Saturday, September 09, 2006

Erich Glamser, kennen Sie den?

Wankos Blog



Gestern wurde ich von einer angenehmen Kollegin zu einem Telefon-Interview gebeten, Kollegin deshalb, da ich gelegentlich auch journalistisch unterwegs bin. Interviewt wurde ich nicht wegen meiner schönen Nase, sondern weil ich Romane und Stücke schreibe. In meinem letzen Roman „Seelendschungel“ steht der Streifenpolizist Erich Glamser im Mittelpunkt der Geschehnisse. Wieder die gerne gestellte Journalistenfrage, wie weit der Detektiv Erich Glamser mit mir als Person zu tun habe. Ja, antworte ich, er hat autobiographische Züge.
Und wieder sitze ich nach dem Gespräch im Arbeitszimmer und war mit der Frage alleingelassen. Wie weit hat Erich Glamser mit mir zu tun? O.k., Sie werden mir ja auch nicht weiterhelfen können, weil Sie meinen Roman naturgemäß nicht gelesen haben. Aber macht nix, lesen Sie einfach weiter.
So, wo war ich? Ja, genau, beim Biographischen in der Hauptrolle meines Romans. Dieser Glamser hat im Grunde nichts mit mir am Hut, er ist mir einfach extrem vertraut. Auf Eso würde man meinen, er steht mir nahe als wäre er mein Zweiter. Waaaaaaa, das klingt jetzt nach Duftkerzen, Mandelölessenzen und so einem Scheiß, aber es hilft halt nix. Kennen Sie das? Jemand ist Ihnen so vertraut wie das eigene Kind. Sie würden sich nicht zwingend so durchs Leben schlagen wie derjenige (diejenige) und auch nicht alles gleich machen, aber Sie verstehen ganz einfach warum er so handelt. Vielleicht würden Sie es bei anderen verurteilen, bei jenem aber nicht ... . Wenn Sie das kennen, dann kennen Sie auch Erich Glamser, obwohl Sie ihn nicht kennen.
Joe würde dazu folgendes sagen: "Hey Erich, wahrscheinlich zählt das Erschaffen einer sehr vertrauten Person zu den urtümlichsten Bedürfnissen der Literaten." Und jetzt wollen Sie wohl auch wissen wer Joe ist, aber das ist wieder eine andere Geschichte ... .

Bis bald, Wa.

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