Thursday, May 20, 2010

Rabiate Kerle und goldene Herzen.


... hatten vermutlich den gleichen Graphiker, ha ha ...

Denis Johnson ist ein Teufelskerl. Er wechselt pro Roman die Themen wie Papiertaschentücher – aber er bleibt nach wie vor gut. Spielende Chorsänger und trinkende Indianerinnen.Die Geschichte ist um Jimmy Luntz aufgebaut, einem Chorsänger, der gleichzeitig Friseur und professioneller Glücksspieler ist. Aber Glück hatte Jimmy in letzter Zeit kaum und so sind die Spielschulden gewachsen und die Geldeintreiber hinter ihm her.

Der Geldeintreiber und Cadillac-Besitzer Gambol war ihm schon dicht auf die Fersen doch Jimmy schoss ihm ins Bein. Auf der Flucht lernt er rein zufällig Anita kennen, eine hübsche Indianerin, die mit Alkohol kleine Probleme hat und von ihrem fiesen Ehemann um einige Millionen Dollar geprellt worden ist … Der Autor schaut aber schon, dass jetzt nicht alles schleimig wird, sondern rüde und existentialistisch bleibt.

Der Arzt aus der Mafia.

Wenn der trockene TV-Arzt Dr. House mal einen neuen Assistenten braucht, sollte er sich Dr. Peter Brown ausborgen, ein Arzt der vom Autor Josh Bazell ins Leben gerufen wurde. Dr. Peter Brown kann man mit einem Wort beschreiben: schonungslos. Er schuftet in einem öffentlichen New Yorker Krankenhaus und geht sowohl mit seinen Kollegen als auch mit dem amerikanischen Sozialsystem hart ins Gericht. Dr. Brown hat also den Durchblick, blöd nur, dass er gar kein Arzt ist, sondern ein untergetauchter Mafia-Killer. Noch blöder, dass Brown von seinen „alten Freunden“ gefunden wird. Eine Hetzjagd kann also beginnen.

Mit einem Wort: Toll! Flott und treffsicher, ein Debüt bei dem kein Gramm Fett zu viel oben ist. Es zahlt sich also aus, einige Jahre im Spital zu arbeiten, bevor man sich als Autor selbständig macht. Von Josh Bazell wird man noch öfters hören.

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