Wednesday, April 27, 2011

Schnelle Fotos in Florenz ...


... zum Beispiel die halbierte Lambretta in Scandicci ...


... die Espresso-Bar in Siena ...



... die eisschleckenden Bambini an der Domtreppe in Siena ...



... und der Junge mit dem Stones Leiberl, der sich nicht fotografieren lassen wollte ...



... und hier noch ein Foto vom Rathausbalkon in Florenz. Da durchschritten wir (nicht ganz absichtlich) eine ziemlich lockere Rathaussitzung und landeten am Balkon ...


Wa.

Sunday, April 24, 2011

Graz – Toskana – Veneto.


Hinter dem malerischen Hügel fußt die Grazer Ruine Gösting.


Girls just wanna have fun – in der lokalen Pizzeria in Scandicci bei Florence.


Ein Sommer wie damals. Cielo azurro - Albergo bianco.


Lokalaugenschein in der Toskana: Eh alles nett, schön und sauber und trotzdem war uns auf der Herumfahrt zwischen Berg und Tal so, als ob die Vegetation der Toskana abseits der Weinberge und den Zypressen zum Großteil der Vegetation der Ruine Gösting bei Graz gleiche. Also ganz adretter Mischwald und das ist es auch schön.
Interessant wars noch in einer Pizzaria abseits vom Tourismusstrom, wo auch die sogenannten „Einheimischen“ hingehen. Gerade durch die „Pizzeria und die Osteria für Einheimische“, die mit frischer und erschwinglicher Qualität kochen, hat es Carlo Petrinis „Slow Food“ sehr schwer, wurde uns im ansässigen Slow Food Verein erklärt. „Pizza killes Slow Food.“
Von der ACF Fiorentina konnte ich mir übrigens auf Grund der violetten Vereinsfarbe nix mitnehmen, das geht einfach nicht. Ja und genau, im Veneto (Oberen Adria) schauten wir auch noch schnell mal vorbei. Schönes flaches Land und irgendwie geile Hotels und Meer.

Wa.

Thursday, April 14, 2011

Post für den löblichen Stadtrath!


Filialleiter Thomas Laber mit Jazzer Erich Kleinschuster.


Der Brief an den „Löblichen Stadtrath“ anno 1881



Löblicher Stadtrath!

Laut beiliegenden Doppelplane A & B beabsichtige ich auf meiner Realität Ecke der Lichtenfels und der Leonhartstraße in Graz den Neubau eines 3 Stock hohen Wohngebäudes vorzunehmen und ersuche um ehebaldige Abhaltung der Bau – Comission und Ertheilung der Baubewilligung.

Graz am 13. September 1881.


Und der „löbliche Stadtrath“ hat gemeint: „Ja, mach mal, du oller Bauherr du! Klotz hin dein Haus und hör auf zu nerven, du Spast!“ Also baute der Bauherr und sehr schön und massiv, ohne Beton oder mit Beton, keine Ahnung, auf alle Fälle schaut’s noch immer gut aus, das dreistöckige Haus in der Leonhardstraße, Ecke Lichtenfelsstraße. Vor kurzem wurden die Bankräumlichkeiten renoviert und die BA-CA fühlt sich jetzt hier so wirklich wohl. Feine Sache! Zur Neueröffnung war der Wa eingeladen und las ein bisschen aus seinen Werken. „Löblicher Stadtrath“ war keiner anwesend, dafür aber die BA-Granden Landesdirektor Helmut Birringer und Manfred Murg. Freilich auch Prominenz aus dem 2. Grazer Bezirk war gekommen, z.B. Catch-Legende Big Otto Wanz, der Jazzer Erich Kleinschuster sowie „Dieter der Apotheker“, dessen Großvater in seiner Freizeit noch Großwildjäger war. Na sappalot auch noch!

Glück auf!

Wa.

Monday, April 11, 2011

So was von da!


Wer jung ist darf schon Lärm machen, denkt sich Tino Hanekamp.




Klar, der Ahnherr jeder deutschen Literaturparty bleibt Jörg Fauser. Die Party mit poppigerer Studentenliteratur eröffnete vor rund 13 Jahren jedoch Benjamin von Stuckrad-Barre. Mit seinem Roman „Soloalbum“ thematisierte er das Leben von Jugendlichen zwischen Selbstfindung und dem Zurechtfinden im kapitalistischen Markenlabyrinth. Schubladisiert wurde „Stucki“ mit anderen Kollegen unter der Marke „Deutsche Popliteratur“. Heute will den „Stucki“ kaum noch wer kennen, die Literaturparty fraß also sein Lieblingskind. Die deutsche Party ging hingegen weiter, Florian Illies bracht „Generation Golf“ und Moritz von Uslar ging das alles journalistisch an und sorgte für frischen Wind im deutschen Feuilleton. Der, der heute alle Regler nach rechts dreht und die Glitzerkugel einschaltet, ist Tino Hanekamp mit „So was von da“.

Eine Party auf hohem Niveau.
„Vorglühen“ muss Hanekamp für seinen Roman nicht. Er steigt gleich direkt am Tag der großen Silvesterparty ins Geschehen ein. Man muss sich das so vorstellen, der Inhalt des Romans geht nicht länger als eine Party, Tatsache. Hätte nie geglaubt, dass so ein Vorhaben gelingen kann, weil mit der auch noch so ausufernden Afterparty jede Party einmal sein Ende hat. Dramaturgisch gesehen aber sehr klug getimt: Es soll das letzte große Fest sein, dann wird der Club abgerissen.

Dichte Atmosphäre und Witz.
Der Autor weiß natürlich, dass eine Fahrt mit 180 Sachen nicht auf 282 Seiten gut gehen kann, also nimmt er gelegentlich das Tempo raus, lässt sein Leben außen vor und zitiert Passagen von Mark Aurel oder Aristoteles über die Adoleszenz. Aber das kommt jetzt nicht peinlich, gleich wenig wie die erste große Liebe, über die Oskar nicht hinwegkommt. Hanekamp bleibt hier unterhaltsam, mit so waschechten Dialogen, also schon „So was von da“. Fazit: Die Literatenparty geht weiter, der Sound war schon mal entbehrlicher, Tino Hanekamp kann seine 24 Stunden wunderbar unterhalten und baut dazu eine sehr dichte Atmosphäre auf. Mal schauen, wie seine Literatur wird, wenn er den Partykeller verlässt.

Wa.


Tino Hanekamp: „So was von da“ Roman. Kiepenheuer & Witsch. 284 Seiten.

Thursday, April 07, 2011

"Aus der Muckibude oder was Schweinsbraten mit André Heller zu tun hat."


Muckibude, 8 Uhr morgens und es riecht nach Schweinsbraten. Neben der Muckibude ist eine Großraumküche und irgendwie passiert es, dass da der Luftaustausch in diesem Komplex nicht so ganz funktioniert. Wonach es in der Großraumküche dann riecht, wenn in der Muckibude echt was los ist, möchte ich lieber nicht wissen. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass die Bude illegal aufgestellt wurde, also der Baubescheid erst nach Fertigstellung des Hauses erstellt wurde und im obersten Stockwerk sitzen auch noch Behörden drin. Und in der Vorzeit war das einmal ein Nachtlokal mit Rundumservice, wie mir Michi mitteilte, deshalb ist auch gleich eine Bank daneben, denn da soll die Kohle kiloweise und täglich hingebracht worden sein, und das hängt auch damit zusammen, dass früher einmal, als Graz noch ne graue Maus war, und die Goalkeeper von GAK/Sturm Ekmecic und Saria hießen, zu dieser Zeit hier am Bahnhof der Transit durchzog, aber nicht nur, denke ich mir, und rieche um 8 Uhr morgens den Schweinsbraten und ein alternder Rockstar röhrt via Vollbeschallung „I’m free“. Graz, du kleine Großstadt, denke ich mir, und überhaupt, ist schon geil, denke ich mir, es ist 8 Uhr morgens und ich denke mir dabei ob der Schweinsbratenumdreher nicht auch einen Tag mit Inhalten und Projekten und freier Zeiteinteilung haben möchte ... und das denke ich mir jetzt schon wieder nicht mehr, weil der Flow die Welle mich von einem Projekt zum nächsten trägt, über mich gekommen ist ... im Kopf zumindest, und finden die Projekte nicht im Kopf statt, dann sind sie nirgendwo, Herr André Heller, so war das ja mal als Sie träller, träller, träller ...

Wa.

Tuesday, April 05, 2011

Die Ansichten eines Venedig-Reisenden.



Die Lagunenstadt wurde für den Vorarlberger Autor Christian Futscher ein Fixpunkt, der in seiner tagebuchartigen Litanei „Nur Mut, kleiner Liebling“ Quartier in einer Autorenwohnung in St. Polo bezieht. „Nur Mut, kleiner Liebling“ ist mehr oder minder die Fortsetzung von „Pfeil im Auge“. Beide Bücher schrieb er in derselben Venedig-Wohnung. Der Verfasser dieses Blogs residierte ebenfalls schon in dieser Wohnung, und die ist wirklich anständig fein.

Futscher über Futscher: Interessant!

Als Bewohner Venedigs verhält man sich naturgemäß anders als ein Tagestourist, vermeidet überfüllte Plätze und Cafés, bleibt auch gerne bei sich in der Wohnung und findet Gefallen an den Büchern der anderen, die in der Wohnungsbibliothek aufliegen. Keine flirrenden, sich im Wasser spiegelnde Palazzi, keine Gondolieri, weder grantig noch lustig. Nein, Futscher latscht ein paar Gassen weiter und fühlt sich bei einer Pizza Siciliana pudelwohl, erzählt dabei von seinen Söhnen Leo, Paul und Philipp oder schaut bei Gabriele Gmeiner vorbei, einer Maßschuhmacherin aus Vorarlberg.

Die Zeit fließt, und Futscher fließt mit.

Der Autor notiert was ihm kommt: Ein SMS, eine Flasche Bier, ein Gedanke an Leo, an Anne Marie, an seinen Vater, ein Witz über den Kunstbetrieb. Und dann wieder Unberechenbares: Futscher schreibt das Wort „schreiben“ hundert Mal auf um bei „schpeiben“ anzugelangen. Was geht hier unbewusst im Dichterkopf vor? Strafübung, Schönschreibübung, Volksschuldrama? Wie dem auch sei, als Inspirationsquelle diente hier übrigens Friederike Mayröcker. Ähnlich auch das Gedicht „Prosa“, das nur aus Punkten und An- und Ausführungszeichen besteht. Hierfür stand übrigens Sabine Gruber Pate. Das geht sehr in die Sprach- und Wortspiele der Wiener Gruppe hinein. Ein Kaleidoskop der Gedanken, ein verrückter Wortteppich eben, und dann wieder ein Anlaufen gegen die Zeit, ein Unterfangen, dem man sich nicht unbegrenzt annähern kann, weiß der Autor zu berichten. „Non si può mettere il tempo in una bottiglia“, schreibt Flutscher, die Zeit lässt sich eben nicht in eine Flasche stecken. - Einen dritten Venedig Band soll es noch geben. Futscher wird also wieder in Venedig sein. Trifft man dort auf den Dichter, einen Grappa oder ein Birra Moretti könnte man ihm doch glatt spendieren.

Wa.

Christian Futscher: „Nur Mut, kleiner Liebling“, 261 Seiten. Czernin Verlag

Saturday, April 02, 2011

"Gewachsen in Österreich ..."


Das Grab, die Pflanzerln und der Wallnöfer ...


Grabübergabe klingt ein bisschen blöd, aber irgendwie ist es so. Meine Alten sind zu weit weg und die Frau, die das jetzt gemacht hat, die kann nicht mehr so recht, also hat der Wa. ab jetzt die Pflichten für die Familiengräber in der Obersteiermark übernommen. So fürs erste habe ich Gänsekresse gesetzt, schaut superlieb aus, kommt jeden Frühling wieder und soll auch winterfest sein. Aus der Nationalparkregion Kalkalpen und sehr gesund und super und überhaupt „gewachsen in Österreich“ steht oben, was ich davon halten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht.
Kurz noch zur Ahnenforschung, weil es ja auch am Grabstein eingemeißelt steht. Wa. stammt dem Tiroler Geschlecht der Wallnöfer ab. Historisch halbwegs informierten Menschen müsste der Name ein Begriff sein. Waren und sind ja auch sehr wilde Hund!