
Vielleicht zwei Fußballbücher im Vergleich, passend zum Viertelfinale Deutschland - Argentinien.
Der Grätscher: Die wahren Helden im Fußball schuften meistens unbemerkt, flackern kurz auf, bleiben aber Geheimtipps, Arbeitstiere in der zweiten Linie, und mit ihren „Eisenbeinen“ sind sie schon mal die geächteten Männer fürs Grobe. Das Buch „Grätscher, Terrier und Wasserträger“ bringt einem die coolen Jungs zurück ins Gedächtnis. Sehr gut recherchiert, flott geschrieben, und verfeinert mit lockeren Zitaten, also eben nicht die üblichen 20 Idiotensprüche, die schon jedes Kind kennt. Auch die „Weltmeisterlichen Abwehrreihen“, seit der WM 1930, sind ein Hit, wunderbar auch die Gegenüberstellung von den technisch versierten Ballkünstlern und den wahren Durchgreifen, den „Bösen Buben“. Dass Fußball durchaus lebensgefährlich sein kann, zeigt mitunter der deutsche Abwehrhüne Guido Buchwald, der im heißen Duell seine Zunge verschluckte und fast daran starb.
Der Trippelkünstler: Dem Argentinier Eduardo Sacheri passierte das, von dem ein jeder Autor träumt. Einige seiner Erzählungen wurden im Radio gebracht und das Publikum wollte vehement mehr! Gesammelt sind sie nun unter dem passenden Titel „Die Hand Gottes und andere Tangos“. Eduardo Sacheri ist Historiker und Fußballfreak. In seinen Erzählungen, passt das gut zusammen, denn Fußball ist Argentinien und Argentinien ist Fußball. Am Totenbett des Bruders wird noch einmal über Fußball nachgedacht, nach Europa wird geblinzelt, wo die besten Argentinier ihr gut bezahltes Legionärsdasein fristen und natürlich der Straßenkick in Buenos Aires ist auch erlesen. Sacheri macht hier den Fußballplatz zum Nährboden neuer argentinischer Literatur, und beweist, wie verspielt auch die Texte sein mögen, irgendwann ist ein jedes Dribbling zu Ende und dann muss eben eingenetzt werden.
Wa.







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