Monday, March 07, 2016

Heinz Strunk, einer von uns.




Heinz Strunk ist ein Tausendsassa: Er ist Schauspieler, Moderator, Lebemensch, Freak, Kritiker und zum Glück auch Autor. Er ist der Mann fürs Grobe, der fast gegensätzlich, mit viel Feingefühl, unappetitliche Wahrheiten auf den Tisch bringt. Seine Qualitäten haben sich mittlerweile auch bei den Entscheidungsträgern herumgesprochen, so wurde der Hamburger mit seinem neuen Roman „Der goldene Handschuh“ für den Preis der Leipziger Buchmesse vorgeschlagen.
Die Vorhölle des Deliriums

Die Nominierung überrascht dennoch, da „Der goldene Handschuh“ ein schonungsloser Lokalaugenschein im Hamburg der 1970er-Jahre ist und jetzt nicht vordergründig literarisch wirkt. Strunk macht sich im Hinterhof der Reeperbahn auf die Spuren des Frauenmörders Fritz „Fiete“ Hanka, lotet sein Umfeld aus, beleuchtet die Destillen und wirft einen Blick auf Opfer und Täter. Gelegentlich springt der Autor in die bessere, scheinbar heile Welt, die der Reedereien und des großen Kapitals, aber auch hier nichts als Verderben unter der glänzenden Oberfläche. Der Autor zeigt mit der Hamburger Hafenspelunke „Der goldene Handschuh“ eine Art Vorhölle der Gescheiterten und Unglücklichen, der Geächteten und Geschändeten. Gelegentlich verliert er sich, abseits des berüchtigten Mörders, zu sehr in Details. Das tut aber der inneren Spannung keinen Abbruch. Literarisch einwandfrei, schuf er einen Recherche-Roman aller erster Güte. Die Bestürzung über menschenunwürdiges Leben in unseren Breiten hallt beim Leser noch lange nach.

Wa.

Saturday, January 09, 2016

To all Runners a happy new year and let’s go for it!

Marten G. Wanko is on the run - good morning Austria!



Run, bros run!


Martin G. Wanko, 2016-01-09, Graz, Austria, Europe

Tuesday, December 29, 2015

Wankos Jahresrückblick 2015 – kreuz und quer.




Drei Mal Pop, drei Mal GAK: Wanko - Berner - Kühnelt.  


Fußball!

Der GAK wurde erneut Meister – und hätte mich vor 20 Jahren ein Dschinn aus der Flasche gefragt, ob ich den GAK als Serienmeister haben will, hätte ich sicher eingeschlagen, natürlich nicht informiert, dass der Geist die Unterligen mit ihren Kartoffelackern meint. Und trotzdem, unten kickt sich’s auch gut, Hut ab vor den Mitkonkurrenten, die hier seit Jahren die Fahnen hochhalten. Meister werden wir werden, und für die Oberliga prognostiziere ich einen Anstieg der Ticketpreise, sofern die Verantwortlichen keinen großen Sponsor an Land ziehen. 5 Euro auf jede Karte und einen 50er auf die Saisonkarte – Herrschaften, das geht sich aus! Fans, Freunde! Zwei Bier weniger in der Woche, oder eine Schachtel Tschick, dafür, dass unser Verein realistische Chancen hat, weiterzukommen. Geht schon, gell?! (Apropos steirischer Fußball, Pop sind wir und Ende der Durchsage.)
 
Wien Marathon und die Uno schaut zu ;)
 

Privat!

Was war sonst noch? Wien Halbmarathon super, da weiß man für was man zahlt. Römerlauf in Leibniz, der schönste Abendlauf den ich kenne. Dazu noch zum Drüberstreuen die Stafel beim Graz Marathon. Meine Zeiten waren überall ziemlich grausig, die ich gelaufen habe, aber egal. Keine Verletzungen und keine Ausreden. Dennoch, über 1000 km muss man im Jahr einmal laufen, ich lade gerne jeden dazu ein, es ist ein Erlebnis. Das Schöne daran: Man kann dabei nachdenken, muss aber nicht. Nächstes Jahr: Wien ist gebucht, Römerlauf wird es auch wieder geben, Run for Wings auch. Römerlauf schauen wir mal, dann hätte ich heuer gerne den Bodensee HM im Herbst. Das werden sicher wieder Arsch-Zeiten aber das ist mir so etwas von egal. Ich will einfach das High Feeling in der Birne und einen gewissen olympischen Gedanken. Obgleich, vielleicht vorher schnell mal nach Kenia fliegen, dann läuft der Wa wie ein Wunderwutzi.

Hut ab hier übrigens vor Wolfgang Kühnelt, der heuer neun Halbe in neun Bundesländer lief, Georg Michl, dem Extremisten unter den mir bekannten Läufern und Robert-Ernst Kaiser, weil der auch voll arg und außerdem ein AS Roma Fan ist. Run, Boys, run!

Regional!

Dann war die Amokfahrt in Graz über die ich noch immer nicht schreiben kann und will. Interessanter Nebenaspekt jedoch: Laut sozialen Netzwerken waren an diesem Samstag unheimlich viele Menschen in der Grazer Innenstadt. Würden die sich auch nur ein Zuckerl in der City kaufen, hätten die Händler dort geringere Probleme. In Sachen Amokfahrt in Graz wäre die Kunst gefragt eine Annäherung auf Fragen zu suchen, die im Raum stehen.

National!

Unsere Bundesregierung wurstelt. Eine Steuerreform gibt es trotzdem. Immerhin. Frage: Welche Regierung wurstelte in den letzten 30 Jahren nicht? Andere Frage: Welches Medium wurstelt nicht seit 30 Jahren? Gibt es hier Zusammenhänge?

International!

Nicht falsch verstehen, aber wenn ich auch mit Entsetzen auf Paris schaue, sind die meisten Attentäter Franzosen mit Immigrationshintergrund. Scheinen auch hier in Europa einige Aufgaben nicht gelöst worden zu sein. Dazu muss gesagt werden, dass „der Westen“ sehr gerne Städte bzw. Länder unter Beschuss nimmt, die er vor Jahrzehnten kolonialisiert hat. Scheinbar hat sich hier in den Gedanken nicht viel geändert. So nebenbei: Wo ist eigentlich die Friedensbewegung hin, die die Waffen abschaffen wollte? Heute wird wieder pulverisiert, wo es geht, die Kritik hält sich in Grenzen. Ein Geschenk für die Waffenlobby allemal.
Bilderbuch - Maurice im Orpheum (Foto: Wa.)
 
Musik!

Sehr in, Musik aus Österreich. Bilderbuch wunderbar, zwei Auftritte heuer in Graz gesehen. Ausverkauftes Orpheum und Nuke Festival. Dort mit Leadsänger Maurice gesprochen. An einen Kicker von früher kann er sich noch gut erinnern: Didi Ramusch. Leider geil, oder zum Glück geil. -- Bilderbuch sind ja eher die Künstler, Wanda eher die Rocker. Also Austrokunst vs. Austrorock. Wanda zerstören Musikinstrumente, sehr fein, aber eher vorsichtig. Kurz mal „The Kids are allright“ von The Who studieren, wäre angesagt. Wenn kaputt machen, dann ganz. So ein Gedanke … der Suizid ist in Österreich ein allgegenwertiges Thema: Ich glaube Marco Michale Wanda würde den Weg von Kurt Cobain wählen und Maurice Ernst stelle ich mir in einer goldenen Wanne mit warmen Wasser und die goldenen Pulsadern vor.

Abgesehen davon: In Österreich werden meistens nur drei Bands genannt, die gerade mal was drauf haben. Wie wäre es zum Beispiel mit das trojanische pferd mit: „Staub“ oder „STIMMT“ (trotz gaga-Soli gut). Aus dem Kommerz gibt es also immer einen Ausweg und das ist nicht nur gut so, sondern das muss so sein. Esgibt noch Vieles zu entdecken!

Literatur!

Leset Günter Eichberger, Wilhelm Hengstler, oder Mike Markar!. Zumindest kaufen sollt ihr ihre Bücher. Dringliche Empfehlung: Günter Eichbergers „Trockenpflanzen“ im TiK. Auch cool: Il Carsa ...

Und sonst?

2016 wird kommen und wir werden das rocken, viel Erfolg meinen treuen Lesern, etwas mehr Erfolg als meinen Nicht-Lesern, obgleich es denen auch gut gehen soll, aber nicht so gut wie uns ;)

Wa.
Text und Fotos: Wa.

 

Friday, December 11, 2015

James Bond 007 Spectre, Oida!





Oida! Echt der beste Bond, den es jemals gab, alleine die schauspielerischen Qualitäten des Herrn Daniel Craig genügen aus um dies sagen zu können! Stimmt natürlich nicht, alles ein Schmarren. Das Drehbuch war von der Sorte „das hatten wir ja alles schon mal“ – das wird vermutlich auch der nüchterne Auftrag gewesen sein – ist problematisch. Vier anerkannte Drehbuchautoren und die bringen nichts weiter, bzw. dürfen nichts weiterbringen. Gegenüber den letzten Bonds mit Craig hat sich hier einiges zurückentwickelt. Alles sehr konstruiert und Craig scheint die Rolle satt zu haben, hier war kaum Freude spürbar. Kommen wir zum eigentlich wichtigsten Element in den Bond Filmen: Der Gegenspieler. Das macht ein gewisser Herr Christoph Waltz. Super und böser war bis jetzt keiner. Stimmt jetzt leider auch nicht. Waltz war jetzt nicht böse, noch tuntig, sondern er war einfach da  und hat böses gemacht. Gerne hätte man sich hier Skyfall-Bösewicht Javier Bardem zurückgewünscht. Die Locations waren leider auch öd – wie viele Bonds hat man bereits mit Geheimlabors in Wüsten oder Urwälder gesehen? Natürlich kann man sagen, dies ist ein Kniefall vor der alten Zeit oder sonst etwas. Aber was! Wenn ich die alte Zeit sehen will, dann schaue ich mir halt die alte Zeit an. Aber dafür riss Bond Girl Léa Seydoux alles heraus, was es nur zum Herausreißen gibt. Stimmt halt auch nicht, die Blonde blieb blass wie ihr Haar.

Monica!



Aber doch!

Dafür spielte Monica Bellucci als Witwe mit und war darin ziemlich gut. Stimmt! Die Italienerin durfte Italienerin sein und war bei ihren spärlichen Auftritten wirklich eine Erscheinung und Schauspielen kann sie auch. Großartig und für das zahlt sich der Film doch aus, ihn zu sehen, Altaussee war in Ton und Bild vorhanden und wurde zwei Mal genannt. Ischgl, oder was auch immer, ging leer aus. Immerhin! Ich will jetzt nicht blöd sein, Bond funktioniert und ihn soll es immer geben. Egal ob schwul, lesbisch, Frau oder Mann, Bond soll er heißen und aus. Auch super, dass nach zwei Wochen noch die Kinos gut gefüllt sind, passt auch! Aber das nächste Mal hätte die Redaktion gerne das Wort mit den acht Buchstaben gespürt: Spannung!

Wa.

Die Redaktion bedankt sich beim Cineplexx Graz für die Kinokarten und dem netten Abend im Cineplexx-Areal. (Fotos: MGM)



Sunday, November 08, 2015

Facebook: Warum minus 30 Prozent Friends guttun.

Ja, sicher ;)
 


FB Friends scheinen in Summe eine Art Freund zu sein, ein einzelner Typ mit dem man zu tun hat, der jedoch in Wirklichkeit nicht existent ist. Eine virtuelle Gestalt aus allen Freunden zusammen, die einen mit Infos füttern und mit denen man sich unterhält. Irgendwie wurde mir das unheimlich. Zeit dem Freund ein verfeinertes Gesicht zu geben.

Anfangs war nur die Idee da, Menschen mit denen man nichts persönlich zu tun hat, von Facebook zu löschen. Von knapp 1000 Friends geht es so mal locker auf 900 runter, ohne viel Aufwand. Ein paar Bekannte sind dabei, aber im Grunde nicht so schlimm. Bis heute hat sich kein Entfreundeter bei mir gemeldet, werde ihnen also nicht aufgefallen sein. Macht  ja auch nix. Ich bin ja auch nur ein Läufer ein Kickplatzgeher und ein Habi, der gelegentlich auf FB etwas reinschreibt. Das war Anfang Oktober. Interessant wurde es, dies zu posten.

Der erste Rauswurf

„So, 100 Friends rausgeschmissen, habt’s ein Glück gehabt“ war mein lapidares Statement zu meinen übriggebliebenen Freunden. Diese freuten sich, zumindest bekam ich überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit (Likes), über 60, dazu noch 17 Kommentare. In den nächsten drei Wochen wiederholte ich die Übung. Jedes Mal löschte ich 100 FB Friends, was mir jedoch zunehmend schwieriger fiel. Die FB-Friends mit denen man selten bis nie in Interaktion tritt sind auf FB so flüchtig wie Flöhe im Hundefäll, denn größtenteils zeigt FB Freunde an, mit denen die Interaktion stimmt - Egal, es wird natürlich schwieriger, weil man ab einer gewissen Zahl Friends löscht, die man persönlich kennt. Da überlegt man dann genauer, aber es hilft nix, minus 100 sind minus 100. Das war mit mir so ausgemacht.

Die Reaktionen

Spannend an der Übung war eigentlich der dramaturgische Hintergrund: Blitzschnell verstand jeder (jede) Interessierte, was mein Spiel soll. Dazu fühlte er sich auch noch angesprochen, weil ihm „es“ ja auch passieren könnte.  Dies bedeutet, dass die am leichtesten verständliche Dramaturgie zugleich die eindringlichste ist. Sollte sich jeder Autor und Filmemacher hinter die Ohren schreiben. Die simple Dramaturgie trieb jedoch sehr schöne Blüten, denn die Antworten waren oft nicht schlecht: Rolf zum Beispiel schickt mir zum Dank fürs Nicht-Entliken ein Foto meines Vaters zu. Martin meinte zum Beispiel, dass am nächsten Freitag die 100 Entfremdeten zu mir nach Hause kommen würden, um mich zu „begrüßen“. Thomas meinte: „Einmal Freund, immer Freund! So geht's ja auch nicht. Ich werf' meine alten T-Shirts ja auch nicht weg. Überhaupt, wo sind die eigentlich? Grübel ...“. Robert war „Verwundert“, dass ich Andrea nicht von meiner Liste strich usw. – alles super Antworten, nebenbei stiegen auch die Likes für Postings, die ich so nebensächlich betreibe.

Auch reale Treffen waren nett, am Fußballplatz, im Supermarkt, beim Joggen. Die Menschen haben sich gefreut, dass ich sie nicht entfreundet habe. „Noch immer Freunde!“, war der allgemeine Tenor. Besonders lustig war hier Thomas, den ich entfreundete, und am nächsten Tag eher zufällig traf. Er meinte, er sehe mich auf FB immer (!) beim Laufen und auf dem Fußballplatz.. Als ich ihm zur Verabschiedung  sagte, dass wir uns in einem anderen Leben wiedersehen werden, schaute er mich leicht verwirrt an. Ich glaube, er weiß bis heute nicht, dass unser gemeinsames FB-Leben beendet ist.

Die Konsequenz

Mit 300 Freunden weniger, habe ich über 30 % meiner Friends zumindest digital über den Jordan geschickt. Warum nicht gleich alle? Wäre doch eine feine Sache, sich von den letzten 100 Friends zu verabschieden und dann sich in letzter Konsequenz selbst zu entliken. Ja, vielleicht kommt das noch einmal. Es hat zumindest etwas von Agieren und nicht von Reagieren. Und Menschen die agieren, werden nun mal eher gemocht, als Menschen die reagieren. Ist ja alles nur ein Spiel, ist ja nix passiert. Ein bisserl Aufmerksamkeit braucht jeder, da schließe ich mich nicht aus, obgleich es mir wichtig erscheint, gelegentlich an den Dingen loszulassen, die man nur gewohnheitsmäßig festhält. Also, ich rate einem jeden: - 30 % Facebook-Friends zahlen sich auch. Weniger ist mehr, Tatsache.

Wa.

P.S.: Schön, dass wir noch befreundet sind, irgendwann lernen wir uns schon noch kennen. Und: Rätselraten entstand, welche Friends ich nach welchem Prinzip entfreunde. Hier stand nicht wie vermutet, der Fußballverein an vorderster Stelle.

© Text: Martin G. Wanko.



Thursday, November 05, 2015

Philip Kerr: Kick and rush!




Philip Kerr ist ein englischer Trillerautor höchster Qualität. Er reüssierte bereits mit „Game over“, oder „Das Wittgensteinprogramm“ und wurde damit unter anderem mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. Mit „Der Winter Transfer“ legt der Fußballfan nun seinen ersten Fußball-Thriller vor. „Der Winter Transfer“ handelt von einem Co-Trainer, der prinzipiell nur eines versucht, seine Mannschaft London City auf Vordermann zu bringen und ein halbwegs gutes Mannschaftsklima aufrechtzuerhalten. Plötzlich findet man einen ehemaligen Freund und Mannschaftskollegen von Scott erhängt auf einem Mast vor dem Wembley-Stadion baumeln. Ziemlich unangenehm, dass dieser noch vor Stunden bei Scott auf Besuch war. Als dann noch der Trainer der Mannschaft ermordet wird, hört sich der Spaß auf und Scott, mit viel Insiderwissen ausgestattet, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Der Zug zum Tor

Nun denn, es gibt kaum etwas Schwierigeres, als ein gelungenes literarisches Werk zu schaffen, das an die Leidenschaft des Autors gekoppelt ist. Zu viele Ausschweifungen, zu viele Details, Seiten also, denen der mäßig interessierte Leser nicht folgen mag. Noch problematischer wird es, wenn es hier um ein Thema geht, auf das die eine Hälfte der Gesellschaft brennend, die andere jedoch überhaupt nicht interessiert, nämlich Fußball. Dazu kommt noch, dass fußballbegeisterte Personen jetzt gerade nicht als überdurchschnittliche Leser bekannt sind. Doch Philip Kerr meistert dies grandios. Hin und wieder erzählt der deklarierte FC Arsenal Fan eine Nuance zu viel, das kann als brasilianisches Dribbling quotieren, ich zwicke ihm da aber schon in die Eier. Aber: Er hat einen Zug zum Tor, sprich: Die Spannung lässt nicht nach. Nun, Weihnachten naht, und wollen die Damen unter den Lesern ihren fußballversessenen Partnern ein Buch schenken, welches denen so richtig Spaß macht, wäre „Der Winter Transfer“ ein guter Griff.

Wa.
Philip Kerr: „Der Winter Transfer“, 425 Seiten, Tropen Verlag

Saturday, October 17, 2015

Das Boot des Präsidenten oder viel Krach.



Wahrscheinlich füllen die Biographien über John F. Kennedy schon Regale. „Der Kurs der Kennedys“ ist jedoch weder ein sensationsgieriges Elaborat, noch ein öder Schinken, sondern es überrascht durch seine Finesse. Es beschreibt anhand der Segelboote des Kennedy-Clans den Werdegang einer der einflussreichsten Politikerdynastien des 20. Jahrhunderts.
Wie tief das Segeln in der Familie verwurzelt ist, zeigt, dass John F. Kennedy sogar noch in seinem Hotelzimmer Dallas, vor dem tödlichen Attentat auf ihn, ein fahrendes Segelboot skizzierte, vermutlich die zierliche Victura, das erste Segelschiff der Kennedys, mit weißem Rumpf, welcher später blau lackiert wurde. Hinter der Idee, seine Kinder schon im frühen Alter mit dem Segeln vertraut zu machen, stand sein Vater, Joseph P. Kennedy, der den Kindern Disziplin, Gemeinschaftsgefühl aber auch den Willen zum Erfolg durch sportliche Betätigungen, vor allem durch das Segeln nahebrachte.

 Schiff ahoi, Herr Präsident

Der Autor, James W. Graham, besticht durch unheimliches Detailwissen, aber auch durch eine Art literarisches Schreiben, welches bei Sachbuchautoren oft auf der Strecke bleibt. Gelegentlich fühlt sich der nicht so dem Segeln vertraute Leser etwas überfordert, aber prinzipiell bleibt der Autor seinem Kurs treu: Er beleuchtet das Leben der Kennedys vom Boot aus, beschreibt die Verwandlung des Familiensports zum öffentlichkeitswirksamen Wahlkampfinstrument. Sogar in seiner kurzen Präsidentschaft verbrachte Kennedy seine Freizeit auf dem Boot und ließ in seine Reden das Meer und die Schifffahrt einfließen. Bis heute klammert sich die Familie an diesem Mythos. Ob jedoch die Segelboote der Kennedys ohne Galionsfiguren Kurs halten können, bleibt abzuwarten.

In die tiefen Wälder der Vereinigen Staaten geht es bei Benjamin Percy. In seinem Debüt schreibt er Kurzgeschichten über das Leben und Sterben im US-Bundesstaat Oregon. „Jemand wird dafür bezahlen müssen“, nennt sich der Band. Er kreist um den Irakkrieg und die Zeit danach, um eigenartige Jagden, die verzweifelten Liebe alter Menschen und die Perspektivenlosigkeit junger Amerikaner, die sie in den Krieg führt.

 


Berliner Namedropping
Blick zurück in die Zeit der Mauer-Bohème. Ein junger Mann namens Alexander Hacke befindet sich im Berlin der 1970er-Jahre. Er ist etwas frühreif und zieht sich schon im vorpubertären Alter Band wie die Ramones oder Nina Hagen hinein. Das mag vorkommen, dass der junge Mann jedoch in Berlin lebt, macht die Sache doch spannender, dass er sich sehr bald als ein Fast-Gründungsmitglied der intelligenten und theatertauglichen Lärm-Band „Einstürzende Neubauten“ entpuppt, macht die Autobiographie „Krach“ einzigartig. Künstler wie Martin Kippenberger oder Wim Wenders sind hier keine Ausnahme und dass der Autor mit dem wohl berühmtesten Junkie der damaligen Zeit, Christiane F., eine dreijährige Beziehung führte, gereicht der Biographie sicher nicht zum Nachteil.

Der Leser ertappt sich dabei, Künstler oder Bands wiederzuentdecken, die längst aus der medialen Wahrnehmung verschwunden sind, andere wiederum haben sich in die Gehirnwindung gebrannt. Schade ist, dass die kurzweiligen Kapitel zu wenig reflektieren, hier hätten essayartige Momente reingepasst. Manchmal gelingen Statements knapp und knackig: Heute unterliegen, laut Autor, introvertierte Menschen zu leicht dem Reiz sich in sozialen Netzwerken zu Tode liken zu lassen. Den Außenseiter gibt es quasi nicht mehr, jeder ist sein eigener König.

Wa.

James W. Graham: „Der Kurs der Kennedys“, 400 Seiten, mare Verlag

Alexander Hacke: „Krach“, 279 Seiten, Metrolit Verlag

 

 

 

Triest muss man nicht mögen.


Canale Grande, a bisserl rosto!

Triest? Ich muss Triest jetzt nicht mögen. Alle mögen Triest. Vielleicht nicht alle, aber schaut man ins Netz, oder in einschlägige Bücher, wird die Stadt mehr oder minder als Tor zur Adria angepriesen. Stimmt. Stimmt aber auch nicht, denn Triest schaut jetzt nicht zur sandigen italienischen Adria, ihr steinerner Zinken ragt nach Slowenien und Kroatien. Der Stadt fehlen die römischen Prachtbauten und die der Renaissance, der Canale Grande scheint in Summe nicht fertiggebaut, in der Literatur würde man sagen „nicht ausformuliert“, diese Nüchternheit hat natürlich seine Reize, ob sie gewollt war, ist fraglich. Auch seinen engen Gassen fehlt oft das Schmuckhafte, ich kann das gut annehmen, auch weil dadurch der Massentourismus nicht funktioniert. Trotzdem muss man Triest nicht mögen.
Illy!
 
 

Man kann Triest wegen des Kaffees mögen, oder auch nicht. Über 30 Kaffeeröstereien gibt es, stimmt wahrscheinlich, aber meistens sieht man doch nur den Illy, was grundsätzlich nichts Schlechtes ist, weil er für ein Massenprodukt sehr hoch im qualitativen Anspruch liegt und auch Kunstanspruch hat, siehe zum Beispiel die von Künstlern designten Tassen, oder das Engagement auf der Biennale in Venedig. Ob’s nun noch 30 Kaffeeröstereien sind, weiß ich nicht. Hausbrand, die eigentliche Marke (mit dem historischen Link nach Graz), sieht man jedoch eher selten. Aber mag man deshalb Triest? Vielleicht mag man Triest, weil die Stadt den fünffachen Kaffeekonsum gegenüber dem Rest-Italien aufweist, das macht sie gleich viel italienischer, aber auch das ist leider eine Mär, für diese Statistik waren unsere Freunde in Jugoslawien zuständig, die in der Zeit des Kommunismus an den Grenzen zu Italien massiv Kaffee kauften um ihrem eigenen zu entkommen. (Quelle: Wolfgang Salomon „Triest abseits der Pfade“).

Wirbel im Gartenwald :)
 
Die Universität tut sich schwer, wurde mir berichtet. Mit Neid schaue man auf die Kaderschmieden nach Bologna und Mailand. Und auch die Jugend ist in Triest schwer zu halten. Mit der Industrie wandert auch die Jugend ab … ohne Navi hat man es auch so nicht leicht, denn die Stadt breitet sich um den Golf aus, einen zentralen Platz von dem die Straßen ausgehen ist kaum auszumachen. Dadurch lernt man zumindest andere Stadtteile kennen, in denen schäbige Hochhäuser über brach liegende Hafenanlagen ragen. Dies schaut eher nach albanischen Gegebenheiten aus, als nach der italienischen Adria. Gerade am Meer drängt sich hier die Frage auf, ob hier nicht bauliche Maßnahmen rentabel wären. Apropos rentabel: Die Stadt bzw. Rom muss an allen Ecken und Enden sparen. Das Schloss Miramare bröckelt, in der Nacht darf es nicht mehr beleuchtet werden, der Strom sei zu teuer. Langsam frage ich mich wirklich, warum sollte man Triest mögen? Vielleicht eher bemitleiden?
Café - Schiff - Platz!
 

Falsch! Triest ist ein wunderbar zusammengewürfelter Haufen an Kulturen. Darüber schwebt sozusagen die Triestiner Bevölkerung. Ob sie es nun wollen oder nicht, sie haben viel Italienisches an sich. Die Motorroller brausen, die Autos fahren nach Gefühl und sehr schnell, die Menschen tratschen und ratschen sehr gerne, wie es sich für Italiener gehört. Mit wunderbaren kleinen Häusern und Wohnungen machten sie sich die Karsthänge urban. Sie trotzen den Fallwinden in den kalten Jahreszeiten und lassen sich auch in den heißen Monaten nicht aus der Fassung bringen. Sie haben rechtzeitig entdeckt, dass ihre sehr eigene Art auf die schroffe Landschaft zurückzuführen ist, im dort gekelterten Wein lässt eine klare Antwort findet: Der Wein ist im Karst so eigen, sowie die Menschen auch und deshalb muss man Triest nicht nur mögen, sondern auch achten.

Ciao, čáo und tschüss,

Wa.

Mehr zum Karst und Triest finden Sie unter: http://ilcarsolabora.blogspot.co.at/

Wednesday, July 29, 2015

Il Carso la Bora!



So Friends, Haberer und Menschen, die mich nicht mögen ;) Mike Markart und ich ( = Wanko) sind ab jetzt öfters im Karst, uns wäre eure Aufmerksamkeit sehr recht, wenn ihr auch auf diesen Blog schauen könntet!

Und da geht's rauf! http://ilcarsolabora.blogspot.co.at/

Danke!

Monday, June 29, 2015

Green Panther 2015


Green Panther 2016 in der Seifenfabrik


Liebe Susanne Hartinger, lieber Oliver Steinmann!
Auf Grund der dramatischen Ereignisse der letzten Tage etwas später, aber wie zum letzten Green Panther mache ich etwas „Eigenes“ auf meinem Blog.  Ich habe mir für mein kleines Interview euch beide als Gesprächspartner ausgesucht, da ihr beide beim Green Panther vergoldet wurdet. Ich hoffe ihr seid so lustig und macht mit.  Ihr habt einmal das Recht eine Frage nicht zu beantworten, und mit „Da fragst du lieber meinen Kollegen“ zu antworten. Jede Frage bitte nur einen Satz als Antwort.

Wankos Blog: Wie viele Panther hast du dieses Mal abgeräumt? (Gold, Silber, Bronze)
Susanne: 3x Gold. J

Oliver: Ein Goldener reiht sich in unsere Raubkatzenfamilie ein.

 Wankos Blog: Wie viele Panther stehen schon in deinem Regal?
Susanne: Eine ganze Herde – Lt. internen Zählungen sind es mehr als 60, offiziell im Alltime-Ranking finden sich 52 (29 in Gold, 13 in Silber und 10 in Bronze).

Oliver: Könnte ich jetzt gar nicht mit Sicherheit sagen, ohne nachzählen zu gehen, aber die Anzahl ist nicht wichtig, sondern die Begeisterung im ganzen Team immer wieder auf´s Neue einen gewinnen zu wollen!


Wankos Blog: Was war bis jetzt die „sonderbarste“ Panther Show?

Susanne: Da gab es einige, ist vielleicht sogar das Wesen einer Panther-Show. Ein Highlight war sicher die Turnhalle Hausmannstätten mit Seeger und Assinger. (ups zwei Sätze!)

Oliver: Wohl jene, als die Technik bei fast jeder Kategorie falsche Zuspielungen projiziert hat und dann auch noch die Mitarbeiter der falschen Agenturen auf der Bühne waren, um die Preise abzuholen – wobei ich mich an das Jahr nicht mehr erinnern kann.
 
Wankos Blog: Was war die beste Show?

Susanne: 2015 war schon sehr besonders – liegt vielleicht auch an den 3 Goldenen. Ostrowski war auch unterhaltsam und meine erste war auf den Kasematten, das war auch schön.

 Oliver: Die heurige – so wohldosiert und kompakt war die Verleihungszeremonie seit ich mich erinnern kann nicht organisiert.


Wankos Blog: Schon einmal bei einem Panther nicht teilgenommen? Wenn ja, warum?

Susanne: Ja. Um ein Zeichen zu setzen.
Oliver: Mehrmals – es gibt Jahre, da drängt sich einfach kein Projekt auf, eingereicht zu werden.


Susanne Hartinger & Christian Buchmann beim Panther



Wankos Blog: Letztes Mal hat es im Eingangsbereich kurz nach Kiffe gerochen. Das hast nichts mit den Werbern zu tun und kam vermutlich von der Mur herüber, oder?
Susanne: Ich hab davon leider nix bemerkt.

Oliver: Wieso? Kifft die Mur?

Wann hast du die besten Ideen?

Susanne: Wenn mich Kunde und/oder Produkt begeistern.
Oliver: Wenn alle Denkbarrieren gefallen sind und nichts als unmöglich betrachtet wird.

Wankos Blog: Was machen, wenn keine Idee kommt?
Susanne: Ideen kommen nicht, die werden kreiert.

Oliver: Denkbarrieren über Bord werfen – Ideen kommen ohnehin nicht von selbst sondern müssen entwickelt bzw. erarbeitet werden.

Wankos Blog: Welche Kampagne ist schon einmal mächtig danebengegangen?
Susanne: So richtig danebengegangen ist noch nicht viel, manchmal funkt´s nicht so wie man es sich vorgestellt hat, dann gilt es genau hinzuschauen und draus zu lernen.

Oliver: Ach, das frag´doch bitte meine liebe Kollegin!
Wankos Blog: Wann kommt der Punkt wo man die eigene gestaltete Werbung nicht mehr sehen / hören kann?

Susanne: Damit hab ich noch keine Erfahrungswerte.

Oliver: Wohl dann, wenn mächtig was danebengegangen ist ;-)

Wankos Blog: Schon einmal von der Arbeit geträumt?
Susanne: Natürlich, das sind mir die liebsten.

Oliver: Natürlich – ich habe ja einen Traumjob.

Wankos Blog: Hätte ich „etwas Gscheits“ gelernt, wäre ich heute …?

Susanne: Ich hab eigentlich was Gscheits glernt, aber das hier macht viel mehr Spass J

Oliver: Werber!
Wankos Blog: Was ist meine Lieblingswerbung, die ich nicht selber machte? (a: national. b: international)

Susanne: Es gibt immer wieder sehr coole Sachen, die auch inspirieren. Bin erst vor kurzem über eine geniale IKEA-Jobanzeige gestolpert...

Oliver: a: Die der FitInn Fitnessstudios b: Eigentlich fast alle Hornbach-Kampagnen

Wankos Blog: Warum schalten viele Menschen im TV bzw. Radio bei der Werbung weg?

Susanne: Weil das meiste davon einfach nicht zum Anschauen bzw. Anhören ist.
Oliver: Weil es zu wenig wirklich gute Werbung gibt

Wankos Blog: Schon einmal vor Glück geweint?

Susanne: Ja, das letzte Mal am Muttertag.
Oliver: Zum Glück ja!

Wankos Blog: Was macht man, wenn man dringend pinkeln muss und es ist kein WC in der Nähe?

Susanne: Da fragst du lieber meinen Kollegen.
Oliver: Wie kommst Du genau jetzt auf diese geile Frage? Komm, gönn´Dir eine Pinkelpause (hinterm nächsten Baum)

Wankos Blog: Ein Leben ohne Green Panther wäre …

Susanne: …  auch fad irgendwie.
Oliver: … Um einige, schöne Momente ärmer.

Wankos Blog: Ein Leben ohne Werbung wäre …

Susanne: okay, so lange es Kommunikation gibt ist alles in Ordnung.
Oliver: Ziemlich langweilig.

Danke für eure Mühe, Martin G.
Oliver Steinmann und sein Panther!
Green Panther: Green Panther
Susanne Hartinger = Hartinger Consultings
Oliver Steinmann = Mörth & Mörth
 
Text & Fotos: (c) Wanko
 
 
 
 

Sunday, May 03, 2015

Die Oper strahlte, der Platz lebte, das Publikum bebte.

Der Chor.


Die bestrahlte Oper.


Den wohl zweiten großen Höhepunkt erlebte der Designmonat Graz 2015 nach seiner Eröffnung mit der „Klanglicht Oper Graz“, in der in Kooperation mit der Oper Graz und der Energie Steiermark die Oper von außen bespielt wurde. Zwei Großprojektoren und einige Beamer des Grazer Künstlerkollektivs OchoReSotto brachten die Fassaden der Oper zum Strahlen. Die Lichtinstallation wurden von der Tanzkompanie der Grazer Oper mit einer temperamentvollen Performance eröffnet, das Chorensemble schloss mit David Hamiltons „Lux Aeterna“ erfolgreich ab. Nicht nur dass viel Politik und Prominenz dem Schauspiel beiwohnten, der Kaiser-Josef-Platz war mit seinen Standln und Lokalen bis in die Nacht hinein geöffnet und das Publikum strömte in Massen herbei. Gratulation!  

Die Massen.

Das Künstlerkollektivs OchoReSotto (Volker, Lia, Stefan) beim Betrachten ihres Kunstwerks.


Volker: „Wir danken der Oper, dem Designmonat Graz, der Energie Steiermark und der Stadt Graz, dass wir so eine Veranstaltung endlich einmal sozusagen „ums Eck“ machen durften, für die wir sonst einige hundert Kilometer fahren müssen. Damit so eine Veranstaltung funktionieren kann, muss das Straßenlicht verdunkelt sein, es darf keine Straßenbahn fahren, keine Autos und vieles mehr. So war das aber dann perfekt. Danke!“


Wa.


Matteo Bissaca: Der Peter Pan unter den Designern.

Matteo ist zufrieden, den Kindern gefällt’s.
 
Spielplatzgeräte müssen nicht laut und aus Metall sein. Sie können eine ansprechende Form haben und sollten auch einmal von Erwachsenen verwendet werden. Matteo ist ein Peter-Pan-Typ, der sich zur Freude seiner Kinder immer wieder neu erfindet. Auf der Unikat-Ausstellung präsentiert er das „Nest“.

Matteo, ganz ehrlich, wie wird man Spielplatzgeräte-Designer?

Matteo: Meine Spielplatzgeräte, wie du sie nennst, sind eher Möbelstücke für Kinder und zugleich Spielzeuge. Man kann sie ins Kinder- oder Wohnzimmer stellen, aber auch in den öffentlichen Raum. Als ich das „Nest“ erdacht habe, wusste ich noch nicht, wie man es verwenden kann. Aber wie du siehst, eignet sich dieses Möbelstück auch zum Entspannen für Erwachsene. Sogar Turnübungen kann ich damit machen. Wirklich glücklich bin ich aber dann, wenn die Kinder damit Spaß haben!

Warum bist du Designer für Kinderspielzeug?

Matteo: Als sich Kind war, bastelte ich mir viele Dinge zum Spielen mit meinen eigenen Händen. Mir gefällt es, in die Rolle eines Kindes reinzuschlüpfen und mir Dinge auszudenken. Es ist wie ein Rückgang in meine eigene Kindheit. Ich bin sozusagen eine Art Peter Pan. Abgesehen davon bin ich Vater zweier Kinder und lasse mich gerne durch sie inspirieren!
 
 
 


Markus Benesch: Sehr bunt und radikal!



Drei Freunde: Markus, Alice und Günter. Der Finger zeigt auf Unikat. Im Hintergrund: Markus‘ Regal.
Markus Benesch ist ein Autodidakt. Sein erstes realisiertes Objekt war ein hölzernes U-Boot, da war er gerade acht Jahre alt. Mit 18 war er noch Schüler und designte er zwei Benetton Stores. Bald darauf ging er nach Mailand. Mittlerweile ist er ein Designer der Dreifaltigkeit: Er ist Innenarchitekt, stattet Büros, Krankenhäuser und Firmen aus. Dazu gestaltet er aufregende Tapeten, Teppiche oder Laminate für große Hersteller. Obendrein ist er noch Produktdesigner und stellt Möbel oder Lampen her. Heute hat er ein Büro in München und eines in Mailand. Zu seinen Kunden gehören unter anderem Fiat, Samsung und Ferrero. In Graz war er auf Kurzbesuch zur Unikat Ausstellung, der er sein „Gradient Shelf“ beisteuerte. Fazit: Alles sehr bunt, voller Energie und Lebensfreude. Mit Markus geht die Sonne auf!
 

Farbe befreit!
 
Markus, wie ich sehe, trägst du New Balance Sneakers.
Ja, die sind ein Geschenk aus New York. Ich mache gerade eine Metamorphose durch. Früher trug ich nur blau. Jetzt trage ich bereits eine grüne Hose und rote Socken. Das ist wirklich befreiend, mir geht es hervorragend!
Markus, bist du eigentlich Designer?
Klar, weil Design alles ist, das man zeichnen kann. Der Rest ist Handwerk. Da denken wir dann sehr praxisorientiert, weil wir ja auch von etwas leben müssen.

Markus hat den Durchblick – auch durch sein Regal „Gradient Shelf“ hindurch.

Warum ausgerechnet Tapeten?

Ich finde Tapeten toll, weil sie im Prinzip aus Papier sind. Es ist also ein Low-Tech-Material, auf dem man gestalten kann, ohne etwas erbauen zu müssen. Bei Tapeten mit 3D-Effekten sind die Möglichkeiten wirklich grenzenlos.


Deine Tapeten wirbeln einen ziemlich auf. Irgendwie glaubt man hier zwischen der Ästhetik von Yellow Submarine, der Popart und A Clockwork Orange eingetaucht zu sein.
Ich will überraschen und einen Eindruck hinterlassen. Das Tolle an der Kreativität ist eben, dass man ihr viel Freiraum lassen muss, damit sie sich entfalten kann. Das sage ich auch meinen Studenten: Einfach machen und Hirn einschalten. Wir haben ja schon alles in uns. Das muss man nur rauslassen. Dazu braucht man auch kein Internet.




 
 

 


Design goes Art!




Alice: „Es gibt 100 Arten design zu machen.“

Mit der Ausstellung „Unikat“ hat die Ausstellungsdesignerin Alice Stori Liechtenstein ins Schwarze getroffen. Sie fragt einmal mehr, was ist Design und was ist Kunst und freut sich dass die zwei artverwandten Sparten endlich wieder auf Tuchfühlung gehen. 23 DesignerInnen und KünstlerInnen zeigen ihre Objekte.
Alice, für die von dir kuratierten Ausstellung „Unikat“ hast du deine Wohnung leergeräumt. Ein nicht alltäglicher Schritt.

Ich finde, Design muss für alle Menschen greifbar und spürbar sein, deshalb habe ich mich auch entschlossen, die Ausstellung in einer Wohnung zu machen. So ist es für den Besucher einfacher, sich die Objekte in der eigenen Wohnung vorzustellen.
 

Große Resonanz hatte Alice auch bei der Presse.
In deiner Ausstellung gehen Design und Kunst Hand in Hand, oder?
Kunst und Design wachsen meines Achtens wieder zusammen. Spätestens wenn es um nicht in Serie produzierte Einzelstücke geht, kommt man auch wieder mit der Kunst in Berührung. Aber im Prinzip gibt es auf diese Frage keine eindeutige Antwort. Jeder Interessierte muss für sich persönlich herausfinden, was nun Kunst und was Design ist.
Welche Designer bzw. Künstler stellst du nun aus?
Die Kreativen, die wir heute sehen, habe ich in den letzten zwei Jahren durch meine Lehrtätigkeit auf der FH kennengelernt. Die Ausstellung soll nun zeigen, wie viele Wege es gibt, Design herzustellen. Die Objekte hier sind nicht für die industrielle Fertigung gemacht, sondern Einzelstücke.
 
Alice, wir danken für das Gespräch.
 

23 internationale Designer zogen ein dichtes Publikum an. (Foto: Designmonat Graz)


„Unikat“ Ausstellung: Maiffredygasse 2, 1. Stock, 8010 Graz.

03. – 17. Mai 2015. Von 12:00-19 Uhr geöffnet.
Kontakt: www.aliceinwhateverland.com
 
 
 


Friday, May 01, 2015

Kastner und Öhlers Freiblick.


Und das ging noch lange weiter und das Fest verlagerte sich in Kastner und Öhlers Freiblick … und eines noch: nicht böse sein, wer noch nicht auf dem Blog ist. Aber vielleicht ergibt sich in diesem Design Monat noch die eine oder andere Möglichkeit.

 

Freiblick im Kastner auch voll angefüllt …
 
 
… Clarissa von hier und Marcos aus Agentinnen am Grinsen …


… Elli & Tom am Trinken …


Ende.

 
 

Und noch viele mehr ...


Waldemar und Wolfgang gönnen sich Eis vom Temmel und auch mal nen Kaffee vom Citypark.

Der Kleze-Tom und der Schmuck Hans mit nem Eis vom Temmel und nen Wein vom Wohlmuth. Mahlzeit und prost.


Eberhard und Christian haben Spaß.
Alle Fotos immer: (c) Wanko


Viele Menschen in der designHalle Graz.

Im blauen Licht.

Im blauen Licht ...
 
 
Elli und Tamara von der Ortweinschule freuen sich schon wirklich auf die Matura.


So fresh! Lena und Christoph.





 
 

Martin Patze: Der Designer mit den argen Schalen.





Bei der Selected-Ausstellung (kuratiert von Alexa Holzer) in der designHalle Graz ist immer etwas los. Wir haben uns bei der Eröffnung mit Martin Patze einen der aufstrebenden Industrial Designer Deutschlands geschnappt und ihn gefragt, was er hier so treibt. Martin Patze kommt aus Halle und will endlich in Österreich Fuß fassen! Und in Graz ist man halt deshalb, weil man die Connection aufbauen muss. Graz sei auch super, nicht zu groß und nicht zu klein, meinte er. Wir sagen, bravo Martin und nennen ihn Herr der Schalen.

http://www.martin-patze.de/

People are People V. Aber auch selected.

Wer fotografiert hier wen, liebe Anastasia? Und wo ist deine Brille?

Thomas und Martin. Ich bitte vor allem Martins verformte Birne anzuschauen. Das zeigt den Designer es Jahres im schrägen Licht. Die Lampen nennen sich „The Big Bubble with Chair“, mundgeblasene Lampen, reizen einen in der Betrachtung übrigens sehr zum Reinstechen. Geile Dinger! – So gesehen befinden wir uns also in der Ausstellung Selected.



Also Mädeln und Buben, so schaut ein Industrial Designer aus. Georg W. beißt nicht, ist stubenrein und ist sonst auch ganz niedlich. Hier am Bücherregal von Martin Breuer Bono. Dort an der argen Wand gefällt’s  am besten meint er. Die passt am besten zu ihm.








People are People IV. Roter Raum II

Montreal meets Graz – „Schattenspiele“ von Mere Phantoms. Einer von 40 Designern aus der Region Quebec´. Mit den Lichtstäben können die Schatten der Orte sehr lässig an die Wand projiziert werden. Dem Publikum gefällt das.

Karl am Dozieren und alle hören zu.
 
Viteo Wolfi fühlt sich in Montréal sichtlich wohl!