Tuesday, July 27, 2010

Die menschliche Maschine.




Als gemeinsames Projekt realisierten Julius von Bismarck, Benjamin Maus und Richard Wilhelmer bereits im Jahr 2008 eine weit beachtete Medieninstallation am Gasometer in Berlin-Schöneberg. Für die PROVINZ-Ausstellung fertigten die drei Berliner Künstler in einer Lindauer Werkstatt und in enger Zusammenarbeit mit lokalen Betrieben eine neue Lichtinstallation, die in ihrer Größe, Wirkung und Ortsbezogenheit gleichermaßen gewaltig ist. Das „Fühl-o-meter“ (2010), ein überdimensionales Smiley-Gesicht, in Lindau als Krone des Leuchtturms an der Hafeneinfahrt installiert, überträgt verschiedene Gefühlsausdrücke direkt von den Gesichtern der Einwohner Lindaus.

Die Emotionen werden durch eine Fotokamera, die kontinuierlich eine bestimmte Stelle am Hafen beobachtet, aus Gesichtern ausgelesen, analysiert und an die Installation weitergeleitet. Der Smiley imitiert anschließend die aufgezeichneten Emotionen. In programmierten zeitlichen Abständen reagiert die Installation auf den errechneten Querschnitt der Gefühlsregungen und gibt dadurch kontinuierlich Stimmungsbilder der Stadt ab. So beobachten sich Mensch und Kunstwerk gegenseitig: In der Interaktion zwischen Smiley und Betrachter entsteht eine Endlosschleife und eine vermittelte Kommunikation zwischen den Menschen der ganzen Stadt. (Wenn das Wetter am Bodensee weiterhin so wankelmütig bleibt, wird der Smiley aber oft weinen … A.v.Wa.)
Von Bismarck, Maus und Wilhelmer erkunden mit ihrem Gemeinschaftswerk neue Möglichkeiten, mit den Mitteln von Kunst und Technologie im öffentlichen Raum das Alltägliche zu unterlaufen.

Ok, dieser verständlichen Presseaussendung gibt’s eigentlich nix hinzuzufügen, außer, dass laut Richard diese Kameras im Grunde für das BKA (Bundeskriminalamt, Deutschland) entworfen wurden und laut Richard nun auch den „Gläsernen Menschen der Emotionen“ in die Wege leiten.
Und: Die Jungs sind schwer an Schuften, oft bis 4 am Morgen, und auch: Bier vertragen.

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Wa.

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