lange, solange Mubarak in der Nahostpolitik Ergebnisse brachte. Im Westen war das jedem ziemlich egal, dass die Ägypter auf Mubarak angefressen sind. Und ohne Aufstand, wäre es auch nach wie vor wuascht, auch weil man nicht ganz unbegrübdet Angst hatte, von den sehr großzügig verteilten Werbemillionen des ägyptischen Toursimus-Ministers nicht mehr beachtet zu werden.
Wer Geld bringt, darf aber noch immer regieren wie er will: Die So-la-la-Monarchie von den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Beispiel, in der Präsident Chalifa Zayid Al Nahyan das Sagen hat. Das Amt hat der Kalif übrigens von seinem Vater übernommen. Nur beschrenkte Wahlrechte, Medien- und Internetzensur, islamische Bekleidungsvorschriften – aber extrem gute Geschäftsbeziehungen mit dem Westen und eine distanzierte Politik zum Iran und Irak reichen vollkommen aus, um als „gut“ gesehen zu werden. Dabei sind die Emirate noch „fortschrittlich“, Hammer-Regimen wie Saudi-Arabien sind absolutistische Monarchien, also ein Regierungsmodell aus dem 17. Jahrhundert in Europa, sie alle sind weit schlimmer als Ägypten, aber da schaut man zu.


Wa.

Thursday, February 10, 2011

Bis 2012 wird das Gfrast nun laufen!



Ich will die Bilder nicht auspacken und die Fahnen auch nicht. Der GAK hat nen neuen Hauptsponsor, der bei den Roten wieder mal voll ins Mark geht. „Kik“, der Baumwolldiskonter mit dem Versuch ein bisschen mehr als billig zu sein und mittlerweile seinen Mitarbeitern schon auch so etwas wie gesetzliche Mindestlöhne zahlt, war einer unserer guten Sponsoren, als auf jedem Stadionplatz noch ne Kunststofffahne zum Wacheln lag und für zwei Jahre mal so tat, als wäre das Geld abgeschafft worden. Nun ja, wohin das geführt hat, wissen wir ja und sollte nicht neu aufgewärmt werden.
Der neue Sponsor ist also da, einen deutschen Sponsor hat nicht jeder Verein in Österreich, sollte man auch sagen, die laufende Saison ist ausfinanziert, und gestern Abend hat mir noch mein Tankwart Sepp nicht ganz falsch zugemauschelt: „Gut so! Weil ohne Kohle rennt des Gfrast net!“. Nun ja, dem ist nix mehr hinzuzufügen, vielleicht noch die Erklärung des Wortes „Gfrast“ für unsere Leser aus Deutschland. Gfrast ist laut Dialektwörterbuch „Heimtückischer Mensch bzw. heimtückische Menschenansammlung“.

Wa.

Tuesday, February 08, 2011

Zur Raumfahrt ein Handy.


Das Festnetz. Nicht so lange her, da hat's das noch gegeben.


Neue Handys sind eh immer super, trotzdem dürften die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlichen Funktionen mehr Probleme mit sich bringen, als erwartet. Sie funktionieren also nicht so, wie sie sollten. Zumindest nicht so, wie sich das der Besitzer vorstellt. Ein Auto ist immer ein Auto, zumindest meistens, und das ist gut so. Die Schaltung, die Pedale, alles funktioniert bei allen Marken ähnlich, egal ob man jetzt einen Audi oder einen Subaru fährt. Zumindest ist das seit ziemlich vielen Jahren so.

Beim Handy hat jeder Anbieter sein Patent auf jedem Knopferl oben, dadurch ist jede Marke ein bisschen anders ein jedes neues Handy gewöhnungsbedürftig. Die Anfragen, wie Handys funktionieren, ufern bei meinem Anbieter dermaßen aus, dass dieser jetzt pro Schnellsiedekurs Kohle verlangen „muss“, weil er sonst mit dem Verkaufen nicht mehr zu Gange kommt. Jetzt kann man sagen, da kommen ein paar Alte und Mittelalte die keine Youngsters um Rat fragen können und die wollen nun, dass man sich mit ihnen beschäftigt und am besten das Handy bis ins letzte Detail erklärt. Stimmt nicht so ganz. Warum auch? Für die paar Funktionen, die man wirklich braucht? Ja doch. Keiner kennt sich bei seinem Handy in echt aus. Wird so sein müssen. Autofahren war leicht, funktioniert immer ähnlich. Ich wett was, Raumfahren ist net schwerer, als ein Handy zu bedienen.

Wa.

Sunday, February 06, 2011

Hirschkrebs in Schladming?

Der Hirsch bei der Arbeit.

Und was ist, wenn das WLAN die armen Tieren Schaden zufügt? Hirschkrebs soll bekanntlich eine Krankheit sein, die im Vorrücken ist. Wem schmeckt dann noch der Hirschbraten? Untersuchungen in Lappland sollen weiters ergeben haben, dass Elche in WLAN Gegenden geneigt sind, mehr Stresshormone auszuschütten und sich so eher der geschlechtlichen Paarung verweigern. Der Lappländer Forscher Sven Söndebröd dazu: „Der Hirsch braucht seine Ruhe. Ruuuhhho!“ Und das nur weil russische Skifahrer mit ihrem WLAN Gasprom-Aktienkurse anschauen müssen?
Wie schaut das dann in Schladming aus? Täte dann der Hirsch nicht mehr röhren, und kein Rehkitz mehr entstehen wollen und so auch kein Schladminger Rehrücken mehr auf den Tisch kommen? Wenn das die Schladminer Jägerschaft nicht mehr auf den Plan ruft, was dann?

Wa.

Thursday, February 03, 2011

Wir sind so virtuell. Vitrtueller geht's nicht.


Kann man's riechen?



Duo espressi per favore!


"Ihr Auftritt" im virtuellen Raum ist ja fast echt. Also echt virtuell zumindest. Manche Freunde haben ja schon Angst, dass ich mir die letzte Kreativität aus dem Schädel schlage, aber das geht schon so, wie alles gaht, und was am Ende des Tages sich anhäuft oder nicht, das ist leider Gottes ja auch fremdbestimmt, beim einen mehr, beim anderen weniger.

Anbei noch zwei Plakate, die zumindest im virtuellen Raum vorkommen. Vielleicht noch kurz vorgestellt, der Herr neben dem Wa. das ist Herr Haidacher, Mastermind vom Theater im Keller in Graz.

Wa.

Neues aus Dublin!


Paul Murray und Ken Bruen zusammen in einem Blog - das hätten die Beiden wohl auch nicht gedacht ...



Das Trinity College in Dublin ist mehr als eine Universität. Das altehrwürdige Haus war immer schon eine Kaderschmiede wichtiger irischer Autoren.

Oscar Wilde, Bram Stoker und Samuel Beckett gingen in das konservative College in Dublin, schrieben Literatur- und Theatergeschichte, sorgten für veritable Skandale, und schafften es mitunter bis hin zum Nobelpreis. Nach wie vor ist das Tinitry College eine Eintrittskarte in die Welt der Literatur. Einer der versucht in die Fußstapfen seiner Vorgänger zu steigen, ist der Trinity Absolvent Paul Murray, der mit „Skippy stirbt“, einen äußerst sozialkritischen Roman hinlegt.Paul Murray schrieb eine Romantrilogie über das Treiben im Seabrook College bei Dublin. Eine Tragikomödie kommt hier heraus, voller Leben, Liebe und Tod. Und das ohne die verschissenen Irland-Pub-Besuche, die mittleriweile die Rmane eher vergeigen, als sie zu peppen. Die Trilogie liegt nun vor, im lässigen Schuber. Durch die Fortsetzung in Band zwei und drei bekommt das alles dann epische Spitzen. Zu dem epischen Format gesellt sich dann noch eine starke erzählerische Haltung hinzu und auch ein wenig Soap wird spürbar, was aber kein Schaden ist. Klingt doch fabelhaft unverkrampft!

Traditionell, aber nicht altmodisch.

Trinity-Abgänger sind aber nicht nur für die Hochliteratur bekannt. Ken Bruen ist hartgesottener Krimi Autor, der schon anständig Lebenserfahrungen sammelte: Er unterrichtete im Fernen Osten Englisch, arbeitete als Wachmann, heiratete eine griechische Millionärstochter und konnte schon ein halbes Jahr Knast in Rio de Janeiro verbuchen. „London Boulevard“ heißt sein neuer Krimi, eine sehr geschmeidige Angelegenheit für Fans der ungeschönten Gangart. Gerade erst aus dem Knast heraus, bekommt Mitch bei einer ehemaligen Theaterdiva den Job als Hilfskraft angeboten, nebenbei hat er jedoch eine Geschichte als Geldeintreiber laufen und beides ist auf die Dauer kaum zu vereinbaren. Gut oder böse, wie wird sich Mitch entscheiden? Der Plot sitzt, es wird nichts psychologisiert, die alte Schule des Krimischreibens: Sehr spannend, gut abgelegen und fernab aller Tabus.



Wa.