Wednesday, September 30, 2009

Der Mann, der dicke Bücher schreibt.


Ob er ihn nun haben will oder nicht. Er kriegt ihn oder nicht. Recht ist ihm bald gar nichts mehr und eine sonderbare Gleichgültigkeit ergriff ihn gestern, als wir und zum Cafe trafen. Clemens Setz und seine 716 Seiten starken „Frequenzen“.
Der Wa und Graz wünschen Clemens Setz auf alle Fälle das Beste in Frankfurt. Auf die Shortlist kommt man eben nicht immer!

Also, Alter, wie hat schon Herr Hölzl gesungen: „Wenn net, dann halt net!“ – und wenn schon, dann halt schon, denkt sich der

Wa.

Geburtstagskind!


Der Mann hinter dem Kürbis: Wolfgang Pollanz.


Nein, nicht der Herr auf dem Bild. Wie alt Wolfgang Pollanz ist, weiß ich nicht. „Seine“ edition kürbis ist auf alle Fälle 20 Jahre alt und da gab’s letzten Freitag auch ein dementsprechendes Fest in Wies. Für alle Nicht-Grazer: Die edition kürbis hat von so ziemlich allen guten Grazer Autoren zumindest ein Buch herausgebracht. Über 20 sind es mittlerweile und wer nun Lust hat begibt sich hier kuerbis.at auf die Reise und bestellt gleich was.

Wa.

Thursday, September 24, 2009

Der Schoko-Baron Josef Zotter und seine Piranhas.



Gestern nachgefragt und tatsächlich ist es so: Bereits aus China und den USA gibt es konkrete Nachfragen über ein Zotter Schoko Export. Sie wissen schon, das ist die geile steirische Schoko, die in sämtlichen Geschmacksrichtungen eine neue Erfahrung darstellt. Zurzeit nasche ich gerade an der Nuss-Marzipan Schoko und ich muss schon sagen, sehr lecker.
Über Fair Trade und co wurde ja bei Zotter schon viel berichtet, mir stach aber die WC-Anlage im Zotter-Imperium ins Auge. Damit man es auch weiß, wie es so im Dschungel ist, von wo die Kakaobohnen kommen, werden die WC-Anlagen nicht nur mit Dschungel-Sound beschallt, sondern im Eingangsbereich der Toiletten befindet sich ein Piranhas-Aquarium: „Man darf sich die Piranhas nicht als Horror-Fische vorstellen. Sie sind sehr sozial und Herdentiere und mitunter auch die Polizei in den Flüssen.“
Übrigens, gefüttert werden sie mit Hühner- oder Fischfleisch. Und streicheln kann man sie auch, wenn man sich traut.

Wa.

Gralla




Als Kind habe ich über diesen Ort gelacht. Der Name klang nach Krallen so „krallig“, irgendwie komisch. Gralla war einfach Gralla, der Zipfel an Leibnitz. Gr, Grrr, Grrrrr, Grrrralllla. Und heute hat dieser Ort ja als Homebase des schwer gestörten Briefbombers rausgestellt. Und trotzdem muss der Ort irgendwie dableiben und trotzdem müssen da irgendwie noch Menschen leben, sie können ja nicht abhauen, weil Franz Fuchs hier sein Unwesen trieb. Was gibt’s sonst über Grala zu sagen. Heiß war’s, die die maisstaudenblätter wogen sich im leichten Wind und neben uns ging eine Frau mit ihrem Hund zum Tierarzt.

Sunday, September 20, 2009

Die Körperöffnung im Baum oder der Arschloch-Baum.



der A-Baum. Gesehen und fotografiert in Krems. (c) M. G. Wanko

Also, wenn Bäume Menschen wären, wäre dies wohl die Körperöffnung die für den Austritt von nicht verwertbaren Substanzen vorgesehen wäre - aber wartum so a-warm daherreden: Dieser Baum ist und bleibt der Arschloch-Baum!

Be Grü Wa.

Friday, September 11, 2009

Weil Samstag ist




Frank Goosen ist ein Bochumer Autor, den ich schon längere Zeit auf diesem Portal vorstellen wollte. Seine Erzählungen und Kurzgeschichten haben’s tatsächlich in sich. „Weil Samstag ist“ heißt eine Sammlung von Fußball-Storys. Die Kommentare über die WM 06 und EM 08 kann man hinten anstellen, waren ja auch schon im Spiegel online zu lesen. Wichter erscheinen mir seine Storys rund um Bochum und dem VfL. Das Großartigste ist jedoch, dass man kein VfL Fan sein muss. Es reicht wenn man den Provinz-Fußball liebt und den seinen Verein „geistig“ gegen den VfL auswechselt. So gelesen ist das Buch wirklich 1A und Frank wird gegen den kleinen Wechsel wohl nichts dagegen haben, oder?

Euer Wa.

Sunday, September 06, 2009

GAK - quo vadis?

Nachdem was heute schon wieder über unseren kleinen Scheißverein in den Gazzetten stand, hier ein Vorschlag meinerseits über die neue Vereinshymne. Den Refrain wird eh bald jeder verstehen:


Ps.: Ein Freund fragte mich einige Tage später, welchen Anlass es für diesen Blog gab. Ich wusste es nicht mehr, aber soviel vielleicht dazu: "Wir" sind eh öfters in der Kacke als man es glauben will ... der Anlass ist also egal ...




Wa.

Wednesday, September 02, 2009

Die verstaubten Autos in der Tiefgarage.


Alfa Spider 2,0

Alle heiligen Zeiten, wenn ich nach Wien fahre, parke ich in der Tiefgarage Erdberg, weil die Apcoa dort ein ganz gutes Park&Ride System aufgebaut hat. Jedes Mal sehe ich jedoch super verstaubte Wagen, die schon sehr, sehr lange hier stehen müssten, so verschmutzt sind sie.
Dieses Mal war’s ein sehr schöner Alfa Spider 2,0, vermutlich aus der 3. Generation, also mindestens 10 Jahre alt und mit einem italienischen Kfz-Kennzeichen aus Bergamo, dem Herzen Italiens, versehen. Wäre ja auch kein schlechter Krimi Anfang, denke ich mir jetzt grad, aber …
Also, deshalb hab ich heute bei der Apcoa angerufen und gefragt, warum es denn so „Langzeitparker“ gibt. Herr Hofer, der Sprecher von der Tiefgarage Erdberg nannte mir drei Gründe:
Die Leute stellen hier ein Auto ab und wollen es verkaufen. Dann finden sie keinen Käufer, nehmen die Nummerntafel ab und lassen das Auto stehen. (nicht gerade geschickt, weil durch das Pickerl der Fahrer ausfindig gemacht werden kann, und ohne Nummer darf nix stehen.)
Weiters werden Autos auch sehr gerne vor dem Scheidungsrichter versteckt, wenn es um Klärung der Güter geht. (auch nicht gscheit, Polente, Anwälte, Gerichte fragen gerne nach.)
Und dann gibt es tatsächlich die, wo man nichts weiß und das Auto steht und steht … in diesem Fall werden die Bullen für Rückforschungen eingeschaltet und schon bald ist ein Verfahren anhängig und dann sind wir wieder beim Krimi und irgendwie wieder beim Mann aus Bergamo, der „vergessen“ hatte, sein Auto aus Wien mitzunehmen … .

Wa.

Thursday, August 27, 2009

Retro.



Viel was Schöneres kann es kaum geben, als mit einem original (!) Sony-Walkman durch Graz zu spazieren und sich eine Musicbox-Monatskompilation aus dem Jahre 1992 (C45-92-08) anzuhören. Zusammengestellt hat dieses kleine Wunderwerk der damals noch eher schräg veranlagte Walter Gröbchen.
Im Übrigen verkauft der Elektro-Supermarkt Saturn keine Walkmans mehr und Gröbchen verdient sein Geld mittlerweile in München und ich? Na ja, ich blog da so vor mich hin und hab dem Nikotin adieu gesagt und die Welt dreht sich unverwandt weiter.

Wa.

Tuesday, August 25, 2009

Besprechung: David Forster Wallace „Unendlicher Spaß“




Witz! So schnell kann wohl kaum keiner 1500 Seiten in Schriftgröße „Gebetsbuch“ lesen und auf PDF wollte ich es nicht. Die FAZ berichtet bereits seit sechs Wochen über „Unendlicher Spaß“, rezitiert von verschiedenen Autoren, der „Spiegel“ bringt ein 4 Seiten starkes Porträt. Also, D.F.W. hat sich vor einiger Zeit umgebracht, nein, nicht weil Ulrich Blumenbachs Übersetzung von „Unendlich viel Spaß“ sechs Jahre gedauert hat, sondern weil es Wallace nicht mehr drauf gehabt hat.
„Das literarische Ereignis des Jahres“, meint sein Verlag, verstehe ich aber auch irgendwie, die 1500 Seiten Schwarte muss ja auch verkauft werden. Es hilft ja nix! Bei uns wird Wallace a la Curt Cobain vermarktet, in Amerika wird er wie ein „Cobain für Literatur-Freaks“ verehrt - nun mal schauen was sein Opus Magnum drauf hat.
Christof Huemer, Kenner und Leser der US-Literatur gibt sich zurückhaltend, in den Staaten hätten seine Shortstories mehr eingeschlagen. Nach 1500 Seiten werden wir alle gescheiter sein, und hier geht’s zum Wallace Blog


Be Grü Wa.

Turner hätt's gefallen!



Noch ein kurzer Rückblick nach Krems. Mit diesem Bild „Donau mit Wolke“ als Vorlage hätte sogar William Turner eine Freude gehabt.

Wa.

Monday, August 24, 2009

Graz, City of Design?


Ein Bier so wie wir. Graz-Design?

Wirtschaftskrise hin, Wirtschaftskrise her. Seit 2007 wird man in Graz mit Einladungen bombardiert, die geprägt, gestanzt, eine Kohle kosten, als gäbe es kein Morgen. Dahinter steckt die „Creative Industries Styria“ (CIS), mit dem großen Ziel „City od Design“ zu werden. Ist ja immerhin ein UNESCO-Titel, da muss man hin, dürften sich die Verantwortlichen gedacht haben, wir haben ja schon einen, mit dem wir nicht ganz zurechtkommen, bitte gleich einen zweiten dazu. Danke.
Es soll sich jeder darüber seine Meinung bilden, aber die ganzen scheiß Plakate und Einladungen die der gestandene Grazer in den letzten Jahren zugeschickt bekommen hat, sind von einer Kreativität die an Hubertus von Hohenlohes PR-Materialen aus den frühen 1990er-Jahren erinnert, als Hubertus gar nicht so schlecht poppte. Aber was kann der Hubertus dafür, wenn Graz nicht poppt? Gar nix, denn Hubertus seine Singles kamen sogar im Ausland in die Charts und kam auch ganz gut die Streif runter. Aber niemand von der CIS soll die Streif runterfahren müssen, sie sollen uns einfach mit ihren Uralt-Styles-Plakaten verschonen. „Wir bew erben uns“ (Siehe Foto), das hätte sich schon unter Haberl Zeiten im „Steirischen Herbst“ niemand mehr getraut. Einfach fad, fad, fad … aber vielleicht bin ich zu negativ eingestellt. Das Plakat hat ja doch was von einem vollen (!) Bierglas und as ist positiv!

Wa.

Und hier geht’s zu Graz bew irbt sich wieder einmal

Wednesday, August 19, 2009

Helnwein in Krems?



Is er das ...



... oder nicht?


Ein bisserl Paparazzi sein ist immer gut, zumal man ja eine Journalisten-Ausbildung besucht.

Also, heute in Krems fotografiert: Ist das der Maler Helnwein, oder nicht?

Be Grü

Wa.

Friday, August 14, 2009

fußballlyrik


Streng monoton steigend:

1:0
2:0
3:0
4:0
5:0

Endstand - Cup Runde 1.


wa.

Thursday, August 13, 2009

Hosen & Deichkind.



Hosen-Fan

Saalfelden macht sich aus vielen Gründen bezahlt. Einer ist, dass man sehr schnell nach Deutschland kommt. Dementsprechend war der Rockevent gestern am Chiemsee nur eine Stunde Fahrtzeit entfernt und also schnell mitzunehmen.
Die zwei Hauptacts waren die alten Punk-Hasen „Die Toten Hosen“ sowie die Hip-Hop-Spaß-Fraktion „Deichkind“. Was vom Papier her nicht zusammengeht ging dort auf. Die Hosen machen u.a. Musik gegen Rechts und Deichkind sind nicht Rechts. Mindestens 15.000 Besucher gönnten sich das Spektakel. Fazit: Die apokalyptischen Deichkind schaffen’s auch auf der Großbühne ihre Performance durchzuhalten und waren in Sachen Performance, Sound und Weiterentwicklung vom Hip-Hop sicher der innovativere Act. Die Hosen haben in den letzen Jahren singen und spielen gelernt. Mastermind Campino merkt man auch seine Schauspiel und Filmerfahrungen an. Ob das jetzt noch Punk ist, steht auf einem anderen Blatt Papier, Spaß hat’s auf alle Fälle gemacht.
Am Rande: Auch am bayrischen Chiemsee haben sie ihre Anti-FC-Bayern-Hymne „Bayern“ gespielt, besonders gerne, sogar. Heuchler sind sie also keine, die Jungs aus Düsseldorf und Fortuna-Fans.

Wa.



Deichkind – „Krawall und Remmidemmi.“

Saturday, August 08, 2009

Monika kämpft um ihre Alm!



Kämpfen, Monika, kämpfen!

Die Steinalm. Diesem Fleck gebührt der Name Alm tatsächlich. Einzig ein Gütertransportlift führt nach oben, ansonsten nur der Fußmarsch. Der tut nicht nur gut, sondern das safte Grün auf der Alm spendet den Sinnen viel Kraft. So trifft man auf der Alm Menschen die wandern, die wollen, dass man hier eben mit keinem Auto raufkommt und dass kein Streichelzoo mit überfütterten Viecherln auch den nächsten Gäste-Bus wartet.
Seit einigen Jahren bewirtschaften nun Monika und Thomas die Alm. Sie haben sie in stundenlanger Kleinarbeit hergerichtet und können wirklich stolz auf ihr Kleinod sein. Seit kurzem geht es jedoch rund: Die Besitzer haben die Alm verkauft und der neue Inhaber will einen breiten Weg für den Tourismus öffnen. IRRE! Mehr darüber auf Wankos Blogbuster!

Sunday, August 02, 2009

Macbeth in Leogang.



„Thane of Glamis“ ist in der Neuzeit angekommen.

Plötzlich baut sich so ein „Bergradler“ in voller Montur vor einem auf und man fühlt sich ins Schottland des 11. Jahrhunderts zurückversetzt, eine dunkle Zeit, in der William Shakespeare seine dunkel schillernde Tragödie Macbeth ansiedelte. „Heil dir, Thane of Glamis“ ruft man dem Ritter auf dem Drahtesel zu, in Erwartung vielleicht mit einem „Heil dir, Thane of Cawdor“ begrüßt zu werden ... und wie es weitergeht erfährst du auf Wankos Blogbuster!

Wednesday, July 29, 2009

"Wa"s Schwester in Graz.

Ja, die ist tatsächlich in unserer kleinen Weltstadt an der Mur groß geworden. Ihre ersten 19 Jahre verbrachte sie hier, bis sie nach einigen jahren in Innsbruck (warum Innsbruck, weiß ich eigentlich nich immer nicht)in Wien ihre Zelte aufschlug.
Während der Wa nun in Saalfelden weilt, nützt die Sister-Wa nun die zwei Wochen um mit ihrem kleinen Sohn Alexander in Wa's Wohnung zu weilen um auch dem Kleinen zu zeigen, dass Graz ja kein hingeschissener Dreck ist.
So nebenbei wird sie auch die Blumen gießen und nach der Post schauen.

Willkommen in Graz, Sister Wa.!

Monday, July 27, 2009

Blogbuster!

Der Wa. ist on Tour, er bloggt die ersten 2 Augustwochen in Saalfelden-Leogang auf dem Kunst und Kulturfestival „Übergänge“. Hier geht’s zu Wankos Blogbuster!


Wa.

Wednesday, July 22, 2009

Wir sind die Schnellsten!



Na ja, nicht so ganz, aber zumindest liegen wir noch am frühen Abend vor Print. Gar nicht schwer, ha ha ha. Hier im Bild der wohl coolste Intendant im deutschsprachigen Raum David Pountny, der ja bekanntlich seit einem Jahr die Geschicke der Bregenzer Festspiele lenkt. Zum Foto bat ich ihn folgendermaßen: „Herr Pountney, bitte in der Seitenansicht“, denn so schaut er aus wie eine Romanfigur in einem Charles-Dickens-Roman. Das mit dem Biertrinken hat er freiwillig gemacht.




Hier im Bild, Skizo-Punk und ex-Kunst-Staatssekretär Franz Morak, der mitunter (wieder) musikalische Ambitionen hat. Er hätte mit DJ’s gerne seine Masters remixt, aber sie sind wie vom Erdboden verschwunden. Ein Schelm wer Böses dabei denkt …

Wa.

Monday, July 20, 2009

Zwei Lichtgestalten auf der Seebühne.


MagManu sceint böse zu sein. War Wa schlimm, oder doch Starlight?



Was Starlight sieht, weiß nur Starlight.

Übrigens, die Seebühne hatte bereits ihren ersten großen Event. MagManu und Starlight betraten sie. Der „Wa“ hat fotografiert. So war das.


Wa.

Der Bodensee, die Bühne und die Zehen ...



Alle zwei Jahre wechselt bekanntlich das Bühnenbild auf der Seebühne der Bregenzer Festspiele. Heuer sind es Zehen, die es dem Bühnenbildner angetan haben. Was Zehen und ein New-York-Freiheitsstatue-Getue mit der Aida so zwingend am Hut haben, soll mir mal jemand erklären. Durch die Lautsprecheranlagen trällerte eine ziemlich auf Badetouristen ausgerichtete Festspielwerbung in der der überlustige Moderator meinte, dass die Zähen einen Meter hoch wären. Demzufolge wäre der Mensch 170 m hoch und hätte die Schuhgröße 2040. Trotz allem Pomp finde ich die Zehen unästhetisch. Wenigsten Schuhe hätte man dem Riesen anziehen können …

Wa.

Bregenz Neu!



Wunderbar ist das Molo, das von der Bregenzer Promenade in den See reinragt. War bei meinem letzten Beuch noch ein Eisengestänge die Abgrenzung zum See, ist nun der Zugang offen. Stiegen reichen in das Wasser, und wie man auf dem Bild sieht, nehmen die Bregenzer das neugestaltete Molo gut an. Gestern beim Fertiglesen des neuen Friedrich Ani Romans habe ich es angetestet. Das Wasser streicht über die unteren Stiegen, eine leichte Brise fährt über den Kopf, der Stein ist noch warm und langsam nachtet es ein. Sehr schön war das; der neue Ani Roman „Totsein verjährt nicht“ übrigens auch. Der erscheint am 27. Juli. Im Übrigen ist das eine Kaufempfehlung.



Der Fischersteg, Ort zahlreicher Liebeserklärungen inklusive dementsprechenden Verewigungen auf den Bänken im Pavillon zählt zurzeit zu den Highlights der Festspielbesucher. Eine mobile Bar und einige Tischchen lassen den Prosecco idyllisch am Wasser genießen. Für die Liebeshungrigen ist wieder im Herbst Platz, dann wenn Bregenz wieder Bregenz ist.



Die Sonnenkönigin heißt das neue Prachtschiff von Walter Klaus, welches im Bregenzer Hafen vor Anker liegt. Sie ist Teil der Österreichischen Bodenseeflotte und gehört dem Multi-Millionär Walter Klaus.
Die Bregenzer sollen das Schiff jedoch ablehnen. Zu groß, zu protzig soll ihnen der Party-Kutter sein. Groß dürfen also nur der See und die Festspiele sein. Das Schiff gibt sicher was her, obgleich ich es im ersten Moment mit der Titanic verglichen habe. Mal schauen, wie lange sich das Schiff hier hält.


Wa.

Die Lochau-Fete



Wenn man am 23. Dezember Geburtstag hat wie Klaus und am 18 Juli wie Dinah, was ist dann naheliegender, als am 17. Juli ein diesbezügliches Sommerfest zu machen? „Lochau-Fete“ nannten beide das Fest. Nicht ohne Grund dieses Old-Style-Wort, denn auf der „Alten Fähre“ gab es eine Party im 80er-Musik-Style. Fazit: Tolles Fest, aber die Musik die man schon damals nicht mochte, mag man auch heute nicht. Die Vergreisung hat also nicht zugenommen, denkt sich der „Wa“ und sein Geschmack hat sich auch nicht geändert. Aber damit man mich nicht falsch versteht, es war sehr, sehr lustig! Name-Dropping möchte ich keines machen, das hasste ich schon in meiner journalistischen Anfangszeit. Nur so viel: Sogar aus Schweden kamen die Gäste. Der Kellner hatte beim plötzlich über den See hinwegbrausenden Gewitter jedoch andere Sorgen …

Herzlichen Glückwunsch zu den Geburtstagen wünscht „Wa.“ und dieses Fest könnte doch jährlich stattfinden, od’r?

Friday, July 10, 2009

Mit Red Bull in geistigen Höhen




Ok, ich geb’s zu. Mein Lachen ist vielleicht noch ein bisschen angesträngt, aber Sportler die Extremsportarten betreiben, schauen auch eher selten lustig drein. Aber immerhin, so schaut ein Autor aus, der wenn schon nicht Extremsport, dann zumindest ein Kunstwerk versucht. Hintergrund: Red Bull sponsert „Wa“ und Tochter C. mit einer weiteren Ladung Bullensaft. Die erste Ladung
Das werden die beiden auch brauchen. „Wa“ befindet sich auf dem Endspurt in „Himmel ist das alles schön“, seinem Roman mit Partner Christof Huemer. Tochter C. braucht den Trunk um aufzuwachen. Außerdem geht’s ja Anfang August nach Saalfelden, zum Kulturfestival Gegensätze, wo „Wa“ zwei Wochen durch die Gegend bloggt. Da wird viel Energie nötig sein. Vielleicht geht sich da ein Kurz-Besuch in Fuschel bei den Bullen aus.
Ausgezahlt haben sich die Dosen bis jetzt auf alle Fälle, denn „Wa“ wurde heute mit dem Literaturstipendium der Stadt Graz ausgezeichnet. Ein Satz in der Laudatio gefällt ihm besonders: „In seinen Werken entwickelt Wanko eine gesellschaftskritische Neu-Akzentuierung des ,Boulevards‘, wobei er mit grellen Effekten und holzschnittartigen Kontrasten gezielt den sogenannten guten Geschmack und bürgerlichen Biedersinn attackiert.“ Na wenn des nix is, was dann?

Wa.

Wednesday, July 08, 2009

Und rot war auch der Kaiser-Josefs-Platz



... man spielt ... liest ...



... textet und lacht ...



... Dieter Glawischnig und Martin G. "Wa" Wanko

... und so gehen morgen auch haubentaucher.at und wa Dauerkarten für die neie (neiche, ha ha) Saison kaufen, weil wir sehr anständige Menschen sind ...


Wa.

Fotos: GAV / (c) Chris Zenz 2009

Monday, July 06, 2009

Das Wetter vor zwei Tagen.


Auf der Rampe: Im Vordergrund Dieter Glawischnig, hinter ihm lesend: Autor Mike Markart.


Glawischnig solo. Yes!


Was wäre eine Marktlesung ohne Marktzeitung ...


… und was wäre eine Marktlesung ohne Zuschauer …

Um es kurz zu machen und ich will mich da nicht aus dem Fenster lehnen, wer weiß, was die Zukunft in unserem monsunartigen Land bringt: Bei den letzten 5 Outdoor-Lesungen der Grazer Autorenversammlung gab es vier Mal Schönwetter, wie auch letzten Samstag. Die GAV führt gegen den Regen mit 4:1.
Tolle Texte, tolle Stimmung über 300 Besucher und nur gelegentlich ein Murren wie „Das ist ja kein Jahrmarkt“ oder „muss schon wieder Lärm gemacht werden!“. Hengstler, gute Regie, Eichberger, gute Moderation und Lang, gute Bühne.
Vielseitige kurze Texte, wie schon gesagt: cool, und natürlich ein Meister am Piano, Dieter Glawischnig, ex NDR-Bigband Leiter, Professor auf der Hamburger Musikhochschule und vor allem Grrrazer, der gerne und oft mit Autoren von internationalem Format auftritt.

Dieter, es war wunderbar, hab Dank,

wa.

Danke an alle, so viel Besucher hatten wir noch nie und um Herrn Kochs Frage vorwegzunehmen: Danach wurde gegluckert. Punkt.

Thursday, July 02, 2009

Frischtext: Die Grazer Autorenversammlung am Kaiser-Josef-Platz.



16 Autoren, ein Musiker und ein Platz. Schon zur Tradition ist die vorsommerliche Literatur-Open-Air der Grazer Autorenversammlung. Zum 10. Mal tritt die GAV-Steiermark in Großformation an. Nach Schlossberg, Burggarten und dem Hilmteich, geben sich 16 steirische Autoren am Kaiser-Josef-Platz die Ehre. Passend zum Markt nennt sich die Veranstaltung „Frischtext“. Gedichte, Statements, eine knappe Prosa – Abwechslung wird großgeschrieben und die Klammer, die alles zusammenhält ist der Grazer Jazzer Dieter Glawischnig, der auf dem Piano die Texte interpretieren wird. 90 Minuten großer Marktzauber. Und wenn sie zufällig einen Grazer Krauthäupl in „frischer Literatur“ eingepackt bekommen, dann wundern sie sich nicht. In Zusammenarbeit mit „Kultur Macht Mensch“ gibt die GAV eine Marktzeitung heraus, die auszugsweise die Texte unserer Autoren enthält und durchaus zum Lesen geeignet ist, aber auch Mittel zum Zweck sein soll, eben, zum Einpacken vom Krauthäupel oder den frischen Radieschen.
Unsere kostenlose Marktzeitung liegt für die Besucher auf einem eigenen Markttisch auf, auf dem die Grazer Buchhandlung „Bücherstube“ auch die nahrhafte Literatur der lesenden Autoren anbietet.
Es lesen: Birgit Pölzl, Monika Wogrolly, Andrea Sailer, Constanze Dennig, Andrea Stift, Clemens Setz, Joachim G. Hammer, Werner Schandor, Robert Wolf, Helwig Brunner, Wolfgang Pollanz, Mike Markart, Franz Zalto, Wilhelm Hengstler, Günter Eichberger und Martin G. Wanko.

Eine Koproduktion der GAV-Steiermark & Kultur Macht Mensch

Ort: Kaiser-Josef-Platz
Tag: Samstag, 4. Juli 2009, 10:00 Uhr
Bei Schlechtwetter: Studiobühne
Infomail: martin.wanko@inode.at
Der Eintritt ist frei!

Gegen das Wetter wetten.



Ja, Grazer zu sein, war im Juni nicht leicht und auch im Juli schaut’s in den Anfangstagen eher düster aus. Regen, Regen, Regen. Das Wetter ist ein absoluter April-Scherz aber mit der absoluten Sommerhärte ausgestattet: Gewitter und Hagel, Platzregen und Temperatursturz, dann wieder Minuten später stechende Sonne, die die Luftfeuchtigkeit gleich wieder ansteigen lässt. Tropisches Graz, kann man dazu nur sagen, aber es mit Humor zu nehmen, wäre angebracht: Der „Wa“ wettet zum Beispiel mit sich selbst, ob er seine ganzen Erledigungen machen kann, ohne dass ihn das Wetter erwischt. Diverse Spielchen wären auch für Büros heiter: Wie oft kracht es, wenn wir schuften? In England habe ich das schon in den 80ern mitbekommen: Auf der Insel konnte man über das Wetter am nächsten Tag wetten.

Keep smiling,

wa.

Sunday, June 21, 2009

Der Creativ Preis des ACS:


Die Menschen waren hungrig. Vom Ochs blieb nicht viel übrig.

Der Advertising Club Styria lud zum jährlichen Fest. Heute auf den schon teils gespenstisch wirkenden Reininghaus-Gründen, da ja dort ein Wohnbau-Großprojekt aus dem Boden gestampft werden soll. Gar nicht gespenstisch war das heurige Anliegen, ein eigner Werbepreis mit internationaler Jury stellte ACS-Mastermind, Autor und GAK-Kurven-Steher Michael Gaisbacher vor: monumentum creative award 09

Gratulation!


Petra und Alfred: Rot & weiß ein Leben lang!

Was soll man dazu noch sagen? Wenn 2 Rote heiraten, gibt’s auch rote Geschenke: Mema-TV spendierte Petra und Alfred ein Roland Kollmann Trikot mit allen Unterschriften der "Fast-Meister-Mannschaft". Einen herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit gibt’s von der Redaktion.

Wa.

Böse Menschen schreiben gute Bücher.



„Der Krimi-Plot ist für uns nur ein Vorwand, um die heutige politische, wirtschaftliche und soziale Realität darzustellen“ antwortete Massimo Carlotto in einem Gespräch auf die Frage, was es denn mit seinem neuen Roman „Ich vertraue dir“ am Hut habe. So geht es Carlotto durchaus um delikate Inhalte wie: Bestechung, Betrug, Erpressung, Nötigung, organisiertes Verbrechen, Manipulation von Lebensmittel und Dealerei. Das ist ziemlich viel für einen Krimi, umso großartiger, dass dieses Themen-Bündel in dem relativ schlanken Roman der zwei Sarden Massimo Carlotto und Francesco Abate stattfinden kann.

Ihr Zugpferd ist der freche Gangster Gigi Vianello. Schaut aus wie der Popstar David Bowie, sogar ein blaues und ein grünes Auge hat er von Geburt an, hat studiert ist gut in der Society verankert und trotz allem: Der Betrug im Großformat scheint für ihn die einzige Möglichkeit zu sein, um unfassbaren Reichtum zu erlangen. Er zieht in Sardinen einen Lebensmittelbetrug im großen Stil auf, bis ihm ein bildhübsches, trauriges Mädchen in die Quere kommt, dem er sich nicht widersetzen kann.

Das wunderbare an dem Autorenduo ist, dass sie ihre Geschichte staubtrocken und ohne Gewissensbisse runterschreiben. Dabei sind sie von einem tiefschwarzen Humor beseelt und dementsprechend oft ist einem auch zum Lachen zumute. Dem italienischen Doyen der Kriminalromane, Massimo Carlotto, hat es gut getan, sich mit dem DJ Francesco Abate auf ein Packl zu hauen, denn Abete lässt viele Referenzen aus der Musik- und Filmwelt einflößen und überspringt gelegentlich auch zwei, drei Hürden auf einmal. Schöner Nebeneffekt: Ein Italo-Krimi der nicht mit einem Kochbuch zu verwechseln ist. Manchmal bleiben dem Leser die Spaghetti im Rachen stecken. Weiter Krimis mit Gigi Vianello sind geplant. Die zwei Sarden haben also einen zugfähigen Gauner ins Leben gerufen.


Wa.

Ein Wort zu den Schwarzen:



Roadrunner- Möge er nur weiterlaufen.

Gerade in letzter Zeit waren Beileidsbekundigungen von den Schwarzen auf der Tagesordnung. Eines zu Euch Schwarzen:

"Euer Mitleid ist unsere Schande."

Wa.

Wednesday, June 17, 2009

am rande

Im Punkto Allgemeinbildung gibt's auch Brutales.

Komme ich mit Starlight auf Harzt-IV zu reden, meint sie nicht unlocker: "Hey, sind das nicht die Typen, die sich nicht >>selber<< ernähren können?"
Klingt brutel, aber so kommt es mal rüber.

Wa.

Sunday, June 14, 2009

Wir wollen bloß wissen "warum"!



Alles im Nebel.

Der GAK gewinnt mit 2:1 in Linz und der TSV Hartberg gewinnt 6:0 gegen den SAK. Laut Papier ist also Hartberg Meister in der 3. österreichischen Liga und hiermit aufstiegsberechtigt.
Kurz zum Werdegang: Hartberg legte immer wieder Tore nach, genau so, dass der GAK nicht aufsteigen konnte. Ich glaube im ganzen Spiel war der GAK 12 Minuten Meister.
Um 2:45 am Morgen veröffentlicht der SAK-Präsident Marko Wieser auf der offiziellen SAK-Homepage an alle GAK-Fans eine Entschuldigung für die desolate Leistung seiner Mannschaft.
Am Nachmittag gibt er dem Internet-Portal Laola1.at ein aufgebrachtes Interview in dem er bestätigt dass eine Person aus dem Hartberger Umfeld 2 Mal einen Spieler kontaktiert habe, dieser aber den Kontakt abgebrochen habe. „Es ist etwas versucht worden“, so der SAK-Präsident auf Laola1.at. Wieser habe nun von allen Spielern eine eidesstattliche Erklärung unterzeichnen lassen, vor dem Spiel nie von Personen aus dem Hartberger Umfeld diesbezüglich kontaktiert worden zu sein. Eine Aufzeichnung der Mobiltelefonprotokolle soll folgen. Für die Spieler könne Wieser aber nicht mehr die Hand ins Feuer legen.

Ich bin jetzt kein großer Freund von Verschwörungstheorien, aber wenn sich der Präsident eines Vereins in den frühen Morgenstunden auf der offiziellen Homepage auf Grund der mangelhaften Leistung seines Vereins entschuldigt, hat er es dringend nötig.
Weiters würden wir alle gerne wissen, wer in Hartberg vor dem Entscheidungsspiel nervös geworden ist. Wenn der Kirchenwirt zum Telefonhörer griff, weil er um seine zukünftigen Einnahmen fürchtete, und bei einem für Hartberg hilfreichem Resultat auf eine Brettljause eingeladen hätte, soll man es dabei belassen. Wenn jedoch ein Funktionär der Hartberger oder einer Person die sehr stark in das Geschehen des Hartberger Vereins involviert ist, zum Hörer griff, dann wird es schon einmal sehr interessant.
Weiters würden wir alle gerne wissen, was der nette Herr aus Hartberg denn so vorgeschlagen hat. Trifft das ein, was der GAK-Fan vermutet, ist das 6:0 der Hartberger in einem neuen Licht zu betrachten. Kann tatsächliche Manipulation nachgewiesen werden, wird der Verband handeln müssen. Vor Jahren würde man weiterhin im Dunklen tappen, doch Mobilfunk- und Internetprotokolle sind schneller zu besorgen als man glaubt. Das Leben kann sehr einfach sein, wenn sich nur recht bald der dubiose Nebel verzieht.

Wa.

Friday, June 12, 2009

Weil!



Ok, versuchen wir es noch einmal: Weil wir Rote sind! Wir bringen die Schale von Linz nach Graz, aus dem lapidaren Grund, weil wir Rote sind!

Alles klar?

wa.

Sprachlos.



Es gibt eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Im Grunde gar nichts mehr. Die Boys in Red müssen wissen wie viel es geschlagen hat. That's it.

Rote!

Thursday, June 11, 2009

Finale: 29. Runde



Die 29. Runde, oder soch die 30? Ja echt keine Ahnung mehr. Wird wohl die 30. sein, aber die passt dann nicht mehr zur letzten Überschrift. Klar ist es die 30. Runde, Blödmann! Aber was soll's. Morgen geht es ab nach Linz, zum Finale. Auf alle Fälle ist es angenehmer dabei zu sein, egal wie das Spiel ausgeht, als in Graz zu sitzen und das Spiel "wehrlos" auf der Mattscheibe anzuschauen.
Eigentlich dachte ich, ich würde irgendwie von panikartigen Zuständen befallen werden, aber sonderbarer Weise bin ich ziemlich ruhig, Starlight auch. Wird schon werden. Und wenn nicht? Dann frei nach Falco: Dann halt nicht. Also, noch ist Ruhe angesagt. Im Grunde reicht'd eh, wenn's mir 5 Minuten vor Anpfiff den Magen umdreht.

Rote!

Monday, June 08, 2009

Runde 28: Aspiranten, Volontäre und Schlampen.



Die Volontäre



Die Helden von heut’: GAK-Superhelden in der Kurve.




Für die Ewigkeit und noch viel länger: GAK als Tatoo am Bein.


7454 Fans. Das ist für die 3. Österreichische Liga Rekord und wird so in die Annalen des Österreichischen Fußballs eingehen. Absolut hollywoodmäßig auch das Resultat: 2:0 gegen die Hartberger, dem bisherigen Tabellenführer. Dadurch haben die Roten mit den Hartbergern in der Tabelle gleichgezogen und dank dem besseren Torverhältnis die Tabellenführung übernommen. Und trotz allem war das Spiel das Befremdetste was der „echte“ Fan seit über 2 Jahren mitbekam.

Der „Rote Schnitt“ bei Regionalspielen beträgt ungefähr 2500 Fans. Das ist eine eingeschworene Gemeinde, wo von mir aus nicht jeder jeden kennt, aber über den Weg läuft man da doch vielen öfters. Der Fan ist es gewohnt, beim Gang nach Liebenau mitleidig betrachtet zu werden, von argwöhnisch kann seit dem Absturz in die 3. Liga nicht mehr die Rede sein, nach dem Spiel mit einer noch kleineren Gemeinde ein Bier zu trinken und dann den Heimweg anzutreten. Auf dem Heimweg bleiben oft genug Nobelkarossen stehen, lassen schnell das Fenster runter, sodann sich eine hoffnungsvolle Stimme den Weg nach außen bahnt: „Wie haben wir gespielt?“ Der Haubentaucher hat hier schon die richtige Antwort eingeführt: „Sie haben nicht gespielt, Sie waren ja nicht einmal unten. Also bitte, fahren Sie weiter, hauen Sie ab.“ Und aus.

Also, wie geht es dann dem „Echten Roten“, wenn er plötzlich einer Übermacht an Fan-Aspiranten gegenüber steht? Ich versuche die Antwort zu formulieren: Er ist umgeben von einem schalen Nichts, von einem Schwamm voller Essig, von Heuschrecken, die die Landschaft kahl fressen, von Menschen die nicht gelernt haben, nur so viel zu trinken, dass man 45 Minuten nicht pissen muss, von Menschen die sich an den gedeckten Tisch setzen und sich ein Leben lang nicht Gedanken machen, wer denn das Mahl gerichtet hat, von Menschen denen seit 2 Jahren der Verein so etwas von scheißegal war und die nun mit stolz erhobener Brust durch die Stadt gehen und behaupten „Wir waren dabei, als der GAK …“.

Diese 5000 Fan-Volontäre haben in den letzten 2 Jahren absolut nichts dazu beigetragen, dass es den Verein und so etwas wie einen Fußball-Dualismus in Graz noch gibt. Ein Dank sei hier an die 2500 Fans gerichtet, die sich sehr viele Spiele angetan haben, angetan deshalb, weil es oft um nichts ging außer eben um das Wichtigste: Um Fußball. Und ein Dank sei an dieser Stelle auch der Initiative 1902 ausgerichtet, die sich nicht zu schade war, mitunter den fußballbürokratischen Weg einzuschlagen, um einer Fusion mit einem anderen Club oder sonstigen Hirngespinsten einen Riegel vorzuschieben. Darum hatten die 5000 Fan-Schlampen am Freitag etwas zu feiern. Immerhin ging nach der 1. Halbzeit das Bier aus.

Wa.

Tuesday, June 02, 2009

Die 28. Runde, oder High Noon in Graz!



Bild (C) Wanko: Aufgenommen beim Auswärtsspiel in Hartberg, welches 1:1 endete. Hätten die Jungs auf beiden Seiten gewusst, dass sie sich am Ende der Meisterschaft an der Tabellenspitze gegenüber stehen, wären sie wohl mehr gelaufen, denn wer will schon "ein Leben lang" in der "Hagel-Liga" bleiben?



Als ob hier ein Dramaturg aus Hollywood am Schaffen wäre: Der GAK gewinnt am Freitag schon sehr souverän in St, Veit 5:1 und übernahm seit 4 (!) Jahren erstmals wieder eine Tabellenführung, wenn auch nur für knapp 48 Stunden. Am Sonntag gewann Hartberg gegen die Sturm Amateure mit 1:0. Das Gute daran, die Sturm Amas sind aus dem Titelrennen. Das Schlechte: Hartberg liegt 2 Runden vor Schluss wieder 3 Punkte vor dem GAK.
Jetzt findet als diesen Freitag um 19:00 das High Noon in Graz statt. Der, der gewinnt hat die Schnauze vorne. Das Hammer: Der GAK muss gewinnen, sonst wird aus allem nix. Das dürfte die taktischen Möglichkeiten des Trainerstaabs ziemlich einschränken, was aber auch kein Nachteil ist.
Und wie geht es dem Fan dabei? Da rinnen alle Safterln im Magen zusammen. Die fiebern dem Freitag wie einer Nachprüfung in der Schule entgegen. Noch einmal sitzenbleiben ist nicht drin, sonst nimmt einen der Papa aus der Schule.

Wa. In guter Hoffnung.

Börsenhaie und andere Analysten.


Geld und Literatur. Ein schwieriges Kapitel. Wenn es von Autoren zum Thema gemacht wird, dann eher klagend: Sie haben zu wenig Kohle. Interessant ist, dass gerade jetzt, wo die internationale Finanzwelt in argen Turbulenzen steckt, zwei Autoren Wertpapieranalysten zu ihren zentralen Figuren machen und das mit ganz unterschiedlichen Zugängen.
„Cityboy“ heißt eine Kurzgeschichtensammlung von Geraint Anderson, der selber einmal Analyst auf der Londoner Börse war und nun den Kronzeugen einer verlotterten Welt spielt. Seine knackigen Storys wurden zuerst unter einem Pseudonym in einem Londoner Stadtmagazin herausgebracht. Die Wogen gingen hoch, denn im Grunde beschreibt der Autor die Börsenspekulanten als ziemlich miese Zocker, die aber nicht ihr Geld in die Casinos tragen, sondern mit Geld anderer Menschen auf der Börse herumwerfen. „Cityboy“ ist eine aufbereitete Sozialstudie. Machtmissbrauch, Drogenexzesse, Sexorgien sind die Highlights von so manchen Broker oder Analysten. Die Textsammlung wäre eine geeignete Grundlage für einen Martin Scorsese Film über das Börsen- und Bankenmilieu. Nicht unwitzig: Das Buch hat der Börsenbuch Verlag veröffentlicht.

Ganz anders geht Joseph O’Neill mit seinem Erzähler Hans van den Broek um. Er ist Analyst an einer namhaften amerikanischen Bank. Zur Sicherheit lässt er ihn von Anfang an nicht so viel über das Bankgewerbe schwätzen. Vielleicht hat er ihm den Job auch nur deshalb gegeben, damit sich sein Erzähler über Geld keine Gedanken machen muss.
O’Neill bringt eine kolossale Geschichte über ein New Yorker nach dem 11/09 aufs Papier, der Tag, an dem das Leben für viele New Yorker anders wurde. Hans van den Broek muss mit seiner Familie ins Hotel ziehen, da ihr Loft in Tribeca, einem Stadtteil in Manhattan, in Mitleidenschaft gezogen wurde. Und hier beginnen auch die Probleme. Trägheit und Angstzustände nisten sich ein. Seine Familie verlässt ihn und anstatt dessen findet er Kontakt zu einem Westinder Namens Chuck Ramkissoon – ein zwiespältiger Zeitgenosse, wie sich bald herausstellen wird.
Der Autor beherrscht es perfekt, mit der Vergangenheit seines Erzählers eine Art Zukunft zu beschreiben. Immer wieder schlägt er Brücken zwischen vergangenen Geschehnissen, die den Blick in die Zukunft weisen. Dazu kommt O’Neills Erhabenheit über die bildliche Gestaltung seines Textes. Metaphern, die nicht peinlich sind, Landschaftsbeschreibungen, die nicht kitschig sind und Dialoge, die so natürlich sind, als hätte er seine Nachbarn belauscht.
O’Neill hat eine irische Mutter und einen türkischen Vater. Er wuchs in Holland auf und immigrierte erst vor einigen Jahren in die Vereinigten Staaten. Prinzipiell ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet ein Immigrant den Ground Zero-Roman schlechthin schreiben hat müssen. Mit dem unbelasteten Blick eines Ankömmlings vermeidet er die Sicht auf die Allgemeinplätze der Katastrophe. Dazu hat er die Alte Welt noch im Blut und betrachtet New York aus einer Außenseiterposition. Joseph O’Neill zählt zu den Autoren, die New York um eine Facette reicher gemacht haben.

wa.