Thursday, May 02, 2013

Unglaubliche Geschichten und andere Wahrheiten





Absurdes Moldawien

 „Zuckerleben“ von Pyotr Magnus Nedov spielt im skandalgeplagtem Berlusconi-Italien der letzten Jahre, dort  ist der Moldawier Tolyan Andreewitsch mit seinem Kleinbus auf der Autostrada unterwegs, hat viele Träume im Kopf, ist sich nie sicher, ob er nun hier auf Erden ist, oder im Universum und plötzlich sieht er vor ihm zwei Personen auf der Autobahn liegen. Wagemutig bremst er ab - so beginnt die verrückte Gesichte über 40 Tonnen zu Schnaps verarbeiteten Zucker, die den Leser auf geradem Weg in den Zerfall der Sowjetunion bringt. Aber es geht jetzt nicht um schon oft geschriebene Metropolen-Storys, sondern der Autor wühlt in der Hinterwelt des ehemaligen Imperiums: In Moldawien. Fazit: Durch Nedovs Roman kann man nochmals dieses unglaublich spannungsgeladene Chaos in der Zeit des Umbruchs nachvollziehen und das lässt die EU-Krise angesichts dessen fast schon als lächerliche Kleinkrämerei verkommen. Die Krise als Permanentzustand sozusagen, die der Autor ausgezeichnet ins neue Jahrtausend zu übertragen weiß. Eine harte Story mit Biss und Herz!

 Hamburg von außen

Einmal im Leben muss man ein Buch von Heinz Strunk in die Hand genommen haben. Heinz Strunk gehört zu den guten Seelen in Deutschland, die schon absolut auf Freak sind - Musik machen, Schauspielen, moderieren und schreiben - aber das mit großer Konsequenz und Leidenschaft. Strunk ist tatsächlich ein leidenschaftlicher Mensch, seine Lesungen seien besser als seine Bücher, meinen böse Zungen. Sein größter literarischer Hit war bis heute das autobiographisch angehauchte Buch „Fleisch ist mein Gemüse“. Ebenfalls hitverdächtig ist sein neuerster Roman „Junge rettet Freund aus Teich“.
Es geht um die Kindheit und die Jugend von Mathias Halfpape, so auch der bürgerliche Name von Heinz Strunk, am unscheinbaren Rande von Hamburg. In einem Satz: Grausam schön und ganz und gar ohne Mitleid geschrieben. Eine deutsche Jugend in den 60ern, sage ich einmal, wo Fußball im Hinterhof, Schwimmen im Freibad und Kriegsgeschichten vom Opa die großen Highlights sind. Der Leser weiß natürlich, dass die Idylle nur trügt und eine Lawine namens Leben im Laufe des Buches über sie hinwegfegen wird. Das macht aber zugleich den Reiz des Romans aus, indem Heinz Strunks Romanheld Mathias natürlich nichts über den nächsten Morgen weiß. Es passiert also den ganzen Roman so ziemlich wenig. Alltägliches eben und der Autor hat auch diese bestimmte Qualität, einen Hauch von der gestrigen Welt einzufangen. Ob das nun wirklich ein absolut tragfähiges Konzept für einen ganzen Roman ist, sei dahingestellt, der Autor wollte es nicht anders und dieses Statement hat eigentlich auch schon wieder etwas an sich.
 
 Wa.

Pyotr Magnus Nedov: „Zuckerleben“ 368 Seiten. DuMont.
Heinz Strunk: „Junge rettet Freund aus Teich“ 282 Seiten. Rowohlt.

Friday, April 26, 2013

Bruno Wildbach: coast

Hier Bruno Wildbach (li) bei seiner Vernissage mit Künstlerkollegen und Freund Markus Wilfling. (Foto: Wa.) 


Den Maler Bruno Wildbach sollten Sie kennen. Wenn schon nicht persönlich, dann erlaube ich mir dringlichst, Sie darauf hinzuweißen, in der Galerie Artepari vorbeizuschauen, um Wildbachs Bilder zu bewundern. Bis zum 25. Mai haben Sie noch Zeit.


Galerie Artepari

Sunday, March 31, 2013

14 km/h ist ja nix!



Weil unsere Silvesterläufe (Wanko Und der Wolf) so lustig waren und noch zum vielzitierten Wetter passen, hier nochmals der Link! 14 kmh ist ja nix!



Wa.

Saturday, March 30, 2013

Über Stars und Wiederentdeckungen.

Tom Wolfe machte journalistisch Weltkarriere, Sylvia Plath starb nach ihrem Debüt
Von mir aus soll es auch nur ein Marketingstreich gewesen sein, aber ein bisschen Wahrheit klebt bekanntlich an jeder griffig heruntergebrochenen Idee. Zusammen mit Norman Mailer, Hunter S. Thompson und Truman Capote war er das Flaggschiff im New Journalism der 1960er-Jahre, der vom strengen Reportagestil abdriftete und mehr schriftstellerische und emotionelle Elemente in die Storys hineinbrachte. War aber so, und war zumindest eine gute Schule für den eigenen Stil. Es dauerte bis 1987, als Tom Wolfe endlich sein erstes fiktives Werk herausbrachte, „Fegefeuer der Eitelkeiten“, in dem er die damalige Yuppie-Generation unter Lupe nahm. Acht Jahre ließ er sich für seinen aktuellen Roman „Back to Blood“ Zeit, so gesehen sind 767 Seiten auch kein Wunder.

Flüssiger geht’s kaum

In „Back to Blood“ geht es grundsätzlich um den Alltagsrassismus in den USA, ausgerechnet im Urlaubs- und Rentnerparadies Miami. Ein Polizist mit kubanischen Wurzeln verhaftet einen Flüchtling, der sich auf einem Schiffsmast, kurz vor dem rettenden Ufer, verbarrikadiert hat. Kaum erledigt, beginnt das Problem eigentlich erst. Bei der sehr starken Anti-Castro-Fraktion ist der Junge einmal unten durch, für die Weißen hingegen ein Held, aber deshalb auch nicht einer von ihnen. Und schon wird er wie eine Flipperkugel durch halb Miami geschossen, weil die Wahl vor der Tür steht und der Polizist, der eigentlich nur Polizist sein wollte, nun zum Spielball von Strategen wird. Natürlich, den Roman kann man auf die Hälfte runterschmelzen, oder zu zwei Büchern verarbeiten. Aber Tom Wolfes Sprache dafür nicht! Trotz hohem Alter sprudelt der Herr, dass es nur so eine Freude ist und vor allem, er lernt auch selbst gerne dazu. Man sieht durchaus, wie er den Schmiss der doch jüngeren Krimi-Kollegen wie James Ellroy oder Don Winslow in seinen Stil einfließen lässt. John Updike hin, Philipp Roth her, Tom Wolfe bleibt der bunte Hund im weißen Anzug, der Dandy mit dem genauen Blick, aber vor allem ein Autor, der nie altmodisch erscheint.

Feine Blicke auf New York

Sylvia Plath – ja traurig ist der Leser eigentlich schon vor Beginn des Buches, denn die Autorin nahm sich 1963, kurz nach dem Erscheinen ihres Debüts „Die Glasglocke“ das Leben. Dabei hätte sie ähnlich wie ein Tom Wolfe, eine Susan Sonntag oder auch eine Carson McCullers das Zeug für viel mehr gehabt.
Plath siedelte ihre „Glasglocke“ im Herzen von New York an. Ein Duzend Mädchen aus ganz Amerika gewinnt ein Volontariat bei einem Hochglanzmodemagazin. Während sich ein Großteil der Mädchen freut wie die Mäuschen und naturgemäß eine Living-is-easy-Stimmung an den Tag legt, kann sich Esther noch nicht so richtig mit der Situation anfreunden. Kurz gesagt, sie hat einen anderen Blick, reagiert auf Kleinigkeiten, das Wetter, die Architektur, in Summe wächst in ihrem Kopf alles zu einem bedrohlichen Dschungel zusammen. Je mehr sich vor ihr die Welt entfaltet, desto mehr treibt es Esther in eine dunkle Ecke – Dramatisches folgt. Fazit: Ja die Frau konnte schreiben, sagenhaft. Prägnanter Stil, großartige Metaphern. Alles gut dosiert. Dem Leser bleibt hier nichts zu wünschen übrig – außer, aber ich will’s ja gar nicht mehr sagen, schauen Sie doch mal aus dem Fenster raus …
Wa.

 
Tom Wolfe: „Back to Blood“, 767 Seiten. Blessing Verlag.

Sylvia Blath: „Die Gasglocke“, 262 Seiten. Suhrkamp Verlag.



Friday, March 08, 2013

Sick, Sick, Gernot Sick!

Der (Fußball)Krabarettschaftsbund: Hannes Toth, Gernot Zenz und Gernot Sick Foto: (KB)



Es ist immer wieder erstaunlich, wohin sich Menschen entwickeln. Vom Kicker zum Künstler ist so ein Beispiel. (Abgesehen von Eric Cantona kenne ich niemanden, der diesen Weg einschlug, gibt’s aba sicher noch einige, blah, blah …) Meistens enden beim Kicker die künstlerischen Ambitionen bei der Autobiographie, ist vielleicht auch besser so, die sind ja net Kicker geworden, um danach eine Karriere als Künstler einzuschlagen. Trotzdem, einen hat’s ins Kabarett getrieben, Gernot Sick (35), seines Zeichens jahrelanger GAK-Mittelfeldspieler, Meister-Kicker, Cup-Winner und zweifacher Nationalteamspieler, gegen Nordirland und England: „Ich bin einer der wenigen Kicker, die im Nationalteam eine positive Bilanz hinbringen“, sagte er dem Wa. mal lustig, launisch im Gespräch. So ist es auch nicht so weit hergeholt, dass der Autor Gernot Sick nach dem ersten Kabarett „Die runde Wahrheit“, im zweiten Kabarett mit „Immer wieder Österreich“ auf Fußball setzte.
Zur Premiere war auch einige Prominenz zu Gast. Z.B.: Ex-Sturm-Kicker Mario Haas, heute im Management-Bereich des Vereins tätig, weiß schon um was es hierbei geht: Er grüßt alle, die auch nur eine Sekunde in seinen Blickfang geraten. Das war auch nicht so schwer, weil Haas kommt ja nicht, er versucht trotz aller Zurückhaltung, zu erscheinen. (Übrigens, nicht so ganz unähnlich einem gewissen Toni Ehmann.) Joachim Standfest war auch dort, der grüßte aber fast niemanden, hätte jedoch alle Möglichkeiten dazu, weil mit seinen Vereinen GAK-Austria-Sturm-Kapfenberg  ist Standfest schwer segmentabdeckend. Aber egal, der Abend konnte beginnen und die Spielbude im Cafe Stockwerk war übervoll.

„Immer wieder Österreich“ - um die Nationalmannschaft ging’s also. Mit auf der Bühne Hannes Toth (spielt den Kicker. So gut Kicker-Lachen kann sonst niemand auf Österreichs Bühnen) sowie Gernot Zenz (auch ohne Vorkenntnisse kann man ins Kickkabarett einsteigen). Am besten funktioniert es jedoch, wenn Geront Sick singt. Irgendwie steht dem Herrn noch eine Karriere bei der österreichischen „Bloudhound Gang“ ins Haus. So ein ganz trockenes „Fire Water Burn“ würde Sick schon hinkriegen. Zurück zum Kabarett: Die Story in einem Satz: Am Anfang gewinnt das Österreichische Nationalteam, dann verliert es und das mündet in persönliche Tragödien. Das kennen wir ja von irgendwo, oder? Daneben schöne Geschichten: Hübsche Wortspiele wie „Zutritt verboten“ (zu dritt verboten). Das kann schon was, in aller Härte. Bravo! In Summe muss man sagen, dass die Truppe den Kick in Halbzeit eins für sich entschieden hat und in Halbzeit zwei nach Hause gespielt hat, nicht ohne die Bänder, also die Stimmbänder zu schonen.

Schneller Blick in die Zukunft: Wie könnte es nun in Teil 3 weitergehen? Also, bleiben die Herren dem Fußball treu, würden mich die privat-beruflichen Kickergeschichten von Herrn Toth und Sick interessieren. Vielleicht gibt’s hier noch ein paar nette „Underdog-Storys“ von Kollegen dazu, also weit weg vom (scheinbaren) Glanz und plötzlich ist man dann in einer Sache drin, die sich zwischen Schauspiel und Kabarett, zwischen Anmut und Brutalität einpendelt.  Aber bis es so weit ist, spreche ich die dringliche Empfehlung aus, den Kabarttschaftsbund in Sachen Fußball zu besuchen. Und hier geht’s zu den Terminen: Link. Kabarettschaftsbund - Termine

Wa.

Monday, February 11, 2013

Jakob Arjouni 1964-2013


Signierstunde bei seinem Graz-Auftritt.
 
 
Jakob Arjouni verstarb vor einigen Tagen an Krebs. Sein Krimiheld lebt weiter.
Mitten in den 1980er-Jahren veröffentlichte Jakob Arjouni seinen wahrscheinlich wichtigsten Roman, einen Krimi mit dem treffenden Titel „Happy Birthday, Türke!“ Der Titel verspricht schon viel, was den Roman ausmacht. Der Privatdetektiv Kemal Kayankaya ist osmanischer Abstammung, wurde jedoch von deutschen Pflegeeltern in Frankfurt adoptiert. Kayankaya kann kein Wort türkisch, seine Emotionen sind jedoch sehr südländisch und von der Frankfurter Gesellschaft wird er oft als vermeintlicher Ausländer von oben herab behandelt. Eine schwierige Ausgangslage also, die jedoch für Kayankaya-Romane ein solides Fundament bietet. Fünf Krimis mit dem schwierigen Helden sind es geworden, die Vergleiche mit Chandler und Hammnett waren ausnahmsweise nicht gedankenlos dahingesagte Floskeln, sondern stimmten. Das alles in einer Zeit, wo „Türken-Krimis“ noch nicht en vogue waren. Nebstbei: Sein erster Kommissar hieß Futt, ihm gefiel das irgendwie, in Österreich, erzählte er mir bei seinem Graz Auftritt - vielleicht nicht ganz passend zu seiner Würdigung, aber es war halt so.

2001 erschien mit „Kismet“ sein bis dorthin letzter Kayankaya-Krimi, der Autor wollte sich nicht pausenlos auf das Fach Kriminalliteratur reduzieren lassen. Er verließ das hartgesottene Frankfurter Milieu und landete mitunter in Paris, wo er mit Chez Max einen futuristischen Geheimdienstroman, oder im deutschen Mittelstand, wo er mit „Hausaufgaben“ wohl einen der trockensten Romane über Macht und Machtmissbrauch schrieb. Seine Stimme war eindringlich, da kritisierte einer, aber eben nicht mit dem Zeigefinger und ohne geheuchelte Moral. Mit „Bruder Kemal“ kehrte er 2012 zu seinem Alter Ego zurück. Aber der vormals rüde Privatdetektiv wirkte ausgeglichener, hatte so etwas wie einen Lebensplan und sah die Unterwelt nicht mehr als sein Wohnzimmer. Rückblickend ist verständlich, warum der Autor nochmals bei „seinem“ Detektiven vorbeischaute: Der Autor verstarb mit 48 Jahren in Berlin.


Wa.

Alle Romane mit größerer Auflage erschienen im Zürcher Diogenes Verlag.

Wednesday, February 06, 2013

9 Fragen an Elli.


Elli Andersen & David Watts on Turntables. Foto: Stefan Lozar.


Elli kommt aus Graz. Sie ist so etwas wie die Mutter der Szene. Elli, alias Selecta Lady D oder Mama Feelgood - wenn Elli auflegt, wird einem nie fad, getraut sich der Wa. zu beurteilen. Wer sich davon überzeugen will, sollte am 08.02. in der Kombüse bei der Erzherzog-Johann-Allee vorbeischauen, dort legt Elli mit David Watts und Colonel Jah Tuffy unter dem Titel „200 % Dynamite“ auf. Wird mal Zeit, der guten Elli ein paar Fragen zu stellen.


Elli, hier regiert der GAK, oder?
Eigentlich der SCR, aber sonst natürlich nur der GAK, sempre rosso, eh kloa!

DJ, oder DJane?
DJ. Bei dem Wort DJane rollt’s mir die Zehennägel auf! Erstens sieht man ja, dass ich kein Hawi bin, das muss ich ja nicht dazuschreiben! Und zweitens, wieso muss man das überhaupt dazuschreiben, scheiß Genderschaß!

Und seit wann legst du „regelmäßig“ auf?

Seit Juli 2012.

Was legst du auf?
Nur Lieblingslieder, davon habe ich zum Glück sehr viele in sehr vielen Genres. Soul, Funk, Disco, Boogie, Reggae, Ska, Dub, bißl Dancehall, New Wave, 80s Soul, Hip Hop. Kaum neues. Und nur Vinyl. Manchmal solo, manchmal b2b mit einem Freund (David Watts), manchmal gemeinsam mit anderen Freunden (Klestijl, Colonel Jah Tuffy)

Warum tust du dir das „noch“ an?
Weil ich 16 again bin wie die Buzzcocks, weil’s unheimlich Spaß macht, weil ich noch zu jung bin, um schon auf die Pension zu warten und weil es so viel Musik gibt, die öfter gespielt werden sollte.

Elli bei der Foodline im Grazer Designmonat, die sie organisierte. Foto: Wa.
  



Dein „perfekter Song“?
Allein beim Gedanken daran krieg ich Ganslhaut, kann mich nicht aufs Gespräch konzentrieren, will zu allen um mich herum ‘pscht’ sagen! Ich muss mich dazu bewegen!


Bist du bestechlich? How much?

The Pop Group haben schon 1979 „We Are All Prostitutes“ gesungen.

 
Ab welchem Alter „darf“ man nicht mehr auflegen?
Wenn das Publikum an einem das Interesse verliert, das ist aber altersunabhängig. Wenn’s gut läuft, kann man zur Not jemanden engagieren, der auflegt und steht selbst nur daneben und ist der Selecta ;)


Deine Bude brennt. Was rettest du, deinen Freund oder deine Plattensammlung?
Da mein Freund in Wales lebt, fällt mir die Antwort leicht: Die Platten! (Die gehören zum Teil auch noch meinem ex-Freund, dem würd das auch net taugen, wenn die alle verschmurgeln würden. Nach unserer Trennung vor 13 Jahren konnten wir uns nicht entscheiden, wer welche Platten aus unserer gemeinsamen Zeit nehmen sollte, deshalb sind diese für immer „unsere“ - funktioniert tipptopp!)


Wa.

Termintipp: Kombüse Graz, "200 % Dynamite" 08.02.2013 ab 22:00 Uhr bis zum Schluss.
Es legt die bewährte Runde auf:
Selecta Lady D (Champion Sound)Colonel Jah Tuffy (CoG - Sektion Rockers)
Junior Watts (Champion Sound)

200 % Dynamite

Sunday, February 03, 2013

World's End in Graz :)

Graz, Liebenau, nahe der Seifenfabrik, Nacht. Dort sagen sich Fuchs und Hase "Drah di' ham!" (c) MG Wanko.

Das Laufen hat so seine Vorteile. Man kommt zu Uhrzeiten in Gegenden, wo man sonst nicht hinkommt. Kann ein hübsches Foto ergeben. Vorne: Festinstalliertem Tischtennistisch am Ende einer Wohnanlage, im Hintergrund die Kasernsiedlung.

Wa.

Wednesday, January 23, 2013

Mensch Martin!

Hier "Wanko (links) und der Wolf", die ja seit neuestem fürs "Sport aktiv" laufen. Schön war's!
 


Trallala, laufen ist sehr wunderbar – vor allem wenn's einem beim Marathon-Start gleich auf die Schnauze hut, so passiert dem Wa. Und wer mehr wissen will, zur Story geht’s hier!  hier auf Sport 10.at und überhaupt PENG!
 
Wa.
 


Friday, January 11, 2013

Big in Japan.


SALLLIIIIIS!


In Japan gibt ein Mord Rätsel auf, in Amerika agiert man undercover.

 
Der Japaner Heigo Higashino ist einer der bekanntesten Autoren im asiatischen Raum, der nun auch in Europa Fuß fassen will. Mit seinem Krimi „Verdächtige Geliebte“ hat er den ersten wesentlichen Schritt dazu gesetzt. Der Inhalt ist schnell erzählt: Yasuko hat ihren gewalttätigen Ex-Mann im Affekt ermordet, da er ihrem kleinen Familienglück zu zerstören drohte. Ihre Tochter half tatkräftig mit. Die Sympathien liegen also von Anbeginn an auf der Seite der Täterinnen. Damit etwas Leben ins Spiel kommt, schenkt ihr der zutrauliche Nachbar ein glattes Alibi, als großer logischer Denker und Mathematiker fällt ihm das auch nicht schwer. Spannung kommt auf, als sich ein Physiker in den Dienst der Polizei gesellt, der noch eine Rechnung mit dem Mathematiker offen hat. Der Rest ist ein nobler Showdown.

 
Ein Schachspiel mit asiatischer Aura.

Schon auf den ersten Seiten wird das Schachspiel zelebriert. Dementsprechend ist der Krimi auch aufgebaut. Die Beteiligten kommen einem wie Brettspielfiguren vor und das Spielfeld von Heigo Higashino ist wahrlich groß. Natürlich läuft er dann und wann Gefahr den Fall zu technokratisch abhandeln, um dies zu verhindern, bringt er die emotionellen Möglichkeiten von Yasuko ins Spiel. Zum einen liest man das Buch flott und es ist entspannend, nicht vor einem weiteren Sushi-Krimi zu sitzen, hier wurde schon viel nachgedacht, zum anderen ist es aber kein Murakami-Roman, obgleich die begnadete Murakami-Übersetzerin Ursula Gräfe auch in der „Verdächtigen Geliebten“ eine grundsolide Arbeit hinlegte und die asiatische Aura richtig temperiert einfließen ließ.

Während Heigo Higashino bei allen Verdüsterungen eigentlich einen lichten Roman schrieb, ziehen in Amerika schwerbeladene Wolken auf, wenn James Sallis, der Altmeister der amerikanischen Noir-Krimis, am Werk ist. Mit seinem Vorgänger „Driver“ legte er in den letzten Jahren wahrscheinlich das brillanteste Werk über das Agentendasein nach dem Kalten Krieg hin. „Driver“ wurde mit Erfolg verfilmt, wahrscheinlich auch deshalb die nun doch sehr rasche Nachreichung von „Driver 2“.

 
Manche Lichter leuchten dunkel.

Driver ist ein junger Agent, den es mangels Aufträge in einer neuen Weltordnung und einer frischen Liebe in den Frühruhestand versetzte. Aus dem Nichts tauchen Auftragskiller auf und in einem Schusswechsel stirbt seine Frau Elsa. Die Kopfgeldjäger haben es auf ihn jedoch weiter abgesehen und in einem furiosen, sehr fein dosierten Thrill, dringt er immer näher zu den Mächten vor, die ihm diese unruhige Zeit bescheren. Im Hintergrund der bewusst brüchigen Handlung ragen düstere Modells, schlecht beleuchtete Autowerkstätten, billige Restaurants, poröse Straßen aufgemotzte Autos und zugleich sehr hellen Blitze empor, die eine sehr kräftige barocke Klangfarbe aufleuchten lassen, vielleicht auch eine Nuance heller als bei seinem letzten Werk. Bliebe mir noch ein Neujahrswunsch offen, würde ich James Sallis mit einem James-Bond-Drehbuch beauftragen: Daniel Craig hätte endlich eine Rolle und der Mainstream hätte unendliche  Möglichkeiten das Genre neu entdecken.

Saturday, December 22, 2012

Hosen-Campino mit GAK-Liverpool Schal und 12.000 Fans.

Campino mit GAK-Liverpool-Schal, Clarissa 1. Reihe, Wanko 2. Reihe. Heiß wars!

Betreff: GAK-Aktionismus. - 1. Aktion 21.12.2012

 

Frei nach dem Motto „Der Verein (GAK) ist hinüber, die roten Krätzen sind geblieben!“ dachten wir im Hause Wa. nach, wie wir ein paar Tausend Grazer kurz vor Weihnachten am Weltuntergangstag beglücken könnten. Ganz einfach, wir opfern Herrn Campino, Leadsänger von den Hosen, einen GAK-Liverpool-Schal, der "seinerzeit" als Freundschaftschal zur Champions League. Clarissa warf, der Wa half ein bisserl mit, und schon traf man Campino damit am Handgelenk. Campino lief damit eine gute Viertelstunde herum und gab ihn dann gentleman-like der Tochter persönlich zurück. (Vor allem ein paar Schwarze haben sich über diese Aktion so gefreut wie wir, hörte ich …). Da es ja Liverpool zurzeit als 10. nicht sehr super geht,  wüschen wir dem Herrn (und den Jungs) alles Gute!

 Weiter aktionistische Taten sollten folgen, hörte man aus gutinformierten Kreisen. ;)

Wa.

Monday, November 05, 2012

Illies!

1913 - das goldene Jahr.
 


Mit wesentlich mehr Ereignissen bombardiert einen hingegen Florian Illies, der mit „1913 Der Sommer des Jahrhunderts“ ein ausgezeichnet recherchiertes und außerdem literarisch geschriebenes Sachbuch verfasst hat. Illies kennt man eigentlich aus einer anderen Ecke: Der ehemalige Kulturjournalist  schrieb mit „Generation Golf“ und „Generation Golf II“ die Fahrkurse für gelangweilte Wohlstandsjugendliche in der Jahrtausendwende, die gerade einmal das Zündschloss im Golf fanden. Irgendwie machte das Illies nicht zwingend sympathisch, und ein bisserl ein Streber ist er ja geblieben, ich würd den gern mal sehen, wenn er nix tut - aber auch Illies musste erwachsen werden: Nun setzt er im Jahre 1913 den Sommer eines Jahrhunderts an, also den Höhepunkt des letzten Jahrhunderts, mit dem Fokus auf Mitteleuropa gerichtet. Knapp vor dem 1. Weltkrieg, in der Blüte des Expressionismus, der Tiefenpsychologie, alles ist politisch sehr angespannt und riecht schon förmlich nach epochaler Chemie – und der Autor baut hier ein Mosaik aus kleinen Happen, lässt so ein hundert Jahre altes Stimmungsbild wieder aufleben.

 
Die Stimmung vor 100 Jahren.

 
Ein kleiner Einblick gefällig? Luis Armstrong tauscht im Jugendheim die Pistole gegen eine Trompete, Franz Kafka schreibt die Verwandlung und seinen 200stem Brief an Felice Bauer … Lou Andreas-Salome macht in Wien ziemlich viele Männer verrückt, während in Schönbrunn Stalin und Hitler in den gleichen Parkanlagen sitzen … Schönberg hasst die Unglückszahl 13, während Thomas Mann eine Kritik ins Unglück stürzt … Proust erbaut sich seine eigene Schutzkammer auf der Suche nach der verlorenen Zeit und Gertrude Stein formuliert den berühmten Satz „Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“, während Max Beckmann sein Gemälde „Der Untergang der Titanic“ abschließt.

 
Wa.

Florian Illies: „1913 Der Sommer eines Jahrhunderts“, S. Fischer Verlag, 319 Seiten.

 


Wanko läuft!






... und schreibt darüber im Magazin Sport Aktiv. Wanko läuft!


Wa.

Saturday, November 03, 2012

Und bis dorthin sind „wir“ jetzt einmal tot.


You Tube GAK-Video (c) M. G. Wanko

Man stirbt nur einmal, das ist dem GAK passiert, am 30. Oktober 2012 war es soweit. Nach 110 Jahren schließt der GAK seine Pforten. Was hast du, Roter, gerade gemacht, als du erfahren hast, dass dein Verein den Bach runtergegangen ist, wird man einmal unter Kumpels fragen. Ich, für meine Wenigkeit hatte einen normalen Arbeitstag am Laufen, es war ja auch ein normaler Montag. Ich hatte eine berufliche Besprechung und bat einen Freund von mir, mich auf dem Laufenden zu halten, falls das Schlimmste eintreten sollte. Es hat ja jeder Fan gewusst, dass es zur Fortführung des insolventen Vereis bis zu Mittag 25.000 Euro brauchen würde. Mein Termin war vorbei und mein Freund schickte mir kein SMS, ich war also guter Dinge, dass „mein“ Verein sich zumindest noch auf der Intensivstation befinden müsste.

 

Ja Pustekuchen, nichts war mehr so, wie noch am Morgen. Rein informativ schaute ich auf Facebook und die erste Nachricht war bereits von Jakob Unt online. „R.I.P. mein über alles geliebter GAK. War eine tolle Zeit mit dir.“ Das war so etwas wie ein Schlag in die Magengrube. Dumpf, aber mit sehr viel Kraft dahinter. Ich spürte, wie sich in mir Tränen sammeln, konnte sie aber nicht ablassen. Anstatt dessen verschickte ich in der Familie ein SMS: „GAK tot“. Sonst nichts. Einige Minuten später rief mich meine Tochter an. Es ginge ihr sehr schlecht. Meine Nachricht macht sie fertig. Ob sie den Nachmittagsunterreicht gehen muss. Nein, musst du nicht, antwortete ich ihr. Sie ging dann trotzdem in den Nachmittagsunterricht, ich wollte aber die Entscheidung ihr selbst überlassen. Ich ging dann schnell einkaufen und fuhr noch am Nachmittag in die Obersteiermark um die Gräber meiner Vorfahren für Allerheiligen zu richten. Während der Autofahrt telefonierte ich mit Freunden, die dasselbe Schicksal mittrugen. Jeder war überrascht, dass es dann doch so schnell gehen kann. Aber auch von ihnen verlor keiner eine Träne, zumindest nicht merklich.

 

Später am Abend saß ich dann in einem Bistro um die Ecke bei mir zuhause, trank ein Glas Wein und sah auf meinem Smartphone die vielen Facebook-Eintragungen. Ja, dachte ich mir, die kriegt auch nicht jeder, da ist nun schon was fertig, aber so richtig spürbar war es für mich nicht. Erleichterung spürte ich aber auch keine. Das einzige was passierte, war, dass mir der österreichische Fußball von einem Moment auf den andere gleichgültig wurde, auch der Stadtrivale verlor plötzlich sehr stark an Wert. Ich wollte mich auch an keine tollen Spiele erinnern, auch nicht an das Lebensgefühl, das meinem Verein innewohnte. In der Fußballlandschaft in meinem Kopf war nichts als ein aussagloses Nichts. Eine Landschaft vor dem Urknall, wenn man so will.

 

Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass der GAK in den letzten Jahren nicht immer durch die reine Liebe zum Verein am Leben gehalten wurde, sondern durch ein Kalkül. Trotz aller Schmerzen, weil ein Verlust war es ja, konnte ich nicht mehr darauf losheulen, sowie in dem Moment als der GAK zum Zwangsabstieg verdonnert wurde, oder der knappe Sieg gegen Blau Weiß Linz vor drei Jahren dennoch nicht zum Meistertitel reichte. Dieses Mal ist der GAK an läppischen 25.000 Euro gescheitert, die als Fortführungskaution hinterlegt werden hätten müssen. Das ist ungefähr ein 500stel von dem Budget, das der GAK zur Verfügung hatte, als er in der Saison 2003/04 österreichischer Fußballmeister und Cupsieger wurde. An 25.000 Euro zu scheitern, das ist einem Verein mit dieser Vergangenheit nicht würdig und trotzdem ist es passiert. Das sind die Ungerechtigkeiten im Leben. Mit einem großen Knall gehen, das wäre es gewesen, am besten am Tag des Meistertitels. Dann wäre der Mythos wohl überlebensgroß gewesen und uns Fans viel Enttäuschung erspart geblieben. Bei so einer unsauberen Verabschiedung und so viel aufgestauter Wut bleibt uns nur eine Möglichkeit: Neugründung im Jahre 2012. 2012 ist eh eine schöne Zahl. Fast so schön wie 1902.

 

Und bis dorthin sind „wir“ jetzt einmal tot.


Live wird der Text am 04. Nov. 2012 um 19:00 in der Literatursendung auf Radio Steiermark/ORF gelesen.
 

Wa.

Wednesday, October 24, 2012

Stronach II: Frank und Peter.

Stronach am Rednerpult. (Foto: Wa.)

Peter Pilz gehört ja zu den Guten, vor allem in der linksliberalen Bloggerszene hat er den Nostalgiebonus, da einer wie Pilz zumindest weiß, dass Trotzkismus nichts mit einer neubegründeten Erkennungstheorie von Trotzhandlungen zu tun hat, sondern eine Variation vom Stalinismus ist. Nö, der „ulkige“ Peter ist ein in die Jahre gekommener Alt68er und sorgt sich in diversen U-Ausschüssen um den Staat. Faymann hat er leider nicht in den „faymannschen U-Ausschuss“ über interessante Inseratenzahlungen  bekommen, dafür will er jetzt, laut derstandard.at, den Stronach mit seinem „Team Stronach“ keinen Clubstatus gönnen, weil sich dann Herr Stronach an den Vorzügen eines Parlamentsclubs (und am Rubel) bedienen kann.

 
Klar, es ist ewig öd, dass man seinerzeit für das Liberale Forum den flotten Weg ins Parlament freigemacht hat, weil sich Heide Schmidt damals mit einigen Leidensgenossen von Jörg Heiders FPÖ losgesagt hat, der hat dann wiederrum nach dem Krach in Knittelfeld die orange Partei gegründet, von denen nun wieder einige zu Frank Stronachs „Bewegung“ kullern. Es bewegt sich also tatsächlich einiges und so kann auch Frank mit einigen österreichischen Journalisten nach Kanada jetten, um ihnen (zum 1000sten Mal) sein Reich zu zeigen.

 
Beim Stronach-Landhaus in Kanada ist ein Stück Wald dran. Vielleicht hat er seinen Journalisten-Freunden auch den Stein in seinem Wald gezeigt, von dem er vor einiger Zeit in einem samstäglichen Ö1-Mittagsjournal berichtet hat: „Da sitz ich dann oft nach dem Mittagessen und dänk nach, gäh?“ Ja was könnte er denn nachgedacht haben, in der letzten Zeit: „How much penuts kostet mich der Wahlkampf, wie bring ich das wieder rein und wie viel muss ich da jedem Abgeordneten in die Hand drücken, dass sich so a Club für mich ausgäht?“ Und in dem Moment wo man alle 5 Überläufer zusammen hat, kommt dieser Peter Pilz und will ihm sein „G’schäft für Österreich“ vermiesen. „Wär is diesär Pilz?“, hört man ihn schon durchs Telefon rufen. „Kann man den nicht auch kaufen?“ Aufpassen Frank, nicht alle Pilze kann man kaufen! Und nach Kanada könntest du ihn auch nicht mitnehmen. Dort werden Fundi-Fuzzis wie Pilz noch immer als Anarchos mit ökoterroristischen Wurzeln gesehen und wahrscheinlich an der Grenze hops genommen. Kann ja sein.

 
Wa.

Sunday, October 21, 2012

Der Tag an dem Niki Lauda starb.

Keine Sorge: Niki is still alive. (Foto: Wa.)

Also, jetzt wird’s ernst! Traf man ja letzten Samstag in der Wiener City Herrn Niki Lauda. Erstens wollte ich mal machen ein Foto (weil Herr Lauda so viel Zeit hat), dann mal checken ein Autogramm für meine nicht mehr ganz so junge Tochter (weil Herr Lauda sicher gerne Autogramme unterzeichnet) und dann musste ich ihm die Frohbotschaft verkunden, dass ich einen Text „Der Tag an dem Niki Lauda starb“ verfasste und veröffentlichte. Dann hat mich Herr Lauda erstaunt angeschaut und den Satz wiederholt. Könnte ja sein, dass er sich verhört hat, hat er aber nicht. „Mhm“, sagte ich. „Und um was geht’s in den Text?“, wollte er wissen. „Die Leute sind traurig und Blumen gibt’s auch“, antwortete ich den Dingen entsprechend. „Das ist aber sicher nicht alles“, fragte er nach und ich gab ihm Recht. „Stimmt! Etwas mehr Inhalt haben wir schon!“ Na ja, jetzt geht am Montag das Büchl an den Herrn Lauda und schauen wir mal, ob der den Tag seiner Himmelfahrt ähnlich sieht wie wir ihn sehen – kann ja sein! Aber prinzipiell wollte man ja nix verheimlichen, denn auf seiner eigenen Wiki-Seite ist das Buch unter „Literatur“ zu finden. Hat er halt bis heute nicht ganz genau studiert, seine Wiki-Page, da Herr Lauda.

 
Veröffentlicht wurde der Text übrigens 2008. Zuerst im Magazin Fleisch und danach in der edition keiper. Und wer sich über Nikis Himmelfahrt überzeugen will, der geht am besten auf die Seite der edition keiper und liest sich mal über Text ein. Viel Spaß. Niki!

 

Wa.

Tuesday, October 16, 2012

Warum die Euphorie zu früh war – der GAK wird’s wahrscheinlich nicht schaffen.

Der Anfang vom Ende: GAK-Chaos Spiel um den Aufstieg in Hartberg. (Foto: Wanko)

In Weinzödl am nördlichsten Zipfel von Graz erzählt man sich vor rund 10 Jahren schöne Geschichten, da fuhren die Bagger auf um ein Trainingszentrum für den GAK hinzustellen. Heute, im Regen, zeugen zwar die Bilder im „Vereinslokal“ noch von der glorreichen Zeit, immerhin holte der GAK in der Saison 03/04 das Double. Doch heute, an einem regnerischen 16. Oktober sind die Geschichten mitunter auch nicht so schöne – traurig sei es um den GAK bestellt, das pfeifen sogar die Spatzen von den Dächern. Ein sechsstelliger Eurobetrag soll offen sein, eine Mixtur aus Personalgeldern, Steuer- und Pflichtversicherungsabgaben. Heute kommen (laut Bittmanns Rechnung) wieder 80.000 Euro hinzu und Einnahmen sind jetzt vor der Winterpause keine großen mehr zu erwarten. Also wird Präsident Benni Bittmann tun, was jeder „vernünftige“ Geschäftsmann in seiner Situation tun würde: Er läuft zum Konkursrichter, immerhin haftet er auch als Präsident mit. Hier wird nicht lange gefackelt werden, da kommt auch die gestern bei der Generalversammlung schnell geschmiedete Erste-Hilfe-Gruppe zu spät. Um jetzt nach den Ursachen zu suchen ist mühsam und Menschen anzuprangern, die sehr viel für den Verein getan haben, zahlt sich nicht aus. Tatsache bleibt, dass der GAK einmal mehr nicht mit der Krise nach dem Fast-Aufstieg (und dem Chaos-Kick in Hartberg) umgehen hat können.
Ganz unvorbereitet dürfte es für die Fans nicht kommen, denn es soll schon einen Verein GAK-Neu geben, der zumindest auf dem Papier besteht und prinzipiell als Auffanglager für Jungkicker dienen könnte. In der untersten Spielklasse wäre laut Verband für ihn Platz. - Um den GAK noch zu retten, würde man mit Sicherheit Sofortmitteln von rund 300.000 Euro brauchen und doch einiges an Mitteln im Hintergrund haben müssen, weil halt Fußball immer mehr kostet als man glaubt und halt auch unliebsame Überraschungen mit sich bringt. Und ja, die Sponsoren sollten dann auch ihre Versprechen einhalten. Laut Bittmann habe erst einer bezahlt. Ein Verein in den letzten Zuckungen hat eben keine Freunde.

 
Wa.

Thursday, October 04, 2012

Zu den wichtigsten Nebensächlichkeiten, seit 1902.



O.k., ich sage das einfach mal so voraus: Der GAK wird am 15. Oktober bei der Generalversammlung nicht „eingerext“ werden. Es werden alle Schulden von den Verursachern beglichen werden. Es sollten auch Zahlen daliegen, die belegen, wie viel das letzte Jahr gekostet hat und wie sich die weitere Saison gestalten wird. „Ausfinanziert“ heißt das im Klartext, ein Wort, das dem GAK-Fan in den letzten Jahren immer leichte Herzbeschwerden mit sich brachte. (Für Thomas Murg soll der GAK einen sechsstelligen Euro-Betrag erhalten haben. Das Geld wird wohlweislich gut investiert worden sein.)
Wenn hier Gewissheit herrscht, dass keine Altlasten mehr auftauchen können, die rein rechtlich an die Adresse in Weinzödl geschickt werden können, muss es ja möglich sein, den Verein zu finanzieren. Ich weiß, das waren viele Konjunktive, aber es hilft halt nix. Wie viele Sportvereine in der Steiermark gibt es, zu dem über 2000 Menschen pro Veranstaltung freiwillig hingehen? Na eben. Ein gewisser Werbewert und auch ein Image, dass man net ganz „deppert“ ist, wären also gesichert. Also, wenn ein Herr, eine Frau wäre auch einmal spannend, also wenn ein Mensch ein wenig in der Öffentlichkeit stehen will, gewisse Qualitäten im Management hat und halt auch Cash mitbringt, oder auftreibt, und sich auch gerne als Präsident oder Präsidentin ansprechen lassen will, dann soll er oder sie sich bitte beim GAK melden. In Weinzödl wird man nicht abgeneigt sein, ihm Gehör zu schenken. Und noch einmal, für die, die es nicht begreifen wollen: In der Steiermark (und nicht nur dort) ist genug Geld in sehr kurzer Zeit aufzustellen, ansonsten hätte beispielsweise der NHL-Star Thomas Vanek auch nicht zu den 99ers geholt werden können.

 

Wa.

Wednesday, October 03, 2012

Er ist wieder da.


Es musste ja sein, einmal kommt er zurück, zumindest literarisch.

Mit dem Titel „Er ist wieder da“ kann auch im Anbetracht des Covers nur einer gemeint sein: Adolf Hitler. Nun, der deutsche Autor Timur Vermes lässt Hitler nach einem äußerst langen Schlaf – seit 1945 bis heute – wieder erwachen. Hitler schaut noch ganz gut erhalten aus und hat, sofern das möglich ist, noch nicht den Verstand verloren. Das macht ihn nach wie vor gefährlich.

 
Der Unsägliche kehrt zurück.

Der Autor lässt Hitler in Berlin in der Nähe des ehemaligen Führerpunkers erwachen und führt ihn zu einem Kiosk, wo er einmal mit dem Nötigsten versorgt wird. Hitler handelt sich weiter, von Station zu Station, bis er in einer Talkshow landet und macht dort die Quote. Plötzlich steht auch eine neuerliche Parteigründung im Hause. Natürlich geht man als Leser mit Vorbehalt an die Sache ran. Immerhin ist Deutschland ein Staat mit einer Verfassung und Gesetzen die besagen, was zu tun ist, taucht ein Kriegsverbrecher aus dem 3. Reich wieder auf. Mitunter gibt es auch die EU die einschreiten würde. So viel einmal zur Realität. Ansonsten lässt sich der Autor zu einem „interessanten“ Experiment hinreißen: So lange jeder Mensch glaubt, es handle sich um einen Hitler-Imitator, funktioniert das Spiel auf der Bühne wie im Leben, sofern die Hitler-Masche als Kunst gewertet wird. Soll man nun dieses Buch lesen? Ich glaube schon, da es ganz einfach offenlegt, wie schlimm es um unsere Gesellschaft steht, dass der wohl bestialischste Diktator des 20. Jahrhunderts auch nur eine Minute frei herumlaufen könnte und auch um zu sehen, wie schlüpfrig und nach Quoten heischend unsere Medien heutzutage arbeiten. Manchmal muss man auch lachen, nicht weil Hitler witzig ist, sondern weil der Autor Sinn für Humor besitzt. Tatsächlich ist „Er ist wieder da“ eine Absage auf die gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten 25 Jahre.
 
Werner Spies und die Kunst des 20. Jahrhunderts
Dagegen liest sich „Mein Glück“ von Werner Spies wie Labsal auf offene Wunden. Werner Spies lehrte in der Düsseldorfer Kunstakademie, war Direktor des Museums für Moderne Kunst in Paris und war über 30 Jahre Paris-Korrespondent und Autor der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er lernte auf sehr sympathische Art die Großen seiner Zeit kennen. Max Ernst, Samuel Becket, Pablo Picasso und viele mehr. Aus Werner Spies sprudeln Namen und Wissen wie aus einem niemals versiegenden Quell. Spies brucht keine Absätze, er reiht Sätze aneinander, und wird trotzdem nie einfältig: Sein subtiler Blick zurück in die 60er-Jahre, von Eugène Ionesco über Nathalie Sarraute bis zu Jeanne-Claude und Christo, seine Berichterstattungen darüber sind Meilensteine im Deutschen Feuilleton. Durch seine sehr eigene Betrachtung der Kunst gab er dem Künstler und auch dem Leser seit jeher viel zurück. Aber natürlich, viele Weggefährten Spies‘ haben bereits das Zeitliche gesegnet, doch auch hier hält der Autor Contenance:  Sein ungeschönter Blick in den Tod ist weder lustig noch traurig, sondern stimmig und wie Spies‘ ganzes Leben, nicht ohne Neugier.
 
Wa.
 
Timur Vermes: „Er ist wieder da“ 396 Seiten, Eichborn Verlag
 
Werner Spies: „Mein Glück“, 605 Seiten, Hanser Verlag.

Tuesday, October 02, 2012

Berühmte Österreicher.

Im März, noch vor der Parteigründung, Frank Stronak auf der KFU in Graz. (Foto: Wa.)

Otto Barić dürfte dem Großteil meiner Blogleser bekannt sein. Er war oftmals in Österreich Trainer, unter anderem Meistermacher von Austria Salzburg und Wacker Innsbruck. Fast noch bekannter machte ihn seine sehr eigene Anwendung der deutschen Sprache, was ihm den Spitznamen „Otto-Maximale“ einbrachte, im O-Ton: „Wir missen spielen immer maximale“. Der ehemalige ORF-Sportreporter Werner Sabath erzählte mir einmal, dass  Barić längst ziemlich gut österreichisch sprechen konnte, nur wandte er es nicht an da sein Markenzeichen, das perfekte Jugo-Deutsch, längst zu seiner CI gehörte. Barić wurde auch vom breitenwirksamen Kabarett gerne imitiert, ähnliches passiert gerade dem Austro-Kanadier Frank Stronach. Er macht es der Szene auch nicht gerade schwer, alleine die Ansage, wo er sich bei seinem Haus in Kanada im Wald auf einen Stein setzt und meint, dass es das Leben gut mit ihm gemeint hat. (Ö1 Mittagsjournal, Sa. 29.09.12)

Aber Stronach ist jetzt kein Fußballtrainer, sondern ist Industrieller der ins Parlament will und so wie sich zurzeit die Parteien auf Bundesebene präsentieren, ist das gar nicht so unrealistisch. Irgendwie passt das zu Österreich und wird die Meinung, Österreich sei eine Jugo-Republik, im Ausland stärken. In keiner gestandenen Demokratie, wo auch ein gesunder Patriotismus Platz haben muss, könnte ein „dahergelaufener“ Onkel aus Kanada so schnell an Macht kommen und Einfluss gewinnen. Bleibt zu hoffen, dass Stronach wenigstens hinter verschlossenen Türen ein vernünftiges Deutsch pflegt und einen kühlen Kopf bewahrt.

Das wird aber der Außensicht von Österreich nix bringen, denn in gut einer Woche werden im Kärntner Köttmannsdorf, und nicht nur dort, fürn Jörgerl wieder Kerzerln angezündet. Positiv, wenns nicht gerade um Fußball geht, bleibt Dietrich Mateschitz. Im heutigen „Red Bulletin“, das zu seinem Medienimperium gehört, werden die „20 hellsten Köpfe unseres Planaten“ vorgestellt. Mateschitz ist nicht dabei – bei Stronach wäre ich mir hier nicht so sicher, ob er sich nicht selber ins eigene Blatt hineinreklamiert hätte.

 
Wa.

Friday, September 28, 2012

Michelangelo Pistoletto und die Dosen.

Michelangelo Pistoletto (li) im Gespräch mit Charles Esche. (Foto: Wa.)


Am letzten Tag des Herbst-Camps in der Thalia noch einmal schnell vorbeigeschaut um den guten alten Michelangelo Pistoletto anzugaffen, einer der Hauptbegründer der „Arte Povera“ und zumindest in Italien so etwas wie ein Star. Er wurde im „herbst“ zum Gespräch „Leaving the ghetto of art“ geladen war. Jetzt war ich aber nicht fad und nahm von zu Hause eine von ihm gestaltete illy Dose mit, einige gestaltete er ja für die illy-art-collection, und ließ sie mir signieren. Das Motiv auf der Dose ist übrigens das silberne Mittelmeer mit den angrenzenden Staaten, eh ein Klassiker. Wer Bock auf Pistoletto hat, (und in Graz verweilt), der sollte sich beeilen. Bis zum 14.10. gibt’s ihn in der neuen Galerie zu bewundern, und ab geht die Post:  Michelangelo Pistoletto 
 
Auf gut steirisch: "Dousn" (="Dose" :)
 
Text & Fotos: Wa.

Monday, September 24, 2012

Talking with the haircutter about politics.

Im Radlgeschäft Rebikel improvisiert man: Vorne werden die Haare geschnitten hinten verkauft man Räder.

Ok, also, als ich ein kleiner Junge war, hatte ich nur einen Traum. Nö, nicht so, und vor allem nicht diesen Traum ;), aber vor drei Tagen wollte ich es tatsächlich: Einen „English Haircut“ von  einem English Haircutter verpasst zu bekommen, und das in Graz. (Wir sind ja nicht München, wo das so locker geht).  

Lewis Blissit, Friseur und Koch. Zurück in Großbritannien, steht er wieder hinter den Kochtöpfen.

Geht nämlich jetzt auch in Graz, als Teilprojekt vom „steirischen herbst“-Camp, und kosten tuts auch nix. Wo? Wenn man in die Kosterwiesgasse 5 geht, ins Radlgeschäft Rebikel und Teil des Projekts „The Haircut Before The Party“ (THBTP) sein will. Der Haircut ist übrigens for free. Dort geht man nicht einfach zum Friseur, sondern kommt zum Quatschen über Politik und soziale Themen und das wollte ich. Demzufolge quatschte ich mit Haircutter Lewis Blissit über Politik („Die Rechten haben’s  einfacher, weil die Argumentationen einfacher gestrickt sind!“), über Soziales (Ohne dem geht’s  nicht, das wissen auch die gemäßigten Konservativen!) und eh klar, über Fußball. Lewis ist Sheffield Wednesday Fan, obgleich er in Nottingham aufwuchs. Warum er dann kein Fan von Nottingham Forest (oder Notts County) sei, hat folgenden Grund: „Mein Vater war Shefield Wednesday Fan, also wurde ich es auch. Mit Schal, Trikot und allem Drum und Dran. Wir besuchten auch alle Heimspiele“, so Lewis, „war auch kein Problem, denn Sheffield ist bloß zwei Stunden von Nottingham entfernt.“ Das nenne ich ziemlich anständig.


Wanko! (Noch vor dem haircut - andre Fotos folegen :)



Kurz noch zu meinem Haircut: Meine Wünsche waren ziemlich einfach: „A real English Haircut“. Haircutter Lewis nuschelte etwas über Noel Gallagher, was aber in Anbetracht meiner spärlichen Haar Tracht nicht so einfach zu realisieren war, kurz wurde es aber trotzdem. Den „British Haircut“ gibt’s in der Klosterwiesgasse noch bis Donnerstag ... und zur homepage gehts hier!
 
Wa. (Text & Pictures)

Wednesday, September 05, 2012

Zu Gast bei den Brunettis und Julian Barnes.

Englisches Karo und Canale Grande (Foto: Wa.)

 

Koche können kochen – aber eben nicht nur diese, sondern auch Autoren greifen ganz gerne zum Kochlöffel, wie Julian Barnes, der aktuelle Booker-Preisträger, in seinem ironischen Band „Fein gehackt und grob gewürfelt“ unter Beweis stellt. Jedoch mit dem Kochen ist das nicht so einfach, vor allem wenn man wie Barnes ein Pedant ist.

 

Balsam für den Hobbykoch.

Das Schöne ist, Barnes bekennt sich zum pedantischen Sein und kann über sich selbst lachen. Dabei es ist gar nicht so fasch, als Hobbykoch über den richtigen Umgang mit Kochbüchern zu klagen. „Eine mittlere Zwiebel“, „etwas Mehl“, „eine Prise Salz“. Täte man einen Fahrschüler mit solchen Angaben auf die Straße schicken, „nach Gefühl bremsen“ beispielsweise, würde es oft krachen. Klar lacht hier der Profi, aber wenn Barnes schon mal dabei ist auszuteilen, was in seiner Literatur eher selten vorkommt, dann geht er auch ins Detail. Es werden, ohne sie beim Namen zu nennen, auch hierzulande bekannte Fernsehköche durch den Kakao gezogen, gleich wie echte Starköche und ihre Lokale. Barnes geizt auch nicht mit Hinweisen um Katastrophen zu vermeiden: Der Amateurkoch sollte niemals nach Rezepten mit Fotos kochen, welche meistens gestellt sind und das Desaster des Hobbykochs so richtig sichtbar machen. Das Fazit aus dieser launischen Lektüre, die auch fernab von Moden einen Hauch altenglische Küche mit sich bringt, ist sowohl trefflich als auch tröstlich: Auch ein Desaster am Herd kann fein schmecken!

 

Venedig, des Kochs Dorado.

Ob man Donna Leons Krimis mag bleibt Geschmackssache, ihre Aufzeichnungen über Venedig, zum Beispiel „Kurioses aus Venedig“, sind auf alle Fälle sehr fundiert. Auch nicht von schlechten Eltern ist ihr neu aufgelegtes Buch „Bei den Brunettis zu Gast“. Hier wird in knappen Romanauszügen daran erinnert, welche Speisen Commissario Brunetti gerne isst. Zum anderen porträtiert die Autorin Venedig, gar nicht so unkritisch, von der kulinarischen Seite und stellt dabei auch einige Venezianer vor. Aber wenn es ums Kochen geht, ist die Autorin nicht eitel und überlässt es der Venezianerin Roberta Pianaro. Und die kann traditionell kochen, sage ich jetzt einmal.
Schön werden hier alle Gänge durchgekocht, auch getrennt nach Fleisch, Fisch, oder vegetarisch kann man kochen und das ohne sich jetzt einem hohen Schwierigkeitsgrad auszusetzen. Natürlich kann diese literarisch angereicherte Rezeptsammlung auch im Kontext der Geschichte Venedigs gelesen werden: Das Buch spiegelt so nebenbei Venedigs Reichtümer der alten Zeit wieder. Als Handelsstadt war ja Venedig seit jeher mit allen nur erdenklichen Speisen und Gewürzen in Kontakt, dementsprechend vielseitig sind die Gerichte. Getestet haben wir sie auch: Donna Leons Leibgericht zum Beispiel, das Kürbisrisotto. Benissimo! Also, um dieses Buch zu schätzen, muss man Brunetti nicht heißlieben. Könnte einem fasst die Idee kommen, Brunetti literarisch, also rein fiktiv, aus dem Leben zu ballern ;-).


Scotch Bonnet red, so schön, so scharf, mit Whisky hat er aber nix zu tun. (Foto: Wa.)


Ohne Cilli geht nix mehr.

 Ok, ich geb’s zu, Marillenpalatschinken mit Cilli habe ich noch nicht versucht, wäre aber auch eine Versuchung wert. Diese schönen Exponate hier am Bild habe ich vom Kollegen und Kumpel Mike Markart geschenkt bekommen – Scotch Bonnet Red. Ursprünglich aus der Karibik und echt wow. In der Scoville-Skala befinden sie sich nicht zu Unrecht im oberen Drittel und der Gaumen reagiert zu Beginn „überrascht“, springt wie eine Flipperkugel durch sämtliche Galaxien und dann meint er einfach: Hey Alter, ziemlich hot!

Und hier gehts übrigens zu Mike.


wa.

Saturday, September 01, 2012

Die Baumpflege und der Jakominiplatz.

Baumpflege ist nützlich, aber Vorsicht, auch Ö. Horvath wurde vom Ast erschlagen ... (Foto Wa.)

Der Herbst kommt und die Bäume werden kürzer, nicht nur in Graz. Ich dachte mir insgeheim immer wieder, da sind die Baum-Sadisten unterwegs, weil die Bäume nach dem Stutzen erbärmlich ausschauen, als ob sie dem Touristen die Urlaubsfotos verderben wollten. Stimmt natürlich nicht: Kluge Menschen haben errechnet, dass die Baumkronen gestutzt werden müssen, weil sie sonst unter ihrer eigenen Last zusammenbrechen würden. Zum Verständnis: Das ist irgendwie so, als ob dem Menschen die Haare geschnitten werden müssen, damit er nicht unter dieser Last zusammenbricht. Natürlich geht es hier um nicht mehr ganz stabile Bäume wie die Rosskastanie. Und trotzdem müssen auf Grund des Denkmalschutzes in Parkanalgen wieder Kastanien nachgepflanzt werden. Verstehe ich nicht. Vor 200 Jahren hätte man da vermutlich gscheiter reagiert: Kastanie geht nicht mehr, zu viel Autostinke und depperte Milben, also weg damit. Pflanzen wir halt Birken oder so.
 

Der Jakominiplatz, immer Problemaplatz.

 




Ein paar Schritte weiter befindet man sich am Jakominiplatz. Ich habe schon immer gesagt, der Jakominiplatz in Graz hat ein hässliches Gesicht, zumindest seit der Nachkriegszeit. Daran konnte bis heute niemand etwas ändern. Seit jeher ist er ein Dorado für junge und nicht mehr so junge Rohrkrepierer. Eine Ansammlung von Fastfood-Ketten macht dieses Problem jetzt gerade nicht einfacher. Bis jetzt hatte man von gewissen Jugendlichen zumindest in den Geschäften im Steirerhof halbwegs eine Ruhe. Klar, die Jungs müssen wo hin, man kann sie ja nicht zu Hause verstecken: Klar, müssen die wo hin: Beispielsweise in eine Hacke und sei es Sozialarbeit – gerade im Sozialbereich kann man Jobs finden, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht. Die Jungs launisch durch die letzten Geschäfte am Platz spazieren zu lassen, alles angreifen und blöde Witze machen lassen? Ja sicher, aber nicht im Steirerhof am Jakominiplatz in Graz. Der liegt immerhin im 1. Bezirk (in Graz) und nicht im 12. Bezirk (in Wien). Die Verkäuferinnen fühlen sich überfordert und auch desillusioniert. Und unten schlurfen die Parkwächter und schauen ob der böse Autofahrer nicht eine Minute über die Zeit steht. So wird man das Problem nicht lösen und die Innenstadt nicht wieder beleben können.


Wa.

Friday, August 24, 2012

GAK Fan ist, der bleibt.




Man kann keine Saison (kaum) besser spielen als die letzte – trotzdem sind wir nicht aufgestiegen.

 

Man kann keine blödere „Tanzeinlage“ hinlegen, wie die gegen Hartberg – trotzdem werden wir unsere Farben nie verstecken.

 

Man kein weiteres Jahr in der Affen-Liga (3. Liga) verbringen – trotzdem kann man nie sicher sein, ob nicht noch eines folgt.

 

Man will sich nicht jedes Jahr 10 neue Namen merken – immerhin bleibt und der Präsident erhalten.

 

Und übrigens: Der letzte Fan dreht das Licht aus und der erste macht es wieder an. Frei nach Friedrich Torberg: GAK-Fan ist, der bleibt!

 

In dem Sinne: Sempre avanti, sempre rosso!


Monday, August 20, 2012

„Frequency“: Fein, aber nicht mehr ganz jung.

Der Bursch zeigt die Zunge, sehr frech halt. Mädel neben ihm: Unbeeindruckt.

Klar, es gab auch jüngere Bands wie Kraftklub, The XX, oder Frittenbude aber trotzdem, eher ältere Semester wie The Cure, Tocotronic und Bob Mould dominierten die vier Tage Frequency vergangener Woche.
„Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“, der epochale Tocotronic-Hit, der sich auf ihrer ersten CD „Digital ist besser“ aus dem Jahr 1995 befindet, war schon immer eher mit Augenzwinkern zu verstehen, aber trotzdem: Die Herrn von Tocotronic hatten auf Frequency 2012 schon weißes Haar angesetzt, grau meliert, wie es höflich heißt, und das Publikum auch: Ältere Buben mit seltsamen Pagenköpfen und ältere Mädchen mit nach wie vor ungesunder Gesichtsfarbe stiegen so von einem Bein auf das andere oder wippten mit - so war das halt noch im letzten Jahrtausend üblich. Und die Musik, abseits der Hitparadenverblödung, verbreitete damals sehr oft eine Art unterschwellige Skepsis, schön, diese Nostalgie noch einmal live erleben zu dürfen. Dazu passten auch Noel Gallagher’s High Flying Birds, die leider nur mit Noels alten Oasis-Hits punkten konnten, sowie die Düsterromantiker Placebo, die, als Hauptact am Donnerstag, bereits nach einer Nummer abbrechen mussten. Der Lead-Sänger fühlte sich nicht wohl, oder ähnliches.

Keine Sorge, kein Flashback, oder so: Die Star-Wars Mannen waren leibhaftig. Tochter gesellte sich zu ihnen.

Aber dennoch und zum Glück handelt Frequency mit gemischter Kost. Jan Delay & Disko Nr.1 gaben heuer das, was Seeed letztes Jahr taten, sie machten große Stimmung mit Soul aus allen Jahrzehnten, da lachte das Publikum von einem Ohr zum anderen. Und klar, Frittenbude, die Krawallpoeten, die trotz scheinbar fortgeschrittenem Alkoholkonsums punktgenaue Sätze inklusive Genetiv zusammenbrachten, St. Etienne, für mich die ultimativen Blondie-Nachfolger und interessanter Weise weniger The XX, die bei ihrer Österreich-Premiere ihren Keyboard-Pop nicht ganz ausbreiten konnten. Dafür überraschten auf einer Nebenbühne die japanischen Techno-Performer Siro-A, die sehr schön das Zusammenlaufen von Visuals, Samples und Live-Performances verstanden. Gut so! Wer braucht dann noch die altehrwürdigen Begründer des „schönen Leidens“, The Cure, Helden des 80er-Jahre-Gothic-Rocks? Die Jugend nicht, sie verdünnisierte sich tröpfchenweise – auf, auf zur flotten DJ-Line in den Nightpark!


Text: Martin G. Wanko (Vorarlberger Nachrichten, 20. Aug. 2012) Alle Fotos: (c) M.G. Wanko



Die Everglades aus Niederösterreich in St. Pölten an der Traisenau. Ohne Krokos, dafür mit joggendem Wa. - Gruselig genug ;-)

Thursday, August 09, 2012

Ich weiß, was ich diesen Sommer tat – Autos angaffen.

Füße aus dem Kofferraum hängend, selten ein gutes Zeichen für den Fußträger ...


Nein, das Auto wo die Füße aus dem Kofferraum heraushängen, gehört nicht mir und es gehörte auch nie mir und liegt jetzt auch nicht sehr zufällig am Grunde der Mur.
Das Auto (und die Füße) gehörte zur Grazer La Strada Produktion „Land’s End“ der belgischen Formation „Berlin“. War ein schön-schauriger Theaterabend im Reinighausareal, was sich übrigens wunderbar für Kunst- und Kulturveranstaltungen eignet.


Dodge 426. Vermutlich aus den 1970er-Jahren, oder noch älter...



Eine der größten Irrtümer junger Menschen ist, dass Auto fahren ein ganzes Leben lang läsig sein wird. Auto fahren ist ja als erwachsener Mensch schrecklich fad. Erträglicher wird es, wenn man während der Fahrt fotografiert. Wahrscheinlich gibt’s darauf auch eine Strafe, ähnlich dem Telefonieren mit dem Mobiltelefon. Egal, der Dodge 426 musste einfach auf der Heimfahrt von Bregenz nach Graz in München festgehalten werden. Klasse Gangster-Kübel!





Bei dieser Fahrt trafen wir auch einige Boliden, die an der englischen Crumball Rally teilnahmen, die im weiteren Verlauf auch auf den Kontinent führt. Die Crumball Rally ist eine Rally für private Freaks, die ihre Boliden nach Autos in berühmten Filmen, oder sonst wie herrichten. Warum ausgerechnet die Briten einen Golf fahren müssen, weiß kein Mensch, vielleicht weil der Mini auch schon zu BMW gehört, aber trotzdem: ein Golf voll mit einer Grasmatte verkleidet, das muss man erst einmal haben. Wahrscheinlich aber nicht in Graz, weil wenn da nächtens Betrunkene vorbeigehen, kann das Auto leicht als Wischel-Wiese verwechselt werden …



Wa.