Friday, December 10, 2010

Wenn der Tag 48 Stunden hätte...



Der Innenhof vom Fotostudio Peter Manninger kurz vor der ACS Weihnachtsandacht 2010. Fotografiert beim großen Wintereinbruch. Tut nichts zum Text unten, wollte ihn jedoch im Blog haben, mit vielen Dank an die Einladung vom ACS - Wa & Starlight.


Wenn der Tag 48 Stunden hätte ... dann würde ich vielleicht ein bisschen länger schlafen, aber vor allem Dokus anschauen, Dokus über den Menschen, Länder und Gegebenheiten, weiters würde ich zu dem was ich schon lese, Sachbücher lesen, ins Kino gehen, öfters wandern und kurze Fernurlaube zu finanzierbaren Zielen machen. Vielleicht würd ich mich auch gelegentlich mit euch ein bisschen länger zum Kaffee treffen, aber ich würd natürlich einiges mehr schreiben, besser Italienisch lernen und gelegentlich das Auto aussagen aber vor allem niemandem erzählen, dass mein Tag 48 Stunden hätte, sonst würde mir das jeder nachmachen, dann wäre der lange Tag keine Besonderheit mehr, und die, die den Zauber nicht zusammenbringen würden, die würden mich jagen und töten, oder ins Irrenhaus stecken. Die Menschen stecken ja immer gerne den weg, den sie nicht verstehen, oder auf den sie neidisch sind.

Wa.

Thursday, December 09, 2010

Über die +/- 40-jährigen und Weihnachten.

Und irgegndwann werden beim Blogger Update wieder die BUs funktionieren, bis dorthin gilt: Cool bleiben, Weihnachtsmann!

Wer am Heiligen Abend nicht in aller Bescheidenheit an ein kleines Festmahl denkt, dem ist wohl auch nicht mehr zu helfen. Autor und Journalist Feridun Zaimoglu wollte es genau wissen und bat in seiner Textsammlung „Bloß keinen Grießbrei an Heiligabend“ 20 jüngere deutsche Autoren um literarisch-kulinarische Menüs. Frank Goosen denkt über die gute alte Zeit nach, in der noch nicht jede Familie einen (!) Fernseher hatte und es trotzdem niemandem fad wurde. Eine gelungene Geschichte gibt’s von Autorin Zoe Jenny, die von der Schwiegermutter in spe in die ländliche, englische Weihnachtsküche eingeführt wird, oder vom coole Autor Thommie Bayer, der mal ganz ehrlich fragt, warum es denn keine Christmas-CD von „Modern Talking“ gibt, weil so viel Kitsch würde wohl gleich allen Kitsch wegsprengen. Wenn man die Textsammlung liest, hat man den Eindruck, dass die zwischen 1960 und 1970 Geborenen nach wie vor eine kritische Distanz zum Weihnachtsfest einnehmen. Doof, aber zum Großteil haben die ja keine Kinder, auch doof und sind irgendwie beim Cool-Sein in den 80ern eingefroren, noch doofer. Aber vielleicht haben sie ja einmal senile Eltern, denen sie Weihnachtsgeschichten, mit dickem Lametta drauf, erzählen dürfen, hä hä! Aber immerhin, man schreibt darüber und sucht die Auseinandersetzung. Dass es sich hier dem Titel nach um eine kulinarische Weihnachtsliteratur handeln soll, stimmt nicht so ganz. Die Texte streifen das Mahl oft nur.


Wa.

Tuesday, December 07, 2010

12 Geschenke und das ein Jahr hindurch.



Ein Mal im Jahr darf man auch an sich selber denken: Hierfür sei der Kein & Aber Taschenkalender „Jahr und Tag 2011“ empfohlen. Zum einen ist er handlich und elegant aus, und ist die echte Retro-Alternative zu sämtlichen Smartphones und sonstigen Handy-Ungeheuern. Abgesehen davon wird man die Blicke auf sich ziehen, denn wer um Gottes Willen läuft heute noch mit einem simplen Taschenkalender herum?
So ganz nebenbei wird der aufmerksame Leser auch belohnt: Ein Mal im Monat gibt’s den „Wundertütentag“. An dem schickt der Verlag dem Kalenderinhaber eine kleine Aufmerksamkeit zu. Weihnachten übers Jahr verteilt, sozusagen.

Wa.

Und hier gehts zu Kein&Aber Taschenkalender

Monday, December 06, 2010

Der Streber und der Medienpunk!

links Streber, rechts Medienpunk mit roter Bürste.

Tom Rachman weiß wovon er schreibt: Seine Ausbildung zum Journalisten genoss er auf der renommierten Columbia Universität in New York, danach war er jahrelang Auslandskorrespondent der Associated Press in Rom und Frankreich-Redakteur im Harald Tribune. Und so mitten im Zeitungssterben nahm sich der Autor ein Herz und verfasste mit „Die Unperfekten“ einen Roman, der diese Wende in ein neues Medienzeitalter in einer alteingesessenen Redaktion miterlebt.

Die Titanic im Printformat

Rachman schreibt also einen 400 Seiten starken Roman über eine englischsprachige Tageszeitung, die in Rom erscheint und sein Zielpublikum in den USA hat. Ja, das ist schon vom Ansatz her ein schwieriges Konstrukt, aber egal, es ändert nichts an Rachmans Motiv. Der Autor hat einen Roman konzipiert, der in der Machart wie James Camerons Kinoklassiker „Titanic“ funktioniert. Der Leser weiß vom Klappentext weg, dass die Römische Zeitung am Ende ist, doch die Angestellten haben keinen blassen Schimmer davon. Der Autor nimmt sich nun einige Mitarbeiter, die er auf ihrem letzten Weg begleitet und wirft dazu einige geschickte Blicke in die Vergangenheit, die der Leser erst nach und nach versteht.

Die Geschichte als Summe bleibt aber auch so im melancholischen Bereich angesiedelt. Man hört richtig wie die Reporter in die Schreibmaschinentasten hämmern, alter Kaffee getrunken wird und die Aschenbecher übergehen. Aber im Gegensatz dazu bewegt sich die Welt doch weiter und sehr schnell noch dazu. Zum großen Showdown kommt es etwas zu spät, aber dafür verzichtet der Autor auf Kollateralschäden unter den Beteiligten und wirft einen kleinen Blick in die Zukunft.

Business mit roter Bürste

Wann immer im deutschen Fernsehen über Internet und Medien getalkt wird, sitzt ein Kerl mit knallroter Irokesenbürste in der Runde, den man eher in die Park- und Bahnhofanlagen als in die Fernsehstudios denken würde. Aber weit gefehlt: Der Freak nennt sich Sascha Lobo und ist im Grunde ein kluges Kerlchen, wenn es um die neuen Medien geht und verdient damit auch einen Haufen Kohle. Jetzt hat er aber etwas gemacht, was für ihn „absolut retro“ sein dürfte. Er hat einen Roman namens „Strohfeuer“ geschrieben, den es noch dazu nicht nur als E-Book, sondern auch ganz traditionell als Buch mit Klappen und Papierseiten zu kaufen gibt.

In diesem Roman geht’s laut Klappentext um die „Lebensgier in den Zeiten der New Economy“ und einem Fiesling namens Stefen, der diese Gier in sich trägt. Stimmt auch. Ist aber in Lobos Fall gar nicht so wichtig. Lobo schreibt einen Roman über das junge und nicht mehr so junge Deutschland, das über die gewohnten Strukturen anständig drüberfährt. Und trotzdem bleibt die Machart des Romans sehr traditionell. Eine Story mit Anfang, Ende und einem Zwischenteil mit einigen Höhepunkten und Geschwafel über die Pixel- und Dotcom-Firmen, die alleine auf virtuellem Weg ihr Glück versuchen. Ich sage jetzt einmal, dass Sascha Lobo in Wahrheit ein Traditionalist ist, der alte Inhalte im neuen Gewand präsentieren will und das funktioniert auch ganz gut so.

Wa.

Sunday, December 05, 2010

manuskripte Fest im Grazer Schauspielhaus

(c) M.G. Wanko

Das Grazer Schauspielhaus war bis zum letzten Platz gefüllt, als der Verleger Jochen Jung die Bühne betrat und Samstagnacht die große „50 Jahre manuskripte Feier“ eröffnete. Über 150 Persönlichkeiten aus dem Literaturbetrieb waren gekommen, um Herausgeber Alfred Kolleritsch zu seinem Lebenswerk zu gratulieren und dem Lesungsmarathon „Weiterschreiben. Ein Parcours durch fünf Jahrzehnte manuskripte“, einem Programm mit über 25 literarischen Kostproben, angeregt zu lauschen.

Natürlich auch dabei: Peter Handke, hier im Gespräch mit Joseph Zoderer. Handke, sehr gut gelaunt, weil er auch schon am Vortag mit seinem Freund dem Medienzar Hubert Burda unterwegs war.

Wa.

Wednesday, December 01, 2010

Am Dezember 1. ein Buch mit 24 Storys.

Jeden tag nur eine Geschichte - aber nicht schwindeln!

Die Illustrationen scheinen überhaupt immer wichtiger zu werden – vielleicht ist hier auch ein Trend für die Literatur im Allgemeinen abzulesen. Nic Klein, Comic-Freak und Zeichner, verpasste der Ganovengeschichte von Peter Mathews das richtige Outfit. Die Geschichte liest sich außerdem sehr rund. Eine Knarre, nicht ganz legales weißes Pulver und zwei Ganoven. Mehr braucht der 24. Dezember eigentlich gar nicht. Etwas zu tun, außer lesen gibt’s auch: Die 24 Storys sind wie ein Schoko-Kalender aufzureißen – damit man auch nur jeden Tag eine Geschichte liest. Lustige Idee!

Wa.

Tuesday, November 30, 2010

Sunday, November 28, 2010

Das "andere" Weihnachtsgedicht.

Goehte konnte mit Schnee wenig anfangen. Vielleicht verschlug ihn ja dies sobald nach Italien.


An 100 Jahre Schnee denkt der Leser, wenn er die Anthologie „Wieder alles weich und weiß“ in den Händen hält. Die Herausgeber haben eine Unzahl von Gedichten aufgestöbert, in denen es um den Schnee geht. Durch die Bank durch gute Qualität und auch Namen die man nicht erwartet: Den beinahe in Vergessenheit geratene Clemens Eich zum Beispiel, der mit nur einem Vers den Schnee zum Schmelzen bringt. Oder Thomas Rosenlöcher, der sehr stimmungsvoll einen Blick in die abendliche Elbe wirft, wo „gurgelde Schwärze alles Weiße löschte“. Auch E.W. Bernstein bleibt am Wasser, nämlich am Bodensee. „Der allererste Schnee fiel PFLATSCH schon vor siebzehn Jahren wohl in den Bi-Ba-Bodensee, darauf die Nebel fahren.“ Also, Weihnachts-Lyrik ganz ohne Frohlocken und Kitsch gibt’s also auch. Mit dem Winter-Kitsch räumte übrigens Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe auf: „Der Schnee ist eine erlogene Reinlichkeit“, meint er sehr ruppig und war wohl nicht so leicht in Winterstimmung zu bringen.

Wa.

Friday, November 26, 2010

Die Guten und die Bösen.



Ein kleines Serial vor Weihnachten, das Sinnmacht. Böse und gute Weihnachtsliteratur. Fangen wir mit einem Büchl an, das gut und böse ist, Jörg Metes „Die schönsten Weihnachtsmärchen aus aller Welt“.

Jörg Metes, der ehemalige Titanic-Chefredakteur präsentiert „Die schönsten Weihnachtskatastrophen aus aller Welt“. Dabei handelt es sich um eine fantastische Sammlung von den tatsächlich stattgefundenen Weihnachtspleiten, so echten Katastrophen also, die rund um Weihnachten stattfinden. Was kann alles zu Weihnachten passieren? Arglose Passanten werden von Weihnachtsbäumen getroffen, die vom Himmel herabschießen, als wären sie Torpedos; ein Päckchen geklaute Kekse hält in Frankfurt eine gesamte Sonderkommission der Kripo in Schach und im englischen Richmond löst ein fliegender Weihnachtsmann einen Fehlalarm bei der Feuerwehr aus. Der Autor beschreibt seine Storys seriös und ernst, so ernst, dass es dem Leser schon wieder zum Lachen zu Mute ist. Auch hier gibt’s Illustrationen. Rudi Klein, minimalistisch wie immer, und auch nicht ganz ohne Ironie, setzt die richtigen Pointen. Jörg Metes fragt sich natürlich auch, warum ausgerechnet zu Weihnachten äußerst skurrile Katastrophen stattfinden müssen: Er meint, rein allein die Weihnachtsbräuche haben ausreichend Katastrophenpotential in sich. Schlussendlich sollte uns trotz allem der Mut nicht verlassen: „Weihnachten ist eine Katastrophe, doch wir können sie überleben“, meint der Autor und muss es wissen: Immerhin gab es in seinen Nachforschungen ausnahmslos Verletze und keine Toten.

Monday, November 22, 2010

Die alten Herren und die Literatur.

Große Namen, müde Werke


Selten wurden zwei so unterschiedliche Autoren in einen Topf geworfen, wie Douglas Coupland und Bret Easton Ellis. Mehr oder minder ungewollt wurden Douglas Coupland und Bret Easton Ellis Anfang der 1990er-Jahre zu den literarischen Begründern der Generation X. Bret Easton Ellis brachte den wildesten Roman seit Henry Miller auf den Markt, nämlich „An American Psycho“. Douglas Coupland verfasste gegensätzlich dazu mit „Generation X“ die Bibel für junge, sensible Menschen des auslaufenden Jahrtausends.

Und heute? Eher mau. Weder Coupland noch Ellis können überzeugen. Couplands „Generation A“ riecht nach Generationsroman, er schaffts aber nicht, alleine schon, weil er mit dem Versuch spielt, einen zu machen. Und Ellis sein Roman „Imperial Bedrooms“, über die Generation 40+ hat zwar anständig Zund drauf, doch Ellis kann ihn nicht in die Kurve halten und fährt ihn volle Kraft gegen die Wand. Undf daraus folgt die Einsicht, dass ein Hit alleine ist zu wenig, aber wie hat schon der gute Herr Hölzel gesagt: Lieber ein Hit, als gar kein Hit. Und das stimmt ja dann auch irgendwie ...


wa.


Wa.

Friday, November 19, 2010

Lesen auf dem WC.



Oft erklären Schilder sehr schonungslos, wie’s wirklich um die Menschheit bestellt ist. Hier hätten wir zum Beispiel eine Beschilderung in der Buchhandlung Moser in Graz.
Tatsächlich lässt sich daraus schließen, dass es Menschen gibt, die mit noch nicht gekauften Büchern „probelesen“ aufs WC gehen und sie dann doch wieder ins Regal stellen, oder gleich am Häusl liegen lassen? Ja, grausig, alles!

Be Grü Wa.

Monday, November 15, 2010

Biancorossi: Von Schwarz Weiß auf Rot-Weiß




Also, es gibt einen Klub in Italien, den man die „biancorossi“ nennt, die weißroten, das finde ich schon mal gut. Dieser Club dürfte fanmäßig aufgestellt sein, wie unserer, ist in der Serie b, war schon mal absolut pleite, hat auch schon seine Skandale und Skandälchen hinter sich und liegt in der Toskana was auch gut zu unserem bürgerlichen Verein passt, das Städtchen wo er liegt, ist übrigens auf nen Sumpf gebaut, volles Malaria Gebiet und erst 1950 wurde die Anophelesmücke durch DTT total vernichtet. Die Stadt die ich meine heißt Grosseto und der Club US Grosetto. Aber das wirklich schöne ist, dass der Club nach einigen Jahren seine Vereinsfarben von Schwarz-Weiß auf Rot-Weiß gewechselt hat. Jetzt müsste nur noch wer um eine Fanfreundschaft anfragen, das wär doch was!


Wa.

US Grosseto

Und der Wiki Link

Saturday, November 13, 2010

Generation 1,95 €



Bin wieder drauf gestoßen und ich finds lustig: Florian Illies "Generation Golf zwei" muss man nicht gelsen haben, sage ich nach wie vor. Trotzdem hat das Buch einen Fixplatz in unserem Bücherregal, da er so einen klasse Aufkleber oben hat. „Generation Golf zwei“ und das schon um 1,95. Starke Symbolkraft, wie schnell doch alles Zeitgeistige vergeht – war dieses Buch doch schon 2 Monate nach der Veröffentlichung als "Mängelexemplar" in der Schwemme gelandet.

Wa.

Thursday, November 11, 2010

Mozarts Haschisch.



Da kann man im wahrsten Sinne des Wortes nur noch eines sagen: „Shit!“ Kalifornien hat die Shit- beziehungsweise Cannabis-Legalisierung nur knapp versäumt. Dabei wäre gerade im chilligen Kalifornien das Dorado für Kiffer und Fabrikanten angebrochen und hätte dem Säckelwart einen Patzen Geld eingebracht. In Europa könnte Österreich eine Vorreiterrolle spielen. Im sogenannten „Feinkostladen Europas“, der Österreich in der EU einmal sein wollte, ist eh nicht mehr viel los.

Für die Südsteiermark wär’s ein Traum, nach dem Kürbis und Wein auch noch Haschisch anbauen zu dürfen. Südsteirische Haschischbauern fabrizieren Kürbiskernkekse mit einem Hauch von Cannabis-Öl drin. Klingt ganz appetitlich und so gut wie die Steirerinnen und Steirer backen können, reißt man uns die Shitkekserln weltweit aus den Fingern.

Eh klar, ich bin mir sicher, auch Mozart hätte viel für Haschisch übrig gehabt. Er war ja auch dem Saufen und Fressen nicht abgeneigt und so zum Kapaun eine Brise Dope oder ein kleines Haschpfeiferl, das hätte dem Tastenvirtuosen sicher gefallen! Stelle ich mir übrigens sehr elegant vor: In der Oper zu Mozarts türkischen Klängen aus „Die Entführung aus dem Serail“ in den Rauchsalons sitzen und bei hochpolierten Wasserpfeifen der Musik lauschen. Und für die Touristen würden Mozartkugeln als Mitbringsel eine pikante Note bekommen, wenn das edle grüne Marzipan ein bisschen mit Haschisch angereichert wird.

Natürlich spielt dann das Haschisch in unseren Alltag hinein. Die Exekutive wird angehalten werden, nicht nur Alkotests durchzuführen, sondern auch auf Kiffe zu kontrollieren, weil der Konsum von Cannabisprodukten die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen kann. In den Schulen wird’s natürlich auch heiß hergehen. Eltern werden vom Direktor reinzitiert, weil der Bua in der Toilette seine Joints raucht oder das Mäderl ihre Schulmilch mit Haschisch „angereichert“ hat.

Insgeheim warte ich ja dann nur noch auf den ersten Politiker, der seine Rede angekifft im Parlament hält. Vielleicht kommt ja dann was ganz G’scheites heraus, man weiß das ja nicht. Vielleicht sollte man hier überhaupt einen Feldversuch machen und das ganze Parlament auf Dope setzen und schauen, ob es die Menschen wirklich zu friedlichen Kreativlingen verwandelt. Man stelle sich vor, die Politiker vertragen sich plötzlich überparteilich und bringen so ein vernünftiges Budget zusammen und dazu noch ein paar g’scheite Gesetze.
Äußerst gelassen sehe ich dem Advent entgegen. Man stelle sich vor, die ganze Steiermark ist unterwegs Weihnachtsgeschenke zu kaufen, aber alles halt entspannter als sonst, weil der gute Weihnachtspunch mit Dope angereichert ist. Vielleicht passieren dann auch weniger Tragödien zu Weihnachten, denn Kiffer neigen bekanntlich weniger zu Gewalttaten, als Alkoholiker. Der Joint, die Kürbiskern-Haschisch-Pusserl und ein „oh Tannenbaum“ in der Reggae-Version, das stelle ich mir urspannend vor - wird aber noch sein Zeiterl brauchen.

Aber die Botanik selbst lässt sich bekanntlich von keinen Gesetzen aufhalten. Bei mir im Innenhof wächst alle Jahre wieder ein Haschischbaum. Der sprießt und gedeiht, ist aber ein „Männchen“, blüht also nicht und hat auch kein THC-Gehalt. Aber trotzdem, dem Bertolt Brecht seinen „Pflaumenbaum“ abgewandelt, kann ich singen: „Im Hofe steht ein Haschischbaum, er ist so klein, man glaubt es kaum ... doch man erkennt es an dem Blatt.“

Martin G. Wanko

Wednesday, November 10, 2010

Jörg Martin Willnauers Blaues Auge.




Der Ex-Spitzenkanditat der Steiermark-Grünen Jörg Martin Willnauer wurde gestern bei einer Moderationen mit einem Veilchen angetroffen. Er verweigerte die Auskunft, wo er sich das eingehandelt hat, meint aber, ich könne durchaus schreiben, dass das die Rechten waren. Ich weiß nicht, ob das stimmt, klingt aber gut: Jörg Martin Willnauer wurde von den Rechten vermöblt, wahrscheinlich, vielleicht, na ja.

Wa.

Monday, November 08, 2010

Neues aus dem Wilden Osten.


Uslar wohin man schaut: Wenn der Kerl meine FB-Anfrage beantworten könnte, wäre er fst genial ;-)

Moritz von Uslar machte sich schon einen Namen, bevor man ihn so richtig wahrnahm. Als Volontär in der Zeitgeist-Kaderschmiede „Tempo“ vollbrachte er mit Kollegen Christian Kracht kleine mediale Wunder. Wirklich kennenlernen konnte man ihn in den letzten Jahren als Magazinjournalist für die Süddeutsche Zeitung, in seiner flotten Interviewreihe „100 Fragen an ...“. Von Mick Jagger bis zu Karl Lagerfeld staunten die Stars nicht schlecht, als Uslar sich jeden falschen Respekt sparte.

Die neuen Bundesländer unterm Mikroskop

Die Zeit im Tempo dürfte für Moritz von Uslar jedoch die Nachhaltigste gewesen sein. Gerade die Spritztour mit Christian Kracht durch die DDR, als sie Ost-Disko glotzen gingen und sich dabei in das Land ein bisschen verknallten. 20 Jahre danach legt der Autor nun ein Buch mit dem Titel „Deutschboden“ vor, in dem er sich um das deutsche Schreckgespenst der Jetzt-Zeit kümmert, der „Kleinstadt“ in den neuen Bundesländern. Die Vorurteile sind stark: Politisch im rechten Eck, Hartz IV als allgegenwertiges Lebensgefühl, und gerne wird „die Kleinstadt“ ganz einfach arm und hilflos dargestellt, für die Sozialpornos im deutschen Privat-TV geradezu wie geschaffen. Aber so ist es natürlich nicht!

Uslar recherchierte einige Monate, nistete sich in eine der Städte ein und siehe da, dort leben ja Menschen wie du und ich. Ha! Abgesehen davon, Uslar bringt die Dinge perfekt auf den Punkt, seine Storys haben dieses Echtzeit-Feeling, das viele Autoren zu schreiben versuchen, aber nur wenige erschaffen können. Der Nachteil an der Echtzeit ist, dass sich die Charaktere und Geschichten erst finden müssen, aber das ist in diesem Format eben so. Ein cooles Zeitdokument ist die „teilnehmende Beobachtung“ auf alle Fälle und die Ankunft der Künstler in der „ostdeutsche Kleinstadt“ stimmt mich zuversichtlich.

Wa.

Friday, November 05, 2010

Drei Fragen an die Modemacherin Lena Hoschek:

Hier im Grazer Store am Joanneumgürtel.

Hoscheks berühmt-berüchtiges Unterarm-Beckerl, der sichtlich erregte Steirischer Panther. Alle Fotos (c) Wanko


Mode und Politik?
Meine Mode ist konservativ, meine politische Einstellung nicht.

Musik oder Modemachen?
Auf Modemachen kann ich verzichten, auf Musik hören nicht.

Autoritären?
Hab ich besonders gerne. Ich stand immer kurz vor dem Schulrausschmiss.

Wanko: Danke fürs Gespräch.
Hoschek: Seas, Wanko!

Wednesday, November 03, 2010

15 Jahre Bleistifte.

Knallig bunt und zugleich anmutend. Die "Wa" -Bleistifte - Sammlung


Nein, ich habe sie nicht gezählt. Um die 200 werden es sicher sein und das macht ungefähr 16 Lebensjahre Bleistiftschreiben, wenn ich davon ausgehe, dass ich jeden Monat einen Bleistift verbrauche. Das ist aber gar nicht so sicher, denn mit der Hand schreibt man ja eigentlich nur noch Notizen und Grundkonzepte. Außerdem bin ich kein kleiner Handke, ich schreib auch mit Fülli und Kulli, aber oft halt mit Blei. Wie dem auch sei, diese Bleistifte werden wohl mein Leben überdauern, da die Zahl stetig anwächst. Ja, ja, ich bin also ein Sammler. Grund genug, sie gesammelt in eine große Zuckerldose zu stecken.
Von den ersten Bleistiften die ich vor 15 Jahren beim Farben Kasper Harnisch am Grazer Färberplatz gekauft habe, bis zu den vielen Geschenken, von Philipp, Winfried, Starlight, Tochter C und vielen anderen. Natürlich auch Historisches: Bleistifte aus der österreichischen Vorkriegszeit, noch in der Originalverpackung. Die erstand mir mein Vater am Trödelmarkt in Bregenz. Die habe ich aber so verpackt gelassen und zu den Lexika gestellt.

Wa.

Monday, November 01, 2010

SK Sturm Amateure – GAK 1:2

Hier war man noch gespannt ...

... hier schon sichtlich erleichtert ...

... und hier posierte der GAK-Support bereits in Siegerlaune ...


Natürlich ist es affig, über ein Spiel wie gestern nachzudenken, aber trotzdem: Der GAK hat im Auswärtsderby gegen die Sturm Amateure haben wir reüssieren und falls es einen Fußballherrgott gibt, soll er uns zu Weihnachten noch einen gestandenen Verteidiger schenken, dass auch hinten eine Ruhe ist. Wenigstens war gestern viel los, und eine Derby-Stimmung war zumindest ansatzweise spürbar. Und sind wir uns ehrlich, die Athletiker spielte den schöneren Fußball und war auch kampfeslustiger. Alles klar, aber bleiben wir in der Realität: Wörter wie „Aufstieg“ sollte man zurzeit aus dem „Roten Wörterbuch“ streichen und Tatsache ist auch, dass der GAK in Anbetracht aller Tabellen derzeit nur der sechstbeste steirische Club ist.

Wa.

Saturday, October 30, 2010

Wa macht heute gefüllte Paprika.




Herr Moshammer vom Metzger in der Zinsendorfgasse hat letztens im G7 behauptet, dass kann fast niemand mehr kochen - ich glaub schon, dass es noch genug Menschen gibt, die „Gefüllte Paprika“ zusammenbringen, aber sie sind halt zeitintensiv wie ein italienisches Papperl und das passt auch so. Hat man genug Zeit zum Tratschgen und zum Ratschen und kann hin und wieder auch einen Blog schreiben ... . Dazu gibt’s dann noch eine etwas schärfere Chili-Tomaten-Reis-Sauce. Mal schauen, wie die tut.

Wa.