Monday, November 08, 2010

Neues aus dem Wilden Osten.


Uslar wohin man schaut: Wenn der Kerl meine FB-Anfrage beantworten könnte, wäre er fst genial ;-)

Moritz von Uslar machte sich schon einen Namen, bevor man ihn so richtig wahrnahm. Als Volontär in der Zeitgeist-Kaderschmiede „Tempo“ vollbrachte er mit Kollegen Christian Kracht kleine mediale Wunder. Wirklich kennenlernen konnte man ihn in den letzten Jahren als Magazinjournalist für die Süddeutsche Zeitung, in seiner flotten Interviewreihe „100 Fragen an ...“. Von Mick Jagger bis zu Karl Lagerfeld staunten die Stars nicht schlecht, als Uslar sich jeden falschen Respekt sparte.

Die neuen Bundesländer unterm Mikroskop

Die Zeit im Tempo dürfte für Moritz von Uslar jedoch die Nachhaltigste gewesen sein. Gerade die Spritztour mit Christian Kracht durch die DDR, als sie Ost-Disko glotzen gingen und sich dabei in das Land ein bisschen verknallten. 20 Jahre danach legt der Autor nun ein Buch mit dem Titel „Deutschboden“ vor, in dem er sich um das deutsche Schreckgespenst der Jetzt-Zeit kümmert, der „Kleinstadt“ in den neuen Bundesländern. Die Vorurteile sind stark: Politisch im rechten Eck, Hartz IV als allgegenwertiges Lebensgefühl, und gerne wird „die Kleinstadt“ ganz einfach arm und hilflos dargestellt, für die Sozialpornos im deutschen Privat-TV geradezu wie geschaffen. Aber so ist es natürlich nicht!

Uslar recherchierte einige Monate, nistete sich in eine der Städte ein und siehe da, dort leben ja Menschen wie du und ich. Ha! Abgesehen davon, Uslar bringt die Dinge perfekt auf den Punkt, seine Storys haben dieses Echtzeit-Feeling, das viele Autoren zu schreiben versuchen, aber nur wenige erschaffen können. Der Nachteil an der Echtzeit ist, dass sich die Charaktere und Geschichten erst finden müssen, aber das ist in diesem Format eben so. Ein cooles Zeitdokument ist die „teilnehmende Beobachtung“ auf alle Fälle und die Ankunft der Künstler in der „ostdeutsche Kleinstadt“ stimmt mich zuversichtlich.

Wa.

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