Sunday, January 31, 2010

Max hilft Haiti




Max Wegscheidler, eher bekannt als der Künstlerfotograf der Steiermark, hilft Haiti. Nicht er alleine: Er hat zwei Musikabende aufgestellt, an denen Musiker U und E für den Notfallsfonds der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ Spielen.

4. Februar 2010, 19:30 Uhr, Minoritensaal (Mariahilferplatz 3, 8020 Graz):
Konzert für Haiti und den Notfall-Fonds von Ärzte ohne Grenzen
Mit Marino Formenti, Ingrid Marsoner, Hsin-Huei Huang, Armin Egger, Lily Francis und Johannes Dickbauer.
Organisiert und veranstaltet von J.J.Kucek, Dank für die Unterstützung an das Kulturzentrum Minoriten Graz.

6. Februar 2010, Einlass: 19.00 Uhr, PPC (Neubaugasse 6, 8020 Graz, www.popculture.at):
Soundportal präsentiert: Rock für Haiti und den Notfall-Fonds von Ärzte ohne Grenzen
Feat. The incredible Staggers, The Base, Binder&Krieglstein, Christoph & Lollo, Etepetete, Effi, Fiago, Die Tanzmaschine feat. Flow Bradley, Jimmi D., Millions of Dreads (solo acoustic performance), Dirty South DJ Team and many more.


Mehr Infos gibt’s unter: Graz hilft Haiti

Also, hingehen, anschauen und brennen!

Wa.

Thursday, January 28, 2010

Held des Tages: Der Bierkutscher Roland.



Goehte freute sich auf die Weinliederungen, der "Wa" auf die Bier!

Literatur und Alkohol gehören untrennbar zusammen, denn was der Geist verbindet, soll der Verstand nicht trennen. Das verbindet ja auch den Leser mit dem Autor. Ein Glaserl in Ehren und schon wird alles besser lesbar, ein paar Gläser mehr und schon herrscht Klarsicht über den Autor und über sich selbst als Leser. Darum ist ja Lesen (oder Schreiben) mittlerweile viel lässiger als Autofahren, weil nach drei Bier gibt’s ja auch kein Leseverbot, und Alkotest so und so nicht, ha, ha.
O.k., nach dem fast gelungenem Witz ein dickes Danke an die Stiegl Brauerei zu Salzburg. Die Stiegl-Leute sponsern nämlich den „Wa.“ mit einer Kiste Bier und das ist gut so. Roland, ein Braukutscher der modernen Form, mit Lieferwagen, war so nett und brachte dem „Wa.“ eine Kiste Stiegl Bier vorbei. Die wird nämlich hilfreich sein, den Theatermonolog „3. Liga“ fertigzustellen. Ein Monolog über einen in die Jahre gekommenen Kicker.

Na ja, dann mal Prost!

meint der Wa.

Sunday, January 24, 2010

1,95




Florian Illies muss man nicht gelesen haben und dennoch hat dieses Buch einen fixen Platz in unserem Bücherregal, alleine der Aufkleber macht’s. „Generation Golf zwei“ und das schon um 1,95. Starke Symbolkraft, wie schnell doch alles Zeitgeistige vergeht – war dieses Buch doch schon 2 Monate nach Erscheinung im Ramsch.


Wa.

Wednesday, January 13, 2010

Rosarot, Hundegacke und der Grazer Stadtpark




Seit einiger Zeit gibt es im Stadtpark eine Modefarbe: Rosarot. Und sie leuchtet meistens aus dem Mistkübel heraus. Richtig geraten! Im Mistkübel liegen die rosaroten Sackerln in denen verantwortungsvolle Hundehalter und Hundehalterinnen ihre Hundstrümmerln reinstecken. Das Schöne daran ist, es werden immer mehr, die die Kacke von ihren Waulis wegräumen. Gelegentlich liegen noch ein paar hässliche und große Würsteln im Stadtpark herum, wahrscheinlich von hässlich großen Hunden und noch hässlicheren Besitzern, aber diese oft zapfengroßen Würsteln bin ich als Jogger bis dato sportlich übersprungen.


Wa.

Wa.

Friday, January 08, 2010

Vom 2. Weltkrieg bis zum Zweitwohnsitz




In den letzten Jahren schuf der englische Autor David Peace ein hervorragendes Krimi-Quartett, das sich anhand der Blutspur des realen Serienmörder Peter William Sutcliffe entwickelt. Sehr spannend, dass sich Peace nun von der britischen Insel weg wagt, nach Japan, nach Tokio, ins Jahre 1946.
„Tokio im Jahr Null“ ist der treffende Titel und in der zerbombten Metropole lässt David Peace nun Inspektor Minami ermitteln. Zwei Mädchen-Morde gilt es aufzuklären, ein Zusammenhang ist nicht auszuschließen. David Peace bedient sich sehr stark dem Unbewussten. Durch ihn taucht der Leser in ein Zeitloch ein und findet sich im Anblick einer klaffenden Wunde namens Weltkriegsschmerz wieder. In einer existenzialistischen Treffsicherheit, die einem Samuel Becket Freude gemacht hätte, bewegt sich David Peace zum Nullpunkt. Er hinterlässt unglückliche Leser. Wenn auch die Bösen gefangen werden, die Welt bleibt dunkel.

Mit Georg Haderer meldet sich ein neuer österreichischer Krimiautor zu Wort. Seinen ersten Roman „Schäfers Qualen“ lässt er im Ski-Mekka Kitzbühel stattfinden, dem Geburtsort des Autors, der zugleich der Geburtsort des Ermittlers, Major Johannes Schäfers, ist. Drei Morde auf den ersten 80 Seiten sind nicht schlecht, alle drei Opfer wurden rituell hingerichtet und Kommissar Schäfer brennt schon der Hut. Schäfer hat sich die erste Nacht seit Jahren, die er wieder in der Alpenstadt verbracht hat, anständig betrunken und wurde dann zur frühen Stunde „bewusstlos gemacht“. Ziemlich blöd, dass ihm in diesem Zustand seine Schuhe abhanden gekommen sind und noch blöder, dass der dritte Leichnam sie beim Auffinden trug. Alle Morde lassen sich auf das Skilehrer-Milieu zurückleiten, wo wir wieder bei der Biographie des Autors sind, der ebenso einige Zeit als Skilehrer sein Geld verdiente.
Diese Sicherheit, zu wissen über was man schreibt, ist im Roman spürbar. Haderer geht mit Kitzbühel, das ja im Grunde für die Österreichische Bergwelt, dem Tourismus und dem Zweitwohnsitz-Wahn reicher Menschen steht, sehr natürlich um. Es ist weder ein Anti-Heimat Roman noch das Gegenteil. Der Bruch mit diesen Traditionen tut dem Werk gut, denn so konnte der Autor einen coolen Krimi mit einem starken Zug inszenieren.


Wa.

Thursday, December 31, 2009

Der Jako und das neue Jahr.



Sauschädel im Grazer Citypark.



Der Jakominiplatz - solange man jung ist sagt man Jako oder Jackson dazu. Das seit Generationen ...

Ah ja,mannchal schaut sogar der Grazer Jakomini Platz zumindest interesssant, wenn schon nicht charakterstark aus - siehe Bild.

Und, eh klar, der "Wa" wünscht jetzt allen "Wa-Blog-Lesern" einen guten Rutsch und ein Gutes 10er Jahr ...

GLÜCK AUF!

Wa.


Und was wünscht sich der "Wa"? Glück & Gold, sowie ein paar Reisen. Eine nach Rom & Elba und eine nach Stuttgart, das sollt sich schon ausgehen und vielleicht (trotz allem) Alles Gute meinem kleinen Scheißverein GAK - wir dürfen schimpfen: Karten-Abonent und Mitglied.

Tuesday, December 29, 2009

Oder?

Wenn Frauen fad ist, gehen sie sich schminken. Wenn Männern fad ist, betrinken sie sich.


Wa.

Saturday, December 26, 2009

Weihnachten 09 - die Fotos!





Zumnindest 2 davon. Anbei MagManu und Starlight beim Baum entzünden - nachts, wenn auch die Geister kommen.


Be grü

Wa.

Friday, December 25, 2009

Wednesday, December 23, 2009

Weihnachten ist, wenn ...



Weihnachten ist, wenn du die Familie bei dir hast … der Diogenes sein obligatorisches Packerl schickt, der Rowohlt die neuen Kataloge liefert und der Fischer bereits mit dem ersten Besprechungsexemplar aufwartet. In diesem Falle Josh Bazell mit „Schneller als der Tod“, seines Zeichens knallharter Krimischreiber, den sollte man sich einmal vormerken.
Weihnachten ist auch, wenn der Wa. an Familie Penner Teil 5 arbeitet und Starlight ihren iPod zurückbekommt. Dass in diesem Fall die Garantie noch hingehaut hat, das haben wir den Jungs von digitalis zu verdanken, denn Starlights iPod sah ja schon sehr malträtiert aus …



einen schönen Weihnachtsgruß an meine Leser – der „Wa“ bleibt Euch auch in den nächsten 2 Wochen blog-mäßig erhalten, uns wird’s also nicht fad …

Monday, December 21, 2009

Barack, du alter Sack!



Wien zur Weihnachtszeit - auch schön.

Lieber Barack Obama, danke für deine E-Mail Weihnachtsgrüße an mich, die ich gerne an die Leser meines Blogs weiterreiche. Aber du bist ja ein superdezenter Hawi und spirichst von Feriengrüßen um ethisch nicht gleich anzuecken, Weihnachten ist ja Christensache, aber egal, hier nun die Grußbotschaft:


Die Feriengrüße meines E-Mail-Freundes Barack


Wa.

Die Verwandlung.



Starlight in Action.



Als "Wa" noch Haare hatte und "immer gut drauf" war ...


Warum im Frühling putzen, wenn man vor Weihnachten ein paar Stunden dafür opfern kann. Das Arbeitszimmer war dran und irgendwann kam auch Wankos Kiste unter die Lupe, die einige Verkleidungen für diverse Lesungen zu bieten hat. Hier Starlight und Wa im bezeichnenden Toni Polster Outfit, ist aber gut möglich, dass ich die Haarpracht bei einer 70-Jahre Lesung auf hatte.

Wa.

Tuesday, December 15, 2009

Und K.I.Z. war da!



K.I.Z. im PPC, Graz.

Nach längerer Blog Abstinenz, man muss ja gelegentlich arbeiten auch, har, har, bin ich nun wieder im Blog. Also, vor zwei Tagen war ich mit Starlight im K.I.Z. Konzert, was wohl die bessere Alternative zu den Stadion-Britpoppern und Fadmenschen „Franz Ferdinand“ war. Im Konzert die (gewollte) Bierdusche für Starlight (passend zu K.I.Z. „Prost ihr Säcke“), und nach dem Konzert T-Shirt und CD kaufen. Am Stand wollte ich schon abwinken, aber der Verkäufer meinte, dass alle CDs die er auf der Tour verkauft, von allen Bandmitgliedern original signiert sind. Gegenüber dem Netz oder dem Plattenladen doch ein Vorteil. Eh klar, fördert den Verkauf, aber vor einigen Jährchen hätte keine Sau daran gedacht, dass so ein Kniefall vor dem Publikum mal Standard werden könnte.
Ah ja, da gleich eine Frage an die werte Audienz dieses Blogs. Schon Mal ein e-Book in den Händen gehalten? Kindle und Konsorten erwarten sich ja den vorprognostizierten Weihnachtsschlager. Abwarten sage ich mal vorlaut rein, aber wer weiß, vielleicht ist man ja hier im Blogg doch anderer Meinung?
Eine Frage noch zu meinen freunden nach Deutschland: Wir hätten da ein gutes Bankhaus in Kärnten zu verkaufen, am wunderbaren Wörthersee … wer hat noch nicht, wer will nochmal?
Das Wort des Tages fällt mir auch noch ein: "Nichtraucheraspirant". Mit dem Wort kann man doch ins neue Jahr gehen, oder? Ja, ja, ich weiß eh. Ich werd' geschwätzig, wenn ich zu wenig zum Bloggen komme …

Wa.

Wednesday, November 25, 2009

Hey, ich bin eh potent!



Nancy ist ein sehr direkter Mensch. Sie kommt aus Kanada und scheint sehr weltoffen für die Probleme ihrer Mitmenschen, vor allem für Männerprobleme, zu sein. In ihrem letzten Schreiben an mich meinte sie Folgendes: „Es lauft im Bett nicht mehr wie frueher? Haben Sie das Gefuehl, dass ihre Potenz waehrend des Sex nachlaesst? Kommen Sie zu frueh? Oder haetten Sie einfach gerne laengeren und intensiveren Sex?“
Finde ich voll nett, dass sich Nancy um mich kümmern will, aber um meine Potenz muss sie sich nicht sorgen. Trotzdem, Nancy ist hartnäckig und mit ihr Stacy, Daisy, Lola und Isla. Sie alle wollen mir klarmachen, dass es bei mir nicht mehr läuft. Und nicht nur bei mir: Diese, oder ähnliche E-Mails gehen ziemlich wahllos an Millionen Männer und Frauen(!). Ich weiß nicht, wie sich die Frauen fühlen, wenn sie immer lesen müssen, dass es bei den Männern nicht mehr so läuft wie früher. Vielleicht sind sie ja ganz froh über den erschlaffenden Zustand der Penisse ihrer Männer, kann ja sein.

Erstaunlich ist, dass die Absender aus fernen Ländern uns Empfänger als absolute Weihnachtsfreaks sehen, denn sogar im Hochsommer finden sich in der Betreff-Zeile der Potenz-Briefchen folgende Worte: „Weihnachten fuer Sie“ oder „Weihnachten fuer Ihren Dick“, am besten kommt aber „Weihnachtsgeschenk fuer Sie!“

Ich stell mir das ziemlich hardcore vor, wenn der Santa Claus nicht mehr mit dem Coca-Cola Laster durch unser Land fährt, sondern mit einem Viagra-Geländewagen durch die Gegend kurvt und beim Verschenken der Pillen verkündet: „Das Leben ist zu kurz - geniessen Sie das in vollen Zuegen“ oder „Mit Geld kann man nicht alles kaufen! Die Potenz und ueber 20 Minuten Standhaftigkeit schon!“ So zumindest steht es in den Mails geschrieben.

O.k., kann ja sein, dass im Alter die blauen „Wunderpillen“ Abhilfe verschaffen, aber was ist, wenn man keinen Partner hat? Auch da gibt es schneller Abhilfe, als man glauben mag. Tatiana aus Russland zum Beispiel will uns alle unbedingt kennen lernen. Sie ist zwar in Deutsch eine absolute Null, aber der Unterhaltungswert ihrer E-Mail ist umso größer: „Hallo! Er sucht uber eine Dating-Site und ich mochte wirklich Ihr Profil ab. Ich habe eine Nachricht auf der Website, aber leider haben Sie mir nicht geantwortet. Ich wollte Ihnen zu begegnen. Ich bat um Hilfe fur die Verwaltung der Dating-Plattform. Sie gern hat mir geholfen. Sie gaben mir Ihre E-Mail und jetzt habe ich diesen Brief schreibe. Ich bin sehr glucklich, da? ich jetzt personlich schreiben konnen Sie eine Nachricht. Ich hoffe, Sie nicht verlassen, ohne mein Schreiben aufmerksam und achten Sie darauf, mir zu antworten.“

Au ja, Tatiana ist wahrlich ein Hammer! Besonders gefällt mir die Infragestellung des Glücks. „Ich bin sehr glucklich, da?“ Das trägt ein geheimes Zweifeln in sich. Und auch im letzten Satz die Sorge, ob ich ihr ja antworte. Wirklich reizend. Eine Rückantwort könnte in etwa so ausschauen: „Hallo Tatiana: Ich haben ein Frau und eine Kind. Damit sehr glücklich. Besser Sie lernen kennen Menschen in wirklichen Leben. Briefe schreiben, nicht besonders Ihre Starke. Und bitte mich nicht mehr schreiben, ich weil hassen SPAMS. Hoffentlich haben Geld in Winter, weil Russland Heizung oft kalt.“


wa.

Tuesday, November 24, 2009

Gedanken.


Das was einem passiert ist, vor dem hat man keine Angst mehr.

Wenn über jemanden geschrieben wird, dass „die Unschuldsvermutung gilt“, ist der mehr als schuldig.

... dass diese zwei Gedanken intelligenter sind, als 90 % des heutigen Facebook Geschreibsels.


Wa.

Friday, November 13, 2009

Gefängnisse auf dem Tiber?



Die ungastliche Mitte-Rechts Stadtregierung in Rom schickt sich nun an, alte Schiffe zu Gefängnissen umzubauen, weil die Kapazitäten in Rom erschöpft sind.
Da sollte man aber aufpassen. Auf das Meer würde ich so ein Schiff net schicken, könnte sich ja auf und davon machen. Und den schwimmenden Knast durch den Tiber gurken zu lassen, schaut auch net gut aus. Peter Ackroyd in seinem Sachbuch „Die Themse“ weiß davon zu berichten, dass bereits im 18. Jahrhundert die Engländer von den Gefängnisschiffen Gebrauch machten. Meutereien und Unruhen standen auf der Tagesordnung. Die Unruhen waren wohlbegründet: Durch den schwimmenden Knast auf der Themse, musste man die Verbrecher nicht mehr nach Australien ausschiffen, was den Häfenbrüdern wenig gefiel. Nach einigen Jahren ließ man diese Idee wieder fallen.

Wa.

Wednesday, November 04, 2009

Mein Haberer Barack!





Ich will jetzt nicht angeben, aber Barack hat mir geschrieben, Barack Obama, genau, der Präsident der Vereinigten Staaten. Er schreibt mir öfters, wie hunderttausend anderen auch. Ich trug mich vor der US-Wahl auf seiner Mailinglist ein, seitdem bekomme ich seine Mails. Im Wahlkampf hat er mich gelegentlich um Kohle angepumpt, auch sollte ich für ihn lässige Wahlpartys machen, für gute Stimmung sorgen und so nebenbei auch wieder Spenden einsammeln. Seit der Wahl habe ich nur noch spärlich Post bekommen, in der letzten Zeit überhaupt keinen mehr. Ich dachte schon, dem Kerl ist etwas passiert, aber dafür war er zu oft in der Zeitung. Vor Kurzem kam jedoch ein starkes Lebenszeichen: Er hat mir in aller Herrgottsfrüh verkleckert, dass sie, Michelle und er den Friedensnobelpreis bekommen haben. Voll nette Mail, denke ich mir, der Mann hat durchaus Charakter, denn dieses Mal haut er mich um keine Kohle an. Die Frohbotschaft alleine muss reichen.

Einige Tage später lese ich die Headline, dass der Friedensnobelpreisträger die Truppen in Afghanistan erhöht. Das passt doch nicht! Irgendwas haut da nicht hin. Der Friedensnobelpreisträger erhöht die Truppen. Klingt irgendwie gleich wie „Veganer essen Tigerfleisch“, „Gesundheitsministerin beim Tschick-Schmuggeln erwischt“ oder „Polizist wird zum Einbrecher“. Ich schüttle den Kopf.
Abends setzte ich mich zur Glotze. Ein seltenes Ereignis, da ich glaube, dass die Welt vom Fernsehen nur blöder wird. Es läuft gerade der Assinger mit seinem Millionen-Quizz. Die 10.000 Euro Frage lautet: „Wer ist in Goethes Faust des Pudels Kern?“ Zum einen bin ich schwer entsetzt, dass man mit so einer 6. Klasse-Mittelschule-Frage satte 10.000 Euronen abcashen kann, zum anderen bin ich noch ein bisserl entsetzter, weil der Kandidat die Antwort nicht weiß. In solchen Momenten sieht man dann den Assinger leiden, ich glaub insgeheim verzweifelt er an Österreich. Es kommt noch schlimmer: Selbst der Telefon-Joker hat keine Ahnung vom Pudels Kern und ich denk mir nur: Der Teufel soll euch holen, wenn ihr dermaßen deppert seids!

Ich schalte einige Programme weiter und nach diesem Goethe-Einfahrer ist mir nach einer Amnesie zumute. Ich will vergessen, wie ungebildet die Menschen bei uns sind. Nach der Amnesie fragt grad ein Privatsender: „Wenn man sich an nichts mehr erinnern kann, hat man dann die Amnesie oder die Annemarie?“ Die Annemarie finde ich als Antwort sehr super. Ich gehe mit der Annemarie im Kopf durchs Leben und weiß von nichts. Ich denke wieder an meinen E-Mail-Freund Barack. Vielleicht hat der auch die Annemarie im Kopf und weiß von nichts, hat keine Ahnung von seinem Nobelpreis, verschickt ein paar tausend Truppen nach Afghanistan und vergisst das gleich wieder. Eigentlich ein schöner Zustand, wenn man Scheiße baut und nicht mehr davon weiß.
Die ÖBB ist übrigens auch von der Annemarie befallen. Wenn die schon das halbe Netz streicht, warum nicht gleich das ganze? Hätte etwas Ehrliches. Wir scheißen auf die Bahn und dafür müssen uns die Brummis via Autostopp quer durch Österreich mitnehmen. Denen erzählen wir dann etwas vom Pudels Ker, von Obama dem E-Mail-Freund, sowie von der Annemarie und der Amnesie.

Wa.

(c) "Frontal" 2009.

Friday, October 30, 2009

Besprechung Roberto Bolaño: 2666



Jens Lapidus -- Roberto Bolaño -- Ulrich Ritzel

Bei dem Namen Roberto denke ich als g’standenes Wirtschaftswunderkrapferl natürlich an Roberto Blanco, aber da ja Blanco eher Herr des Schlagers ist, hat er auf diesem Blogg keinen Stammplatz. Roberto Bolaño schon eher, der mit seinem über 1000 Seiten starken Roman „2666“ von sich reden macht. Ja, ich hab das Buch leider noch nicht gelesen, aber da meine Blogeintrag „Besprechung David Forster Wallace: Unendlicher Spaß“
auffallend häufig aufgerufen wird, versuchen wir das nun auch mit Kollegen Roberto Bolaño ebenso. Übrigens: Noch nie wurden die Namensvetter Roberto Bolaño und Blanco in einem Satz verwendet, was sich hiermit auch erledigt hat. Ja, gut auch, dass ich die Erstausgabe mit den duften orangen Seiten habe, siehe Bild, seit der 2. Auflage sind sie ja leider weiß.
Aber ich will Sie nicht ganz bescheißen zum Lesen empfiehlt sich zweierlei: Ulrich Ritzel, mit seinem „Beifang“, nicht ganz auf der Höhe der Zeit, aber der alte Haudegen hat schon sieben Berndorf-Krimis gestemmt. Dazu sage ich einmal Respekt, Herr Ritzel!
Knallhart geht’s dafür bei Jens Lapidus zu. Der Stockholmer hat mit „Spür die Angst“ einen knallharten Gangster-Krimi geschrieben, dessen Gangart eher an die Machart von Krimis im angelsächsischen Raum erinnert. Knochen krachen, Schädel bersten und die dunklen Herzen und Seelen werden offengelegt. Fernab vom norwegischen Sozialstaat widmet sich der Autor der Balkan-Mafia. Kurze Sätze, ein knackiger Stil, eine klare Aussage, mehr kann man sich von diesem Krimi nicht erwarten.

Wa.

Tuesday, October 27, 2009

Bilder-Blog




Manchmal ist ein Blog nicht mehr als ein Bild. Dazu gibt's eine kurze Anleitung: (Nicht zu weit) aus dem Fenster lehnen und abdrücken. Und so erstrahlt dann die Grazer Universität für Musik und darstellende Kunst in neuem Licht.

Wa.

Friday, October 23, 2009

Tone Fink in Graz




Sollt noch einer sagen, Maler sind nicht eitel! Nein, kleiner Scherz, Tone Fink freute sich so sehr über die gestrige Vernissage seiner Ausstellung, dass er sich einige Minuten zuvor beim Friseur "Haar Virus" Gel reinschmieren ließ. Da sind wir eigentlich schon am Ort des Geschehens. Der Vorarlberger-Wiener Künstler stellt zurzeit in der Galerie der hiesigen Raiffeisen-Zentrale am Tummelplatz aus. An sich sind ja Ausstellungen in bankhäuser und Versicherungen nicht immer angehnem, gerade die Vorstadt-Fillialen können davon ein Lied singen, aber bei Tone muss man sich da keine Sorgen machen.
Kurz noch ein Wort zu den Bildern, gerade die Din A4 Formate sind bestechend: Papier ist nicht einfach Papier. Es ist lebendig, es ist zu entzweien, zu durchbrechen, aber auch wieder zu kleben. Für Tone Fink ist es so etwas wie eine lebendige Substanz. Dazu bemalt und „bekritzelt“ er es, mit Bleistift, Kreide oder Bundstifte. Eine Art verspielte Leichtigkeit tritt hier auf, als sei ein Kind am Werk, das ungeachtet nach den Stiften greift, die ihm gerade am nächsten liegen. Es ist der Zufallsmoment, der sehr stark mitspielt, die Eingabe in einem Sekundenbruchteil, natürlich unbewusst gesteuert. Und trotzdem kommen bei Tone Fink fabelhaft anmutende Zeichnungen heraus. Tiere, Menschen, Kreuzungen aus Tierrassen, eben neue „finkische Fabelwesen“ sind zu erkennen.

Und hier gehts zum Fink


Wa.