Wednesday, February 18, 2009

Lehrzeit des Gammelns.



Starlight auf der Frankfurter Buchmesse. Bildung macht müde.


Es lebe die Pubertät! Sie haben richtig gehört. Sie lebe drei Mal hoch, höher als der Dachstein und der Großglockner zusammen. Sie befreit nämlich praktizierende Eltern von einer unheimlich quälenden und dennoch berechtigen Frage ihrer Kinder: „Was machen wir morgen?“ Dazu die Kinderaugen, erwartungsvoll, freundlich. An den Wochenenden geht das ja noch gut, aber in den Ferien kann das ziemlich öd werden. In den Energieferien zum Beispiel, in den überflüssigsten Ferien überhaupt, wird diese Frage zur Qual. Also, was machen wir morgen?
Sicher nicht Skifahren! Ich bin kein Skifahrer. Rein technisch gesehen funktioniert’s, keine Sorge, ich habe die Schulskikurse genossen! Vor allem die Abende. Die waren für einen pubertierenden Menschen aufschlussreich. Aber auf Horden angepipperlter „Flachland-Bewohner in Schussfahrt“ bin ich wirklich nicht scharf und Russisch, die neue Pistensprache, kann ich auch nicht so toll.

Vielleicht einen schnellen Städteurlaub einplanen? Eh klar! Überall wo man mit dem Auto in vier Stunden hinkommt, ist es auch nicht wärmer, vielleicht noch verregnet. Wegfliegen zahlt sich auch nicht aus, hat ja in einer Woche nichts Platz. Übrigens, die Krise geht uns alle was an, also werden wir mal artig zu Hause bleiben! Ach ja, diese lästige Frage, was wir morgen machen, erledigt sich bei meiner 14-jährigen Tochter Clarissa von selbst. Und das ist gut so!

Heute heißt es eher: „Kann ich morgen mit meinen Freundinnen in die Stadt, kann ich ins Kino, kann ich, kann ich, kann ich …“ Und ich sag: „Ja, ja, ja!“ Dann folgt die viel wesentlichere Frage meiner Tochter: „Hast du Kohle? Ich bin blank.“ Und ich sag: „Nein, naja, hm – wie viel brauchst du?“ Danach noch ein kurzes Aufregen, wie teuer alles ist und schon ist die Tochter dahin.


und wie die Wa Kolumne nun weitergeht, erfahren Sie online im neuen FRONTAL

3 Comments:

Anonymous papakoch said...

Lieber Papi Wa. - bissle viel laissez faire im Frontal, oder? Andererseits, hast ja Recht, oberste Elternmaxime sollte sein: "In der Ruhe liegt die Kraft."
Meiner Ältesten habe ich damals zu ihrem Fuffzehnten einmal Kino mit Freunden, Event Horizon oder Alien, irgend so ein köstliches Gemetzel, geschenkt. Mindestens fünf empörte Elternarufe! Besser als der Film, echt!
Halt Dich steif!
T.

3:31 AM  
Blogger Martin G. Wanko said...

Au ja! Wir hatten auch schon Einladungen zu "Geburtstagsfilmen", wo dann zumindest ein Kind kurz mal aus dem Kino raus musste, verschnaufen.
Aber: Mein schönstes Ding hab ich leider nie durchgezogen: Mit den Kids Stephen Kings "Es" anzuschauen und daraufhin den Ronald Mc Donald Clown zur Geburtstagsfeier bestellen. Na der hätt Augen gemacht, wenn die Kids plötzlich zum Rasen begonnen hätten.
Nun, die Zeiten sind ja jetzt vorbei aber vielleicht will das ja wer anderer machen.
Vielleicht jemand aus der Haubentaucher Redaktion.

Be Grü

wa.

7:37 AM  
Anonymous thfkoch said...

Haben die dortigen Redaktionsmitglieder kürzlich zur Arterhaltung beigetragen?

10:38 PM  

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