Saturday, March 29, 2008

Kurt Palm und die Hitzeschlacht von Lausanne


Kurt Palm: „Die Hitzeschlacht von Lausanne“ Residenz Verlag, 174 Seiten.

Das WM-Spiel Österreich - Schweiz 1954 ist tatsächlich ein Fall für das Guinness-Buch der Rekorde: In keinem anderen WM-Spiel wurden jemals mehr Tore geschossen. Die Hauptursache: Die mörderische Hitze ließ Fehler zu.
Tolle Fotos, Kurzporträts der Österreichischen Stars von Gerhard Hanappi bis Erst Ocwirk, sowie Spielreportagen lassen eine dichte Atmosphäre entstehen. Ganz genial: Die Auszüge der Radio-Live-Berichte des Duos Edi Finger (Senior) und Heribert Meisel.
Doch die wahre Freude liegt im Detail: Ernst Happel stoppt einen Ball mit seinem Allerwertesten … die Brasilianer randalieren nach ihrer Niederlage … zur Ablenkung vor dem Spiel ging man den Western „Die Schenke zum roten Engel“. Von den Siegesprämien kaufte sich Austro-Kicker Alfred Körner einen VW Käfer. Ein Sponsor ließ pro Spieler immerhin einen Kühlschrank springen.
Launisch, verspielt und mit viel Gefühl für's Wesentliche - Palm eben.

euer wa.

Saturday, March 22, 2008

Hellas Verona




Ja, was diese „altehrwürdige“ Italo-Mannschaft mit dem Ruf der absoluten letzen Brut auf diesem Blogg macht, werden Sie sich wohl fragen. Gut, im Zeichen der Glocken die wieder zurück sind verrate ich’s Ihnen: Der nicht unbekannte Autor Tim Parks, aufgewachsen in Manchester und lebt in Verona, hat ein ziemlich profundes Buch über Italien und Fußball geschrieben. Wer nach der Lektüre nach Italien reist, wird das Land mit anderen Augen betrachten.
Ein Universitätsdozent ein Jahr, 34 Spiele, unterwegs mit den Fans von Hellas Verona, aber nicht als Studierter sondern als Fan. Nichts wird ausgespart in diesem Non-Fiction-Reisebericht: Neofaschismus, Rassismus, der Irrsinn (in Italien) Fan eines unterprivilegierten Clubs zu sein und natürlich das Gegengewicht: Die Sucht nach dem Calcio. Die Leistung die der Autor erbracht hat ist erstaunlich: Einem ziemlich unbeliebten Verein ein Buch auf den Laib zu schreiben, welchen diesen Club zumindest nicht unsympathischer macht. Geschrieben wurde die Schwarte übrigens 2000/01. Damals war Hellas noch in der Serie A. Heute befinden sie sich in der Serie C. Als ob man das nicht von wo kennt.

Thursday, March 13, 2008

der flyer und die literatur


Der Flyer und die Literatur - ein eigenes Kapitel. Oft ein bisserl zu arty, dann wieder ein bisserl zu g'scheit. Wie es gehen kann, zeigt der Kunstmann Verlag. Und so schaut's aus!

Euer Wa.

Saturday, March 01, 2008

Manfred Wieninger & Marek Miert




Harland nennt Manfred Wieninger eine fiktive österreichische Landeshauptstadt, die vor allem eines zu bieten hat: Österreich in all seinen Untiefen. Harland ist St. Pölten und Marek Miert ist der Ex-Kipf nunmehr Privatdetektiv, den der Autor durch die Grauzonen Niederösterreichs stapfen lässt.
Miert ist die Antithese zu den herkömmlichen TV und Literaturbullen Österreichischer Herkunft. Einzelgänger, launisch, beziehungsunfähig, Mozartkugelverschlinger, Manner-Schnitten Fetischist, und vieles mehr. Dem gegenüber steht das Herz aus Gold, schwarzer Humor, eine zähe Leber und vor allem der Drang Dinge fertigzubringen. Gleich wie seine Mozartkugelwampe schiebt Miert die Fälle vor sich her und man könnte fast glauben, ist das Sackerl leer, ist der Fall erledigt.
5 Miert-Krimis gibt es bis jetzt, Grund genug also Manfred Wieninger im „Miert Country, dem Wilden Osten Österreichs“ aufzusuchen, dachten sich Clarissa Starlight und Wa. Hier beim sehr guten St. Pölter Griechen Rhodos blättert der Haudegendurch seinen neuen Miert „Rostige Flügel“ (Haymon Verlag). Wer mehr auf Paperbacks steht, dem kann auch geholfen werden: Die „Engel der letzten Stunde“ und „Kalte Monde“ sind beim Zürcher Unionsverlag erschienen. Des Weiteren dürfen wir uns im Vorsommer auf einen speziellen Wieninger-Krimi erfreuen, erscheint in der genialen Edition Nautilus Reihe Kaliber .64 ( = 64 Seiten langen).

Also in dem Sinne, St. Pölten ist kein unbeschriebenes Blatt mehr und Marek Miert passt auf, dass nix anbrennt.

Euer Wa.