Monday, December 03, 2007

Die letzten Worte zum GAK Teil I.

Sehr geehrter Herr Richter!

Wir haben das alles nicht gewollt. Es war eine sehr blöde Situation, sonst wäre es nicht dazu gekommen. Ich weiß nicht, ob Sie sich in unsere Situation hineinfühlen können, aber es ist sehr komisch am Samstag Abend nichts mehr zu tun zu haben, wenn, ja wenn der Verein nicht mehr ist. Wir waren es halt gewöhnt, Samstags zu den Heimspielen und zu den Auswärtsspielen zu gehen. Und da es jetzt ja unseren Verein nicht mehr gibt, haben wir uns zur Beerdigung vom GAK einfach so in der Stadt getroffen.
Dann sind wir einfach so durch die Straßen gezogen. O.k., ich gebe es zu. Wir haben einen Frust gehabt und ziemlich viel getrunken. Ja. Und plötzlich sind wir dann vor dem Sturm Graz Shop in der Sackstraße gestanden. Eigentlich wollten wir dort gar nicht hin, aber irgendwie lag der Shop gerade auf unserem Weg. Und dann war dort dieses mobile Verkehrsschild, mit dem Betonsockel. Ich glaub, halten verboten stand da drauf. Jetzt weiß ich nicht mehr wie das genau gegangen ist, aber einer hat das Ding plötzlich angerollt und alle haben geschrieen, „Hinein! Hinein! Hinein!“
Sie wissen ja wie das ist, alle schreien und der eine macht das dann wirklich. Hat einen ziemlichen Krach gemacht. Hab im Grunde gar nicht gewusst wie laut das ist, wenn eine Auslage in sich zusammenfällt. Ich kann jetzt den Helden, für uns ist es einer, den Helden kann ich nicht verraten, das verstehen Sie doch, oder? Dass wir danach den Fanshop von den Schwarzen geplündert haben, das stand im Grunde auch nicht auf unserer Rechnung, aber irgendwie war es erleichternd. Ich weiß, es ist den Schwarzen gegenüber vielleicht nicht fair, aber irgendwie ist es uns besser gegangen, wie wir das ganze scheiß Fanzeug von denen auf dem Boden zertreten haben.
War ja an sich noch nichts dabei, aber plötzlich hat sich in der Auslage ein Alarm gelöst. Erst einige Minuten später, wahrscheinlich weil wir an der Kassa „angekommen“ sind. Ja und bei dem Scheißalarm, da sind dann einige von uns ausgerastet, weil wir wollten ja im Grunde gar nichts tun, und hätten wir Rote gespielt, dann wäre das alles nicht passiert. Wir sind ja keine Unmenschen, aber man hat uns nun mal beklaut. Man hat uns um unseren Verein gebracht! Ich weiß nicht, ob das jetzt strafmildernde Umstände ergeben, aber irgendwie haben wir nur zurückgeschlagen. Das verstehen sie doch, oder, Herr Richter?
Ja, und wie die Sirenen da los gegangen sind, hat einer geschrieen, „die Bullen sind gleich da!“, und ein anderer, „auch schon scheißegal!“. Der hat dann den ersten Pflasterstein genommen und in die Kaufhausauslage gepfeffert. Die Pflastersteine sind nämlich neben dem Verkehrsschild gelegen. Eigentlich unvorsichtig, oder? Stellen Sie sich einmal vor, wie leicht sich ein Kind da verletzten kann! Sehr achtlos, auf alle Fälle. Nun, wir haben auch diese Pflastersteine in die Hand genommen, weil der erste ist ja bereits geflogen, also war es auch schon scheißegal und irgendwie waren die doch wie geschaffen! O.k., wir schießen da die Auslagen ein und dann ist eh schon von beiden Seiten die Bullerei angerauscht gekommen. Den Rest kennen sie dann eh.
Eines vielleicht noch! Wir haben auch nichts gegen die Bullen gehabt, die haben eh sehr O.k. gefightet und klar sind die dann auch wütend geworden, als ihre Einsatzfahrzeuge in Flammen aufgegangen sind. Kann man ja auch verstehen. Und wie schon eingangs erwähnt, das wäre alles nicht passiert, wenn die uns unseren Verein nicht geklaut hätten! Man hat uns halt das Brot von der Butter genommen, und dass das ohne was abgeht, das haben die Verantwortlichen wohl wirklich nicht gedacht, oder? Das werden doch die Inhaber von dem Kaufhaus auch verstehen, gell? Aber das am Hauptplatz, mit dem Weihnachtsbaum, das waren nicht wir! Darauf kann ich schwören! Das waren sicher die Schwarzen, und die wollen uns das jetzt unterjubeln! Dagegen müssen Sie unbedingt was unternehmen, Herr Richter. Ähm, eine Frage noch, damit wir wissen wie das Urteil ausgeht. Sind Sie ein Roter, oder ein Schwarzer?

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