Wednesday, January 28, 2009

Tapfer in die Vergangenheit: Der Lilienfeld Verlag


Tapfer in die Vergangenheit: Der Lilienfeld Verlag

Beim Lesen von Donald Windhams „Dog Star“ ist es mir so nebstbei aufgefallen: In diesem Roman schreibt man beispielsweise nicht >>Dog Star<< , sondern „Dog Star“, also mit den für Bücher eher ungewöhnlichen „Gänsefüßchen“ als Anführungszeichen und nicht die >>Französischen Klammern<<. Auch auf die Rechtschreibreform hat man verzichtet. In einem Mail teilt man mir mit, dass man die hübsch-altmodischen Gänsefüßchen in allen Lilien Verlag Büchern vorfindet. Auch richtet man sich in der Rechtschreibung auf die jeweilige, die bei der Publikation der Bücher gerade aktuell war. Bei wiederentdeckten Büchern aus der Jahrhundertwende greift man nach einem antiquarischen Duden, denn auch damals konnten ja Rechtschreibfehler passiert sein.

Kurz noch zu Donald Windham: Windham blieb ein Leben lang, der „Writer’s Writer“, ein Autor, der von berühmten Kollegen geschätzt wird, aber den Sprung in die Charts nicht schafft. Thomas Mann, Albert Camus sowie der Dramatiker Tennessee Williams zählten zu seinen Bewunderern. Nach 60 (!) Jahren ist nun „Dog Star“ erstmals auf Deutsch übersetzt worden.
Blackie, ein Junge in der Pubertät, sucht seinen Weg zurück ins Leben, nachdem sich sein Busenfreund Whitey umgebracht hat. Eine rüde Adoleszenzgeschichte, im Herzen der Südstaaten, in Georgia. Die unglaubliche Hitze, geballt mit einer subtilen Brutalität führt den Leser in die Räume von Tennessee Williams „Endstation Sehnsucht“, die Existenzfrage und die darauf aufgebaute Erzählstruktur zu Camus Algerien-Romane und Windhams Stoßrichtung zu J. D. Salingers „Fänger im Roggen“

Infos beim Lilienfeld Verlag

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