Thursday, April 14, 2011

Post für den löblichen Stadtrath!


Filialleiter Thomas Laber mit Jazzer Erich Kleinschuster.


Der Brief an den „Löblichen Stadtrath“ anno 1881



Löblicher Stadtrath!

Laut beiliegenden Doppelplane A & B beabsichtige ich auf meiner Realität Ecke der Lichtenfels und der Leonhartstraße in Graz den Neubau eines 3 Stock hohen Wohngebäudes vorzunehmen und ersuche um ehebaldige Abhaltung der Bau – Comission und Ertheilung der Baubewilligung.

Graz am 13. September 1881.


Und der „löbliche Stadtrath“ hat gemeint: „Ja, mach mal, du oller Bauherr du! Klotz hin dein Haus und hör auf zu nerven, du Spast!“ Also baute der Bauherr und sehr schön und massiv, ohne Beton oder mit Beton, keine Ahnung, auf alle Fälle schaut’s noch immer gut aus, das dreistöckige Haus in der Leonhardstraße, Ecke Lichtenfelsstraße. Vor kurzem wurden die Bankräumlichkeiten renoviert und die BA-CA fühlt sich jetzt hier so wirklich wohl. Feine Sache! Zur Neueröffnung war der Wa eingeladen und las ein bisschen aus seinen Werken. „Löblicher Stadtrath“ war keiner anwesend, dafür aber die BA-Granden Landesdirektor Helmut Birringer und Manfred Murg. Freilich auch Prominenz aus dem 2. Grazer Bezirk war gekommen, z.B. Catch-Legende Big Otto Wanz, der Jazzer Erich Kleinschuster sowie „Dieter der Apotheker“, dessen Großvater in seiner Freizeit noch Großwildjäger war. Na sappalot auch noch!

Glück auf!

Wa.

Monday, April 11, 2011

So was von da!


Wer jung ist darf schon Lärm machen, denkt sich Tino Hanekamp.




Klar, der Ahnherr jeder deutschen Literaturparty bleibt Jörg Fauser. Die Party mit poppigerer Studentenliteratur eröffnete vor rund 13 Jahren jedoch Benjamin von Stuckrad-Barre. Mit seinem Roman „Soloalbum“ thematisierte er das Leben von Jugendlichen zwischen Selbstfindung und dem Zurechtfinden im kapitalistischen Markenlabyrinth. Schubladisiert wurde „Stucki“ mit anderen Kollegen unter der Marke „Deutsche Popliteratur“. Heute will den „Stucki“ kaum noch wer kennen, die Literaturparty fraß also sein Lieblingskind. Die deutsche Party ging hingegen weiter, Florian Illies bracht „Generation Golf“ und Moritz von Uslar ging das alles journalistisch an und sorgte für frischen Wind im deutschen Feuilleton. Der, der heute alle Regler nach rechts dreht und die Glitzerkugel einschaltet, ist Tino Hanekamp mit „So was von da“.

Eine Party auf hohem Niveau.
„Vorglühen“ muss Hanekamp für seinen Roman nicht. Er steigt gleich direkt am Tag der großen Silvesterparty ins Geschehen ein. Man muss sich das so vorstellen, der Inhalt des Romans geht nicht länger als eine Party, Tatsache. Hätte nie geglaubt, dass so ein Vorhaben gelingen kann, weil mit der auch noch so ausufernden Afterparty jede Party einmal sein Ende hat. Dramaturgisch gesehen aber sehr klug getimt: Es soll das letzte große Fest sein, dann wird der Club abgerissen.

Dichte Atmosphäre und Witz.
Der Autor weiß natürlich, dass eine Fahrt mit 180 Sachen nicht auf 282 Seiten gut gehen kann, also nimmt er gelegentlich das Tempo raus, lässt sein Leben außen vor und zitiert Passagen von Mark Aurel oder Aristoteles über die Adoleszenz. Aber das kommt jetzt nicht peinlich, gleich wenig wie die erste große Liebe, über die Oskar nicht hinwegkommt. Hanekamp bleibt hier unterhaltsam, mit so waschechten Dialogen, also schon „So was von da“. Fazit: Die Literatenparty geht weiter, der Sound war schon mal entbehrlicher, Tino Hanekamp kann seine 24 Stunden wunderbar unterhalten und baut dazu eine sehr dichte Atmosphäre auf. Mal schauen, wie seine Literatur wird, wenn er den Partykeller verlässt.

Wa.


Tino Hanekamp: „So was von da“ Roman. Kiepenheuer & Witsch. 284 Seiten.

Friday, April 08, 2011

"Aus der Muckibude oder was Schweinsbraten mit André Heller zu tun hat."


Muckibude, 8 Uhr morgens und es riecht nach Schweinsbraten. Neben der Muckibude ist eine Großraumküche und irgendwie passiert es, dass da der Luftaustausch in diesem Komplex nicht so ganz funktioniert. Wonach es in der Großraumküche dann riecht, wenn in der Muckibude echt was los ist, möchte ich lieber nicht wissen. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass die Bude illegal aufgestellt wurde, also der Baubescheid erst nach Fertigstellung des Hauses erstellt wurde und im obersten Stockwerk sitzen auch noch Behörden drin. Und in der Vorzeit war das einmal ein Nachtlokal mit Rundumservice, wie mir Michi mitteilte, deshalb ist auch gleich eine Bank daneben, denn da soll die Kohle kiloweise und täglich hingebracht worden sein, und das hängt auch damit zusammen, dass früher einmal, als Graz noch ne graue Maus war, und die Goalkeeper von GAK/Sturm Ekmecic und Saria hießen, zu dieser Zeit hier am Bahnhof der Transit durchzog, aber nicht nur, denke ich mir, und rieche um 8 Uhr morgens den Schweinsbraten und ein alternder Rockstar röhrt via Vollbeschallung „I’m free“. Graz, du kleine Großstadt, denke ich mir, und überhaupt, ist schon geil, denke ich mir, es ist 8 Uhr morgens und ich denke mir dabei ob der Schweinsbratenumdreher nicht auch einen Tag mit Inhalten und Projekten und freier Zeiteinteilung haben möchte ... und das denke ich mir jetzt schon wieder nicht mehr, weil der Flow die Welle mich von einem Projekt zum nächsten trägt, über mich gekommen ist ... im Kopf zumindest, und finden die Projekte nicht im Kopf statt, dann sind sie nirgendwo, Herr André Heller, so war das ja mal als Sie träller, träller, träller ...

Wa.

Tuesday, April 05, 2011

Die Ansichten eines Venedig-Reisenden.



Die Lagunenstadt wurde für den Vorarlberger Autor Christian Futscher ein Fixpunkt, der in seiner tagebuchartigen Litanei „Nur Mut, kleiner Liebling“ Quartier in einer Autorenwohnung in St. Polo bezieht. „Nur Mut, kleiner Liebling“ ist mehr oder minder die Fortsetzung von „Pfeil im Auge“. Beide Bücher schrieb er in derselben Venedig-Wohnung. Der Verfasser dieses Blogs residierte ebenfalls schon in dieser Wohnung, und die ist wirklich anständig fein.

Futscher über Futscher: Interessant!

Als Bewohner Venedigs verhält man sich naturgemäß anders als ein Tagestourist, vermeidet überfüllte Plätze und Cafés, bleibt auch gerne bei sich in der Wohnung und findet Gefallen an den Büchern der anderen, die in der Wohnungsbibliothek aufliegen. Keine flirrenden, sich im Wasser spiegelnde Palazzi, keine Gondolieri, weder grantig noch lustig. Nein, Futscher latscht ein paar Gassen weiter und fühlt sich bei einer Pizza Siciliana pudelwohl, erzählt dabei von seinen Söhnen Leo, Paul und Philipp oder schaut bei Gabriele Gmeiner vorbei, einer Maßschuhmacherin aus Vorarlberg.

Die Zeit fließt, und Futscher fließt mit.

Der Autor notiert was ihm kommt: Ein SMS, eine Flasche Bier, ein Gedanke an Leo, an Anne Marie, an seinen Vater, ein Witz über den Kunstbetrieb. Und dann wieder Unberechenbares: Futscher schreibt das Wort „schreiben“ hundert Mal auf um bei „schpeiben“ anzugelangen. Was geht hier unbewusst im Dichterkopf vor? Strafübung, Schönschreibübung, Volksschuldrama? Wie dem auch sei, als Inspirationsquelle diente hier übrigens Friederike Mayröcker. Ähnlich auch das Gedicht „Prosa“, das nur aus Punkten und An- und Ausführungszeichen besteht. Hierfür stand übrigens Sabine Gruber Pate. Das geht sehr in die Sprach- und Wortspiele der Wiener Gruppe hinein. Ein Kaleidoskop der Gedanken, ein verrückter Wortteppich eben, und dann wieder ein Anlaufen gegen die Zeit, ein Unterfangen, dem man sich nicht unbegrenzt annähern kann, weiß der Autor zu berichten. „Non si può mettere il tempo in una bottiglia“, schreibt Flutscher, die Zeit lässt sich eben nicht in eine Flasche stecken. - Einen dritten Venedig Band soll es noch geben. Futscher wird also wieder in Venedig sein. Trifft man dort auf den Dichter, einen Grappa oder ein Birra Moretti könnte man ihm doch glatt spendieren.

Wa.

Christian Futscher: „Nur Mut, kleiner Liebling“, 261 Seiten. Czernin Verlag

Saturday, April 02, 2011

"Gewachsen in Österreich ..."


Das Grab, die Pflanzerln und der Wallnöfer ...


Grabübergabe klingt ein bisschen blöd, aber irgendwie ist es so. Meine Alten sind zu weit weg und die Frau, die das jetzt gemacht hat, die kann nicht mehr so recht, also hat der Wa. ab jetzt die Pflichten für die Familiengräber in der Obersteiermark übernommen. So fürs erste habe ich Gänsekresse gesetzt, schaut superlieb aus, kommt jeden Frühling wieder und soll auch winterfest sein. Aus der Nationalparkregion Kalkalpen und sehr gesund und super und überhaupt „gewachsen in Österreich“ steht oben, was ich davon halten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht.
Kurz noch zur Ahnenforschung, weil es ja auch am Grabstein eingemeißelt steht. Wa. stammt dem Tiroler Geschlecht der Wallnöfer ab. Historisch halbwegs informierten Menschen müsste der Name ein Begriff sein. Waren und sind ja auch sehr wilde Hund!

Sunday, March 27, 2011

Der Präsident der Kurve.


Als Rauter das 2:0 schoss ...


... war beim GAK Präsident Benni Bittmann die Hölle los. Beide Fotos (c) Wanko

So jubeln sah man den GAK in der letzten Zeit selten: Ist er doch durch das Ausscheiden einiger Konkurrenten um den Titel und durch eine fast makellose Frühjahrsbilanz – drei Siege und ein Unentschieden – dem möglichen Aufstieg in die 2. Liga am Sonntag um einen Schritt näher gekommen. Den direkten Konkurrenten Blau-Weiß Linz schickte der GAK mit 2:0 nach Hause.


Ein Garant für diesen Erfolg ist mit Sicherheit Benedikt „Benni“ Bittmann, der den GAK nach dem 3. Ausgleich vor dem endgültigen Abstieg in die Unbedeutsamkeit bewahrte, indem er Ruhe in den Verein brachte und ihn mit Raimund Pock neu aufbaute. Mit der Ruhe kam auch das Geld zurück, wenn zu Beginn auch nur tröpfchenweise, aber mit dem deutschen Textildiskonter „Kik“ hat man nun doch einen Sponsor fernab von staatsnahen Betrieben an Land gezogen und kann heuer ausgeglichen bilanzieren.

Wie das Geschäft geht, hat der Präsident nicht nur einmal in seinem Leben bewiesen. In der 3. Generation führt er nun den in Graz und Klagenfurt ansässigen Elektro-Großhandel „Seitner&Bittmann“ und konnte 2008 durch einen Ankauf von einer weiteren Lagerhalle in Klagenfurt die Lagerkapazitäten der Firma verdoppeln. Als VP-Landtagsabgeordneter und Wirtschaftskammer-Vizepräsident gehört er zu den Sportvereinspräsidenten die nicht durch Sprachakrobatik und verbale Verunglimpfungen auffallen. In Österreich nach wie vor eine Seltenheit.

Der GAK wurde einst als der „Meister der Herzen“ bejubelt und vermarktet. Das hat den Verein nicht reich gemacht, und im Grunde hat das schnell aufgepinselte Herz nicht einmal gereicht, um den Verein vom Absturz in die 3. Liga zu retten. Nun scheint der GAK einen Präsidenten mit Herz zu haben, der bei jedem Heimspiel in der 2. Halbzeit in der Kurve vorbeischaut und gegebenenfalls mitfeiert. Das alleine wird für den Aufstieg nicht reichen, aber ein Präsident der weiß wo’s langgeht und der seine Visionen nicht mit Größenwahn verwechselt, ist eine solide Basis.

Wa.

Tuesday, March 22, 2011

"Aus der Muckibude oder die Kampagnen gegen die Österreicher!"

Ein Wort noch zu meiner Familie Penner Premiere: War sehr geil! Großes Fest! Die „Kleze“ meinte: Martin G. Wankos "Penner"-Soap im Grazer Theater im Keller endet im Pointenrausch. Und der Haubentaucher hat gesagt: "Schade, dass der große Wolfi Bauer das nicht mehr miterleben konnte, er hätte seine Freude damit gehabt." – und hääte sicher angestoßen, denn 2 Tage später hätte Bauer seinen 70er gefeiert!



Und sonst? Gestern ist mir am Laufband unser ehemalige Innenminister und bis vor Tagen noch EU-VP-Delegationsleiter Ernst Strasser in den Sinn gekommen. Ich hatte sogar Verständnis mit ihm: Ich kann mir schon vorstellen, dass man nach der politischen Karriere noch gerne einen Job als Lobbyist hätte, der einem die nötige Kohle bringt. So eine Art Schmerzensgeld, das man für die mediale und gesellschaftliche Verunglimpfung in den Jahren in der Politik bekommt.
Scheiße ist nur, dass sich Strasser vom ersten Moment an selber entlarvte, da er sofort etwas von einer Kampagne gegen ihn quatschte. Eigentlich müsste es zum politischen Know-how gehören, dass seit Kurt Waldheims Präsidentenwahlkampf 1986 kein Politiker mehr das Wort „Kampagne“ ungestraft in den Mund nehmen sollte. Bei Waldheim war es ja noch die „Campaign!“ >>Kampein!<< wie er gepoltert und gejault hat, die die „Ostküste“ und die Linken gegen ihn führen würden. Blöd nur, dass Waldheim vergessen hatte, was er im 2. Weltkrieg als SA Offizier so genau tat, sonst hätte es gar keine Kampagne geben können. Aber Kampagnen sind nicht alle gleich, und konnte man sie bei Waldheim noch ansatzweise in den Mund nehmen, fehlen einem bei Strasser tatsächlich die Worte. Wo ist die denn, die Kampagne, wo ist sie hin ... aber ich spüre schon wieder ein leichtes Flirren, das Laufband erfüllt seinen Zweck und der Flow kommt über mich. Was sind schon Drogen, wenn man durchs Laufen so einen herrlichen Flow der Gleichgültigkeit bekommt und dann ohne schlechtes Gewissen wieder ins Leben zurück kann.


Wa.

Monday, March 21, 2011

Mamma Mia! Italien ist 150.

Das Jubiläumsjahr 2011 droht zu entgleisen, die Autoren feiern es trotzdem.


In turbulenten Zeiten zahlt sich ein Blick in Italiens Vergangenheit aus. Ein letzter der ganz großen kulturellen Universalgenies war Pier Paolo Pasolini. Film, Lyrik, Romane sowie philosophische und journalistische Betrachtungen - der charismatische Norditaliener war vermutlich der einflussreichste Künstler der 1960er-Jahre in Italien. Nun werden unveröffentlichte Tagebuchaufzeichnungen nachgereicht.

Rom, Stadt der Arbeiter.

Im Grunde ist es eine kleine Sensation, dass heuer noch nie ins Deutsche übersetzte Tagebuchaufzeichnungen Pasolinis Rom-Zeit aufgetaucht sind. Sie führen den Leser in die Vierteln wie Trastevere, ins Trullo-Viertel oder zu den Arbeitersiedlungen am Stadtrand von Rom, fernab vom heutigen Blick. „Rom, andere Stadt“ nennt sich die Textsammlung, die mehr ist als ein Stadtrundgang. Mit dem Gedanken Pasolinis kann man mitgehen und mitdenken, wenn er jungen Arbeitern seine Gedichte erklärt, sich über den Klassenkampf Gedanken macht und dann wieder äußerst sensibel über verregnete Plätze berichtet, oder ein Gedicht entwirft, das in seiner Pracht sehr ruhig und eben nicht kitschig ist. Kongenial im Band die Bilder von Herbert List, der „das andere Rom“ in den 1960er-Jahren festhielt. Die Stadt am Brodeln, als noch keine gierigen Spekulanten und korrupte Stadtpolitiker ihr Unwesen trieben.

Bella Italia – eine Gruselgeschichte.

Trotzdem darf kein verklärter Blick in die Vergangenheit stattfinden. Italien ist auch in der Gegenwart sehr spannend und vor allem laut. Diese grelle Gegenwart fängt Birgit Schönau sehr gut ein. Schönau ist Wahlitalienerin, in Rom fest verankert, schreibt fürs deutschsprachige Feuilleton und ist auch als spritzige Reisebuchautorin bekannt. In „Circus Italia“, das sehr richtig mit „Aus dem Inneren der Unterhaltungsdemokratie“ untertitelt, kommt sie der Sache schon sehr nahe, was Italien ist.

Italien ist eine einzige Großbaustelle, zwischen Lobbyisten und Asylanten, alten und neuen Gaunern, eine Demokratie eben, die schon sehr nahe am Abgrund ein sehr wildes Tänzchen wagt – aber halt noch immer am Leben. Fast einmalig beschreibt Schönau eine Metrofahrt in Neapel, der traurigen Königin Italiens, oder eine heitere Fahrt durch Florenz und seinem „Calcio“. Da sind viele Eigentore, die sich die Apenninhalbinsel schießt, aber die Autorin behält die Übersicht und schafft es, dass dieses „Fertigwerden mit dem ganzen Wirbel“ nicht zu einem Klischee verkommt, sondern als Überlebensstrategie eines Volks dargestellt wird.

Wa.

Wednesday, March 16, 2011

„Aus der Muckibude oder am Tag der Premiere.“


Die Sardinendose hat rein gar nix mit der Familie Penner zu tun, aber sie schaut super aus.

Langsam entwickele ich ein Gefühl fürs Wetter. Gestern ging ich extra noch nach sechs Uhr eine Runde laufen, weil es überraschend warm war, aber schon leicht windig und ein Himmel der langsam mit Wolken durchwachsen wurde. Was sagt uns das? Richtig, dass es am nächsten Tag in Graz regen wird und so ist es! Es regnet. Jetzt kann man natürlich sagen, was macht dem Wanko der Regen, hat seine Muckibude kein Dach über dem Kopf. Und ich drauf: Ja eh, aber ich hab heute keine Zeit dazu, weil ich bei meiner eigenen Premiere bin. „Familie Penner Teil VI“. Und so fällt das Training heute Abend aus. Ansonsten fängt der Tag schon lustig an: In der Früh mal ne Runde Brecht/Weil gehört und dazu lautstark mitgesungen – Starlight und MagManu möchten’s mir verzeihen, Premiere hat man eben nicht jeden Tag und eine Uraufführung schon gar nicht. Und ja: Premiere ist nicht nur ein Fernsehsender, sondern der Tag an dem ein Theaterstück das erste Mal aufgeführt wird.

Wa.

Tuesday, March 15, 2011

Der Familie Penners „Finale“


Die Famile Penner, das 8er-Pack aus dem Grazer Bezirk St. Peter! Doch einer fehlt und da meine ich nicht die gute Technik. Wer das erratet, bekommt ein Premierenbier oder Gspritzen. Foto: Krenn/TiK

Es wird spannend! Und das zum letzten Mal! Die Familie Penner, die „Liebe Familie mit zu viel Bier aus dem 8. Grazer Gemeindebezirk“ is back in Town, but: Nur noch dieses Jahr. Nach der sechsten Folge ist Schluss. So soll’s sein. Es waren vier aufregende Jahre. Ich war heute Generalprobe, da ging’s heiß her, ein ewiges hin und ein ewiges her eben und im sechsten Teil zieht ja die Familie um, in die Villa der Erbtante. Sie hat also ihr Ziel erreicht, aber am Ziel angekommen, schaut’s dort so aus, wie man will? Ist das Ziel der Träume so, dass es dann nicht doch zum Alptraum der Wirklichkeit wird? Und trotzdem: Ein Trash zum Lachen, und für manchen auch noch dazu gratis. Die „Stillen Freunde“ machen hierbei auf Facebook ein Gewinnspiel: Stille Freunde

Mitspielen, Wa!

Friday, March 11, 2011

"Aus der Muckibude oder im Angesicht des Bösen!"


Hab ich mich gefürchtet!



Schreiben tut man am besten dann, wenn der Kopf leer ist, also schon mit Hirn drin, aber nicht mit zu vielen Problemen. Am besten geht’s ohne Probleme. Wie in der Muckibude. Am Anfang schuftet man sich ab, Bergfahren, Rückentraining, weiß Gott was alles und dann kommt zur Entspannung eine Runde laufen. Das Geilste daran ist der Punkt, in dem man in die Welt der Gleichgültigkeit rübertriftet. Von außen betrachtet, schaut man hier wie ein willenloser Zombie aus, und das ist gar nicht so schwer, da man in „meiner“ Muckibude hinter der Panoramaschabe läuft. Aber von innen, Mann, von innen, Frau, das musst du dir einmal geben. Plötzlich verduftet sogar das Sparpaket der Steiermärkischen Landesregierung, auch die Frage, warum nahezu das gleiche Team vor vier Jahren die ganze Kohle gegeben hat, die sie jetzt wieder nimmt ... sogar der Feinstaub in der Lunge wird einem gleichgültig und verbunden damit auch die nicht vorhandenen Maßnahmen vom Landesrat Kurzmann ... das alles wird in einem Bad der vertrottelten Glückseligkeit erstickt und verdrängt, bis dann doch etwas passiert, was einem von einem Moment auf den anderen runterholt: Auf der Panoramascheibe vor mir landete etwas, klar und deutlich, und ich hab’s gesehen und weiß genau: Das Böse sieht so aus! Es sah mir in die Augen und ich trotze seinem Blick! Der erste Moskito des Jahres 2011. Und der flüsterte mir eines: Sie geben uns heuer bis in den Oktober hinein keine Ruhe und saugen uns aus! Für was braucht man dann eigentlich noch eine Landesregierung?

Wa.

Tuesday, March 08, 2011

Drei Fragen an Veit Heinichen.

Erkenntnis des Nachmittags:Nicht jeder Espresso schmeckt nach Espresso. Foto: (c) Wanko

Heute hat Veit Heinichen, Deutscher, in Triest lebend und lebhaft, seine Lesung im Grazer Literaturhaus. Wanko trifft ihm im Café vom Hotel Weitzer. Sein neuer Kriminalroman, „Keine Frage des Geschmacks“ geht es um Kaffee. Nicht gut zum Schlafen gehen, wenn man hier schluckweise mithalten will. Marke des Krimis: „Noir Mediterraneo“. Frei übersetzt: Spielt im Süden und geht nicht gut aus.

Wanko: Wie schmeckt der Espresso?
Heinichen: Gar nicht. Hab schon 10 Schlucke gehabt. Doppelt zu viel Wasser. Das Aroma kenne ich auch nicht.

Wanko: Stichwort Berlusconi?
Heinichen: Perfekte Inszenierung um vor den wahren Problemen abzulenken.

Wanko: Wie lange muss Laurenti noch ermitteln?
Heinichen: Ich weiß es nicht. Ich wollte ihn schon mal töten, ich hab’s nicht geschafft.


Ein Wa! fürs Gespräch!

Saturday, March 05, 2011

Sonne über Donawitz.


Volle in der Pampa, und auch in der Industrie. So schaut es auch in Kanada aus. Sarah Palin kam nicht vorbei.


Mann, oft fragen einen die Bekannten wie man das so macht, fast jeden nen Blog-Eintrag zu machen und überhaupt, hat ja schlussendlich doch alles mit Arbeit zu tun. Darauf sag ich, na ja, probier’s mal damit: Stell dir eine Hülse (bzw. Tee ...) zum Schreibtisch und erzähl deinem Computer was du heute gemacht hast, und schon hat er’s geschrieben. Nö, so ist’s natürlich nicht, hä, hä. Bin ja ein Tagebuch-Habakuk, aber sei es drum: Ist halt was im Kopf, was geschrieben werden will, wie zum Beispiel heute das Spiel der Spiele: DSV vs. GAK. PPPPPPFFFFFFFFFFF! Ein trauriges 1:1, und bitte aus dem Gedächtnis damit! Gott, schenke uns bitte einen Spielmacher und DSV drei Fans mehr! Ich hab’s eh schon auf FB geschrieben, zum Glück hat das angekündigte GAK-TV nicht funktioniert, weil der Kick zum Abgewöhnen war. Einziges Highlight war das Stadion, irgendwie 70er-Style und volle im obersteirischem Industrieraum. So charismatisch wie Kanada, muss man einmal gewesen sein. Hier, der geile Sandberg, was uns zur unregelmäßigen Reihe "Berge und Stadien" bringt. Wo Berge dort auch Stadien Und auch: Den ganzen Tag war Sonne, fast schon komisch.

Es grüßt der Wa, vollkommen angefressen, aber: Bianco e Rosso!

Friday, March 04, 2011

Aus der Muckibude!


Martn G. Wanko in der Muckibude. Immer gut gelaunt. Meistens. Na ja, selten schlecht halt. Foto (c) Michael Papsch


"Aus der Muckibude!" So heißt die neue Wanko-Kolumne, und erscheint auf Wankos Blog. Logisch, oder? „Aus der Muckibude!“, der Satz kam mir irgendwie gestern, nein nicht beim Aufbau der Muskeln, sondern danach, im Erschöpfungszustand, als der Kopf nur so voll war, von Glückshormonen. Früher, in der österreichischen Urzeit, hätte man eine Kaffeehaus- eine Stammtisch- oder eine TV-Kolumne (gääähn) gemacht. Und heute, aus der Muckibude, why not? Das klingt irgendwie nach Schweiß und Endorphin, Butterfly Resiver, Hanteltraining, nach Menschen die sich quälen und nach ungesunden Eiweißprodukten. Das stimmt alles! Aber es hat auch mit Menschen zu tun, die ein bisserl auf sich schauen und nicht gleich das ganze Leben nur scheiße sehen. Und das Destillat daraus, nicht aus der Scheiße ;), sondern aus dem was ich dabei so höre, denke und sehe, das liest man dann in Wankos Blog. „Aus der Muckibude!“ Und eine Kolumne ist eine Kolumne, sie erscheint regelmäßig, zumindest einmal in der Woche, immer absolut ohne Zensur. Mal ist sie länger, mal ist sie kürzer und manchmal reicht schon ein Satz: Man stelle sich vor, das Wetter in Österreich bleibt ab nun für immer so KALT!


Wa.

Tuesday, March 01, 2011

Das Leben auf dünnem Eis.


Die Autoren Landerl und Kieybye: Das Leben findet in Bruchstücken statt.

Der Plot ist nicht immer das Wichtigste, sofern sich der Autor nicht anschickt einen Bestseller zu schreiben. Es geht eher um das Ausdrücken von Gefühlen, also wie man Unsagbares ausdrücken soll. Manchmal schlendern diese Gedanken einige hundert Seiten dahin, selbstzufrieden, im Bewusstsein gut und interessant formuliert zu sein, aber doch nicht ganz gestillt. Der Hunger auf eine gewisse Erkenntnis scheint sie voranzutreiben. Sowie beim österreichischen Autor Peter Landerl gelesen. „Stromabwärts“ heißt sein kurzweiliger Erzählband, der sich mit dem Leben von Menschen auseinandersetzt, denen es durch die Finger zu rinnen droht.

Tiefgang mit Überraschungseffekt.

Im Sand versiegen, nicht mehr da sein, nichts mehr fertigdenken – und dann doch halt wieder die Gewissheit, dass es weitergehen muss, legt man nicht selber Hand an sich an. Ein Wellenbad der Gefühle also, in dem der Autor die Zerbrechlichkeit des Moments ganz oben hält. Peter Landerl erzählt im hohen Maße einzigartig und sorgt in „Stromabwärts“ auch für Überraschungen: Ein überraschender Haken und es zieht seine Geschöpfe ins Leben zurück. Ein gutes Stück österreichische Literatur auf alle Fälle, Landerl könnte sich demnächst wieder an die Langform heranwagen.

Im Schwarzweißbild der Moore.

Mann, was wurde über die Sümpfe und das Moor schon geschrieben?! Allein die englischen Krimischreiber ließen seit Sir Arthur Connan Doyle wohl kein noch so schauriges Stück Moor aus, um nicht doch noch wo eine Gruselgeschichte aus dem Nebel steigen zu lassen. Von den irischen Meistern des Fachs und den Nordlichtern will ich schon gar nicht mehr reden. Alles schien trockengelegt und im Grunde hätte man keine Geschichte mehr vermisst, schon gar nicht mit schaurigem Hintergrund, bis Stefan Kiesbye kam. Kiesbye stellt etwas Sonderbares an. Er beschreibt Hemmersmoor, ein kleines Nest in den unzugänglichen Sümpfen nahe der Nordsee gelegen, abgeschnitten von allem Größeren, Hamburg und Bremen glitzern hier wie ferne Sterne.

Moor im düsterer Schwarzweiß-Ästhetik

In diesem Nest lässt er es spuken, aber in echt. Er berichtet über reales Grauen, über im Moor zurückgelassene Kinder, verwirrte Erwachsene, obskure Schlossherren. Das Beängstigende und auch Faszinierende an den Geschichten liegt in ihrer Machart. Der ganze Wahnsinn der in diesem Dorf passiert, wird ohne Moralkeule verabreicht. Ein Leben zwischen Bedürfnissen und Irrläufen. In einer erfrischenden Trockenheit, als ob er der Berichterstatter der schicksalhaften Stunden wäre, in denen so Vieles passiert, schreibt der deutsche Autor die Geschichten rückblickend nieder. Schwarzweiß flackern die Lichter, in denen es im kleinen Ort Hemmersmoor noch keine Fernseher gab, aber so vieles passierte – was nicht passieren hätte dürfen.

Wa.

Monday, February 28, 2011

Drei Fragen an John Axelrod.

Axelrod, hier im Grazer Hotel Wiesler, ist ein Kaffee-Junkie. In einer Stunde kam er auf 5 Große Braune. Foto: (c) M.G. Wanko

Gestern durfte ich ein sehr angenehmes Gespräch mit dem US-Komponisten John Axelrod führen, der heute Abend ein kleines Remmidemmi mit dem Grazer Musikverein vor hat. Kurz zu seiner Vita: Lenny Bernstein Schüler, Harvard Student, Talent Scout für die BMG, Weinmanager in Kalifornien, seit 1995 Dirigent. Rockte bis heute über 150 Orchester.

Wanko: Wie viel Wein ist gesund?
Axelrod: One glass wine a day, keeps the doctor away. Ein Glas ist aber ein Viertel. Ich liebe große Gläser.

Wanko: Wie lange soll man jeden Tag ein Instrument üben?
Axelrod: So lange wie möglich. Übung macht den Meister.

Wanko: Sie sind Jude. Haben Sie Probleme mit Wagner?
Axelrod: Nein, ich liebe seine Musik. Die Tristan-Ouvertüre führte mich zurück zur Musik.

Danke fürs Gespräch, Wa.

Friday, February 25, 2011

Auf eine Melange, oder zwei.


Votiv, Wien.


Dallmayer, Wien. Manche sagen auch Konditorei Oberlaa, auch schön.


Stimmt, stimmt, stimmt! An ein Wien ohne Kaffeehäuser möchte man nicht denken. Wo käme man da hin! Hier das Cafe Votiv, super 50erJahre Style, das Inventar dürfte sogar noch original sein, und hier noch im Hietzing das Kaffeehaus Dommayer. Wo die Melange besser schmeckt, will ich nicht sagen, am besten selber probieren. Interessant ist, dass in manchens Cafes die Melange ungefragt mit Schlagobers serviert wird, wie in der Aida und in anderen eben nicht. Eine Melange mit Schlag soll ein Franziskaner sein, habe ich in der Karte beim Dommayer rausgefunden.

Wa,

Tuesday, February 22, 2011

Heute in Wien ...


die Wattmanngasse ...


... und das Gspusi Haus ...

... und die Wattmanngasse im winterlichen Sonnenuntergang. Verzeiliches Gelb bei der Kälte, kann man nur sagen. Untergebracht also in Hietzing, im 13. Bezirk, gleich hier "zum Lamm", wo Kaiser Franz Josef seine Gspusi untergebracht hatte. Hier wohnt jetzt ein Fritz Prohaska, das muss man sich einmal vorstellen. Fritz Prohaska. Weil, wenn man das sich vorstallet, weiß man, dass man in Wien ist ... aber Wien ist deshalb nicht anders, es ist eigentlich gleich wie Wien ist ...

Wa.

Saturday, February 19, 2011

Multicolore!






Das ist zurzeit Graz: Draußen grau und drinnen bunt. Kleine Abwechslung zum Wetter sind die Speisen. Hier ein eine Waffel Marke „Kindergeburtstag“ im orientalischen Fastfood-Lokal „Mr. Kumpir“ in der Grazer Annenstraße und hier eine sehr leckere lila farbige Kartoffelschaumsuppe, im Innenstadtlokal „Eckstein“. Diese Buntheit kann man als Anspielung auf das Grazer Wetter sehen: Überall kleben diese grauschwarzen Feinstaubpartikeln, dazu die beißenden Winde. Es fehlt tatsächlich nur noch der senffarbene schwefelige Industriehimmel, dann hätten wir einen Winter wie damals. Ach Graz, schlussendlich änderst du dich doch nie, was aber zugleich deine Stärke ist. Und tröste dich, liebe Stadt am Stinkefluss Mur, möge die Welt sich drehen du bleibst stehen, irgendwann kommen alle wieder zu dir zurück und du bist vorne dabei ohne etwas zu tun.




Wa.

Tuesday, February 15, 2011

Vom Meister empfohlen.


Der Doyen unter den Thriller-Autoren, Stephen King, empfiehlt regalweise Bücher. Ob sie gut sind?

Steigbügelhalter nennen ihn machen Leser verächtlich, weil er eben sehr vielen Autoren zu etwas Ruhm aber vor allem zu anständigen Leserzahlen verhilft. Im Grunde ist das sehr zuvorkommend und gerade in den Vereinigten Staaten hört man auf Stephen King, wie auf kaum einen andern. Was man Stephen King zu Gute halten muss, ist, dass er seinem Metier treu bleibt und nur in den Bereichen Krimi, Horror und Thriller das Wort erhebt. In diesem Frühjahr unterstützt er den unlängst verstorbenen Autor Donald E. Westlake. Westlake, der gerne unter Pseudonym schrieb, verfasste seine Parker-Romane unter dem Namen Richard Stark.

Der Autor der Peripherie

„Parker in Hochform. Wenn man noch nie etwas von Richard Stark gelesen hat, sollte man mit diesem Roman beginnen.“ So Stephen Kings Worte auf dem Klappentext, das ist jetzt nicht falsch, denn ausnahmsweise fällt der Autor einem nicht mit der Türe ins Haus, ist also nicht gleich voll in Fahrt, sondern lässt eine Geschichte schön langsam beginnen, gerade so, als hätte er gewollt, dass man ihm beim Aufbau der Story zusehe. Und trotzdem bleibt ein Parker-Krimi ein Parker-Krimi. Schön an der Paraphrenie, am Rande der großen Geschehnisse lässt der Autor seinem Gedanken freien Lauf, und entwirft so wahrlich eine Spielwiese an Gaunereien. Dieses Mal soll der Profigauner Parker ein Schiff hochgehen lassen, ein Casino-Schiff, das an irgendeinem „toten“ Fluss am Rande vom Bundesstaat New York herumfährt, um so eine Zeit lang den Gesetzen zu entkommen. Ein Kinderspiel also, Casino ausräumen, Kohle bunkern und die Flatter machen. Aber irgendwo hat die Geschichte einen Haken, Parker spürt dies, kann sich aber der Versuchung jedoch nicht entziehen. Und der Leser bleibt gerne dran. Vielleicht auch, weil Parker vor dem Trivialen keine Scheu hat. Hartgesottene Gangster, die auch gerne mal die Blumen gießen, das liest man nicht in jedem Krimi. Stephen King behält übrigens Recht: Ein guter Roman für Parker-Einsteiger.

Die große Übersicht des alten Meisters.

Der nächste Autor, den Stephen King empfiehlt, ist Elmore Leonard. King meint, dass man den Roman „Road Dog“ nicht weglegen könne ohne ihn fertigzulesen, weil Elmore von der ersten Seite weg die Schrauben anziehe. Und Stephen King hat Recht. Bitte lesen! Der Mann spielt zu Unrecht in der 2. Liga. Hier krachen Knochen und wird geschossen, aber alles sehr gescheit ebene, mit Stil, Witz und dem Hang zur inhaltlichen Offensive. Ein Wort zum Inhalt: Der Bankräuber Foley wird vorzeitig entlassen, kurz darauf sein Kumpel Cundo. Im Gefängnis waren sie so etwas wie „Road Dogs“, dicke Freunde. Kaum in Freiheit zerbricht die Freundschaft am ähnlich gestrickten Frauengeschmack. Dicker Lippenstift, High Heels, ein frustrierter FBI Agent und eben zwei Ganoven ohne Gnade. Elmore Leonard lässt hier die Puppen tanzen, der Leser spürt die 42 Romane und unzählige Drehbuchvorlagen, die der Autor schon im Kasten hat. So souverän schreibt nur Elmore Leonard.

Wa.

Saturday, February 12, 2011

Was Armenpfarrer Wolfgang Pucher Christopher Drexler, Walter Kröpfl und Siegfried Nagl mitteilte:


Hier der Armenpfarrer Wolfgang Pucher mit einem Roma und einer Ordensschwester.


... und hier bei einer sehr emotionellen Rede ...
beide Fotos (c)M.G. Wanko

Kurz einige Zitate der heutigen Demo gegen das Anti-Bettel-Gesetz. Pucher habe für Drexler einen 10 Euro Schein dabei und Drexler soll mal schauen, ob er mit 10 Euro in der Woche auskommen kann. Dann werde er ihn persönlich beschützen und unterstützen, vielleicht kommt ja sonst ein Bettel-Mafioso, die gebe es Graz nämlich nicht. SP Klubobmann Walter Kröpfl bekommt von Pucher auch noch eine mit: Wo ist denn Kröpfls solidarisches Herz und etwaige Jobangebote für die Roma, von denen die SP immer geredet habe. Nix ist da. Und Bürgermeister Sigfried Nagl, den er im Grunde schätzt, ließ er ausrichten, dass er, der Bürgermeister durch sein Volksbefragungsgetue, in dem die Bettlerfrage inkludiert ist, überhaupt für die Hetzjagd verantwortlich sei.
Das war’s eigentlich, mit 500 bis 1000 Demonstranten, die den Weg säumten, Plakate dabei hatten und ein bisschen spontan waren. Mehr ließ das nasskalte Wetter nicht zu.


Wa.

Friday, February 11, 2011

Who the Fuck is Chalifa bin Zayid Al Nahyan?


Dem Kalif sein Wappen. Ja, ja, so wollte er das haben!


Nur so nebenbei: Der ägyptische Präsident Husni Mubarak wurde bis zu den großen Aufständen vom Westen ganz gut als „Friedensstifter“ und „Erneuerer“ gefeatured, um nicht zu sagen gefeiert. Im Grunde so lange, solange Mubarak in der Nahostpolitik Ergebnisse brachte. Im Westen war das jedem ziemlich egal, dass die Ägypter auf Mubarak angefressen sind. Und ohne Aufstand, wäre es auch nach wie vor wuascht, auch weil man nicht ganz unbegrübdet Angst hatte, von den sehr großzügig verteilten Werbemillionen des ägyptischen Toursimus-Ministers nicht mehr beachtet zu werden.
Wer Geld bringt, darf aber noch immer regieren wie er will: Die So-la-la-Monarchie von den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Beispiel, in der Präsident Chalifa Zayid Al Nahyan das Sagen hat. Das Amt hat der Kalif übrigens von seinem Vater übernommen. Nur beschrenkte Wahlrechte, Medien- und Internetzensur, islamische Bekleidungsvorschriften – aber extrem gute Geschäftsbeziehungen mit dem Westen und eine distanzierte Politik zum Iran und Irak reichen vollkommen aus, um als „gut“ gesehen zu werden. Dabei sind die Emirate noch „fortschrittlich“, Hammer-Regimen wie Saudi-Arabien sind absolutistische Monarchien, also ein Regierungsmodell aus dem 17. Jahrhundert in Europa, sie alle sind weit schlimmer als Ägypten, aber da schaut man zu.


Wa.

Thursday, February 10, 2011

Bis 2012 wird das Gfrast nun laufen!



Ich will die Bilder nicht auspacken und die Fahnen auch nicht. Der GAK hat nen neuen Hauptsponsor, der bei den Roten wieder mal voll ins Mark geht. „Kik“, der Baumwolldiskonter mit dem Versuch ein bisschen mehr als billig zu sein und mittlerweile seinen Mitarbeitern schon auch so etwas wie gesetzliche Mindestlöhne zahlt, war einer unserer guten Sponsoren, als auf jedem Stadionplatz noch ne Kunststofffahne zum Wacheln lag und für zwei Jahre mal so tat, als wäre das Geld abgeschafft worden. Nun ja, wohin das geführt hat, wissen wir ja und sollte nicht neu aufgewärmt werden.
Der neue Sponsor ist also da, einen deutschen Sponsor hat nicht jeder Verein in Österreich, sollte man auch sagen, die laufende Saison ist ausfinanziert, und gestern Abend hat mir noch mein Tankwart Sepp nicht ganz falsch zugemauschelt: „Gut so! Weil ohne Kohle rennt des Gfrast net!“. Nun ja, dem ist nix mehr hinzuzufügen, vielleicht noch die Erklärung des Wortes „Gfrast“ für unsere Leser aus Deutschland. Gfrast ist laut Dialektwörterbuch „Heimtückischer Mensch bzw. heimtückische Menschenansammlung“.

Wa.

Tuesday, February 08, 2011

Zur Raumfahrt ein Handy.


Das Festnetz. Nicht so lange her, da hat's das noch gegeben.


Neue Handys sind eh immer super, trotzdem dürften die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlichen Funktionen mehr Probleme mit sich bringen, als erwartet. Sie funktionieren also nicht so, wie sie sollten. Zumindest nicht so, wie sich das der Besitzer vorstellt. Ein Auto ist immer ein Auto, zumindest meistens, und das ist gut so. Die Schaltung, die Pedale, alles funktioniert bei allen Marken ähnlich, egal ob man jetzt einen Audi oder einen Subaru fährt. Zumindest ist das seit ziemlich vielen Jahren so.

Beim Handy hat jeder Anbieter sein Patent auf jedem Knopferl oben, dadurch ist jede Marke ein bisschen anders ein jedes neues Handy gewöhnungsbedürftig. Die Anfragen, wie Handys funktionieren, ufern bei meinem Anbieter dermaßen aus, dass dieser jetzt pro Schnellsiedekurs Kohle verlangen „muss“, weil er sonst mit dem Verkaufen nicht mehr zu Gange kommt. Jetzt kann man sagen, da kommen ein paar Alte und Mittelalte die keine Youngsters um Rat fragen können und die wollen nun, dass man sich mit ihnen beschäftigt und am besten das Handy bis ins letzte Detail erklärt. Stimmt nicht so ganz. Warum auch? Für die paar Funktionen, die man wirklich braucht? Ja doch. Keiner kennt sich bei seinem Handy in echt aus. Wird so sein müssen. Autofahren war leicht, funktioniert immer ähnlich. Ich wett was, Raumfahren ist net schwerer, als ein Handy zu bedienen.

Wa.

Monday, February 07, 2011

Hirschkrebs in Schladming?

Der Hirsch bei der Arbeit.

Und was ist, wenn das WLAN die armen Tieren Schaden zufügt? Hirschkrebs soll bekanntlich eine Krankheit sein, die im Vorrücken ist. Wem schmeckt dann noch der Hirschbraten? Untersuchungen in Lappland sollen weiters ergeben haben, dass Elche in WLAN Gegenden geneigt sind, mehr Stresshormone auszuschütten und sich so eher der geschlechtlichen Paarung verweigern. Der Lappländer Forscher Sven Söndebröd dazu: „Der Hirsch braucht seine Ruhe. Ruuuhhho!“ Und das nur weil russische Skifahrer mit ihrem WLAN Gasprom-Aktienkurse anschauen müssen?
Wie schaut das dann in Schladming aus? Täte dann der Hirsch nicht mehr röhren, und kein Rehkitz mehr entstehen wollen und so auch kein Schladminger Rehrücken mehr auf den Tisch kommen? Wenn das die Schladminer Jägerschaft nicht mehr auf den Plan ruft, was dann?

Wa.

Friday, February 04, 2011

Wir sind so virtuell. Vitrtueller geht's nicht.


Kann man's riechen?



Duo espressi per favore!


"Ihr Auftritt" im virtuellen Raum ist ja fast echt. Also echt virtuell zumindest. Manche Freunde haben ja schon Angst, dass ich mir die letzte Kreativität aus dem Schädel schlage, aber das geht schon so, wie alles gaht, und was am Ende des Tages sich anhäuft oder nicht, das ist leider Gottes ja auch fremdbestimmt, beim einen mehr, beim anderen weniger.

Anbei noch zwei Plakate, die zumindest im virtuellen Raum vorkommen. Vielleicht noch kurz vorgestellt, der Herr neben dem Wa. das ist Herr Haidacher, Mastermind vom Theater im Keller in Graz.

Wa.

Thursday, February 03, 2011

Neues aus Dublin!


Paul Murray und Ken Bruen zusammen in einem Blog - das hätten die Beiden wohl auch nicht gedacht ...



Das Trinity College in Dublin ist mehr als eine Universität. Das altehrwürdige Haus war immer schon eine Kaderschmiede wichtiger irischer Autoren.

Oscar Wilde, Bram Stoker und Samuel Beckett gingen in das konservative College in Dublin, schrieben Literatur- und Theatergeschichte, sorgten für veritable Skandale, und schafften es mitunter bis hin zum Nobelpreis. Nach wie vor ist das Tinitry College eine Eintrittskarte in die Welt der Literatur. Einer der versucht in die Fußstapfen seiner Vorgänger zu steigen, ist der Trinity Absolvent Paul Murray, der mit „Skippy stirbt“, einen äußerst sozialkritischen Roman hinlegt.Paul Murray schrieb eine Romantrilogie über das Treiben im Seabrook College bei Dublin. Eine Tragikomödie kommt hier heraus, voller Leben, Liebe und Tod. Und das ohne die verschissenen Irland-Pub-Besuche, die mittleriweile die Rmane eher vergeigen, als sie zu peppen. Die Trilogie liegt nun vor, im lässigen Schuber. Durch die Fortsetzung in Band zwei und drei bekommt das alles dann epische Spitzen. Zu dem epischen Format gesellt sich dann noch eine starke erzählerische Haltung hinzu und auch ein wenig Soap wird spürbar, was aber kein Schaden ist. Klingt doch fabelhaft unverkrampft!

Traditionell, aber nicht altmodisch.

Trinity-Abgänger sind aber nicht nur für die Hochliteratur bekannt. Ken Bruen ist hartgesottener Krimi Autor, der schon anständig Lebenserfahrungen sammelte: Er unterrichtete im Fernen Osten Englisch, arbeitete als Wachmann, heiratete eine griechische Millionärstochter und konnte schon ein halbes Jahr Knast in Rio de Janeiro verbuchen. „London Boulevard“ heißt sein neuer Krimi, eine sehr geschmeidige Angelegenheit für Fans der ungeschönten Gangart. Gerade erst aus dem Knast heraus, bekommt Mitch bei einer ehemaligen Theaterdiva den Job als Hilfskraft angeboten, nebenbei hat er jedoch eine Geschichte als Geldeintreiber laufen und beides ist auf die Dauer kaum zu vereinbaren. Gut oder böse, wie wird sich Mitch entscheiden? Der Plot sitzt, es wird nichts psychologisiert, die alte Schule des Krimischreibens: Sehr spannend, gut abgelegen und fernab aller Tabus.



Wa.

Sunday, January 30, 2011

The making of „Wankos Auftritt“.


The


Making


of

Kamikaze!

Wie sich bereits herumgesprochen hat, trete ich tatsächlich auf, bei „Ihr Auftritt“, ich versuchs zumindest. FB-mäßig hat man mir weitergeholfen. FB-Friend „Stadtparkhansi“ meinte „Kamikaze!“ wäre ein richtiger Spruch für den Wanko, und ich denke mir Kamikaze, das passt für den Wanko und dann rief ich meinen Hawie Michi an und fragte, ob er mich da so auf kamikazemäßig fotografieren will und dann tat er das auch. Auf gings also zum Stadtparkbrunnen, auf ein Pankerl gestellt und schon fotografiert. Spaß hatten wir sowieso. Die Passanten schauten uns fragend an aber keiner war böse.
Und wenn Du dich jetzt noch immer nicht auskennst, macht das gar nix, weil hier geht’s zu Deinem Auftritt! Mach doch mit, weil dann machen wir zusammen die Plakatparty, eh klar, oder?!

Wa.

Saturday, January 29, 2011

Einmal über den Semmering und zurück.


Was soll’s? Der Semmering kann sehr stimmig sien.


Auch ein Japaner war unter den Fotografen.


Ich weiß nicht was Azzi Amanda von mir will. Aber da steht’s ja eh: Amanda will mir die Großpackungen blauer Pillen verkaufen. Aber ich mag nicht. So viel zum heutigen Outlook-Nachrichtendienst. Schön gut, alles schläft, nur den Wa der bloggt. Mcht aber nix. Konnte eh schon die letzten Tage nicht wirklich ... ist halt sehr viel zu tun. Gestern dafür eine feiner Zugfahrt über den Semmering. Volle Schnee, volle Eis, wie im Märchenland, auch ein Japaner war dabei, hat gleich fotografiert. Dem gehörte übrigens eine Bottle Mineral, die ich mir aneignen wollte, weil ich schon dachte, sie wäre zurückgelassen und ich hatte Durst und der Kellner wolltn keine Kredit- oder Bankomatkarte , aber wuascht, das wurde bereits auf Facebook abgehandelt. Egal, die Fotos sind nice, der Semmering auch, und heute hab ich mir ein neues Handy besorgt.

Ein Smartphone von HTC und ich denk immer an HCI, also Chlorwasserstoff, Salzsäure. Ein Smartphone musste es sein. Ich gaffe das Teil jetzt mal an. Mal gucken, vielleicht mag es mich. Hm. Noch bin ich misstrauisch. Mit jedem neuem Handy weiß ich, dass ich mindestens ein Jahr, wenn nicht zwei Jahre älter geworden bin. Ja, ja, so ist das, aber nicht nur bei mir, sondern auch bei dir, lieber Leser. Auch DU wurdest zwei Jahre älter, in dieser Zeitspanne, gelle?

Wenn ich dir jetzt den Tag verschissen habe, dann sage ich dir eines: Früher mal hast du dich wie die Sau über das Älterwerden abgefreut. Da warst du noch jung! Mhm! Aber du hast ja noch ne Chance. Bleib jung im Schädel, mach auf Schädeljugend. Kauf dir ein Smartphone, oder sonst was, lerne japanisch, halte dich fit, geh anständig fort, mach was!

Und wenn du jung bist, also U18 und das hier liest, sag ich dir eines: Jung sein ist kein Verdienst, du Flasche! Jung sein mussten wir alle einmal. Alt sein ist übrigens auch kein Verdienst. Vielleicht schon ein bisschen mehr, aber das wäre mir jetzt zu anstrengend und würde aus dem Blog einen viel zu langen Strudel machen. Muss mich um mein scheiß Smartphone kümmern. Und dann lesen, ein bisschen Pasolini, und dann muss ich noch, und, und, und das auch noch, und - die Nacht ist ja noch jung!

Wa

Im Reich der 2000er.


Wanko lobt sich selber. Und darf er das? Aber klar doch!

In eigener Sache: „Wa“ bedankt sich bei über 2000 Besucher, die seinen Blog dieses Monat besucht haben. Das ist insofern beachtlich, da Wankos Blog jetzt keine Dienstleistungen anbietet, auch keine doofen Gewinnspiele macht, jetzt nicht immer nur in ein Segment geht und auch keine leichtbetuchten Personen zeigt, sondern einfach nach Möglichkeit „einen auf den Wanko macht“, also sich selber reproduziert, sich selber macht, ein Autorenblog eben. „Einen auf den Wanko machen“, das gefällt mir am besten. So soll es bleiben, danke für euer Feedback, 2000 Klicks im Monat sich nicht schlecht, aber was schaffen wir den nächsten Monat, hm?
Also liebe Leser, immer fleißig am Ball, äh am Blog bleiben. Much Thanxxx!Und wenn Ihr mal nicht mehr wollt, dann schleichts Euch wieder, undankbares Pack! (Aber mault vorher anständig über mich. Verlinkt und verbreitet mich! :-))


Wa.

Tuesday, January 25, 2011

Chi è Ammaniti? Fellini ist schon tot, und Conte lebt, aber kennen Sie Ammaniti?



Nicht suchen, aber doch finden, zum Beispiel die Ähnlichkeiten zwischen Frederico Fellini und Paolo Conte, diese einsamen Wölfe der italienischen Provinzen, große traurige Künstler und doch wieder lustig, als ob sie nur zu gut über ihre eigene Melancholie lachen können, über das Vergessen, über die verflossene Liebe, den eigenen Schmerz. Vielleicht ist es ja auch das, um was es geht? Im größten Elend immer wieder, oder noch immer lachen zu können – zu müssen. Wuascht! Paolo Conte, angry old man, so kommts mir vor. Tschick, Kapperl, Schnauzer, ein Glas Wein die Tschick und Ärger, Zorn. Zorn, ZORN großgeschrieben. Große Ungestümtheit vor dem Herrn. Beispiel: Einfach den Computer aus dem Fenster wuchten, wenn er das Wort Ungestümtheit nicht erkennt! GRRR! Conte würde das machen. Einfach so schön, so soll man nicht sein, so wie irgendwie auch La Dolce Vita. Mit 16 gesehen und enttäuscht, Conte hätte mich wahrscheinlich auch enttäuscht, aber jetzt gut, bella roma. Jetzt aber will ich mir den Conte einfach net vorstellen, dass er vor bestuhlten Reihen spielt und die Zuhörer zwischen zartem Beifall und rhythmischen Klatschen abwechseln, aber irgendwie auch wuascht. Besser: Kalter Winter in Oberitalien, staubige Straßen, Conte läuft im Radio in einem Tankstellencafe, am Abend. Plötzlich wird’s auch dort warm. Chi si ferma è perduto, sagt mir da mein Internetwörterbuch ein, „wer sich aufgibt, ist verloren“. Bis morgen bitte lernen, ich prüfe auf FB ab. Da fällt mir gerade ein: „Wie es Gott gefällt“, von Nicollò Ammaniti. Der hat das auch, und ist unter 50. Den sollte man gelesen haben. Ein italienscher Autor ohne Krimi.

Wa.

Friday, January 21, 2011

Ein großer Amerikaner.


Gelungenes, unprätentiöses cover. Typisch für Dumont Bücher.



Richard Russo gehört zu den großen Amerikanern, die in Europa erst entdeckt werden müssen, so in etwa kann man das sehen, wenn man seinen Roman „Diese alte Sehnsucht“ liest. Der Roman ist im amerikanischen Universitäts- und Künstlermilieu angesiedelt. Jack Griffin, ein Drehbuch-Professor auf einer kleinen Universität an der Ostküste, erkennt mit fortschreitendem Alter mehr Wesenszüge seiner Eltern in sich, als ihm recht ist, zumal er nicht gegen sie ankommt. Und trotzdem nimmt er sein Schicksal hin und leuchtet es sogar bis in die kleinsten Winkel aus. Jedoch mündet der Roman in keine unreflektierte Selbstbeschauung, sondern erfährt eine unheimliche Weite. Der Universitätsprofessor Jack Griffen schaut ins Leben hinaus und nimmt den Leser mit auf seine Reise. Vom „Scheiß-Mittelwesten“, dieses Zitat verwendet der Autor übrigens durchgehend, über die Ostküste bis hin zum Westen kann das ein ziemlich weites Feld sein, das sich durchaus auch gedanklich manifestiert. Und trotzdem holt die Welt seiner Eltern Jack Griffin immer wieder ein. „Diese alte Sehnsucht“ ist ein gelungener Roman über die Vergänglichkeit. Der Autor hält sich jedoch sehr stringent, und verzichtet auf den billigen Weg, es zu emotionell anzulegen. Ein starkes Stück Literatur.

wa.

Monday, January 17, 2011

Ihr Auftritt!


Fettes Leuschteil. Wer macht das?



Wer tritt auf, wer tritt ab? In Graz machen immer wieder PR-Kampagnen von sich Reden, die unverschämt teuer sind. Ob Citylights, Plakatwände, „IHR AUFTRITT“ wird jetzt gerade schwer eingefordert. Ihr Auftritt? Wie bitte? Auf was soll man denn treten, oder wer tritt? Ich trete auch jeden Tag auf, auf’n Blog, auf Facebook, am Boden. Ich komme nicht, ich erscheine, trete auf, Auftritt! Aber: Ihr Auftritt? Wer steckt hinter dieser Campaign? War das vielleicht die CIS? Kann ja sein, die ist immer für so etwas gut.
„Kultur macht Mensch?“ Glaub nicht, dass die zurzeit die Kohle dazu haben.
Herr Strohsack, äh Stronach? Warum nicht? Der Herr lässt sich zur Opernredoute ankündigen! PENG! Ich, Onkel Frank komme, lasse mich im Leuchtlicht abbilden, komm mit dem E-Auto und bring gleich die Sturmkicker mit und zahl dem GAK ein kleines Stadion für 999,9 Zuschauer!
Und irgendwann hat ja mal eine VP Campaign mit „Neues Kommt“ geworben, kanns jetzt aber auch nicht sein, ist ja keine Wahl in Sicht.
Oder Herr von und zu Reininghaus? Ist eigentlich eh super. Die Gründe von der „Skandalfamily Reininghaus“ werden von Douglas Fernando gekauft! Und der macht jetzt dicke Eigenreklame! WUMMM! Douglas Fernando könnte übrigens auch in „Reich und Schön“ spielen, ich nehme mal an, den Reichen, ha, ha. Also gut, wenn Sie von meinen Old-Style-Jokes genug haben (kann man ja nieeee kriegen, ich weiß, ich weiß), dann zurück zu den Citylights und den vollgepflasterten Plakatwänden.
„IHR AUFTRITT“ Was kommt da und wer zahlt da? Das möchte Graz gerne wissen!


Wa.

Friday, January 14, 2011

Andiamo, andiamo!



Na ja, hier schwitzt der Mann und warum auch nicht? Es gab ja viel zum Laufen.

Nein, Mister Wa. ist nicht eingegangen, sondern ist beim ersten Mal Laufe in diesem Jahr ganz gut vorangekommen. 2 Mal den Stadtpark, dann durch die Herrengasse zur Mur bis zur Kalvarienbergbrücke und retour bis zur Rechbauerstraße. Gut gegangen, 50 Minuten, und da waren noch Reserven da. Und so nebenbei, weil einem ja auch fad ist, ein bisserl italienisch gepaukt. Deklinationen, Alphabeth und einfache nützliche Satzerln. Che cosa vuole?


Wa.

Thursday, January 13, 2011

Lebensgefährlich: Erika Weber!


Ich weiß nicht, welchen Zweck Kettenbriefe haben. Welchen Sinn ergeben sie? Schon als Jugendlicher war ich eigentlich mehr verärgert als sonst irgendwas, wenn ich einen Kettenbrief bekam. (Man bekommt ja als Bursche nicht sooo oft Post, und dann das ...). Heute bekommt man sie via E-Mail, sind bei genauerem Hinsehen jetzt auch nicht wirklich schlüssig, aber wer hat schon viel Zeit und liest alles genau durch. Dieses in die Jahre gekommene Hoax (Schreckens- Schwindelmail) hat mich gestern erreicht. Ich habs gleich an 2 Personen weitergeschickt, ha, ha. MagManu war dann so nett und klärte mich auf, Starlight hat’s noch nicht gesehen.


P.s: Die Erika Weber im BKA gibt’s auch net. Um zu wissen, wie eine Erika Weber aussehen kann, hier ein representativer Erika-Weber-Querschnitt: Erika Weber Bilder

Bitte lesen - DRINGEND
Es wurde heute auch schon in Ö3 - durchgesagt
Bitte verteile diesen Hinweis an Deine Freunde, Familienangehörige und weitere Kontaktpersonen!
In Den kommenden Tagen solltest Du aufmerksam sein und keine eMail öffnen mit dem Betreff oder Anhang: Einladung, unabhängig davon wer sie Dir geschickt hat.


Es handelt sich um ein Virus, das eine Olympia-Fackel öffnet, die die gesamte PC-Festplatte zerstört. Dieses Virus kann Dir von einem Bekannten gesendet werden, in dessen Adressbuch Du stehst. Darum solltest Du diese Information an alle Deine Kontakt-Adressen weiterleiten. Diese Nachricht eventuell 25 Mal zu bekommen, sollte man bevorzugen, anstatt einmal eine solche Virus-eMail zu erhalten und sie zu öffnen.


Wenn dennoch eine eMail mit dem Betreff Einladung bei Dir eintreffen sollte und sei es von einem Freund, öffne sie nicht und schalte Deinen Computer sofort aus! Es handelt sich um das gefährlichste Virus, das je durch CNN angekündigt wurde.


Dieses neue Virus ist gerade - gestern Nachmittag - durch Mc Afee entdeckt worden und von Microsoft als das zerstörerischste, das es je gegeben hat, eingestuft worden.


Noch gibt es keine Möglichkeit, diese Virenart zu eliminieren. Sie zerstört einfach die Zone Zero (Zentrum) der Festplatte, wo die lebenswichtigen Informationen abgespeichert sind.


Schick bitte diese eMail an alle, die Du kennst!
Denk daran: wenn Du sie ihnen sendest, ist das für uns alle von Vorteil.




Erika Weber
Bundesministerium f. Inneres
Bundeskriminalamt
Büro II/BK6.1.2 Personsfeststellung
Tel: 43-1-24836/85888
Fax: 43-1-24836/85889
e-Mail: Erika.Weber@bmi.gv.at

Friday, January 07, 2011

Ihr Mitgliedsausweis 2010 ist da!




Ihr Mitliedsausweis 2010 ist da ...


Mannohmann, McManaman und sonst noch alles! Jetzt bekommen wir tatsächlich den Mitgliedsausweis vom 10er-Jahr nachgeschickt, in der Ästhetik eines 1980er-Unterstufen-Jeans-Club Ausweises: zwei zusammengeschweißte Folien, mit einem Papierlappen zwischendrin. Hinzu kommt die Einladung auch heuer wieder Mitglied zu werden. Ich sehe das jetzt positiv: Bei den Reds wird wirklich eisern gespart, Rechnungen werden überwiesen, usw. Da nimmt man auch die gagi Mitgliedskarte in Kauf.


Glück auf, GAK!


Wa.



Thursday, January 06, 2011

Immer Drama um Fears, äh, Tamara

Na da gibt’s was zu gucken. Wer da wohl kommt?  

Nach dem Film traf ich zufällig Freund Kurt G., der sinngemäß meinte, dass es vom Stephen Fears Filmerstling „Mein wunderbarer Waschsalon“ bis zu „Immer Drama um Tamara“ doch ein ziemlich weiter Weg sei. Ja klar dachte ich mir, ist es auch. Ich hatte außerdem den letzten Fears-Spielfilm „The Queen“ im Kopf, den ich Tags zuvor in der Glotze sah. Mit dem war ich nicht glücklich, weil ich der Meinung bin, dass die ganze blöde stoische Gafferei der Queen eigentlich nicht tragend für einen Film ist – sofern man nicht in England lebt. Da hätte schon die Boarderliner-Dreiwettertaft-Lady-Diana als Zottelzombie aus der Gruft steigen müssen, und ein bisschen mitzotteln. Aber egal, der Film bekam viele Preise und Stephen Fears genug gute PR um weitere tolle Angebote zu bekommen.


Und jetzt eben „Immer Drama mit Tamara“, ein Film als Spiegelbild des unterem Ende der Upper-Class, also die reicheren Intellektuellen. Uniprofessoren, am Land lebender Schriftstelleradel, noch nicht ganz etablierte Rockmusiker, Jungjournalisten in angesehen Zeitungen – Menschen also, die das Pfund nicht umdrehen müssen, bevor sie es ausgeben. Die Geschichte dazu ist auch schnell erzählt: Die flotte Journalistin Tamara kommt nach Hause und verdreht den Männern den Kopf, vor allem denen ab 50, und macht die Frauen der Männer nervös, vor allem die ab 50. Zum Schluss bekommt Tamara dann den, der zu ihr passt und der alternde Lüstling wird von einer Rinderherde totgetrampelt. Ein bisschen ein Märchen also, durchaus mit kritischen Noten und einer kleinen Wertediskussion, aber im Prinzip eine well done Comedy.


Mit der Landschaft hätte Jane Austen eine Freude, denn spielen tut die Komödie in Dorset, einer Grafschaft in Südwestengland, wo es so englisch-ländlich aussieht, also so unglaublich schön, dass man am liebsten schreien möchte, Kitsch! Und tut’s endlich die Bilder weg! Wir sind im 21. Jahrhundert! Der Film ist jedoch charmant und zeigt einmal mehr, die große Klasse der englischen Schauspieler, eine sehr gute Ensemble-Leistung, würde ich mal sagen. So geht der Film runter, wie ein English Mint Pie. Den liebt man, oder man kotzt ihn wieder aus. Seinerzeitige Weggefährten wie Mike Leigh oder Ken Loach würden wohl eher das letztere tun.




Wa.

Monday, January 03, 2011

Wurde von den Sternsingern überrascht ...



Sternsinger haben die außerordentliche Begabung, dass sie einen jedes Jahr überraschen und damit ihnen nix passiert, haben sie eine strenge Mutti dabei. Heute wurde ich wieder überrascht und Tochter C. auch noch. Die hat ziemlich gegrinst. Ich übrigens auch. Die Sternsinger nicht.

Terroristenpärchen.

Die Schatten der blutigen Vergangenheit ragen bis in die heutige Zeit hinein. Junge Autoren beschäftigen sich damit.


Von der RAF in Deutschland über die PLO im Nahen Osten bis zu den Roten Brigaden in Italien, der 1970er-Terror beschäftigt eine neue Autorengeneration. Ihnen geht es jetzt aber weniger um den damaligen Aufruhr, sondern um die Auswirkung auf die heutige Zeit. Sie sind die Kinder des Zorns und versuchen dies literarisch zu verarbeiten. Hinzu kommt, dass das literarische Zweigespann immer beliebter wird.

Die RAF und seine literarischen Erben.

Ulrich Noller und Gök Senin sind eines dieser neuen Autorenpaare, die zusammen den Krimi „Celik & Pelzer“ geschrieben haben. Der Krimi kommt schnell auf Touren und ist die ersten Seiten wirklich packend, hat auch kantige Personenbeschreibungen, scannt das ganze Umfeld ziemlich gut ab, auch die Dialoge haben genug Schärfe, und trotzdem, der Krimi verheddert sich aber zunehmend in private Plänkeleien zwischen Celik und Pelzer. Das wäre jetzt auch nicht das Problem, aber aus einem RAF-Krimi muss man mehr herauszuholen. Hier müsste die Fiktion stärker in die Realität und in die jüngere Zeitgeschichte verzahnt sein, gerade wo eh noch so viel im diffusen Bereich ist. Da müssen Tatsachen auf den Tisch und keine fiktiven RAF-Sub-Organisationen. Der Krimi punktet jedoch als deutsch-türkisches Literaturprojekt. Hierzu braucht es aber keinen Blick in die Vergangenheit.

Italien kann sehr krass sein.

Sensibler geht es Roberto Cotroneo an. Der Titel „Die Jahre aus Blei“ ist zwar wirklich nicht einladend, und die ersten Seiten der Übersetzung sind noch sehr eng am Italienischen, das Problem legt sich aber. „Die Jahre aus Blei“ spielen im Jahr 2006 und haben einen sehr stark zurückgerichteten Blick. Roberto Cotroneo spielt sich mit dem Gedanken, dass linker Terror und rechte Geheimdienste einander bedingen. Um diese enge Verflochtenheit zu zeigen, rollt der Autor die italienische Geschichte noch einmal auf, von den faschistischen Vätern auf der einen Seite und von den kommunistischen Vätern auf der anderen Seite, bis hin zu schier unüberbrückbaren Grabenbrüche in der italienischen Gesellschaft von heute, die sich schlussendlich in der katastrophalen politischen Situation Italiens wiederspiegeln. „Jahre aus Blei“ ist ein verstörender Roman, der den italienischen Terror aus ungewohnten Positionen beleuchtet. Das Aushängeschild der italienischen Neointellektuellen Roberto Cotroneo schafft es über die Versuchung des Terrorismus zu schreiben, ohne sich von ihm blenden zu lassen.

Wa.