Tuesday, December 07, 2010

12 Geschenke und das ein Jahr hindurch.



Ein Mal im Jahr darf man auch an sich selber denken: Hierfür sei der Kein & Aber Taschenkalender „Jahr und Tag 2011“ empfohlen. Zum einen ist er handlich und elegant aus, und ist die echte Retro-Alternative zu sämtlichen Smartphones und sonstigen Handy-Ungeheuern. Abgesehen davon wird man die Blicke auf sich ziehen, denn wer um Gottes Willen läuft heute noch mit einem simplen Taschenkalender herum?
So ganz nebenbei wird der aufmerksame Leser auch belohnt: Ein Mal im Monat gibt’s den „Wundertütentag“. An dem schickt der Verlag dem Kalenderinhaber eine kleine Aufmerksamkeit zu. Weihnachten übers Jahr verteilt, sozusagen.

Wa.

Und hier gehts zu Kein&Aber Taschenkalender

Monday, December 06, 2010

Der Streber und der Medienpunk!

links Streber, rechts Medienpunk mit roter Bürste.

Tom Rachman weiß wovon er schreibt: Seine Ausbildung zum Journalisten genoss er auf der renommierten Columbia Universität in New York, danach war er jahrelang Auslandskorrespondent der Associated Press in Rom und Frankreich-Redakteur im Harald Tribune. Und so mitten im Zeitungssterben nahm sich der Autor ein Herz und verfasste mit „Die Unperfekten“ einen Roman, der diese Wende in ein neues Medienzeitalter in einer alteingesessenen Redaktion miterlebt.

Die Titanic im Printformat

Rachman schreibt also einen 400 Seiten starken Roman über eine englischsprachige Tageszeitung, die in Rom erscheint und sein Zielpublikum in den USA hat. Ja, das ist schon vom Ansatz her ein schwieriges Konstrukt, aber egal, es ändert nichts an Rachmans Motiv. Der Autor hat einen Roman konzipiert, der in der Machart wie James Camerons Kinoklassiker „Titanic“ funktioniert. Der Leser weiß vom Klappentext weg, dass die Römische Zeitung am Ende ist, doch die Angestellten haben keinen blassen Schimmer davon. Der Autor nimmt sich nun einige Mitarbeiter, die er auf ihrem letzten Weg begleitet und wirft dazu einige geschickte Blicke in die Vergangenheit, die der Leser erst nach und nach versteht.

Die Geschichte als Summe bleibt aber auch so im melancholischen Bereich angesiedelt. Man hört richtig wie die Reporter in die Schreibmaschinentasten hämmern, alter Kaffee getrunken wird und die Aschenbecher übergehen. Aber im Gegensatz dazu bewegt sich die Welt doch weiter und sehr schnell noch dazu. Zum großen Showdown kommt es etwas zu spät, aber dafür verzichtet der Autor auf Kollateralschäden unter den Beteiligten und wirft einen kleinen Blick in die Zukunft.

Business mit roter Bürste

Wann immer im deutschen Fernsehen über Internet und Medien getalkt wird, sitzt ein Kerl mit knallroter Irokesenbürste in der Runde, den man eher in die Park- und Bahnhofanlagen als in die Fernsehstudios denken würde. Aber weit gefehlt: Der Freak nennt sich Sascha Lobo und ist im Grunde ein kluges Kerlchen, wenn es um die neuen Medien geht und verdient damit auch einen Haufen Kohle. Jetzt hat er aber etwas gemacht, was für ihn „absolut retro“ sein dürfte. Er hat einen Roman namens „Strohfeuer“ geschrieben, den es noch dazu nicht nur als E-Book, sondern auch ganz traditionell als Buch mit Klappen und Papierseiten zu kaufen gibt.

In diesem Roman geht’s laut Klappentext um die „Lebensgier in den Zeiten der New Economy“ und einem Fiesling namens Stefen, der diese Gier in sich trägt. Stimmt auch. Ist aber in Lobos Fall gar nicht so wichtig. Lobo schreibt einen Roman über das junge und nicht mehr so junge Deutschland, das über die gewohnten Strukturen anständig drüberfährt. Und trotzdem bleibt die Machart des Romans sehr traditionell. Eine Story mit Anfang, Ende und einem Zwischenteil mit einigen Höhepunkten und Geschwafel über die Pixel- und Dotcom-Firmen, die alleine auf virtuellem Weg ihr Glück versuchen. Ich sage jetzt einmal, dass Sascha Lobo in Wahrheit ein Traditionalist ist, der alte Inhalte im neuen Gewand präsentieren will und das funktioniert auch ganz gut so.

Wa.

Sunday, December 05, 2010

manuskripte Fest im Grazer Schauspielhaus

(c) M.G. Wanko

Das Grazer Schauspielhaus war bis zum letzten Platz gefüllt, als der Verleger Jochen Jung die Bühne betrat und Samstagnacht die große „50 Jahre manuskripte Feier“ eröffnete. Über 150 Persönlichkeiten aus dem Literaturbetrieb waren gekommen, um Herausgeber Alfred Kolleritsch zu seinem Lebenswerk zu gratulieren und dem Lesungsmarathon „Weiterschreiben. Ein Parcours durch fünf Jahrzehnte manuskripte“, einem Programm mit über 25 literarischen Kostproben, angeregt zu lauschen.

Natürlich auch dabei: Peter Handke, hier im Gespräch mit Joseph Zoderer. Handke, sehr gut gelaunt, weil er auch schon am Vortag mit seinem Freund dem Medienzar Hubert Burda unterwegs war.

Wa.

Wednesday, December 01, 2010

Am Dezember 1. ein Buch mit 24 Storys.

Jeden tag nur eine Geschichte - aber nicht schwindeln!

Die Illustrationen scheinen überhaupt immer wichtiger zu werden – vielleicht ist hier auch ein Trend für die Literatur im Allgemeinen abzulesen. Nic Klein, Comic-Freak und Zeichner, verpasste der Ganovengeschichte von Peter Mathews das richtige Outfit. Die Geschichte liest sich außerdem sehr rund. Eine Knarre, nicht ganz legales weißes Pulver und zwei Ganoven. Mehr braucht der 24. Dezember eigentlich gar nicht. Etwas zu tun, außer lesen gibt’s auch: Die 24 Storys sind wie ein Schoko-Kalender aufzureißen – damit man auch nur jeden Tag eine Geschichte liest. Lustige Idee!

Wa.

Tuesday, November 30, 2010

Sunday, November 28, 2010

Das "andere" Weihnachtsgedicht.

Goehte konnte mit Schnee wenig anfangen. Vielleicht verschlug ihn ja dies sobald nach Italien.


An 100 Jahre Schnee denkt der Leser, wenn er die Anthologie „Wieder alles weich und weiß“ in den Händen hält. Die Herausgeber haben eine Unzahl von Gedichten aufgestöbert, in denen es um den Schnee geht. Durch die Bank durch gute Qualität und auch Namen die man nicht erwartet: Den beinahe in Vergessenheit geratene Clemens Eich zum Beispiel, der mit nur einem Vers den Schnee zum Schmelzen bringt. Oder Thomas Rosenlöcher, der sehr stimmungsvoll einen Blick in die abendliche Elbe wirft, wo „gurgelde Schwärze alles Weiße löschte“. Auch E.W. Bernstein bleibt am Wasser, nämlich am Bodensee. „Der allererste Schnee fiel PFLATSCH schon vor siebzehn Jahren wohl in den Bi-Ba-Bodensee, darauf die Nebel fahren.“ Also, Weihnachts-Lyrik ganz ohne Frohlocken und Kitsch gibt’s also auch. Mit dem Winter-Kitsch räumte übrigens Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe auf: „Der Schnee ist eine erlogene Reinlichkeit“, meint er sehr ruppig und war wohl nicht so leicht in Winterstimmung zu bringen.

Wa.

Friday, November 26, 2010

Die Guten und die Bösen.



Ein kleines Serial vor Weihnachten, das Sinnmacht. Böse und gute Weihnachtsliteratur. Fangen wir mit einem Büchl an, das gut und böse ist, Jörg Metes „Die schönsten Weihnachtsmärchen aus aller Welt“.

Jörg Metes, der ehemalige Titanic-Chefredakteur präsentiert „Die schönsten Weihnachtskatastrophen aus aller Welt“. Dabei handelt es sich um eine fantastische Sammlung von den tatsächlich stattgefundenen Weihnachtspleiten, so echten Katastrophen also, die rund um Weihnachten stattfinden. Was kann alles zu Weihnachten passieren? Arglose Passanten werden von Weihnachtsbäumen getroffen, die vom Himmel herabschießen, als wären sie Torpedos; ein Päckchen geklaute Kekse hält in Frankfurt eine gesamte Sonderkommission der Kripo in Schach und im englischen Richmond löst ein fliegender Weihnachtsmann einen Fehlalarm bei der Feuerwehr aus. Der Autor beschreibt seine Storys seriös und ernst, so ernst, dass es dem Leser schon wieder zum Lachen zu Mute ist. Auch hier gibt’s Illustrationen. Rudi Klein, minimalistisch wie immer, und auch nicht ganz ohne Ironie, setzt die richtigen Pointen. Jörg Metes fragt sich natürlich auch, warum ausgerechnet zu Weihnachten äußerst skurrile Katastrophen stattfinden müssen: Er meint, rein allein die Weihnachtsbräuche haben ausreichend Katastrophenpotential in sich. Schlussendlich sollte uns trotz allem der Mut nicht verlassen: „Weihnachten ist eine Katastrophe, doch wir können sie überleben“, meint der Autor und muss es wissen: Immerhin gab es in seinen Nachforschungen ausnahmslos Verletze und keine Toten.

Monday, November 22, 2010

Die alten Herren und die Literatur.

Große Namen, müde Werke


Selten wurden zwei so unterschiedliche Autoren in einen Topf geworfen, wie Douglas Coupland und Bret Easton Ellis. Mehr oder minder ungewollt wurden Douglas Coupland und Bret Easton Ellis Anfang der 1990er-Jahre zu den literarischen Begründern der Generation X. Bret Easton Ellis brachte den wildesten Roman seit Henry Miller auf den Markt, nämlich „An American Psycho“. Douglas Coupland verfasste gegensätzlich dazu mit „Generation X“ die Bibel für junge, sensible Menschen des auslaufenden Jahrtausends.

Und heute? Eher mau. Weder Coupland noch Ellis können überzeugen. Couplands „Generation A“ riecht nach Generationsroman, er schaffts aber nicht, alleine schon, weil er mit dem Versuch spielt, einen zu machen. Und Ellis sein Roman „Imperial Bedrooms“, über die Generation 40+ hat zwar anständig Zund drauf, doch Ellis kann ihn nicht in die Kurve halten und fährt ihn volle Kraft gegen die Wand. Undf daraus folgt die Einsicht, dass ein Hit alleine ist zu wenig, aber wie hat schon der gute Herr Hölzel gesagt: Lieber ein Hit, als gar kein Hit. Und das stimmt ja dann auch irgendwie ...


wa.


Wa.

Friday, November 19, 2010

Lesen auf dem WC.



Oft erklären Schilder sehr schonungslos, wie’s wirklich um die Menschheit bestellt ist. Hier hätten wir zum Beispiel eine Beschilderung in der Buchhandlung Moser in Graz.
Tatsächlich lässt sich daraus schließen, dass es Menschen gibt, die mit noch nicht gekauften Büchern „probelesen“ aufs WC gehen und sie dann doch wieder ins Regal stellen, oder gleich am Häusl liegen lassen? Ja, grausig, alles!

Be Grü Wa.

Monday, November 15, 2010

Biancorossi: Von Schwarz Weiß auf Rot-Weiß




Also, es gibt einen Klub in Italien, den man die „biancorossi“ nennt, die weißroten, das finde ich schon mal gut. Dieser Club dürfte fanmäßig aufgestellt sein, wie unserer, ist in der Serie b, war schon mal absolut pleite, hat auch schon seine Skandale und Skandälchen hinter sich und liegt in der Toskana was auch gut zu unserem bürgerlichen Verein passt, das Städtchen wo er liegt, ist übrigens auf nen Sumpf gebaut, volles Malaria Gebiet und erst 1950 wurde die Anophelesmücke durch DTT total vernichtet. Die Stadt die ich meine heißt Grosseto und der Club US Grosetto. Aber das wirklich schöne ist, dass der Club nach einigen Jahren seine Vereinsfarben von Schwarz-Weiß auf Rot-Weiß gewechselt hat. Jetzt müsste nur noch wer um eine Fanfreundschaft anfragen, das wär doch was!


Wa.

US Grosseto

Und der Wiki Link

Saturday, November 13, 2010

Generation 1,95 €



Bin wieder drauf gestoßen und ich finds lustig: Florian Illies "Generation Golf zwei" muss man nicht gelsen haben, sage ich nach wie vor. Trotzdem hat das Buch einen Fixplatz in unserem Bücherregal, da er so einen klasse Aufkleber oben hat. „Generation Golf zwei“ und das schon um 1,95. Starke Symbolkraft, wie schnell doch alles Zeitgeistige vergeht – war dieses Buch doch schon 2 Monate nach der Veröffentlichung als "Mängelexemplar" in der Schwemme gelandet.

Wa.

Thursday, November 11, 2010

Mozarts Haschisch.



Da kann man im wahrsten Sinne des Wortes nur noch eines sagen: „Shit!“ Kalifornien hat die Shit- beziehungsweise Cannabis-Legalisierung nur knapp versäumt. Dabei wäre gerade im chilligen Kalifornien das Dorado für Kiffer und Fabrikanten angebrochen und hätte dem Säckelwart einen Patzen Geld eingebracht. In Europa könnte Österreich eine Vorreiterrolle spielen. Im sogenannten „Feinkostladen Europas“, der Österreich in der EU einmal sein wollte, ist eh nicht mehr viel los.

Für die Südsteiermark wär’s ein Traum, nach dem Kürbis und Wein auch noch Haschisch anbauen zu dürfen. Südsteirische Haschischbauern fabrizieren Kürbiskernkekse mit einem Hauch von Cannabis-Öl drin. Klingt ganz appetitlich und so gut wie die Steirerinnen und Steirer backen können, reißt man uns die Shitkekserln weltweit aus den Fingern.

Eh klar, ich bin mir sicher, auch Mozart hätte viel für Haschisch übrig gehabt. Er war ja auch dem Saufen und Fressen nicht abgeneigt und so zum Kapaun eine Brise Dope oder ein kleines Haschpfeiferl, das hätte dem Tastenvirtuosen sicher gefallen! Stelle ich mir übrigens sehr elegant vor: In der Oper zu Mozarts türkischen Klängen aus „Die Entführung aus dem Serail“ in den Rauchsalons sitzen und bei hochpolierten Wasserpfeifen der Musik lauschen. Und für die Touristen würden Mozartkugeln als Mitbringsel eine pikante Note bekommen, wenn das edle grüne Marzipan ein bisschen mit Haschisch angereichert wird.

Natürlich spielt dann das Haschisch in unseren Alltag hinein. Die Exekutive wird angehalten werden, nicht nur Alkotests durchzuführen, sondern auch auf Kiffe zu kontrollieren, weil der Konsum von Cannabisprodukten die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen kann. In den Schulen wird’s natürlich auch heiß hergehen. Eltern werden vom Direktor reinzitiert, weil der Bua in der Toilette seine Joints raucht oder das Mäderl ihre Schulmilch mit Haschisch „angereichert“ hat.

Insgeheim warte ich ja dann nur noch auf den ersten Politiker, der seine Rede angekifft im Parlament hält. Vielleicht kommt ja dann was ganz G’scheites heraus, man weiß das ja nicht. Vielleicht sollte man hier überhaupt einen Feldversuch machen und das ganze Parlament auf Dope setzen und schauen, ob es die Menschen wirklich zu friedlichen Kreativlingen verwandelt. Man stelle sich vor, die Politiker vertragen sich plötzlich überparteilich und bringen so ein vernünftiges Budget zusammen und dazu noch ein paar g’scheite Gesetze.
Äußerst gelassen sehe ich dem Advent entgegen. Man stelle sich vor, die ganze Steiermark ist unterwegs Weihnachtsgeschenke zu kaufen, aber alles halt entspannter als sonst, weil der gute Weihnachtspunch mit Dope angereichert ist. Vielleicht passieren dann auch weniger Tragödien zu Weihnachten, denn Kiffer neigen bekanntlich weniger zu Gewalttaten, als Alkoholiker. Der Joint, die Kürbiskern-Haschisch-Pusserl und ein „oh Tannenbaum“ in der Reggae-Version, das stelle ich mir urspannend vor - wird aber noch sein Zeiterl brauchen.

Aber die Botanik selbst lässt sich bekanntlich von keinen Gesetzen aufhalten. Bei mir im Innenhof wächst alle Jahre wieder ein Haschischbaum. Der sprießt und gedeiht, ist aber ein „Männchen“, blüht also nicht und hat auch kein THC-Gehalt. Aber trotzdem, dem Bertolt Brecht seinen „Pflaumenbaum“ abgewandelt, kann ich singen: „Im Hofe steht ein Haschischbaum, er ist so klein, man glaubt es kaum ... doch man erkennt es an dem Blatt.“

Martin G. Wanko

Wednesday, November 10, 2010

Jörg Martin Willnauers Blaues Auge.




Der Ex-Spitzenkanditat der Steiermark-Grünen Jörg Martin Willnauer wurde gestern bei einer Moderationen mit einem Veilchen angetroffen. Er verweigerte die Auskunft, wo er sich das eingehandelt hat, meint aber, ich könne durchaus schreiben, dass das die Rechten waren. Ich weiß nicht, ob das stimmt, klingt aber gut: Jörg Martin Willnauer wurde von den Rechten vermöblt, wahrscheinlich, vielleicht, na ja.

Wa.

Monday, November 08, 2010

Neues aus dem Wilden Osten.


Uslar wohin man schaut: Wenn der Kerl meine FB-Anfrage beantworten könnte, wäre er fst genial ;-)

Moritz von Uslar machte sich schon einen Namen, bevor man ihn so richtig wahrnahm. Als Volontär in der Zeitgeist-Kaderschmiede „Tempo“ vollbrachte er mit Kollegen Christian Kracht kleine mediale Wunder. Wirklich kennenlernen konnte man ihn in den letzten Jahren als Magazinjournalist für die Süddeutsche Zeitung, in seiner flotten Interviewreihe „100 Fragen an ...“. Von Mick Jagger bis zu Karl Lagerfeld staunten die Stars nicht schlecht, als Uslar sich jeden falschen Respekt sparte.

Die neuen Bundesländer unterm Mikroskop

Die Zeit im Tempo dürfte für Moritz von Uslar jedoch die Nachhaltigste gewesen sein. Gerade die Spritztour mit Christian Kracht durch die DDR, als sie Ost-Disko glotzen gingen und sich dabei in das Land ein bisschen verknallten. 20 Jahre danach legt der Autor nun ein Buch mit dem Titel „Deutschboden“ vor, in dem er sich um das deutsche Schreckgespenst der Jetzt-Zeit kümmert, der „Kleinstadt“ in den neuen Bundesländern. Die Vorurteile sind stark: Politisch im rechten Eck, Hartz IV als allgegenwertiges Lebensgefühl, und gerne wird „die Kleinstadt“ ganz einfach arm und hilflos dargestellt, für die Sozialpornos im deutschen Privat-TV geradezu wie geschaffen. Aber so ist es natürlich nicht!

Uslar recherchierte einige Monate, nistete sich in eine der Städte ein und siehe da, dort leben ja Menschen wie du und ich. Ha! Abgesehen davon, Uslar bringt die Dinge perfekt auf den Punkt, seine Storys haben dieses Echtzeit-Feeling, das viele Autoren zu schreiben versuchen, aber nur wenige erschaffen können. Der Nachteil an der Echtzeit ist, dass sich die Charaktere und Geschichten erst finden müssen, aber das ist in diesem Format eben so. Ein cooles Zeitdokument ist die „teilnehmende Beobachtung“ auf alle Fälle und die Ankunft der Künstler in der „ostdeutsche Kleinstadt“ stimmt mich zuversichtlich.

Wa.

Friday, November 05, 2010

Drei Fragen an die Modemacherin Lena Hoschek:

Hier im Grazer Store am Joanneumgürtel.

Hoscheks berühmt-berüchtiges Unterarm-Beckerl, der sichtlich erregte Steirischer Panther. Alle Fotos (c) Wanko


Mode und Politik?
Meine Mode ist konservativ, meine politische Einstellung nicht.

Musik oder Modemachen?
Auf Modemachen kann ich verzichten, auf Musik hören nicht.

Autoritären?
Hab ich besonders gerne. Ich stand immer kurz vor dem Schulrausschmiss.

Wanko: Danke fürs Gespräch.
Hoschek: Seas, Wanko!

Wednesday, November 03, 2010

15 Jahre Bleistifte.

Knallig bunt und zugleich anmutend. Die "Wa" -Bleistifte - Sammlung


Nein, ich habe sie nicht gezählt. Um die 200 werden es sicher sein und das macht ungefähr 16 Lebensjahre Bleistiftschreiben, wenn ich davon ausgehe, dass ich jeden Monat einen Bleistift verbrauche. Das ist aber gar nicht so sicher, denn mit der Hand schreibt man ja eigentlich nur noch Notizen und Grundkonzepte. Außerdem bin ich kein kleiner Handke, ich schreib auch mit Fülli und Kulli, aber oft halt mit Blei. Wie dem auch sei, diese Bleistifte werden wohl mein Leben überdauern, da die Zahl stetig anwächst. Ja, ja, ich bin also ein Sammler. Grund genug, sie gesammelt in eine große Zuckerldose zu stecken.
Von den ersten Bleistiften die ich vor 15 Jahren beim Farben Kasper Harnisch am Grazer Färberplatz gekauft habe, bis zu den vielen Geschenken, von Philipp, Winfried, Starlight, Tochter C und vielen anderen. Natürlich auch Historisches: Bleistifte aus der österreichischen Vorkriegszeit, noch in der Originalverpackung. Die erstand mir mein Vater am Trödelmarkt in Bregenz. Die habe ich aber so verpackt gelassen und zu den Lexika gestellt.

Wa.

Monday, November 01, 2010

SK Sturm Amateure – GAK 1:2

Hier war man noch gespannt ...

... hier schon sichtlich erleichtert ...

... und hier posierte der GAK-Support bereits in Siegerlaune ...


Natürlich ist es affig, über ein Spiel wie gestern nachzudenken, aber trotzdem: Der GAK hat im Auswärtsderby gegen die Sturm Amateure haben wir reüssieren und falls es einen Fußballherrgott gibt, soll er uns zu Weihnachten noch einen gestandenen Verteidiger schenken, dass auch hinten eine Ruhe ist. Wenigstens war gestern viel los, und eine Derby-Stimmung war zumindest ansatzweise spürbar. Und sind wir uns ehrlich, die Athletiker spielte den schöneren Fußball und war auch kampfeslustiger. Alles klar, aber bleiben wir in der Realität: Wörter wie „Aufstieg“ sollte man zurzeit aus dem „Roten Wörterbuch“ streichen und Tatsache ist auch, dass der GAK in Anbetracht aller Tabellen derzeit nur der sechstbeste steirische Club ist.

Wa.

Saturday, October 30, 2010

Wa macht heute gefüllte Paprika.




Herr Moshammer vom Metzger in der Zinsendorfgasse hat letztens im G7 behauptet, dass kann fast niemand mehr kochen - ich glaub schon, dass es noch genug Menschen gibt, die „Gefüllte Paprika“ zusammenbringen, aber sie sind halt zeitintensiv wie ein italienisches Papperl und das passt auch so. Hat man genug Zeit zum Tratschgen und zum Ratschen und kann hin und wieder auch einen Blog schreiben ... . Dazu gibt’s dann noch eine etwas schärfere Chili-Tomaten-Reis-Sauce. Mal schauen, wie die tut.

Wa.

Thursday, October 28, 2010

Morde und andere Kapitalverbrechen.

Richard Thiess & Ferdinand von Schirach: Die Wirklichkeit zwischen zwei Buchdeckel geknallt

Aus der Wirklichkeit erzählen, den schroffen Alltag in der Mordkommission in bekömmlichen Portionen zu verabreichen, ist mittlerweile sehr schick geworden und gewährt dem Leser einen Einblick, wie es abseits der Fiktion zugeht. Das Vorbild dieser Non-Fiction-Storys ist der psychologische Tatsachenbericht „Die Seele des Mörders“ vom FBI-Profiler John Douglas, der Thomas Harris zum „Schweigen der Lämmer“ inspirierte und so das Genre Psycho-Schocker-Roman stubenrein machte. Fast schon christlich liest sich hier die Tatsachenberichte-Sammlung des Kriminalhauptkommissars Richard Thiess in der Mordkommission München.

Die Phantasie bleibt gefragt.

Kriminalhauptkommissars Thiess gibt Einblick in die Polizeiarbeit und lässt die ganzen Schrullen beiseite, die Kriminalroman-Autoren den Kommissaren sehr gerne andichtet. Dafür geben seine Fälle einen vielseitigen Blick hinter die Kulissen ab, die den Leser um einiges gescheiter werden lassen. Die Fälle sind zum Glück ziemlich neu, also sowohl Internet- als auch DNA-tauglich, und der Hauptkommissar beschönigt auch nichts, gibt Fehler in der Polizeiarbeit zu, auch wenn sie das Mordkommissariat betreffen. Vom Fachlichen her ist Kriminalhauptkommissar Richard Thiess sicher eine Koryphäe, dramaturgisch hätte man ihm dann und wann einen Ghostwriter zur Seite stellen sollen, da einige Berichte einfach ein bisschen zu hastig ausfallen und die Bilder nur erschwert im Kopf des Lesers entstehen können. Fazit: Die meisten Morde die tatsächlich passieren, sind relativ simpel und durchaus nachvollziehbar. Der ausgeklügelte Mord bleibt der Phantasie der Literaten vorbehalten.

Zum Mitfühlen und Nachdenken.

Nun, während Richard Thiess die Kapitalverbrechen aus einer polizeiinternen Sicht erzählt, schreibt sie Ferdinand von Schirach aus der Sicht eines Strafverteidigers. Ferdinand von Schirach kommt aus einer für Deutschland sehr wichtigen Familiendynastie, die immer wieder Persönlichkeiten hervorbrachte. Und dennoch überschattet seit drei Generationen eine Person das Familiengeschehen: Baldur von Schirach war im 2. Weltkrieg der Gauleiter und Reichsstatthalter von Wien und so für die Deportation der Wiener Juden hauptverantwortlich. Baldur von Schirach wurde auch nach dem 2. Weltkrieg verurteilt, aber natürlich, der düstere Schatten haftet auf der Familie. Vielleicht ist das eine Ursache, dass Baldurs Enkel Ferdinand von Schirach sich als Strafverteidiger und Autor immer wieder mit den Themen Verbrechen und Gewalt auseinandersetzt. In seinem kurzgeschichtenartigen Buch „Schuld“ behandelt von Schirach Fälle, die er als Strafverteidiger miterlebte. Die Geschichten lassen den Leser schweigend zurück. Um dieses Schweigen zu beenden, stürzt man sich die nächste Kurzgeschichte. So einfach die Sprache gehalten ist, so nüchtern, so klar, fast schon nebensächlich, so zwingend sind die Inhalte. Nach der letzten Geschichte schweigt man für eine längere Zeit. Warum so viel Gewalt? Ferdinand von Schirach lässt die Antwort offen. Vielleicht will er, dass wir mit ihm nachdenken.

Wa.

Tuesday, October 26, 2010

"Ich hasse Clowns"

Baum alleine in der Kälte unter der Kepplerbrücke, mit sehr sinderbaren Wünschen ...

Steht unter der Kepplergrücke in Graz ein Bäumlein angebunden, mit orangen Zetteln drauf und einem größeren organgen Schild, auf dem folgendes geschrieben steht: „Bitte nicht füttern, bitte nicht ansprechen.“ Dabei gibt es so nette Clowns. Stephen Kings Es zum Beispiel, oder John Wayne Gacy. Als ich die Fotos machte, ist mir jedoch kein Clown erschienen. Sachdienliche Hinweise, was dieses Bäumchen soll, bitte als Comment zu diesem Blog abgeben,

danke,

Wa.

Sunday, October 24, 2010

ILL BILLY The K.I.T.T. - das Buch!

Hier bei der Lesung in Wien in der Arena. Danach machte ihn eine Studentin mit ihrem Poesiealbum an. Illbilly wurde nervös.

Des Menschens Buch. Eine käuflische Erwerbung sei dringlichst nahegelegt.

Mach am Sonntag keinen Blog hat’s mal geheißen, geh am Sonntag nicht auf FB und ruf auch keine Mails ab. Dies war, bevor wir süchtig wurden. Jetzt sind wir süchtig und gehen auch am Sonntag in den Outlook, Blog und FB, und machen das, was wir jeden Tag machen, arbeiten. Ok, also, Sonntag ist’s und seit letzten Sonntag habe ich Illbilly The K.I.T.T. in der Reißn, vielleicht komme ich auch deshalb nur auf Sonntag, weil ich seine GAP Kolumne am liebsten na wann wohl lese? Genau, am Montag lese – ätsch! Reingefallen, ihr Flaschen, was?

Also, „Illbilly The K.I.T.T.“ das ist so ein Wort, das man am liebsten mit copy & paste ins Word-Dokument schreibt. Einmal genau schreiben und immer auf paste gehen. Dabei ist das gar nicht so schwer Illbilly The K.I.T.T. = Krankbilly das Kint, oder doch Krankbilly das Hasselhoffauto, ich habe da meine Übersetzung: Illbilly The K.I.T.T. ist Billy the Kid auf LSD in einem Puff.

Die Anzahl der Morde die Billy the Kid angelastet werden, liegt laut Wiki zwischen 9 und 23. Illbilly The K.I.T.T. ist da stärker unterwegs. Er hat 26 schweinische Geschichten im jetzt erschienen Illbilly-Buch „Didgeridoo zum Frühstück“ abgedruckt, die oft gar nicht so schweinisch sind, wie er glaubt, aber ein bisserl versaut sind sie schon. Er ist und bleibt halt ein Schandmaul, der Manfred Gram, der hinter dem Billy steckt, und das ist einfach klasse. Wenn er über die Neo-Hippies mit ihren Didgeridoolder goschert, über die eigene Blasenschwäche, dem drohenden Bandscheibenvorfall und über schlampige Tätowierungen lacht, ja da merkt man, dass der Junge böse im Kopf ist, an nichts mehr glaubt, nicht einmal an Menschen wie Harald Schmidt und Klaus Wowereit – und das ist gut so. Am besten fängt man das Biachl wie gute Tageszeitungen von hinten zu lesen an. Bei Manfred Illbilly The K.I.T.T. Gram kommen da gleich die greatest misses – eine Auswahl an gelungenen Kolumnenanfängen, aus denen leider nix geworden ist. Das nenne ich Ehrlichkeit.


Wa.

Und hier geht's zum Verlag!

Wednesday, October 20, 2010

Wolfgang Kühnelt: Angerichtet!

Des Haubetauchers Kühnelt lässt sich's anrichten.
Wenn ein Haubentaucher essen geht, passieren viele Dinge, die auch mit essen zu tun haben, aber nicht nur. „Angerichtet“ heißt Kühnelts reizende Ess-Novelle, erzählt im großstädtischen Deutsch und einfach super. Wenn sich jemand nach dem halben Buch angepisst fühlt – ich kann’s nicht glauben, aber es ist bereits jemandem passiert – dann wurde er noch lange nicht verarscht, denn auf den letzten Seiten stehen hübsch des Kühnelts Lieblingswirtshäuser. Garantiert echt und ohne Inserat. Und hier geht’s zum Shop! und kauft gefälligst das Biachl! Dieser Mann hat drei Kinder, eine Frau und ein Haus zu erhalten und zu ernähren!

Wa.

Sunday, October 17, 2010

Wiener Sportklub: Weil die Kurve links ist.

Immer wieder gerne dort, am Sportclub-Platz in Dornbach.


Wenn ich Sitzung bei der Autorenversammlung in Wien habe, gehe ich danach gerne nach Dornbach auf den Wiener Sportclub-Platz. Der Platz liegt unheimlich ideal, mitten in Hernals, zwischen Wohnblocks und schon beim Hingehen, kann man aus dem 4 Stock Sätze hören wie „Hearst, gib eam a Gurkerl!“, obgleich man sagen muss, dass der Sportklub im Grunde ein sehr kultiviertes, „englisches“ Publikum hat und nicht mit Klubs aus Hütteldorf, Favoriten oder Simmering verglichen werden sollte. Einmal mehr verweise ich hier auf die vermutlich einzige deklarierte Links-Kurve in Österreich. Schon legendär die „Pirati Ciclisti Antifascisti“ auf der Friedhofstribüne aber neu und vermutlich ein Echo auf den Wien Wahlkampf: „Armut, nicht Arme bekämpfen!“
Also, Clarissa, Kev und Wa bedanken sich sehr herzlich beim Sportklubpräsidenten Udo Huber für die Karten. Vielleicht können wir uns einmal in Graz mit GAK Karten revanchieren. Der WKS gewann übrigens 3:0 gegen Waidhofen/Ybbs, das ist mit dem 4:0 des GAK über die LASK Juniors ein geradezu wunderbares Wochenende.

Wa.

Saturday, October 16, 2010

Wien bleibt Wien – eine kleine Hommage.

Prater Hauptallee. "Ein großer Eindruck."
Am Vormittag die Prater Hauptallee entlang gejoggt. Rotbraune Kastanien, feuchte Luft, Menschen die sich wohl fühlen, tiefer Nebel, und ein Riesenrad, das sich nicht drehen wollte.

Der Nebel hüllte die Hauptallee in ein vornehmes Kleid, machte neugierig, da man immer nur einen Ausschnitt und nie die ganze Pracht sah. Und dann alte Herren beim ersten Bier, ein joggendes Paar, ein Flaneur und einen Trabrennfahrer samt Pferd, der in seinem Wagen an mir vorbei schlich. Und mich beschlich das Gefühl, Wien bleibt Wien, diese große Poesie, die in dieser Stadt wohnt, konnte nicht einmal der letzte Urnengang zerstören.

Wa.

Wednesday, October 13, 2010

Das unwillige Fräulein Luda.

Dieses "nette" Mail verirrte sich kürzlich in meinen E-Mail-Post-Eingang. Es ist von Fräulein Luda aus Moskau, wo der Winter schon jetzt heftig an die Türe klopft, und man so lieber in den Westen will. So nebenbei sei bemerkt, dass "Luda" als Vorname einiges anrichten kann, und dass Übersetzungsprogramme immer wieder für Heiterkeit sorgen. Aber lesen sie selbst:

Hey dear. I really hope that all good for you!!!
I pray you to read this letter very attentive!!!
My name is Lyudmila, but you can call me a Luda. I'm 28 y.o. woman from Russia.
I'm search for serious relations ONLY and I want to have a family with serious and kind man from Europe.
Please, answer to me if you have interest to me. REMEMBER, I'm search for SERIOUS RELATIONS ONLY!!!
Not sex and empty letters...

Please, answer to me lyudmila_pano@rambler.ru and send photo of yourself. Ok?
As soon as I will have your letter I will send my photo!!!
Please, write to me on English, because I can not write on Deutsch. I used Translator for Deutsch text. Ok?
Waiting,
Luda from Russia

Hallo lieb. Ich hoffe wirklich dass der ganze Nutzen fur Sie!!!
Ich bete Sie, diesen sehr aufmerksamen Brief zu lesen!!!
Mein Name ist Lyudmila, aber Sie konnen mich eine Luda nennen. Ich bin 28 y.o. Frau von Russland.
Ich bin Suche nach ernsten Beziehungen NUR, und ich will eine Familie mit dem ernsten und freundlichen Mann von Europa haben.
Antworten Sie bitte zu mir, wenn Sie Interesse zu mir haben. Erinnern Sie SICH, ich bin Suche nach ERNSTEN BEZIEHUNGEN NUR!!!
Nicht leere und Sexualbriefe...

Antworten Sie bitte zu mir xyz@rambler.ru und senden Sie Foto von sich selbst. Ok?
Sobald ich Ihren Brief haben werde, werde ich mein Foto senden!!!
Schreiben Sie bitte mir auf Englisch, weil ich uber Deutsch nicht schreiben kann. Ich verwendete Ubersetzer fur den Deutsch Text. Ok?
Das Warten,
Luda von Russland

Tuesday, October 12, 2010

Die Heilige Dreifaltigkeit in der US-Literatur: Ellroy-Price-Winslow.

Das Trio Infernale der US-Literatur. Zusammen gut 2000 Seiten.

Seit es den American Dream gibt, wird er auch schon dekonstruiert. F. Scott Fitzgerald war mit „Der große Gatsby“ einer der ersten Autoren, der sehr erfolgreich hinter die Fassanden dieser idealisierten Lebensumstände blickte. Die Bandagen, die heute verabreicht werden, sind freilich um einiges härter. Klar auch, liegen ja reichlich Amerikanische Alpträume zwischen dem Gesellschaftsroman „The Great Gatsby“, aus dem Jahre 1925, und Don Winslow „Tage der Toten“.

Die Iran-Contra-Affäre
Heuer war überhaupt ein gutes Jahr für gesellschaftspolitische US-Thriller. James Ellroy zum Beispiel, der sich wie ein Maulwurf durch die amerikanischen 60er-Jahre wühlt, ist mit „Blut will fließen“ mittlerweile bei Nixon und Watergate angekommen, und auch Richard Price sei hier zu erwähnen, der in „Cash“ ein ganz und gar unsentimentales und erschreckend nüchternes New York Bild nach dem Ground Zero zeigt. Und jetzt der Dritte im Bunde: Don Winslow, mit seinem Roman „Tage der Toten“. Nein, „Tage der Toten“ ist keine gruselige Allerheiligen-Lektüre, das ist eine knallharte gesellschaftspolitische Literatur, wenn man so will. Passt übrigens gut zwischen Ellroys Watergate-Szenario und Prices Ground-Zero-Alptraum: Winslow surft nämlich auf der „Iran-Contra-Affäre“, einem politischen Skandal in den 1980er-Jahren unter US-Präsident Ronald Reagan. Damals wurden an den Iran illegal Waffen verkauft und mit dem Geld der Bürgerkrieg in Nicaragua unterstützt und beeinflusst.

Eine Achterbahn-Talfahrt
Der Autor erdachte sich hierfür den US-Drogenfahnder Art Keller, den er in Mexiko einsetzt, um ihn gegen die Drogenkartelle ankämpfen zu lassen. Je mehr Keller aber den Mächtigen auf die Pelle rückt, desto mehr sieht er, dass die US-Regierung den Drogenhandel unterstützt, solange sie daraus profitiert. Winslow denkt sich das in gesetzlose Räume, hält den Leser sehr nahe bei sich, indem er die Emotionen achtsam einsetzt und genau schaut, in welche unverheilte Wunde er Salz streuen muss, damit sein Thriller auf der Achterbahn-Talfahrt schön in Schuss bleibt. Dazu muss man sagen, dass in Amerika das Genre Thriller, verbunden mit einem brillanten Storytelling, mittlerweile als Synonym für „ungeschönte sozialkritische Romane“ steht. Seitenstark, einem ausschweifenden Epos ähnlich, marschieren ein jeder Satz und ein jeder Gedanke gegen den Abgrund.

Wa.

Sunday, October 10, 2010

Der Wanko: Und im Ziel gab's kein Bier.

Der Wanko Martin G. am Start. Im Ziel hat Starlight nicht mehr fotogrfafiert - "da Vadda sah zu fertig aus."

Ja, wie war’s auf dem Graz-Marathon, Herr Wanko.
Schön wars.
Wär noch mehr drinnen gewesen?
Ja eh, ein Bier nach dem Ziel zum Beispiel. Aber die Brauereien sind nicht auf der Sponsorenliste gestanden.
Und, wievielter sind Sie geworden?
778ster von 1327 Teilnehmern.
Und, was haben Sie für die Zukunft geplant?
Heuer noch den Silvesterlauf und nächstes Jahr den Halbmarathon. Herr K. macht auch mit.
Herr Wanko, wir danken fürs Gespräch.
Danke, ähm, eine Frage noch, kennen wir uns vielleicht von wo?
Ja das kann schon sein, aber das ist wieder eine andere Geschichte... schönen Abend noch und prost!

Wa.

Friday, October 08, 2010

Unser Mann aus Argentienen.

Eigentlich schade, dass auf der BM in Frankfurt vor allem die argentienischen Oldstars zum Zug kommen. Unser Mann aus Argentinien heißt Carlos Busqued, knackig, frisch und geht sich locker an einem flockigen Weekend wie diesem aus.


„Unter dieser furchterregenden Sonne“ klingt wie ein Titel von Agatha Christie, ist aber keiner, ha ha. Der fast noch junge Argentinier Carlos Busqued überrascht mit einem sozialkritischen Roman, der zwischen Buenos Aires und einem kleinen Dorf in der nordargentinischen Provinz Chaco spielt. In seinem Debüt geht es um einen jungen Mann, der erfährt, dass seine Mutter und seinen Bruder getötet wurden. Diese Situation bleibt aber ohne weitere Konsequenzen. Viel eher schichtet der Autor alltägliche Erlebnisse aufeinander, und schafft es trotz aller Sozialkritik flockig und jung auszuschauen.
Carlos Busqued ist ein großartiger Erzähler, der einen Roman geschrieben hat, der zwar von miesen Typen handelt und in noch mieseren Gegenden spielt, aber doch sehr schrill glitzert und im Grunde eine fast schon provozierende Leichtigkeit in sich trägt. Aber warum eigentlich nicht? Man wird nicht müde diesen Roman zu lesen. Sozialkritik in neuem Look, das macht doch Sinn.


Wa.

Thursday, October 07, 2010

Das Laufen in Mexico City und überhaupt.

Draken in Vaitsberg, beim Stadion. Läuft nicht mit.

Vielleicht noch ein Satz zum Laufen. Also, das Training hab ich nach Absprache mit meinem Trafikanten heinz reduziert, damit ich am Sonntag für den Graz-Marathon so richtig spritzig bin. Er hat gemeint das gehört sich so und ich glaub ihm, weil Heinz ist echt gut, er hat bis jetzt bei (fast) jeder Wahl die richtigen Ergebnisse vorhergesagt.
So ganz nebenbei sieht man auch in Graz den gesellschaftlichen Change, wenn man gelegentlich in den Morgenstunden läuft. Die Herren und Frauen, die beim Schwimmschulkai bei der Mur Nüsse suchen, machen das nicht zum Spaß, die sind darauf angewiesen. So schauen sie nämlich auch aus.
Und übrigens, ich hab nen Bekannten in Mexico City, der hat mir gesagt, dass der Marathon dort nur unter den größten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden darf, weil die Banden im den Läufern die Laufschuhe abnehmen würden und die Läufer ohne Laufschuhe, die täten dann doch doof ausschauen.

Und hier geht’s zum Marathon von Mexico City, der von der HP her sehr lässig ausschaut.

Wa.

Wednesday, October 06, 2010

Kapfenberg liegt in Palermo

Stadio Renzo Barbera

Franz-Fekete Stadion

Ein Wort noch zum Kick in Kapfenberg. Der Hügel beim Franz-Fekete Stadion war rein optisch ein Hammer: Die Bäume abgeholzt, außer an der Flanke. Dort stehen sie so nadelbaum-suzid-mäßig wie es in der Obersteiermark halt üblich ist. Name des Hügels konnte keiner ausfindig gemacht werden, heißt aber sicher so ähnlich wie Klöbl, Knöchl oder Klöchl, sehr obersteirisch, auf alle Fälle. Aber das Interessante ist, dass das Franz-Fekete Stadion ein Pendant hat. Fußball-Globetrotter Michael Papsch hat es in Palermo gesehen, nämlich die Heimspielstätte von US Parlermo, das Stadio Renzo Barbera, auch mit Hügel, wenn auch in Summe ein bisschen größer. Aber bei einem könnten sich sie Sizilaner an den Böhler-Städtern ein Beispiel nehmen. Das kapfenberger Stadion wurde nach dem Langzeit-Sozi-Bürgermeister benannt. In Palermo könnte man es ja nach einem der Paten benennen.
Und wie war's ansonsten: Ja, der Verein scheint ohne viel Remmidemmi geführt zu werden, viel Glitter ist da natürlich nicht möglich, aber so lässt sich’s in der Bundesliga überleben, auch ohne orangem Sponsor.

Wa.

Monday, October 04, 2010

KSV: „Kröpfl du Plutzer!“

Steffen Hofmann beim Einlaufen. 6500 Fans kamen und ein Punkt ist immerhin ein Punkt.


Seit dem Zwangsabstieg des GAK in die 3. Liga, seit über 3 Jahren also, sah ich mir in Kapfenberg erstmalig wieder ein Bundesliga-Spiel an. Genauer gesagt, die begegnung zwischen dem KSV und Rapid Wien. Sehr lustig, muss man sagen, außer dass die Rapid-Fans im Grunde ziemlich fade Lutscher sind, das meint auch Kollege Papsch. Hat sich in den jahren der Abstinenz im Großen und Ganzen nix geändert, außer, dass vielleicht ein paar Herren von der Presse ein bisschen älter geworden sind. Zum Spiel selber: Kapfenberg traute sich nicht mehr, und Rapid konnte nicht mehr. Das logische Resultat war ein Unentschieden. Eine gewisse GAK Vergangenheit sah man in den Kickern Sonnleitner, Elsneg, Sencar, Spirk und Tieber, obgleich die letzeren zwei nur zuschauen durften. Den Satz des Tages ließ ein Kapfenberger Fan neben uns los: „Kröpfl du Plutzer!“

Wa.

Sunday, October 03, 2010

Aber wenn er einmal redet, dann redet der Wanko, auch über ex-Teamchef Pepi Hickersberger

Ja, waren das noch Zeiten, als wir bei, oder besser noch vor der EM waren, weil ja die Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist. Das hatte auch unser damaliger Teamchef Josef Pepi Hickersberger im G'spür.
Anbei Wankos kleine Ovation vor dem vermutlich gebildetsten Teamtrainer seit Happel. Das wird wohl noch die nächsten 20 Jahre anhalten, meint der Wa.

Und hier geht's zum Video:

Und abermals: Danke, Kev!

Thursday, September 30, 2010

Ach, hätte er bloß geschwiegen!

Das ist immer blöde, ich weiß. Man stellt sich die Stimmen von Autoren die man nicht kennt, immer (!) anders vor. Und dann mag man sie nicht mehr, die Autoren, wenn so eine fremde Stimme haben. Und außerdem lesen Autoren immer, meistens halt, sauschlecht. Stimmt! Sonst wären sie ja Schauspieler, oder zumindest Supermarkt-Tombola-Moderatoren oder Platz-Sprecher geworden. Stimmt! Hier also das Video, das wieder das Zitat untermauert: "Ach, hätte er bloß geschwiegen, die ..."



Und trotzdem: Geil war's schon! Thanxxx Kev for Making!

Wednesday, September 29, 2010

Die neuen Visitenkarten des Herrn Wankos.



Also, jetzt bin ich ja so richtig zufrieden, aber zufrieden ist das falsche Wort; spritzig und net unzufrieden zugleich, vielleicht so. Gestern einen geilen Gig auf der Kriminacht gehabt und heute gleich am Morgen die Visitenkarten in der Hand, im übrigen im Einklang mit meinen FB-Freunden erstellt, keine Adresse, dafür nur mehr E-Mail, Website, Blog, und das schaut gut aus.
Aber Visitenkarten fallen ja nicht einfach vom Himmel, wer in diesem Fall Energie, Kreativität und hoffentlich auch Spaß investierte war Tom, Mastermind dem Büro Augenbluten. buero augenbluten

Much thanxxx Tom, und wir sehen uns demnächst mal bei einem Bier, ja?

Wa.

Saturday, September 25, 2010


Männer, die Spaß haben. Michi Papsch tanzt zu seinem 37. und dazu seinen Kumpel im Gepäck. Der Wa gratuliert!



Hier im Bild, Udo Huber am Wiener Sportklub Platz in Dornbach. (Foto:Archiv Wanko)

Udo Huber ruft und viele junge Menschen und Für-immer-junge-Menschen kommen, um noch einmal die 80er-Jahre zu erfühlen. Von Udo gibt’s natürlich auch Neues zu berichten: Dem Wiener Sportklub, dem er ja als Präsident vorsteht, geht’s eher mau und miau, aber alles das diese Katzenmusik beenden könnte, kostet sehr viel Geld.

Und sonst? Udo nimmt ab Mitte Oktober beim Mountain-Bike radeln durch den Dschungel Australiens teil. Gemeint ist die neuntägige „Crocodile Trophy“, bei der man neuerdings mit E-Bikes fährt. Durch den Regenwald mit E-Bikes zu fahren, ist halt eher „na ja“, aber Mut braucht’s trotzdem und Übung auch. Udo radelt zurzeit 50 km täglich und eine aerodynamische Kurzhaarfrisur hat er auch schon ...

Wa.

Ist Landeshauptmann Voves der Stadtpark-Hansi?


Voves Plakat, ohne Feindeinwirkung geschrumpft.


Nicht nur die VP im letzten Blog, auch die SP hat durchaus erwähnenswerte Wahlplakate. Hier Landeshauptmann Voves, bei dem das Plakt in der Hans-Sachs-Gasse ein bisschen zusammengerutscht ist. Voves hat auf diesem Bild etwas von einem Nager, einem Eichhörnchen vielleicht, "am Hansi" also. Und dies lässt bei Passantinnen den Beschützerinstinkt aufflammen. "Mei, wenn der so liab schaut, muss ich den glatt wählen ...", hieß es breits hinter meinem Rücken. Für die Zukunft sei empfohlen, eine "Hansi Partei" zu gründen...

Wa.

Monday, September 20, 2010

The United Colors of ÖVP



Fast so toll wie die Multikulti-Werbungen von Benetton vor 20 Jahren und dazu noch absolut steirisch – sag, wer hat denn das alles gemacht? Das muss einem erst einmal einfallen. ;-)))

Wa.

Friday, September 17, 2010

Ukraine.




Fotografiert im Grazer Operncafe, aber Kollege Haidacher und ich befanden, dass das eigentlich in der Ukraine stattfinden müsste. Also waren wir gerade in der Ukraine, bei Boris Jelzins verstoßener Schwester Olga Jelzin, und es war großartig.

Wa.

Wednesday, September 15, 2010

Spitze Zähne sind nicht immer gut.




Die Geschichte ist wie ein Schlag ins Gesicht. Ein Baby wird in der Nacht vom Familienhund aus der Wiege geholt und totgebissen. Von diesem Szenario aus verfolgt der Autor nun zwei Wege: Zum einen geht er zurück zur Geburt des Hundes, und lässt Ursachen erkenn, warum diese Gräueltat stattfinden konnte. Zum anderen begleitet er die zurückgebliebene Familie durch ihre schlimmsten Stunden. "Wie es begann", nennt sich dieser Roman und Jan Van Mersbergen ist es hoch anzurechnen, dass er dieses Thema nicht emotionell ausbeutet und auch nicht zu sehr erklärt, sondern mit einem kühlen Kopf an die Sache herangeht. Er versteht es die Schuldfrage von allen Seiten zu beleuchten und schafft es so, dem Boulevard der Eindeutigkeit zu entkommen. In präziser Kleinarbeit zieht er den Leser in eine Geschichte hinein, die zwar tatsächlich an die Nieren geht, aber gerade deshalb geschrieben werden hat müssen. Manchmal kostet Lesen Überwindung, bei Jan van Mersbergen zahlt es sich aus.

Wa.

Sunday, September 12, 2010

Der Alksport.


Immer gut drauf, der Kumpel.


Na zdravje!

Neue Sportarten, die noch sehr statutenfrei sind, zahlen sich aus. Da haben wir seit geraumer Zeit Slackline. Vom Prinzip her ist dieser Sport einfach zu erklären: Man spannt ein Gurtband zwischen zwei Befestigungspunkte und versucht darauf Kunststücke zu machen. Es funktioniert also ähnlich dem Seiltanzen, jedoch ist das Band, die Slackline, breiter und elastischer. Und wenn die Jungs in Aktion sind, hat das wirklich coole Momente.
Regeln gibt es in diesem jungen Sport zugegeben wenige, was mitunter zu ganz lustigen Situationen kommt. So gesehen beim internationalen Jumpline-Contest, letzten Samstag im Grazer Augartenpark. Das Team aus Slowenien, die „Maribor Slackliner“, haben sich vor und neben dem Wettbewerb einen so richtig angegluckert. Original slowenisches Bier und echtes „Slovanian Water“ brachten die Jungs aber überraschenderweise auf Touren. Immerhin stellten die Slowenen drei von fünf Finalteilnehmern und holten sich den 2. Platz.
Fazit? Trotz Promille in Topvorm. Anständig! Na zdravje!

Wa.

Thursday, September 09, 2010

Ok, „Wa.“ macht den ¼ Graz Marathon mit.


Foto: Die haubentaucher.at Redaktion wollte so so: Wanko mit Stirnband, in Joe Berger Position.


Jetzt nicht gerade die Wahnsinnsleistung, aber in seinem Leben bin ich noch keinen Marathon mitgelaufen. Technik, Schuhwerk, spezielle Socken, weiß Gott was hier alles gekauft werden soll, von all dem will ich meine Ruhe haben. Schnell in den Shop, Zeug kaufen und gleich laufen.
Und trotzdem: Dieses ganze Kunststoffzeug in den Shops ist teuer und dadurch hat der Kunststoffgeruch in Sportshops mittlerweile etwas Teures an sich. Hier erlaube ich mir den römischen Filmemacher Nanni Moretti zu zitieren, der einst über das Sportler- und Neureichenviertel Casalpalocco in Rom folgendes schrieb: „Casalpalocco: Wenn ich an diesen Häusern vorbeifahre, bekomme ich den Geruch von Trainingsanzügen in die Nase, den Geruch von Videokassetten, von Hunden, die Gärten bewachen, und Fertigpizzas in großen Kartonschachteln.“
Aber so ist die Welt halt einmal denke ich mir und deshalb habe ich auch gleich heute im morgendlichen Regen (danke Frau Christa Kummer!) meine neuen Nike "Free Run+" angetestet, bei denen der iPod als Schrittzähler die Schritte (und die Furze?) mitzählt, oder so. Aber so weit soll’s ja noch kommen!

Wa.

Monday, September 06, 2010

Die EM-Qualifikation zur Qualifikation.



Schade, Österreich darf die nächste Fußballeuropameisterschaft 2012 nicht austragen. Jetzt haben wir diese ganzen tollen Stadien, die mit Hilfe von ziemlich vielen Steuermillionen erbaut umgebaut oder ausgebaut wurden, und jetzt werden die nicht wirklich ausgenützt. In der Quali müssen wir morgen gegen so nichtssagende Gegner wie Kasachstan oder Aserbeidschan spielen und womöglich, nein ich will’s gar nicht aussprechen aber es hilft nichts, womöglich gewinnen wir gegen diese „Fußballnationen“ nicht (!) und können so halt wieder einmal nicht (!) bei der nächsten EM teilnehmen.

Vernünftiger wäre es, eine Qualifikation zur Qualifikation einzuführen. Da könnte Österreich Kraft tanken! Hochkarätige Spiele gegen Luxemburg, Lichtenstein, San Marino und Andorra würden auf uns warten. Da könnten sogar wir mit 18 Punkten und einem Torverhältnis von 18:3 als glorreicher Triumphator in die echte Qualifikation aufsteigen. Wenn man die dann nicht schafft, ist es ja nicht soooo schlimm, weil ein bisserl was hat man ja gewonnen. Gruppensieger in der Vorqualifikation zur Qualifikation, wie das schon klingt! Das klingt schwer nach Österreich.

Wa.

Friday, September 03, 2010

Klagenfurt, du geiler Bock!





Schlimm, aber es ist halt so. Kaum ist man in Klagenfurt, fällt man schon über das deppertste Lebkuchenherz wo gibt. Dieses in Form einer Lederhose, gesehen übrigens in der Konditorei Zehrer, am Alten Markt, die auch mit Hochzeitstorten ihr Geld verdienen. Hochzeitstorten und geiler Bock, das passt im besten Falle auch ganz gut. Kommen dann viele Kinder aus dem Schoße der Frau. "Die geile Sau" war übrigens nicht als Lebkuchenherz zu kaufen. So schaut’s aus.
Aber Klagenfurt hat auch andere Seiten, kam mir dieses Mal tatsächlich südländisch vor, als es einnachtete, locker in der Stimmung undüberall Menschen. So nebenbei fotografierte ich dann noch in der 50er-jahre Eisdiele die netten Mosaikstücke auf der Wand und auf dem Boden und denke mir, ist doch schön, doch wie Norditalien.

Wa.

Wednesday, September 01, 2010

Marek Miert, kennen Sie den?


Last Exit Harland. Der Autor Manfred Wieninger und sein Bezirk. (Foto (c) M. Wieninger)


Die Wein-Glückseligkeit Niederösterreichs bleibt streng ausgesperrt, wenn Manfred Wieninger zur Feder greift. Er hat sich mit Marek Miert ein Original geschaffen, das an einen in die Jahre gekommenen TV-Kommissar Kottan erinnert. Aber Miert ist kein Polizist, sondern ein Privatdetektiv, voller Ironie nennt er sich der „erste Diskont-Detektiv“, einen Schnüffler im Sonderangebot also, den man eher am Wiener Gürtel als im letzten Zipfel von St. Pölten vermutet. Im Hinterland vom Hinterland sozusagen, in Harland, einem Außenbezirk von St. Pölten. Daraus entstehen bedrückende Texte, die sehr authentisch sind.

In Harland, die Provinz von unten.
Der Großstadt-Glimmer fehlt, die bewusst eingesetzten Grautöne überwiegen. „Dort wo nichts ist, kann auch nichts werden“, könnte man als Leser annehmen. Aber mit dem Detektiv Marek Miert wird dann es halt doch immer etwas. Frei nach dem Motto: Im letzten Dreck gedeihen die bezauberndsten Blumen. Marek Miert ist zum Schluss obenauf, einigen armen Kreaturen geht es dank seiner Hilfe um einiges besser und Harland ist gar nicht so trist, wie man anfangs glauben will. Aber: Die Eindrücke jenseits vom LH-Pröll-Niederösterreich sind bleibend.

Wa.

Manfred Wieninger: „Prinzessin Rauschkind“, 204 Seiten. Haymon Verlag.