Thursday, January 06, 2011

Immer Drama um Fears, äh, Tamara

Na da gibt’s was zu gucken. Wer da wohl kommt?  

Nach dem Film traf ich zufällig Freund Kurt G., der sinngemäß meinte, dass es vom Stephen Fears Filmerstling „Mein wunderbarer Waschsalon“ bis zu „Immer Drama um Tamara“ doch ein ziemlich weiter Weg sei. Ja klar dachte ich mir, ist es auch. Ich hatte außerdem den letzten Fears-Spielfilm „The Queen“ im Kopf, den ich Tags zuvor in der Glotze sah. Mit dem war ich nicht glücklich, weil ich der Meinung bin, dass die ganze blöde stoische Gafferei der Queen eigentlich nicht tragend für einen Film ist – sofern man nicht in England lebt. Da hätte schon die Boarderliner-Dreiwettertaft-Lady-Diana als Zottelzombie aus der Gruft steigen müssen, und ein bisschen mitzotteln. Aber egal, der Film bekam viele Preise und Stephen Fears genug gute PR um weitere tolle Angebote zu bekommen.


Und jetzt eben „Immer Drama mit Tamara“, ein Film als Spiegelbild des unterem Ende der Upper-Class, also die reicheren Intellektuellen. Uniprofessoren, am Land lebender Schriftstelleradel, noch nicht ganz etablierte Rockmusiker, Jungjournalisten in angesehen Zeitungen – Menschen also, die das Pfund nicht umdrehen müssen, bevor sie es ausgeben. Die Geschichte dazu ist auch schnell erzählt: Die flotte Journalistin Tamara kommt nach Hause und verdreht den Männern den Kopf, vor allem denen ab 50, und macht die Frauen der Männer nervös, vor allem die ab 50. Zum Schluss bekommt Tamara dann den, der zu ihr passt und der alternde Lüstling wird von einer Rinderherde totgetrampelt. Ein bisschen ein Märchen also, durchaus mit kritischen Noten und einer kleinen Wertediskussion, aber im Prinzip eine well done Comedy.


Mit der Landschaft hätte Jane Austen eine Freude, denn spielen tut die Komödie in Dorset, einer Grafschaft in Südwestengland, wo es so englisch-ländlich aussieht, also so unglaublich schön, dass man am liebsten schreien möchte, Kitsch! Und tut’s endlich die Bilder weg! Wir sind im 21. Jahrhundert! Der Film ist jedoch charmant und zeigt einmal mehr, die große Klasse der englischen Schauspieler, eine sehr gute Ensemble-Leistung, würde ich mal sagen. So geht der Film runter, wie ein English Mint Pie. Den liebt man, oder man kotzt ihn wieder aus. Seinerzeitige Weggefährten wie Mike Leigh oder Ken Loach würden wohl eher das letztere tun.




Wa.

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