Monday, December 26, 2011

Seit dem 6. Lebensjahr im Automobil-Club.

Der Brief und die dazugehörende Mitgliedskarte.

Betreff: Ihre Automobilclub-Mitgliedskarte für unsere Tochter Clarissa Berner. Mitgliedsnummer 34 007 427 AUTO.

Sehr geehrter Sachbearbeiter;

Sehr aufmerksam, dass Sie unserer Tochter Clarissa Berner eine Clubkarte zukommen haben lassen. Immerhin, mit 17 Jahren kann man das brauchen, da haben Sie Recht! Nur blöd, dass Clarissa noch keinen Führerschein geschweige denn ein Auto hat.

Seit dem 6. Lebensjahr Mitglied.

Betrachte ich die Clubkarte genauer, steht oben, dass Clarissa schon seit 2001 Mitglied bei Euch ist, also seit dem sechsten Lebensjahr bereits im Club dabei ist. Da hat man dann gute Chancen auf die „Golden Card“ oder als alter Chiller bekommt man mal ein Foto mit ihrem Marketingleiter in die Mitgliederzeitung: „Frau Clarissa B. 106 Jahre alt, seit 100 Jahren im Club!“ Ist doch so, oder? Aber das brauchen wir nicht zwingend, wir sind schon Mitglied bei einem Grazer Fußballverein, nein, nicht Sturw Graz, sondern wir sind bei dem Club dabei, der 1902 gegründet wurde und den Ausgleich nicht nur am grünen Rasen beherrscht, wie kaum ein anderer (österreichische) Verein. Ich glaube also, dass prinzipiell eine Mitgliedschaft reichen muss.

24 Stunden Rechtshilfe, auch für Hools?

Langsam dämmert es mir, warum unsere Tochter zu Eurem Mitglied wurde: Irgendwie hat’s dadurch eine kostenlose Schulweg- oder Radfahrversicherung gegeben, gelle? Jetzt weiß ich nicht so genau, was ich machen soll, weil bis zum 19. Geburtstag ist die Mitgliedschaft ja kostenlos. Ich kann das Ding also ruhig schleifen lassen, und vielleicht sollte ich das auch. Sie bieten uns ja auch „24 Stunden Rechtshilfe“. Wir stehen ja gelegentlich am Fußballplatz in der Kurve oder gleich daneben, und auch bei Rockkonzerten kann’s eng werden. Kann man da mal den Haken ausfahren lassen, dass man etwas mehr Platz hat? Also, für den Fall der Fälle kann ja eine 24-Stunden Rechtshilfe nicht falsch sein – oder gilt die nur, wenn etwas im Zusammenhang mit unserem Auto „passiert“? Also, wenn man so einen gegnerischen Fan leicht touchiert, bin ich dann bei Ihnen richtig?

Herr Clarissa.

Aber so ganz gefällt mir das nicht, denn plötzlich vergesse ich unsere Tochter bei Euch abzumelden, und dann haben wir den Salat! Wie sehen denn Sie das, sehr geehrter Sachbearbeiter? Ich glaube ich sollte Clarissa abmelden, weil irgendwie seid Ihr in Wien Rüpeln, denn der Brief ist auf „Herrn Clarissa Berner“ adressiert, aber wie ein Herr schaut unsere Tochter wirklich nicht aus. Sie heißt ja jetzt auch nicht Clarissus oder so, sondern Clarissaaa! Also, ich bin für die Abmeldung, außer Sie schieben mir mal ein paar Super-Argumente rüber, warum unsere Tochter Mitglied bleiben soll?

Mit freundlichen Grüßen,

Martin G. Wanko, Graz 2.

Saturday, December 17, 2011

Die Weihnachtsdiebe!

Kranz! (Foto: MGW.)

Für alle, die gerne Weihnachtsgeschichten lesen, oder Kinder haben und mal Lust auf etwas Anderes verspüren. Warum dann nicht an diesem Sonntag, oder am Heiligen Abend eine Geschichte vom Wanko lesen.?Es sei mir eine Ehre, wenn dies einträten würde.
Dieser nicht so kurze Text handelt vom achtjährigen Daniel, der einen außergewöhnlichen Brief an das Christkind und dem Weihnachtsmann schickt.
Von Martin G. Wanko

Lieber Weihnachtsmann und liebes Christkind!

Weihnachten war bei uns immer sehr normal, außer im letzten Jahr, da war es echt spannend. Normal sind bei uns keine Besucher, das ist dann immer fad, weil da der Papa immer das gleiche erzählt, und die Mama auch, und dann passt das dann doch nicht und dann diskutieren sie wieder. Ich glaube, normal sagt man dazu streiten, aber die sagen immer diskutieren dazu. Mich wundert es eigentlich, dass sie später immer diskutieren, nachdem sie sich vorher immer etwas schenken und sich eigentlich lieb haben. Bei mir ist das ja klar, zu mir kommt der Weihnachtsmann, oder das Christkind, wer halt Zeit hat, hat die Oma gesagt, weil heutzutage viel mehr los ist als früher, wo nur das Christkind alleine gekommen ist, hat die Oma gesagt, weil die Russen und die Chinesen jetzt auch Weihnachten feiern dürfen, hat die Oma gesagt. Früher war das alles anders, da war der Eiserne Vorhang, oder so, da haben nicht alle Geschenke haben dürfen. Aber die Oma kommt ja nicht zu Weihnachten, sondern immer erst einen Tag später, sonst wäre es zu Weihnachten eh immer lustig, weil vor der Oma trauen sich meine Eltern nicht so richtig streiten, ich meine diskutieren. Aber letztes Jahr war die Oma schon am 24. da und das war super!

Und alles war plötzlich fort!

Also, das war so: Der Papa war schon weg, weil er Frühdienst gehabt hat, da ist es noch Nacht, und die Mama ist im Bett gelegen und ich auch. Ich hab noch geschlafen, und die Mama auch. Dann ist die Mama aufgestanden und hat einen Schreianfall bekommen. Bei uns ist eingebrochen worden! Und dann waren wir nicht mehr lange alleine, weil die Polizei war auch da und vorher waren wir auch nicht alleine, weil da waren die Einbrecher da. Sonst wäre ja auch nicht die Polizei gekommen. Aber das war spannend! Die Polizisten waren zu zweit da und dann plötzlich zu viert! Da waren Blaulicht und Sirenen und die ganze Siedlung hat zu uns geschaut, endlich war da was los, endlich waren wir im Mittelpunkt! Und dann haben mich die Polizisten gefragt, was ich getan habe und ich habe ihnen leider nur sagen können, dass ich geschlafen habe. Ich habe mich dann sehr geärgert, dass ich geschlafen habe, sonst hätte ich ihnen sicher weiterhelfen können. So ein Pech! Ich werde irgendwann einmal auch Polizist, weil das ist super! Da kann man immer in fremde Wohnungen rein und muss dabei seine Schuhe nicht ausziehen! Und dann ist eben die Oma auch gekommen und der habe ich alles gleich erzählen müssen. Bei uns ist eingebrochen worden, die Räuber waren da! Die haben alle Geschenke mitgenommen und den Christbaum, der bei uns im Wohnzimmer gestanden ist. Dazu noch die zwei Computer und den großen Flachbildfernseher. Und die Oma war ganz aufgelöst. Das hat die Mama dann dem Papa am Telefon gesagt, ich weiß nicht so ganz, ob das stimmt, weil die Oma war nie aufgelöst, ich habe sie ja noch gesehen, und jetzt ist sie auch nicht durchsichtig. Egal. Die Oma war sehr verwundert, dass die Einbrecher den Christbaum mitgenommen haben und war sehr traurig, dass sie die Weihnachtsgeschenke auch mitgenommen haben.

Den ganzen Tag Kekse essen!

Ich habe dann die Oma getröstet. Macht nichts, habe ich der Oma gesagt, der Weihnachtsmann oder das Christkind halt bringen eh neue Geschenke. Denen macht das ja nichts aus, die haben eh genug. Und dann hat mich die Oma ganz an sich gedrückt. Ich weiß nicht, das haben Erwachsene manchmal. Die drücken einen an sich, ganz fest und man weiß nicht warum. Komisch, die Erwachsenen.
Also, die Mama hat dann den Papa angerufen und hat geweint, die Oma hat einen Kaffee gemacht und wie die Polizei weggegangen ist, ist dann die Nachbarin auch gekommen und zu mir der Maxi und der Joshua, meine Freunde aus dem Haus. Die dürfen sonst am Heiligen nie zu mir, weil an diesem Tag eben so viel los ist. Das sagen die Eltern von denen auch. Und meinen Freunden habe ich dann auch noch die Karte vom Polizisten gezeigt, die er mir gegeben hat, bevor er gegangen ist. Da stehen sogar sein ganzer Namen oben und seine Telefonnummer drauf! Dort kann ich dann anrufen, wenn was komisch ist, hat der Polizist gemeint. Leider war bis heute nichts mehr komisch, ich hätte gerne angerufen. Aber egal, die Erwachsenen waren in der Küche und ich hab mit Maxi und Joshua im Wohnzimmer spielen können. Weil dort wo vorher noch der Weihnachtbaum war, war ja dann nichts mehr. Da war ja viel Platz. Und dann ist dem Joshua seine Mama auch noch gekommen, und dann haben wir sogar schon am Vormitttag Kekse essen dürfen, das haben wir sonst immer erst nach dem Abendessen und dem Geschenkeauspacken dürfen. Dem Joshua sein Papa ist dann auch noch gekommen. Der hat ein neues Schloss eingebaut, weil vom anderen die Schlüssel gefehlt haben. Die haben ja die Einbrecher mitgenommen. Der Joshua war richtig stolz auf seinen Vater, das hat man ihm angesehen, einen ganz roten Kopf hat er bekommen und mit den Fingernägel geschabt, so aufgeregt war er, wie sein Papa mit flinken Händen das Schloss ausgewechselt hat. Und das neue Schloss war toll, weil da hat der neue Schlüssel viel mehr Zacken gehabt, als der alte und es sperrt auch heute noch gut.

Die seltsame Suppe des Herrn Unsolu

Lustig war auch wie der Herr Mohamed Unsolu vorbeigeschaut hat. Der ist schwarz und kommt aus Afrika. Der ist im Stiegenhaus vorbeigegangen und hat ganz vorsichtig gefragt, ob etwas passiert ist, weil er ja unten die Polizei gesehen hat und bei uns der Schlosser war. Mohamed Unsolu ist dann ganz schnell hinauf in seine Wohnung und kurz darauf hat es geläutet und Herr Unsolu ist mit einem dampfenden Topf in der Hand dagestanden. Er hat gemeint, meine Mama hat sicher keine Zeit zu kochen und er hat etwas fertig gehabt. Dann haben wir alle dem Herrn Unsolu sein Essen gegessen, das war auch sehr lustig, weil niemand ganz genau gewusst hat, was das ist. Außer die Oma, die hat das nicht gegessen, sie hat gemeint, sie hat schon gegessen und keinen Hunger mehr, aber ich glaube, die hat ja nur Angst vor dem Essen gehabt, die hat vor allem Angst, was sie nicht kennen. Sie kennt eh schon viel, sagt sie dann immer zur Mama, schon viel zu viel hat sie kennen lernen müssen, rein alleine meinen Papa. Da fangen dann meistens die Mama mit der Oma zum Diskutieren an, aber an dem Tag wo die Einbrecher da waren, hat halt niemand zum Diskutieren angefangen. Und das war super!
Ich verstehe die Einbrecher.

Und plötzlich ist dann der Papa vor der Türe gestanden, mit einem neuen Christbaum! Der Papa war noch ganz benommen, also aufgelöst wie die Mama sagt, er sagt, er weiß nicht warum aber er hat in der Nacht vergessen die Türe zuzusperren. Aber ich glaube, der Papa war so benommen, weil er den Weihnachtsmann oder das Christkind getroffen hat und der hat ihm ja den neuen Christbaum geschenkt! Also, ich wäre auch benommen und sicher auch aufgelöst, wenn plötzlich der Weihnachtsmann vor mir steht! Dann haben wir alle zusammen den Weihnachtsbaum neu geschmückt, weil die Oma hat gemeint, das Christkind und der Weihnachtsmann können das nicht zwei Mal machen, die müssen ja nach China, Russland auch noch, sogar nach Weißrussland, hat die Oma gesagt. Der hat dann ganz lustig ausgeschaut, der Christbaum, weil der war dann auch bunt, weil die Mama nur noch ausgemusterte Kugeln von den letzten Jahren gehabt hat. Der Herr Unsolu hat uns dann noch einen Stern für die Baumspitze vorbeigebracht und der Joshua Sprühkerzen. Aber den ganzen Tag haben wir nur über die Einbrecher geredet! Toll! Die Erwachsenen haben die Einbrecher nicht verstanden, ich irgendwie schon. Die haben beide Computer mitgenommen, wahrscheinlich deshalb, dass Papa und Mama nicht auch noch zu Hause arbeiten und keine Zeit für mich haben und den großen Flachbildfernseher haben sie auch mitgenommen, wahrscheinlich deshalb, weil Papa und Mama immer diskutieren, was sie im Fernsehen anschauen sollen. Also die Einbrecher kommen dorthin, wo die Eltern zu viel diskutieren und arbeiten. Die Einbrecher habe ich auch gerne, fast so gerne wie den Polizisten, der in fremden Wohnungen seine Schuhe anlassen darf. Das habe ich aber niemandem gesagt, das versteht niemand, das schreibe ich nur Dir, liebes Christkind oder Weihnachtsmann.

Die Ritterburg!
Ach ja, noch einmal vielen Dank für die Geschenke, die ihr mir in letzter Minute vorbeigebracht habt! Die Oma hat mich ja schon getröstet und gemeint, ich soll nicht traurig sein, wenn am Heiligen Abend nichts mehr kommt, ihr habt halt viel zu tun und ihr würdet mir sonst dafür einige Tage später was bringen. Wir waren dann alle überrascht, als am Abend doch noch die Glocke läutete und ich gewusst habe, dass es nun Geschenke gibt! Das war super! Die Ritterburg, die ich mir so gewünscht habe! Das Lustige daran ist, der Max hat sich genau die gleiche Burg gewünscht, wir wollten die Ritterburg nämlich beide haben, dass wir auch miteinander spielen können und der Max hat sie eben nicht bekommen, dafür ich. Und danke auch für das Xbox Game, das du mir letztes Jahr geschenkt hast, die Fußball-Champions League, du kannst dich sicher erinnern! Der Joshua hat sich das Spiel auch so sehr gewünscht, aber nicht bekommen, erst später halt. Aber ich verstehe schon, die zwei waren halt nicht so brav wie ich!
Alles noch einmal so!

Aber der Joshua und der Max haben sich beide zusammengenommen, jetzt vor Weihnachten waren sie wirklich brav. Wenn du dieses Mal dem Max und mir das Piratenschiff schenkst, und dem Joshua die neue Champions-League für die Xbox und mir auch, dann ist das wirklich super! Das wäre wirklich gut. Ach ja, die Oma soll auch wieder kommen, am Weihnachtsabend, weil dann diskutieren Mama und Papa nicht so viel und den Flachbildfernseher lassen wir dann auch wieder ausgeschalten, wenn die Oma kommt, weil die mag kein Fernsehen mehr. Und der Herr Unsolu soll wieder seinen lustigen Eintopf bringen, wo wir nicht wissen, was da alles drinnen ist, aber schmecken tut er halt trotzdem, außerdem ist dann Herr Unsolu auch nicht mehr alleine. Max und Joshua müssen auch wieder vorbeikommen! Und den ganzen Tag Kekse essen! Also, ich wünsche mir, dass dann dieses Jahr alles so ist wie letztes Jahr. Ich wünsche mir von Euch, dass wieder die Einbrecher kommen! Ich werde auch die Türe in der Nacht aufsperren, wenn der Papa zur Arbeit gegangen ist und dann passe ich ganz gut auf, weil wenn ich die Einbrecher erkenne, kann ich auch dem Polizisten der die Schuhe nicht ausziehen muss, weiterhelfen. Dann bin ich in der Siedlung sicher der große Held!

Im nächsten Leben werde ich ...
Lieber Weihnachtsmann und Christkind, ich schreibe Euch das alles deshalb, damit Ihr gleich alle Geschenke für mich doppelt besorgt, weil die Einbrecher werden ja einmal wieder alles mitnehmen. Vielleicht könnt ihr aber den Einbrechern sagen, dass sie den Flachbildfernseher vom Papa nicht mitnehmen sollen, weil noch einmal kauft er sicher keinen, hat er das letzten Mal zur Mama gesagt, wie sie wieder über das Programm diskutiert haben und sich der Papa wieder einmal nicht durchsetzen hat können. Aber den Flachbildfernseher brauchen wir halt auch. Oder vielleicht könnt Ihr, lieber Weihnachtsmann und Christkind auch gleich einen großen Flachbildfernseher für meine Mama und Papa mitbringen, dann regen die sich nicht so auf, wenn die Einbrecher da waren. Ihr wollt sicher wissen, warum ich so gut schreiben kann, oder? Da hat mir die Oma geholfen. Die hat mich dann manchmal, wie ich ihr alles angesagt habe was sie schreiben soll, wieder so komisch an sich gedrückt und gelacht, aber ich weiß nicht warum.  Ah ja, das lustige Essen vom Herrn Unsolu isst sie dieses Mal mit, hat sie mir versprochen. Also, ich hoffe, dass meine Wünsche in Erfüllung gehen und dass Ihr nicht so viel Arbeit habt. Ihr müsst mir halt sagen, wenn ich wo helfen soll, und vielleicht werde ich einmal Polizist, wenn ich groß bin und zu Weihnachten ein Einbrecher,

alles Liebe, Daniel.



(Erstabdruck: Vorarlberger Nachrichten 10. Dez. 2011)

Sunday, December 11, 2011

Laufke adé

Die Türe zum Lokal, links mit der Martini Werbung ist vielen Grazer Szenemenschen ein Begriff.

Die letzten Gäste, die letzten Getränke.



Der wohl integrierteste Grazer Kaufmann mit Restaurantbetrieb schließt heute seine Pforten, wie "der Grazer" berichtete. Drehen wir das Zeitrad einmal zurück: Vor rund 25 Jahren war es angesagt, zur späten Stunde sich eine Flasche Wein oder stärkeres zu holen, wenn die Vorräte verbraucht waren, oder wenn man zur vorgerückten Stunde noch einen kleinen Spaziergang auf den Schloßberg vorhatte, oder beim Zocken eine Glückssträhne betrinken musste, oder wenn ganz einfach der jeweilige Fußballverein das Derby gewann. Gerne blieb man auch an der Bar hängen, glückliche Menschen, frustige Menschen, sie stießen mit einem Glaserl an und beobachteten aus dem Seitenwinkel, welch illusteres Publikum nächtens noch die Flügeltüren betätigt und herein flattert und für Amüsmo sorgt. Auch Stadt- und Landesräte oder Flanierer und Wunderfutzis wurden nicht erstaunt empfangen. Jedem sein Tröpferl eben, in der Nacht sind alle Menschen gleich.

Dazu kamen viele Studenten und Professoren, die auch am Sonntagmorgen noch für den Brunch einkauften, aber auch Senioren, die rund um die Elisabethstraße gerne im Laufke ihre täglichen Einkäufe besorgten. Und wie gesagt, bürgerlich essen konnte man sehr gut, der Blick aus den breiten Panoramafenstern im Winter oder der Gastgarten im Sommer sind mehr als Legende. Seit 31 Jahren führt nun Frau Adelheit Fürnrath-Moretti den Laufke, durch alle Höhen und Tiefen. Sicher, sie war auch streitbar und einige Gäste zogen es lieber vor in anderen Lokalen ihr Geld liegen zu lassen, aber der Laufke blieb halt immer der Laufke.

In letzter Zeit machte die Konkurrenz der Pächterin aber zu schaffen. Tankstellen mit frischen Semmerln am Sonntag und durchlaufende Öffnungszeiten für nächtliche Einkäufe, Schnitzellokale die ebenfalls Bier und Wein im Gassenverkauf anbieten und ein Kaufhaus am Grazer Hauptbahnhof, das jeden Tag bis 22 Uhr geöffnet hat. Klar, wenn man schon am Sonntag nix mit sich anzufangen weiß, der Bahnhof bietet mittlerweile eine kleine Shopping Mall für „Brauch ma nicht Produkte“, und das sorgt für Kunden. Zurück in die Elisabethstraße: Die Krawallbrüder zur nächtlichen Stunde, zertrümmerte Auslagen (und Autos), eine neue Lokalszene – das Leben als alteingesessener Wirt kann ansträngend sein. Dazu kam ihre Betätigung als Nationalratsabgeordnete in Wien, ein Weingut in der Südsteiermark, und, und, und. Frau Fürnrath hat auf alle Fälle nach 31 Jahren genug, alles andere hätte eine totale Fokussierung auf das Lokal bedeutet. Aber um sie muss man sich keine Sorgen machen, in der Südsteiermark warten neue gastronomische Aufgaben. Der Dichter Wa. bekam zum Abschied noch eine Flasche Sekt auf Haus mit und Sektgläser, soviel seine Hände tragen konnten. Die kommen aus der Grazer Sektkellerei Kleinoschek, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Bleibt zu hoffen, dass „der Laufke“ einen neuen Pächter findet, mit neuem Esprit und nicht zur aussagelosen Pizzeria oder Asia-Bude verkommt.

Prost!

Wa.

Tuesday, December 06, 2011

Roland Kollmann, eine Würdigung.

Hey, das ist einer von uns - auch nach dem Kick. Foto: MG Wanko

Für die morgigen Gazetten ist es eine Randspalte, gerade deshalb, hier mit Verlaub, ein paar Zeilen mehr.


Es war in der Fußballsteinzeit, 2003, da war es beim GAK wie bei allen Bundesliga-Vereinen üblich, die Nachwuchskicker und den Nachwuchs vereinsfreundlich gesinnter Personen vor dem Ankick zur Mannschaftsaufstellung aufs Feld zu schicken, damit die Aspiranten die Fußballwelt „der Großen“ schnuppern dürfen. Bei einem Spiel gegen Austria Wien stand da ein Mädl, sichtlich begeistert von der Atmosphäre, einen Moment zu lange vor dem damaligen GAK-Goalgetter Roland Kollmann. Als die anderen Kids vom Feld liefen, blieb sie eben einen Moment zu lange vor Kollmann wie angewurzelt stehen, dieser brachte sie mit einem „Und jetzt verschwind!“ oder so ähnlich wieder auf den Boden der Realität. Sie verschwand. Der Kickertraum war ausgeträumt, jetzt spielen die Großen. Kollmann. Roland Kollmann. Schaut man ein bisschen auf YouTube findet man Videos wo Herr Kollmann gerade nicht freundlich ist. Warum auch? Fußball ist keine Benimmschule, so gerne das die Akademielehrer gerne hätten, und wenn man die nötigen Tore schießt, muss das reichen. Meistens ist das auch so.

 Der Roligoal rollt.

Heute wurde Roland Kollmann vom GAK ausgemustert. Über 200 Tore hat er für den Verein geschossen und war sich auch nicht zu schade, nach einer Saison beim FC Kärnten und einem kleinem kulinarischen Ausflug während der Ösi-EM wieder das Trikot der „Rot-Weißen“ in der dritten Liga überzustreifen. Auch da schoss er Tore. Da waren nicht nur „unwichtige“ Tore dabei, wie das 8:1 gegen Bad Aussee, sondern auch elementare Tore, die dem Verein Punkte auf das Konto schupften, aber für das wurde er auch bezahlt. Gereicht für einen Wiederaufstieg hatte es leider trotzdem nie. Aber: In seiner wuchtigen Erscheinungsform trumpfte er auf, da glich er gerade in der letzten Zeit eher einem kolumbianischen Pflanzenhändler als ein Kicker, trotzdem setzte er nach wie vor Akzente in der Mannschaft. Kollmann wurde eingewechselt, zumeist in der zweiten Halbzeit, Minute 60, die Kurve quotierte das mit einem „Roooland Kollmann-Gesang“ und in der Mannschaft war Ruhe. Ruhe die gut tat. Da ist nun einer (mehr), der die Bälle schupfen kann, den Raum ausnützt.

Ein Bier, oder zwei.

Natürlich, der Fan neigt dazu, zu erhalten, was er wert sieht zu erhalten und sei es auch nur die Erinnerung. Und Kollmann war eben im GAK-Meisterjahr der Torschützenkönig, netzte auch im Länderspiel gegen England ein und ging nie in den Wiener Wasserkopf zu löhnen. Der Weg über die Pack nach Graz musste reichen. Nun, der Ball ist rund, die Vereinsführung geht nun neue Wege und eine Trennung im Winter ist nicht weniger sexy als eine Trennung im Sommer. Das ist auch so zu akzeptieren. Das Facebook-Katastrophen- und Viel-Glück-für-die-Zukunft-Szenario wäre wohl so und so nicht ausgeblieben. In den Herzen der Fans wird Kollmann bleiben, denn  nicht nur der Konkurrenz im eigenen Lande machte Herr Kollmann in seiner Höchstform Kopf- und Torzerbrechen, auch so wird er in unseren GAK-Herzen immer ein Rrrroooter sein. Man möge auf den Herrn Kollmann ein Bier trinken, oder auch zwei. Und ihm dabei alles Gute wünschen, hoffentlich laufen die Telefondrähte schon heiß, oder glüht nach diversen Mobiltelefonaten das „kollmannsche Ohrwaschl“ schon gewaltig. Vielleicht beantwort er die Telefonate mit einem "Na", "Zu weit weg" oder "Passt!" Den Telefondraht gibt’s halt nicht mehr, und auch keinen Herrn Kollmann beim GAK. So ist das im Leben. Dem Herrn Kollmann wünschen wir ein anständiges „Glück Auf!“ Und kommt Herr Kollmann auch mal auf ein Bier in "seiner Kurve" vorbei, ich bin mir sicher, sie wird ihn besingen! Und jetztz alle! "Rooooland Kollmann, Rooooland Kollmann, du bist einer von uns." Denn nach wie vor zählt, "Auf die Roten!"

Wa.

Ciao Roli!




Hier noch bei der GV vor einer Woche. Waren dort sonst noch Spieler? (Foto: DI H. Rienessel)


Roland Kollmanns Vertrag wurde nicht verlängert, er sit also kein GAK-Kicker mehr. Schade! Schieß in Zukunft nach Möglichkeit keine Goals gegen uns, aber irgendwie würde ich das auch verstehen. Schön wars, unvergesslich wird es bleiben. Komm mal zur Kurve vorbei.

Shit, ciao und Glück Auf!

wa.

Sunday, November 27, 2011

Runde Geburtstage I

Gerald Brettschuh mit einem seiner Venusbretter in seinem Geburtsort Arnfels. Foto: MG Wanko


Mike Markart im Garten: Kürbisse aus Südamerika und eine außergewöhnliche Chili-Zucht  gehören zu den Vorzügen eines eigenen Garten. Von der Terrasse aus, sieht man auf das Schloss Stainz. Foto: MG Wanko
Die Süd- und die Weststeiermark hält frisch, gesund und lässt auch die Kultur gedeihen. Das beste Beispiel dafür sind Mike Markart, Autor und GAK-Fan, der heuer seinen 50er feierte und Gerhard Brettschuh, Zeichner und Maler, der heuer seinen 70er einfuhr und zugleich eine schöne Ausstellung im Feuerwehrmuseum von Groß St. Florian hatte.
Mike schreibt an einem neuen Roman, hält dem GAK die Daumen und kann auch sehr gut kochen.



Gonzo mit Winzer Gerhard Wohlmuth. Nachbarn in Kitzeck und zum Geburtstag gabs dann noch die Wohlmuth-Weinverkostung. Auch hier viel prost!


Ganze 10 Jahre ist Gonzo alt, nicht Gonzo, sondern Gonzos Firma MMMR. Gonzo ist 38 und mag Geburtstage nicht. Letztes Jahr hat er auf FB seinen November-Geburtstag einige Tage zuvor auf April verlegt, damit ihm nur keiner gratuliert. Aber heuer gings nicht anders, hatte doch auch seine Firma MMMR mit 10 Jahren einen runden Geburtstag. Enrico Radaelli wusste schon am nächsten Tag auf FB zu berichten, dass es sich um die Party des Jahres handeln muss. Und wir sagen prost!
Bei Gernot wars der Blick in die Vergangenheit, hat Zukunft! Foto: Bernadette Pausackl

Vielleicht bekomme ich hier noch ein Bild her. Filmemacher Gernot Saiko feierte letztens seinen 40er, cooler Ort, unter dem Lend-Loft. Lässige Musik, angenehme Laute. Irgendwie glaubten wir in den 90ern des Herrn Bret Easton Ellis angelangt zu sein, zumindest musikalisch. Only happy people und so sollte es auch sein! Auch hier sagen wir prost!

Wa.

Runde Geburtstage II

Von steinalt bis ziemlich jung. Dieses Jahr wurde gefeiert.


Peter Pakesch konnte sich zurücklehnen, alles rechtzeitig fertig geworden … Foto: MG Wanko

… Peter Weibel, angry old man, brüllte schon mal besser … Foto: MG Wanko

Günter Brus sein Museum „Bruseum“ wurde eröffnet. Und er mahnte die Streithähne zur Ordnung! Foto: MG Wanko
Also, Peter und Peter schaffen keine 200 Jahre zusammen, das Joanneum, das älteste Museum Österreichs, schon. No jo, Joanneum hatte vergangen Freitag 200sten Geburtstag. Das fing mit der Eröffnung der Neuen Galerie an, wo sich Joanneum Intendant Peter Pakesch und Neue Galerie-Chef Peter Weibel bei der Eröffnung matchten. Bis zur halben Eröffnungsrede Weibels sah es aus, als würde Weibel das Rennen machen, Weibel war nämlich beschwingt und launisch. Doch dann fing er plötzlich mit Zahlen und Vergleichen an, die an diesem Abend wirklich niemand interessierten.  Pakesch selber ließ nichts anbrennen, er bedankte sich bei Weibel für seine Arbeit. Aber der Zank der „Alten Meister“ geht sicher hinter der Bühne weiter – wir bleiben dran.
Wa. 

Saturday, November 19, 2011

Stadtverschönerung.

Gerade in den spielefreien und düsteren Monaten zahlt es sich aus, die Stadt ein bisschen auf Hochglanz zu polieren, frei nach Hornbach: "Es gibt immer was zu tun - ja, ja, juppi juppi yea!"

Traurig!

Mach neu!

Sunday, November 13, 2011

Adi Pinter kam, sah und Show!

Adi Pinter im Liebenauer Vip-Bereich, die Ruhe in Person. Rechts im Eck, sei Bua! (Foto: M.G. Wanko)

Sollte Adi mit dem GAK ein schlechtes Karma haben, gestern wurde es um eine Facette reicher. Der GAK, sein Ex-Club, brachte ihn um seinen Trainerjob beim FC Pasching - ein Kuriosum.



Manchmal überkam mich schon der leise Verdacht, dass Pinter den Job beim FC Pasching nur annahm, um mal wieder bei „seinem“ GAK zu sein, wenn auch als Gegner. Dass sich Adi dann von den gegnerischen Fans, also von den roten Fans, anständig feiern ließ, immerhin zog sich der Herr halb aus, um den Fans und den Medien ein echtes / nicht echtes GAK Tattoo auf seinem Rücken zu präsentieren, das war nicht schlecht. Der leidenschaftliche Hang zur PR, den muss ihm einmal wer nachmachen. Frei nach dem Motto, mir ist nix zu blöd, solange ich es aus tiefer Überzeugung mache, kann es nicht falsch sein.



Nach dem Spiel - er war bereits seinen Job als Pasching-Trainer los, nur wusste das zu diesem Zeitpunkt noch keiner - quatsche er im VIP mit allen die wollten gut und gerne über Fußball, den GAK und seine sichtlich eher eingeschränkten Visionen mit Pasching, gab dann und wann ein Autogramm und strich seinen beiden Kindern, die vom Alter her schon eher seine Enkelkinder sein könnten, durchs Haare. So ruhig kann Pinter sein. So lange ihn kein Teufe reitet, zumindest kein roter.



Bei Pasching ist es also aus. Der dortige Obmann konnte das wilde Pferd Pinter nicht mäßigen, also wird er seine Zelte wo anderes aufschlagen. Pinter, ein 48er-Jahrgang wird’s jetzt gerade nicht leichter haben, in seinem doch sehr sprunghaftem Leben, und unter den blonden Locken wucherts ganz schön weiß. Doch ein bisschen Glitzer-Glitzer braucht er halt auch und nicht einmal das Windows Rechtschreibprogramm kennt das Wort "Pasching", es bietet einem "Fasching", "Paschen" oder "Puschnig" an. Na ja, Fasching passt eher zu Pinter, er als Clown. Aber der Clown hat Recht, ein Fußballplatz ist auch ein bisschen ein Rummelplatz, da muss was geboten werden, abseits der 90 Minuten. Das vergessen die Trainer und Kicker heute sehr gerne. Auch deshalb bleiben die Fans zu Hause. Nichts sehen können sie vor dem Fernseher auch.



Wa.

Friday, November 11, 2011

Hoher Wert.

Joe Strumer, always alive.

Würdigungswert: Ah ja, Joe Strummer, Sänger von u.a. The Clash und schon hinig, fand ich in Wien auf eine Wand gesprüht. Würdigung!

Die Illy Art Dosen in Folge, der Artistico der gleiche: Michelangelo Pistoletto.

Hier ein original Pistoletto: Der Kasten ist es!

Sehenswert: Ein Kunstwerk in Fortsetzung: Der Herr, der (wieder einmal) die neue Lilly-Art Dose zum Kunstwerk gemacht hat, heißt Michelangelo Pistoletto. Der Künstler hat hier die Mittelmeerländer versilbert. Und Herr Pistoletto hat in Paliano neben unserer sommerlichen Autorenresidenz sein Archiv, in das wir reinschauen durften. Dort steht der schärfste Kasten, den ich meines Lebens zu Gesicht bekommen: Wieder mit dem verspiegelten Mittelmeer. Die Galeristin Dora Stiefelmeyer lapidar: „Diesen Kasten kann man ja nicht so einfach wo aufstellen, ist ja sehr groß, also steht er hier.“

Tschick schauen aus wie echt, sind aber Teil des Will Self Covers.

Lesenswert: Will Self und „die Kippe“. Um einen trivialen Tschickstummel geht’s hier, der achtlos in einem Urlaubsparadies am Kongo weggeworfen wird, und den Hauptprotagonisten Tom Brodzinski großes Ungemach bereitet. Die Buschtrommeln lassen nichts Gutes erahnen, Europa kann sehr weit weg sein. Will Self bleibt eine Klasse für sich.

Auf der Bühne darf noch sorglos geraucht werden, ist ja auch eine Inszenierung!

Anschauungswert: Und noch zu guter Letzt: Vorarlberg, genauer das Saumarkttheater in Feldkirch, wird nächsten Vorsommer mit meiner „3. Liga“ beglückt. Herr Kropsch freut sich schon. Zurzeit brilliert er in der „Windszeit“ im Theater im Keller sehr. Auf geht’s, Kropsch, kämpfen und siegen!

Voller Wert: Wa.

Tuesday, October 25, 2011

Cool ab 50.

Alt, aber bewährt: Johan Galtung (Foto: M.G. Wanko)

Elevate: Das Festival der Fragen ...
Eine turbulente Woche: Als erstes wurde das „Elevate Festival“ im Grazer Dom im Berg eröffnet. Hier am Foto der Star des Abends, der „Alternative Nobelpreis-Träger“ Johan Galtung. Moderiert haben den Abend Mark Stevenson und Robert Stachel, der eher farblos blieb, von Mascheks medialen Schenkelklpf-TV-Kommentare hat man sich durch die Jahre doch schon abgehört. Interessanter schon der britische Co-Kommentator, Mark Stevenson, selbst ein „gnadenloser Optimist“, fragte, welche Visionen das Publikum hätte. Ein Mädchen fragte relativ besorgt, wie man so ein großes Festival wie dieses finanzieren kann. „Durch viel, viel Arbeit im Vorfeld!“ haben die Veranstalter die Frage schon in der Begrüßung beantwortet. Eine andere Besucherin wünschten sich ein Afrika ohne westlichem Einfluss, (und was ist dann mit den NGO’s, hm?) und wiederum eine andere Besucherin wünschte sich, dass aus Dreck sinnvolles recycelt wird, und das am besten auch in der 3. Welt die Firmen dazu erbaut werden. Hm, na ja, ja eh! Dabei wäre ein Wunsch wirklich naheliegend: Bitte für das nächste Jahr für Simultanübersetzungen sorgen! Ist ja sehr viel Englisches Zeug dabei.

Wenn die Blumen den Künstler fast überragen, dann ist er wichtig! (Foto: M.G. Wanko)

Oswald Oberhuber hat nen Strauß!
O.k., den hat seine Frau, Freundin, was auch immer, bekommen. Ossi stellt in der Grazer Galarie am Tummelplatz, in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark aus. Hauptverantwortlich dafür zeigt sich RLB-Private-Banking Chef Stefan Tschichof, Banker und Kunsthistoriker, eine Mischung die es öfters geben sollte! Also Ossi kam, grinste verschmitzt wie ein Kobold und meinte, das Leben sei erträglich, das Malen gut. „Eigentlich passt ja alles, solange man nicht Rektor ist!“ Sofort sah man RLB-General Markus Mayr im vorzüglichen Katalog, vom Galeristen Gerhard Sommer gestaltet, blättern. Und siehe da: Herr Oberhuber war gleich zwei Mal Rektor auf der Angewandten. Ist ja geil. Die rosarote Torte dies zu Ossis 80er gab, war übrigens auch net ohne! Ossi dazu: „Bin ja eh schon fast ein Grazer“. Na bitte!

Stephan Eibel Erzberg (rechts), Joe Strummer (links) Foto: MG Wanko

Stephan Eibel Erzberg: Heimgekehrt!

Wenn schon nicht Grazer, dann zumindest einen waschechten Steirer haben wir nun zu bieten. Seine Eminenz Stephan Eibel Erzberg ist nach Eisenerz zurückgekehrt. Hält ers hier nicht mehr aus, fährt er retour nach Wien und umgekehrt. Viel gibt’s über den Mann zu berichten, der den Erzberg mit sich trägt und nicht nur im Namen. Die Erzberg-Jungend war Arsch, Überlebensstrategie war wie folgt: „Lern schnell laufen, verlieb dich, werd Dichter und hau ab!“ Jetzt ist er wieder da, mal schauen, wie lange Eisenerz noch steht! Seawas und willkommen zu Hause, du alter Sack!

Für die die seine Eminenz noch nicht kennen, täte es hier einen Link geben:


Wer nicht lesen will, muss glotzen, weil dem Herrn Anatol Mutri Straub-Stauperl (AMS), dem legt jeden Donnerstag Stephan Eibel Erzbgerg seine Gedichte in den Mund.

Mutris Wöd

Tuesday, October 18, 2011

Im Salon d'amour in Bregenz.

"Sono Silvio, sono Berlusconi ..." (c) Foto D. Wanko 

Mensch, Mensch, Bregenz! Immer wenn ich rauskomme, tolle Sache. Dieses Mal „Salon d’amour“, ein Projekt von Martin Gruber und seinem „aktionstheater ensemble“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Bregenz im Bregenzer Magazin4. Volles Haus und Unterhaltung auf schillernder Ebene. Si.Si., Kaiserin von Europa unterhielt sehr gut die Menschen, dazu softer Sound von der knalligen Boygroup, nein, scherzo piccolo, von der wirklich sehr kraftvollen Jungs-Band „Result of Boredom“, die bei ein bisschen Langweile mehr noch einen Zahn zulegen werden. Dabei waren noch viele, viele andere, unter anderem Anna Kaiser, Franz Paul Hammling, Ena und Emily Smejkal. Martin Gruber zitierte zwischendrin sehr schön aus Graf Mensdorff-Pouilly Interviews. Meine Wenigkeit war u.a. als bewusst unterkühlter Silvio Berlusconi und als „Badewaschl von Ottakring“ unterwegs. Tragisch-witzig: Als Silvio hat man immer eine Hetz, ob man nun will. Oder nicht.

Und hier geht’s nun zum aktionstheater ensemble: und dem Salon d‘amour

Wa.

Tuesday, October 11, 2011

Post von Caro!

Kunstfoto. (c) M.G. Wanko

Ich habe noch nie Post von Caro bekommen. Caro heißt in Wahrheit Caroline, so sagt es zumindest die Internetadresse. Caroline Loffler, eine Hotmailadresse, also im Prinzip unauffällig.

Caro teilt mir mit, dass sie gerade im Internet recherchiert: Hey, ich habe gerade im Internet nach der Herkunft meines Geburtsnamen gesucht und bin auf deine seite gekommen.“ Das finde ich sehr ok, weil es viele Wankos auf der Welt gibt, laut Facebook sollen wir ja ein umtriebiges Völkchen sein und bei Caros Recherche kam sie halt auch auf mich.

„Du heißt genau so wie mein Bruder. Ist irgendwie witzig.“ Also heißt Caros Bruder Martin G. Wanko und lebt in Russland, Weißrussland, Sibirien, muss vielleicht bald große Kälte leiden, und zwingt seine Schwester Caro in die Mail Offensive. Vielleicht mag sie aber ihren Bruder, den russischen Martin G. Wanko, und findet mich auch nett, kann ja sein.

„Nun da ich auch sehr entfernt ( irgendwie Cousinen und Cousins meines Vater´s, der in Znaim geboren ist) Verwandtschaft in Österreich habe, fand ich es spannend.“ Ok, jetzt muss ich revidieren. Sorry Caro! Du kommst aus Tschechien, und fürchtest dich vielleicht auch ein wenig vor Putin und seinen Oligarchen. Znaim kenne ich ein bisschen hab mir dort schon ein paar Kisten Bier gekauft und der Znaimer Rostbraten ist auch ein Gedicht. Wo waren wir gerade? Ach ja, deine Tanten und Onkeln kommen aus Znaim, Altösterreich, ich verstehe, finde ich spannend so wie du :-).

„Im Übrigen finde ich auch das du meinem Bruder etwas ähnlich sieht. Kann aber auch an meiner Voreingenommenheit liegen.“ Huch, jetzt bin ich aber erschrocken. Ich habe ich Tschechien einen Doppelgänger mit gleichem Namen und gleichem Gesicht, na Sapperlot! Mein Großvater wird wohl nicht, auf seinen Feldzügen im WK 2 - aber so weit denke ich jetzt einmal nicht! Aber dass du hier „voreingenommen“ bist, finde ich traurig, weil „voreingenommen“ bei uns meist nicht im positiven Zusammenhang gebräuchlich ist. Wer weiß, was dir dein Bruder schon alles angetan hat, Brüder können sehr böse sein. Ich bin es aber nicht, ich bin kein böser Mensch.

„Das Internet ist doch mal für was gut!“ Ja, das finde ich auch, da hast du ganz recht. Aber nun mal ehrlich, was willst du? „Falls du irgendwas über die Bedeutung unseres Nachnamens weißt, ich bin dankbar für Hinweise. Wünsch dir was, Caro.“



Also Caro, die Wankos sind sehr tschuschig, kommen aber ursprünglich aus Südtirol. Stammen dort vom Wank ab, das war im Mittelalter ein grasiger Hügel. No jo: Den „Wank“, den hat man in der Sprache dann vergessen, die Wanks, Wanker und Wankos sind dafür von Südtirol in alle Tschuschenländer dieser Erde ausgewandert, bishin in die Vereinigten Staaten. Die Wankos sind voll abgetschuscht also, ich hoffe du bist jetzt nicht enttäuscht.

Nun, ich bin mir sicher, dir weitergeholfen zu haben, liebe Grüße an deinen Bruder, vielleicht kannst du mir ja von ihm ein Bild zukommen lassen, will ja wissen wie mein Doppelgänger aussieht. Dass du nun Loffler heißt, finde ich wirklich schade, reklamiere doch Wanko in deinen Namen hinein, das wird dein Alter schon verstehen.



Ansonsten, die besten „voreingenommenen“ Grüße,


Wa.

Monday, October 10, 2011

Enrico feierte seinen 30er!

Der bunte Hund der Holding Graz, Enrico.


In einem sehr gut besuchten St. Leonhard Stüberl in Graz feierte der stadtbekannte (positiv!) Enrico Radaelli vergangenen Samstag seinen 30er. Getränke super, Schweinsbraten auch super, Stimmung sehr geil! Für den Talk am Rande reicht es ja trotzdem: In seinen Träumen kreise er ja nachwievor wie ein Falke ums Rathaus, hat er mir anvertraut, denn irgendwann plane er sein großes Rathaus-Comeback: „Wenn die Martina die Kultur, die Geriatrie und den Gartenbau übernimmt, dann bin ich nicht mehr zu stoppen!“ Ja, so ist er der Enrico. 30 Jahre jung und noch immer voller Ideen. Passt so!

Wa.



Wa.

Graz Marathon, wir waren dabei!

Klatschen kann er auch, der Wa. Foto (c) W. Kühnelt

Ah ja, und dann ist Wa. auch noch Marathon gelaufen, Halbmarathon. Anständige 2 h17 min sind’s geworden, vielleicht wär’s auch ein bisserl flotter gegangen, hätte der Wa nicht noch eine GAK-Fahne übers Ziel schleppen müssen. Aber no fun, no run! Die Platzierung ist durchaus historisch: 1945.

Wa.

Hurra, das GAK-Fanzine ist da!

4 EUR für 87 Seiten, das ist schwer ok!

Kurz zum offiziellen GAK-Fanzine „rot und weiß“. Es schaut nicht aus, wie die üblichen kopierten Fanheftln, es ist also unserem Verein mehr als würdig. Gut formulierte Texte mit hohem Informationsgehalt treffen auf literarische, essayistische oder einfach klasse Fan-Texte. Zu kaufen übrigens bei den Heimspielen und im GAK-Trainingszentrum. Fazit: Von Fans für Fans muss nicht heißen, dass der eine nicht schreiben und der andere nicht lesen kann.

Wa.

Gernot Sick macht Kabarett.

Karten sichern, Sick ist oft ausverkauft!


Also wenn Herr Toth so für den GAK gespielt hätte, wie er mit Herrn Sick und Herrn Zenz gutes Kabarett macht, dann wäre mit dem GAK mehr weitergegangen. Kurz und bündig: Das erste Kabarettprogram von Gernot Sick, ehemaliges GAK-Urgestein und zweifacher Teamkicker, ist vielseitig. Keiner kann so cholerisch den Gregerl imitieren wie Sick, teilweise auch sehr gekonnte Regieeinfälle, die Nummer mit dem Fan sei hier hervorzuheben, oberwitzige Toth-Lacher geben einem den Rest. Sick hat auch bei Hängern einen guten Sager drauf hat: „So, was macht der Trainer wenn er seinen Text vergessen hat?“

Wa.

Bad Eisenkappel – eine Bastion in Kärnten.


Also in Bad Eisenkappel muss man gewesen sein. Nicht nur, dass hier die amtierende Bachmann-Preisträgerin Maja Haderlapp aufwuchs und auch Peter Handke hier jährlich seine Bergschuhe schnürt um nach Slowenien aufzubrechen, auch nicht weil man hier mit Franz Josef Smrtnik den einzigen slowenisch sprechenden Bürgermeister in Österreich hat, auch nicht weil hier FPÖBZÖ hier nur 12 Prozent halten, sondern weils dort eine lässige Galerie gibt und verhältnismäßig viele Menschen mit Kunst und Kultur etwas anfangen können.

Galerie Vorspann

Wiener Mode


Stalker-Schnappschuss in Wien: In Wien bist du dann angekommen, wenn dir gegenüber in der U-Bahn ein Waschl mit der vollen „modo amaricano“ sprich: Trainingsanzug, sitzt. Vorzugsweise gewählt: SCR-Jogginganzug (SCR = Rapid Wien).

Wa.

Monday, October 03, 2011

Joachim Lottmann Doppelback.


Lottmann, auf der Suche nach nem Therapeuten der noch auf Freud macht. (Foto: Wa.)

Lottmann hat es nicht leicht in seinem Leben. Er war schon einige Male knapp dran, sich in die erste Riege der Deutschen Autoren und Journalisten zu schreiben, aber scheinbar stolpert er immer über seine eigenen und andere Beine. Große Erfolge endeten meistens im vollkommenen Absturz. In seinen neuen Roman „Unter Ärzten“ macht er sein Leben quasi zum Fundament einer turbulenten Jagd nach seinem malträtierten Ich. Pro Seite verbraucht Lottmann ungefähr 2 Psychiater, Ärzte oder Scharlatane. Das Leben geht aber trotzdem mit Vollgas weiter und hat noch so manch private und berufliche Rechnung offen. Joachim Lottmann geht auf dem Zahnfleisch spazieren und kredenzt seine Probleme auf einem fein polierten Tablett eines Wiener Kaffeehauses. Und eh klar, klasse formuliert.

Die neuen Lottmann Bücher "100 Tage Alkohol" und "Unter Ärzten"


Bleiben wir gleich beim Wiener Kaffeehaus. Lottmann scheint ein Maniker zu sein, zumindest was seinen literarischen Output betrifft. Fast nebenbei schrieb er die unterhaltsame Erregung „100 Tage Alkohol“. Nein, keine Sorge, dieser Text, der Autor will partout nicht, dass man hier von einem Roman spricht, bringt uns nicht die Leberwerte des Autors nahe, es ist eher eine Beschäftigung mit sich selbst und seiner Wahlheimat Wien.

Von der Bohème bis in die Hofburg.

Auf der Flucht vor einer inszenierten Sex-Kampagne flüchtet der leicht nervöse Autor von Deutschland über die Schweiz nach Österreich und erfährt bei uns die Wiener Bohème, wie sie leibt und lebt. Das Café Anzengruber wird zu einem Fixpunkt, die darin residierenden Künstler gute Anspielpunkte und der hochrangige blaublütige Beamte Freimuth von Bölling so etwas wie ein väterlicher Freund. Natürlich überzeichnet der Text etwas, fast schon wie in Thomas Bernhards besten Tagen: Den Bundespräsidenten über den Kanzler zu stellen scheint übertrieben und auch einen Kulturfunktionär als absolutistischen Entscheidungsträger über das Schicksal der österreichischen Literatur zu stellen, ist eher fragwürdig. Trotzdem, Lottmann rollt sich wie eine schrullige Mozartkugel durch Wien, erspürt den Nachhall der Geschichte und bleibt rein sprachlich gesehen immer flott unterwegs, alles hübsch in einem Guss sozusagen. Sogar bei der Besichtigung der geheimen Gemächer in der Hofburg aus der Maria-Theresianischen Epoche macht er eine gute Figur. Da capo!

Wa.

Thursday, September 08, 2011

Scotch, tabs and crime.


Ein Wehgeschrei ging durch die britische Literaturszene, als 2007 Ian Rankin den charismatischen Inspector John Rebus 2007 in die wohlverdiente Rente schickte. Anwärter gab es auf den nun vakanten Posten schon zuhauf, gehalten hat sich keiner. Neu im Rennen ist Tony Black, mit seinem Gus Dury aus Edinburgh. Gus Dury musste erfunden werden: Er hat im Leben eigentlich ziemlich viel falsch gemacht. Seine Ehe ging den Bach runter, von seiner Zeit als schottischer Starjournalist kann er nur noch träumen, seine Liebe zum Scotch erinnert an Humphrey Bogart und irgendwie passiert es immer wieder, dass dort wohin ihn seine wuchtigen Doc Martens führen auch die Fäuste fliegen. Ein Mann fürs Grobe also, der in Schottland schon längst als musikversierter Punk-Detektive gefeiert wird.

Schlecht gestimmte Dudelsäcke.

Um was geht’s in seinem ersten Krimi „Geopfert“? Der Sohn eines Freundes wurde bestialisch zugerichtet, doch die Polizei legt den Fall als Selbstmord zu den Akten. Da Gus nach seinem Rauswurf aus der Zeitung eigentlich nicht mehr zu tun hat, als einen Scotch nach dem anderen zu kippen, übernimmt er die Aufgabe für seinen Freund ein bisschen zu recherchieren, wie es denn wirklich zu diesem wüsten Mord kam. Der Fall bringt ihn sehr schnell in die Unterwelt von Edinburgh, wo der Mädchenhandel nur so blüht. Trotz aller Tragik könnte dies nun eine 08/15 Geschichte werden, aber nein, Tony Black bleibt so stark am Limit, dass er zum einen die Dudelsack-Hauptstadt Edinburgh anständig entzaubert, der Politik die Leviten liest, und gegensätzlich dazu, sehr ergreifend, die Kindheit und Jugend von Gus Dury aufarbeitet. Sein Vater ein gefeierter Fußballstar, aber im trauten Heim eine Bestie. Fein, sauber aufgearbeitet, brutal, aber dennoch nicht unstimmig. Kaum verwunderlich also, dass bereits drei weitere Gus-Dury-Romane in der Übersetzung sind.

Ein Schotte in Amerika.

Für den Altmeister ist er noch zu jung, aber auf dem besten Wege dazu ist der schottische Literat Irvine Welsh allemal. Vor rund 20 Jahren schrieb er mit „Trainspotting“ englische Literaturgeschichte: Die Welt der schottischen Großstadtjugend zwischen coolen Clubbings und sozialer Achterbahnfahrten machten ihn über Nacht berühmt. Was vielleicht in den Anfangsjahren weniger beachtet wurde, kristallisiert sich immer mehr heraus: Der Mann ist stilistisch in Bombenform. In seinem Roman, mit dem schlichten Titel „Crime“ führt er den Leser an das sensible Thema Kindesentführung heran. Dabei bleibt er inhaltlich wahnsinnig dicht, auch detailreich, und schafft es so, den Leser sehr stark an die Gestalt von Detektive Ray Lennox zu binden. Und sonst? Wie üblich teilt Welsh aus. Seine Geburtsstadt Edinburgh kommt, ähnlich wie bei Gus Dury, gar nicht gut weg. Interessant aber, dass ein Großteil des Romans in den Vereinigten Staaten spielt und die werden nun zu seinem Spielball. Er wirbelt sie durch die halbe Galaxie und zurück. Und dem Leser bleibt hierbei das Lachen im Hals stecken – die Vereinigten Staaten, ein Kulturtrauma.

Wa.

Mit Ossi bei Frequency - a rechte Hetz!

Und dann war ich endlich wieder zu Hause und prompt holte mich der Wa wider ab! Ich musste mit zum Frequency-Festival. Wa meinte mir tun die jungen Menschen gut. Na gut, ich habe mich überreden lassen und hätte ich nicht wollen, wahrscheinlich wäre ich gezwungen worden.


Herrschaften, ich habe noch nie so viele Wahnsinnige auf einem Platz gesehen, wie den Herrn Thomas zum Beispiel. Auf dem konnte jeder unterschreiben, ich habe das lieber sein lassen ...



Und die Deichkinder erst! Unter Deichkinder hätte ich mir dem Namen nach auch etwas Nettes vorgestellt, aber ich sag schon nichts mehr, mich fragt ja keiner.




Und da war noch ein wilder Musiker von der Band Yuck. Aber der war so ganz nett, muss ich ehrlich zugeben, trotzdem verrückt halt, wenn man sich dem seine Frisur anschaut. In meiner Straße in Hietzing würde der echt auffallen... und ich hab jetzt endlich wieder meine Ruhe, bis mich der Wa. aus meiner Mottenkiste wieder rausholt.

herzlichst, Euer Ossi!

Ossi und der Schwertfisch


Ja das wollte ich noch loswerden! Bei der Rückfahrt ging der Wa. mit mir in einen Fischladen und hat wirklich verlangt, dass ich den Verkäufer fotografiere, wie er diesen Schwertfisch malträtiert. Mir ist da wirklich unheimlich geworden...



Und da hat Starlight Recht gehabt, weil die hat sich wirklich gut ausgerastet. Ein Buch hat sie auch gelesen, sie ist ein braves Kind, gelegentlich schlimm halt auch, mit ihrer brutalen Gerätmusik am Ohr.


Ja und da noch eine graziöse Statue, „ein echter Römerarsch!“, wie der Wanko sagt. Mit dem Herrn verzweifle ich noch!

Euer Ossi!

Tuesday, August 30, 2011

Mit Ossi Kollmann im Urlaub!


Also, ich bin’s wieder, Ihr Ossi Kollmann. Manche glauben ich bin schon nicht mehr so ganz lebendig, aber dem ist nicht so. Eigentlich wäre ich ja lieber schon tot. Engagements sind rare und der Wanko, ein wilder Kerl, zwingt mich immer mit ihm und seiner Familie Urlaub zu fahren. Letztes Jahr hat er mich zu Hause gelassen, als Bestrafung, wie er gemeint hat.
Heuer hat er mich wieder mitgenommen, die schweren Taschen habe ich tragen dürfen und auch fotografieren müssen, deshalb bin ich ja auch auf keinem Foto zu sehen.
Hier oben die Zementfabrik in Colleferro, der Stadt bei Paliano: Credo: „Wir brauchen keine Touristen, wir bauen Granaten!“



Da gleich zum zweiten Foto! Da hat Herr Wanko ein Schreibstipendium in Paliano, 60 km von Rom entfernt bekommen. Unter uns, er hätte eher ein Gewaltstipendium bekommen sollen, in Colleferro bei den Granatenbauern, weil das was er schreibt ist recht brutal! Im Gegensatz zu Paliano: Hier habe ich einen wunderschönen Sonnenuntergang von der Dichterresidenz aus fotografiert.



Und hier gleich das Gefängnis von Paliano! Auf der Spitze vom Hügel! Herr Wanko hat mich mit seinem kleinen E-Schocker vor sich her getrieben. Hier sind die letzen der Brigate Rosse inhaftiert und die ersten der Mafia. Der Wanko glaubt nicht, dass die sich untereinander verstehen, ich denke mir, Verbrecher sind Verbrecher. Für'n Wanko öffneten sie sogar die Tore, sie haben ihn leider nicht dort behalten ...

Alle Fotos: © Wankos Blog

... unterwegs in Lazio ...


Da ein Foto von seiner Frau und seiner Tochter. Mein Gott, habe ich mich mit denen wohlgefühlt. Zumindest mit seiner Frau, seine Tochter ist ja auch schon recht wild und hat oft bösartige Geräuschmusik am Ohr. Und schön, schön, schön sind sie sowieso.


Und Angst habe ich auch gehabt. In der Villa d' Este vorm Fuchskopf!


Schon bösartig, der Wanko. So schön ist es am Lago di Castel Gandolfo, dort wo auch zur gleichen Zeit Papst Benedikt XVI. anwesend war. Eine Hochzeit haben wir gesehn, so etwas von schön, aber ich hab nur ddieses obszöne Schild da fotografieren dürfen.

(Alle Fotos (c) Wankos Blog)

La Roma


... und hier ein römischer Tifosi der AS Roma. Mit dem hat sich der Wanko gut verstanden. Ich Ossi Kollmann nicht. Ich find Ja Fußball nur ... aber das muss unter uns bleiben. Sonst nimmt mich der noch auf ein Spiel mit. Versprochen?


Und dann waren wir auch bei der "Cine Cita", der Filmstadt vom Fellini, dem Federico. Ich, der Ossi stehe ja eher auf österreichische Filme. Berlusconi will die Filmstadt ja abreißen, dazu Wanko: Und darum fotografieren wir die leere Rolltreppe. Auch trostlos.



Und natürlich die Nonnen. Hätte ich die nicht fotografiert, dann hätte er mich womöglich in ein Mönchskloster gesteckt, ich habe da so eine Vorahnung. Aber: Anstatt mich wieder in Wien abzusetzen, hat er mich dann noch zu einer sehr lauten Musikveranstaltung nach St.Pölten mitgenommen. Doch dazu in den nächsten Tagen!

Euer Ossi Kollmann!

(alle Fotos (c) Wankos Blog)