Wednesday, September 15, 2010

Spitze Zähne sind nicht immer gut.




Die Geschichte ist wie ein Schlag ins Gesicht. Ein Baby wird in der Nacht vom Familienhund aus der Wiege geholt und totgebissen. Von diesem Szenario aus verfolgt der Autor nun zwei Wege: Zum einen geht er zurück zur Geburt des Hundes, und lässt Ursachen erkenn, warum diese Gräueltat stattfinden konnte. Zum anderen begleitet er die zurückgebliebene Familie durch ihre schlimmsten Stunden. "Wie es begann", nennt sich dieser Roman und Jan Van Mersbergen ist es hoch anzurechnen, dass er dieses Thema nicht emotionell ausbeutet und auch nicht zu sehr erklärt, sondern mit einem kühlen Kopf an die Sache herangeht. Er versteht es die Schuldfrage von allen Seiten zu beleuchten und schafft es so, dem Boulevard der Eindeutigkeit zu entkommen. In präziser Kleinarbeit zieht er den Leser in eine Geschichte hinein, die zwar tatsächlich an die Nieren geht, aber gerade deshalb geschrieben werden hat müssen. Manchmal kostet Lesen Überwindung, bei Jan van Mersbergen zahlt es sich aus.

Wa.

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