Sunday, March 01, 2009

14 + 39 = 53



Scott mit Aperol: Aperol mit fetter Olive. Sehr selten in Graz, aber Pflicht in Venedig.



MagManu: Einmalig in Graz, hier mit "Manhattan"



Starlight: Auch einmalig. Heute Graz, morgen London.

Kurze Nachblende. Starlight wurde im Februar 14 („Endlich 14! Wird auch schon Zeit“), der Wa 39 („Noch nicht 40, darf noch dauern“). Zum Schlemmern ging’s ins Restaurant Wintergarten, im Grazer Hotel Erzherzog Johann, wozu MagManu einlud. Thanxxx!
Danach in die Ernst Fuchs Bar, und dort wurde noch ein bisschen gelötet. Dieses Mal war Barkeeper Scott an der Reihe, ein Profi, den man sich für solche Abende nur wünschen kann. Scott, nach wie vor verwundert, warum der Aperol Spritzer die letzten Jahre boomt: „Bei mir bekommt man den schon die letzten 10 Jahre lang.“

Wa.

Bastard!




Bastard nennt sich ein hübsches Heftl aus dem Berliner Alexander Verlag, das ganz bewusst an die Jerry Cotton Krimis aus unserer Jugend erinnern soll. Billiges Papier, schneller Druck. „Also ein Bastard von einem Pulp Magazin, oder ein Bastard von einem Literaturmagazin“, meint Herausgeber Franz Dobler im Leitartikel. Und im Innenteil dann Diamanten, ein stimmiges Gedicht von Friedrich Ani, pulpiges von Andreas Niedermann und eine gelungene Reportage von Anne Zielke. „Einiges ist nagelneu, einiges wurde ausgegraben“, so Dobler. Eine wirklich gelungene Opposition gegen den Hochglanzwahn, Gratulation an Verlagsleiter Alexander Wewerka zu dieser ersten Nummer. Die letzten Worte in dem Heftl hat übrigens Heiner Müller: „Etwas frisst an mir Ich rauche zu viel Ich trinke zu viel Ich sterbe zu langsam“ Dem ist wohl nichts hinzuzufügen. 1,99 € kostet der „Schund“, weniger als ein Glas Bier und zur Bestellung geht’s hier: Bastard

Euer Wa.

Monday, February 23, 2009

Frisch gepflücktes Dosenobst.



Was der Bauer nicht kennt, isst er doch!


Dosenobst, das hat etwas. Erinnert einen an die Kindheit. Die bulgarischen Pfirsiche, mit den fast schon legendären Grafiken: Zwischen den Pfirsichbäumen steht eine voluminöse Maid in der Bulgaren-Tracht. Nachdem sich auch in Bulgarien der Realsozialismus in einen Ultra-Real-Kapitalismus verwandelt hat, waren die schönen Dosen dahin. Und nun kommt Alexander Kropsch und verkauft uns in seinem Kabarett „Dosenobst“, steirisches noch dazu.
Sehr schön gurkt Kropsch durch die literarischen Möglichkeiten, die einem Obst bietet. Eingesperrt in der Dose, frei am Baum und dazu Dichtkunst. Zwischen Poetry Slam, Kabarett und Rezitieren, presst er die Früchte gründlich aus. Dem Publikum schmeckt das Elixier, und au ja! Auch über Thomas Bernhard kann, darf und muss man sich lustig machen dürfen – ein Gegengift zur faden und unkritischen Bernhard Vergoldung der letzten Tage.
Kropsch gastiert zurzeit im Grazer Theater im Keller. Infos und Termine gibt’s bei Kropsch persönlich.

Wa.

Saturday, February 21, 2009

Auf ein Bier, oder zwei.



Ordnung im Chaos: Wolfgang Bauers Telefonbuch.



Ein Mal Bauer, bitte. Bar-Chef Lahsen Lalej mit Gästebuch.


Zwei schöne Momente während einer kleinen Recherche-Tour, rund um den Grazer Dramatiker Wolfgang Bauer: Zum einen, den 2005 verstorbenen Grazer Dramatiker kann man noch immer trinken, in der Ernst Fuchs Bar, in der Sackgasse. „Das Lächeln des Wolfi B.“, ein preisgekrönter Cocktail, der es in sich hat, erfunden von Manfred Goger und heute zubereitet vom Bar-Chef Lahsen Lalej. Die Zutaten: 4 cl Wodka, 1 cl Red Curacao, 1 cl Lime Juice, 1 cl Zitronensaft. Lahsen Lalej kann sich noch gut erinnern: „Wolfgang Bauer war die ganzen Jahre hier der einzige Gast mit nacktem Oberkörper.“ Dafür zeichnete er auch eine nicht ganz jugendfreie Widmung ins Gästebuch. Alfred Haidacher und "Wa" haben angestoßen. Prost.

Zum zweiten war ein Besuch bei der Witwe Heidi Bauer sehr nett. Hier, eines der Telefonbücher von Wolfi Bauer, durchaus kreativ gestaltet. „Wenn dem Wolfi beim Telefonieren fad war, hat er in die Telefonbücher gekrizelt“, so seine Frau. Die Eintragungen lesen sich wie das "Who is Who" der Österreichischen und auch internationalen Literatur des letzten Jahrhunderts. u. a.: Ernst Jandl, Joe Berger, HC Artmann, Franz Innerhofer, Susan Sonntag und Arthur Miller.

Be. Grü.

Wa.

Wednesday, February 18, 2009

Danke, Zotter, danke!



Das bin nicht ich.

Freunde des absurden Geschmacks, ich wollt mich tatsächlich mal ein paar Blogs herausnehmen, ich schwör's (ok, zumindest einen Blog), aber das muss man gelesen haben: Das erste „Wa“ – FAKE Interview!
Ohne wesentlicher und unwesentlicher TV-Präsents, ist das nicht schlecht. Passt schon, der Herr Markus Zotter hat sich auf alle Fälle ein Bier verdient, er soll sich doch bei mir melden. Wenn ich mal keine Zeit für Interviews habe (schwer anzunehmen), oder keine Lust dazu habe (noch schwerer anzunehmen), könnte er mich doch glatt vertreten. Gut zusammengeklaut und halb erfunden, kann doch schon mal besser sein, als echt.

Hier ist’s: Bitte sehr: das Wanko FAKE Interview



Wa.

Lehrzeit des Gammelns.



Starlight auf der Frankfurter Buchmesse. Bildung macht müde.


Es lebe die Pubertät! Sie haben richtig gehört. Sie lebe drei Mal hoch, höher als der Dachstein und der Großglockner zusammen. Sie befreit nämlich praktizierende Eltern von einer unheimlich quälenden und dennoch berechtigen Frage ihrer Kinder: „Was machen wir morgen?“ Dazu die Kinderaugen, erwartungsvoll, freundlich. An den Wochenenden geht das ja noch gut, aber in den Ferien kann das ziemlich öd werden. In den Energieferien zum Beispiel, in den überflüssigsten Ferien überhaupt, wird diese Frage zur Qual. Also, was machen wir morgen?
Sicher nicht Skifahren! Ich bin kein Skifahrer. Rein technisch gesehen funktioniert’s, keine Sorge, ich habe die Schulskikurse genossen! Vor allem die Abende. Die waren für einen pubertierenden Menschen aufschlussreich. Aber auf Horden angepipperlter „Flachland-Bewohner in Schussfahrt“ bin ich wirklich nicht scharf und Russisch, die neue Pistensprache, kann ich auch nicht so toll.

Vielleicht einen schnellen Städteurlaub einplanen? Eh klar! Überall wo man mit dem Auto in vier Stunden hinkommt, ist es auch nicht wärmer, vielleicht noch verregnet. Wegfliegen zahlt sich auch nicht aus, hat ja in einer Woche nichts Platz. Übrigens, die Krise geht uns alle was an, also werden wir mal artig zu Hause bleiben! Ach ja, diese lästige Frage, was wir morgen machen, erledigt sich bei meiner 14-jährigen Tochter Clarissa von selbst. Und das ist gut so!

Heute heißt es eher: „Kann ich morgen mit meinen Freundinnen in die Stadt, kann ich ins Kino, kann ich, kann ich, kann ich …“ Und ich sag: „Ja, ja, ja!“ Dann folgt die viel wesentlichere Frage meiner Tochter: „Hast du Kohle? Ich bin blank.“ Und ich sag: „Nein, naja, hm – wie viel brauchst du?“ Danach noch ein kurzes Aufregen, wie teuer alles ist und schon ist die Tochter dahin.


und wie die Wa Kolumne nun weitergeht, erfahren Sie online im neuen FRONTAL

Monday, February 09, 2009

Starlight is fourteen!


Starlight is 14!

Und da gratulieren wir recht herzlich. "Starlight is fourteen" und dementsprechend spielt es sich ab. Ein kleines familieninternes Kräftemessen, das "noch" die Eltern gewannen, am Vorabend des Geburtstags - aber dafür bereits ab Mitternacht ein Glückwunsch-SMS-Reigen der Starlight-Friends. Ein dreiseitiges SMS sogar aus Hilden bei Düsseldorf, weiß man aus dem Hause Wa. zu berichten.
Was sagt uns das? Die Youngsters gehen spääät pennnen und SMS und Chatrooms verbinden Nationen, „not bad“ oder auf gut österreicherisch „net bled“ hätte man vor einiger Zeit dazu gesagt. „Passt schon!“ ist seit Max Goldt die gängige Antwort.

Wa.

Thanx to Red Bull!


Wir sind so schnell, so cool, so fast, so quick, so speed, so run, so tsschh, so pop, so plop, so Red Bull. Vielen Dank an die vielen kleinen Erfrischungen aus Fuschl, die diesem Blog noch viele Flügel wachsen lassen werden – auf dass er abhebe!

Wa & Starlight

Wednesday, February 04, 2009

Fast berühmt im Internet.



"Wa"-Signatur zum Runterkopieren.

Also, manchmal gibt es doch noch fast wundersamer Tage, die Betonung liegt auf fast:

Heute am Morgen erreichte mich folgendes Mail:

Sehr geehrter Martin Wanko,

da ich ein Bewunderer von ihnen bin und Ihre Bücher liebe, hätte ich eine Bitte an Sie. Könnten Sie mir zwei handsignierte Autogrammkarten zuschicken. Wäre es möglich die eine mit persönlicher Widmung zu versehen? Das wäre wunderbar. Ich wäre Ihnen sehr Dankbar. Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich schon jetzt bei Ihnen. Sie können mir die Autogrammkarten auch als "Porto zahlt Empfänger" zuschicken.
Ihnen wünsche ich viel Gesundheit und Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen

Günter O.*

Nun: Hab ich mich nicht einmal im ersten Moment gefreut. Der Betreff „Autogrammanfrage“ sah schon aus, wie eine SPAM-Anmache. Aber gut, war es nicht. Ich habe Günter O. einfach nicht getraut. Liegt wahrscheinlich daran, dass kein echter Wanko-Freak, so ein arschwarmes Mail verschicken würde. Meine Herren! Ich bin ja nicht meine geschätzte Kollegin Rosamunde P. Also, hab ich dann den Herrn Günter P. gegoogelt und bin auf folgende Erkenntnis gekommen. Der selbe Wunsch mit dem fast identen Wortlaut ging an den deutschen Schlagersänger Sandro de Ville. Sein aktueller Hit heißt übrigens „Ich seh‘ nur dich“. Dann blätterte ich in der Google weiter und fand ihn in einer Diskussion über Ralph Schuhmacher Autogramme. Also, ich will ja nix sagen, aber ich persönlich glaube, dass Herr Günter O. noch nie auch nur ein Buch von mir ansatzweise in der Hand hatte, geschweige, denn gelesen. Also, werden wir Günter O. den Autogrammwunsch erfüllen? NEIN!

Sagt euer

Wa.

* Vollständiger Name der Redaktion bekannt!

Thursday, January 29, 2009

Der Ruhm der anderen.



Nicht uninteressant, dass Daniel Kehlmann in Deutschland als Deutscher und in Österreich als Österreicher gehandelt ist. Er ist gebürtiger Münchner, aufgewachsen in Wien und pendelt zurzeit zwischen Wien und Berlin.
Bei ÖFB Peppi Hickersberger verhält sich das Ding andersrum. Geboren im Niederösterreichischen Amstätten, ist bei der Euro 08 schon das zweite Mal als Teamchef gescheitert und fristet sein Dasein nun einmal mehr als „Wüstenpeppi“, nicht nur im dementsprechenden Theaterstück Die Wüste lebt sondern auch in echt! Wenn Peppi jetzt noch die Staatsbürgerschaft wechselt, ja das würde nicht zwingend viele Österreicher stören. Aber wer weiß, Totgesagte leben länger und irgendwann kommt auch der Peppi wieder.

Vielleicht noch einige Worte zu Kehlmanns „Ruhm“, der ja schon in der ersten Woche die „Der Spiegel“ – Bestseller-Liste anführt:
Ist Daniel Kehlmanns Roman „Ruhm“ das Ding schlechthin, oder nicht? Ja und nein. Nein, weil die neun Geschichten zu lose zusammenhängen, um als Roman durchzugehen. Ja, weil die Kurzgeschichten mehrheitlich so schön wie melodiöse Popsongs sind, die man beim Autofahren im Frühling gerne hört. Kehlmann hat diesen absolut breitenwirksamen Ton gefunden, der ein gutes Buch zu einem Bestseller macht. Bei Kehlmann brennt nichts an. Ob seine Literatur für Nachhaltigkeit sorgt, muss jeder Leser für sich entscheiden. Die Oberfläche ist auf alle Fälle veredelt.

Wednesday, January 28, 2009

Das Space Shuttle und die Dichtung





Stewart O’Nan war vor 1995 für die Flüge des Space Shuttles verantwortlich. Job: Auslotung der Belastbarkeit der Flügel.

Seit 15 Jahren ist er Autor. 10 Romane und drei Sachbücher stemmte er.

Seine Vorbilder sind: Stephen King, Ray Bradbury, Shirley Jackson, Richard Matheson, Anton Tschechow, Franz Kafka, Albert Camus, Italo Calvino, Alice Munro, James Joyce, Virginia Woolf, George A. Romero, Stanley Kubrick, Miles Davis, Iggy Pop, The Ramones, Kurt Cobain, Syd Barrett …

Ein ausführliches Gespräch auf: www.thegap.at



Euer

Wa.

Tapfer in die Vergangenheit: Der Lilienfeld Verlag


Tapfer in die Vergangenheit: Der Lilienfeld Verlag

Beim Lesen von Donald Windhams „Dog Star“ ist es mir so nebstbei aufgefallen: In diesem Roman schreibt man beispielsweise nicht >>Dog Star<< , sondern „Dog Star“, also mit den für Bücher eher ungewöhnlichen „Gänsefüßchen“ als Anführungszeichen und nicht die >>Französischen Klammern<<. Auch auf die Rechtschreibreform hat man verzichtet. In einem Mail teilt man mir mit, dass man die hübsch-altmodischen Gänsefüßchen in allen Lilien Verlag Büchern vorfindet. Auch richtet man sich in der Rechtschreibung auf die jeweilige, die bei der Publikation der Bücher gerade aktuell war. Bei wiederentdeckten Büchern aus der Jahrhundertwende greift man nach einem antiquarischen Duden, denn auch damals konnten ja Rechtschreibfehler passiert sein.

Kurz noch zu Donald Windham: Windham blieb ein Leben lang, der „Writer’s Writer“, ein Autor, der von berühmten Kollegen geschätzt wird, aber den Sprung in die Charts nicht schafft. Thomas Mann, Albert Camus sowie der Dramatiker Tennessee Williams zählten zu seinen Bewunderern. Nach 60 (!) Jahren ist nun „Dog Star“ erstmals auf Deutsch übersetzt worden.
Blackie, ein Junge in der Pubertät, sucht seinen Weg zurück ins Leben, nachdem sich sein Busenfreund Whitey umgebracht hat. Eine rüde Adoleszenzgeschichte, im Herzen der Südstaaten, in Georgia. Die unglaubliche Hitze, geballt mit einer subtilen Brutalität führt den Leser in die Räume von Tennessee Williams „Endstation Sehnsucht“, die Existenzfrage und die darauf aufgebaute Erzählstruktur zu Camus Algerien-Romane und Windhams Stoßrichtung zu J. D. Salingers „Fänger im Roggen“

Infos beim Lilienfeld Verlag

Wednesday, January 21, 2009

Deichkind in Graz!



Major Tom in die Wüste geschickt ...



... und heiß war's auch.


Deichkind bleibt Deichkind und Rauschkind bleibt Rauschkind. Wirklich schon einige Konzerte gesehen, wo die Sau abging. „Drahdiwaberl“, „Palais Schaumburg“, "Fuckhead" und sogar die „Toy Dolls“ mit ihrem Fun-Punk Zirkusauftritten waren nett anzuschauen. Auch schon interessante Auftritte von Benjamin v. Stuckrad-Barre oder Wolfgang Bauer gesehen. Aaaaaaber kein Auftritt war so, bom-bom-bom-bombastisch wie wie der, der Jungs aus Hamburg. Gestern im Grazer Orpheum, eine restlos ausverkaufte Hütte, und ein Abend voller Free Hip-Hop sowie leichtalkoholischer Getränke. Bei der Zugabe wurde das Publikum noch gefedert, der Teer blieb zum Glück aus.

Euer
Wakind.

Thursday, January 15, 2009

In Graz da hat's gebrannt, d'rum hab ich fotografiert.



Da geht man nichtsahnend mit Herrn Kurt Gaulhofer auf ein Bier, und nach einem Zeiterl meint der Wirt gelassen: „Schon gesehen? Gegenüber brennt es.“ Wohnungsbrand in der Leonhardstraße, Ecke Brandhofgasse. Soll den Orthopäden im dritten Stock betreffen, der schon Star-Kicker wie Ivo Vastic die Knocherln wieder zusammengebaut hat.
Im Grunde unspektakulär: Feuer züngelt aus dem Fenster, die Feuerwehr kommt und löscht es. Eines vielleicht noch: Feuer kann sehr leise sein. Laut war nur der Feuerwehrschlauch. Tssccchh! Ja und gestunken hat’s auch. Verletzt wurde laut Berufsfeuerwehr niemand. Die Heizkosten in den Nachbarswohnungen sanken ab, da sich der Außenthermostat automatisch abschaltete.

Wa.

Saturday, January 03, 2009

Sehr geehrte Bundesregierung!




Graz, 2. Jänner 2009

Sehr geehrter Kanzler Faymann!
Sehr geehrter Finanzminister Pröll!

Vielen Dank für Ihre ganzseitigen Inserate, die Sie im Namen der Bundesregierung am Jahresende in allen maßgeblichen österreichischen Tageszeitungen flächendeckend schalteten. Da ich ein sehr netter Mensch bin, erlaube ich mir auszugsweise auf Ihren Brief zu antworten.

Faymann & Pröll: „ Es liegt ein bewegtes Jahr hinter uns.“

Wa: Was war für Euch „bewegt“? Dass Ihr noch immer gewählt wurdet?

Faymann & Pröll: „Doch so wie wir die Probleme gemeinsam gelöst haben …“

Wa: Da ist Euch wohl nichts anderes übriggeblieben, was?

Faymann & Pröll: „Innerhalb der Regierung gibt es ein neues Miteinander …“

Wa: Das "neue Miteinander" hat immerhin Wahlkosten von 55,5 Millionen Euro zu Buche geschlagen. War die teuerste Scheidung in Österreich. Aber immerhin, Ihr versteht euch wieder.

Faymann & Pröll: „Dieser Weg wird nicht immer einfach sein und es wird durchaus Diskussionen über einzelne Maßnahmen geben …“

Wa: Klingt ja fast wie Xavio Naidoo. Und ein bisschen versteckt heißt das ja, Ihr wollt schon wieder streiten, oder? Und in zwei Jahre wieder Scheidung, oder? Da wäre ich aber vorsichtig. Der Strache bestellt schon „drei Bier“ und freut sich. (Zwei Bier davon sind für Euch!)

Faymann & Pröll: „… vor allem mit dem Fleiß und der Leistungsbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher werden wir die Herausforderungen des kommenden Jahres gemeinsam bestehen.“

Eh klar! Wir müssen wie die Deppen reinhackeln, damit Ihr diskutieren dürft. Voll nett! Schön, dass wir das schon am Jahresanfang wissen.

Also, vielen Dank Frau und Herr Bundesregierung!

Wa.

Wednesday, December 31, 2008

Sternschnuppe über Graz!




Also, für alle, die daran glauben: ich schenke Euch, werte Leser dieses Blogs, eine Sternschnuppe fürs neue Jahr. Wünscht Euch was!
Für alle, die nicht daran glauben: Stimmt, ich habe gemogelt. Der Mond ist beim Fotografieren fast aus dem Bild gerutscht. Trotzdem schönes Foto und trotzdem die besten Glückswünsche für das nächste Jahr.

Be. Grü.

Wa.

Wednesday, December 24, 2008

Happy X-mas an alle „Wa“ Leser!




… und sogar an diesem Tag, einoge kleine Lesetipps, fernab von zu dick aufgetragener Zuckergussglasur und Weihnachtsgansl. Leider haben uns ja die Hardcore-Autoren heuer enttäuscht – kein Weihnachtshammer a la „Das Christkind drischt den Schädel ein“ im Verkaufsprogramm der Verlage, aber dennoch, das Fest wird ja langsam wieder was.

Der New Yorker

Weinachten in New York kostet ja noch immer ein Schweinegeld, zumindest für denkende Menschen, die sich diesem Blog auch dann und wann hingeben. Einmal mehr muss man dort nicht hinfliegen und sich den A. abfrieren, ein netter Text und hübsche Fotos sind in Paul Austers Weihnachtsgeschichte zu finden. Eh klar, spielet in Brooklyn – gleich in der Nähe seiner Wohnung arbeitet der Zigarrenverkäufer Auggie Wren, der Mittelpunkt in „Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte“. Die charmante Kurzgeschichte wurde durch stilvolle SW-Aufnahmen vom New Yorker Top-Fotografen Beowulf Sheehan ergänzt und zeigt ein winterliches Brooklyn.

… der Diskonter …

Seit Stewart O’Nans Debüt „Engel im Schnee“, für das er 1993 mit dem William-Faulkner-Preis ausgezeichnet wurde, ist sein ungetrübtes Auge auf regelrechte Provinznester gerichtet. Der scheinbar trivialen Handlung wird eine beeindruckende Zeichnung von Alltagsbildern gegenübergestellt. Der Glitzer, mit dem sich Großstadt-Romane schmücken, ist bei O’Nan nicht zu finden. In seinem Roman „Red Lobster“ widmet sich der Autor dem letzen Arbeitstag in einem entlegenen Fischlokal an der Ostküste, bevor es für immer seine Pforten schließt. Und das ausgerechnet am letzten Werktag vor Weihnachten. „Prost, Mahlzeit“ kann man dazu auf gut österreichisch nur noch sagen …

… der Zauberer …

Für Ray Bradbury ist das ganze Jahr Weihnachten. Nein, natürlich nicht wirklich, aber er ist der große Zauberer unter den amerikanischen Erzählern. Mit dem utopischen Roman „Fahrenheit 451“, der von Francois Truffaut verfilmt wurde, gelang ihm 1953 der Durchbruch. „Das Weihnachtsgeschenk“ heißt sein neuer Kurzgeschichtenband. Großer Zauber liegt also in der Luft, wenn Bradbury zur Feder greift. Dabei legt er seine scheinbar simplen Storys äußerst realistisch an, doch ist er mit großer List am Werk. Die doppelten Böden sind nicht sichtbar, und lässt man sich auf den Zauber ein, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus.


Wer Kekse backt, hört Hörbücher.

Zum Vergnügen der Simenon-Fans kommen nun auch neben den neu aufgelegten Simenon-Romanen die Krimi-Hörbücher auf den Markt. „Weihnachten mit Maigret“ wird von Hans Korte gelesen, seine sonore Stimme verleiht gerade dem weihnachtlich gestimmten Maigret einen ungewohnt melodischen Klang. Ansonsten bitte auf die Gert-Heidenreich-Simenon-Vertonungen zurückgreifen. Heidenreich klingt eher nach den verrauchten Brasserien, in denen sich der Pariser Kommissar mindestens so gerne herumtreibt, wie Fälle löst.
Ein als Weihnachtsmann verkleideter Einbrecher ist dort in der Nacht auf den 24. Dezember eingedrungen. Gestohlen hat er nichts, im Gegenteil, ein ungewolltes Geschenk sorgt für Unruhe. Der Weihnachtsfrieden ist also dahin, dafür ist Madame Maigret behilflich, den Fall aufzuklären. Bereits ausprobiert: Die Hände kneten den Teig, die Ohren sind bei Maigret – der große Analytiker Simenon eignet sich hervorragend zum Kekse backen!

Euer Wa!

Friday, December 19, 2008

"Ich bin besoffen und deshalb ist die Kunst hässlich"




Das Graffiti habe ich letztens im 9. Wiener Gemeindebezirk, in irgendeiner Seitenstraße der Nußdorfer Straße fotografiert. So ganz klug werde ich nicht daraus: Meint der Sprayer, er habe hier Kunst gesprayt und die ist nun hässlich, weil er betrunken ist, oder nimmt in des Sprayers Augen die Hässlichkeit der Kunst zu, wenn gleichzeitig seine Promille im Blut ansteigen? Tippe mal, es ist das erstere, aber wie auch immer, der Spruch hat was: "Ich bin besoffen und deshalb ist die Kunst hässlich"


Wa.

Serienweise Krimihelden.



Krimi Autor Manfred Wieninger in St. Pölten, der Homebase von Privatermittler Marek Miert.



Neue Krimis von Manfred Wiener & Akllen Guthrie


Es scheint im deutschen Sprachraum ein ungeschriebenes Gesätz zu sein, dass Krimis die eine härtere Gangart aufweisen, über ein Nischenpublikum nicht herauskommen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich jetzt die Krimi-Serie „Hard Case Crime“ recht erfolgreich behaupten kann. Das Konzept ist einfach: Alte Krimi-Helden wie Mickey Spillane werden neben genialen Schattengestalten wie Donald E. Westlake neu aufgelegt. Dazu streut man brandaktuelle Autoren, die das Genre der ungeschönten Krimis für sich wiederentdeckt haben.
Einer dieser neuen, jungen Interpreten ist der Schotte Allan Guthrie. „Post Mortem“ heißt sein Krimi-Schocker und der Titel verspricht nicht zu viel. Robin und Eddie sind auf Einbrüche spezialisiert. Alles läuft soweit gut, bis Eddie sich in die Freundin von Robin versieht und mit ihr ein Verhältnis beginnt. Daraus entwickelt sich eine verhängnisvolle Szenerie, die ihre Opfer fordert. Wie in einem Dominospiel purzeln die Kapitel dahin und lösen eine permanente Kettenreaktion aus. Die unglaubliche Spannung und der starke Sog beruhen darauf, dass der Roman Echtzeitcharakter hat. Ein Krimi wie er passieren muss, perfekte Inszenierung, eindringliche Personenzeichnungen und Verbrechen wohin das Auge reicht.
Vielleicht noch ein Wort dazu, wie man im hübschen Edingurgh ein Star wird: Guthrie arbeitete vor seinem Durchbruch als Autor in einer Buchhandlungskette. Ian Rankin, schottischer Krimigott empfahl in einem Interview, "Allen Guthrie an seinem Arbeitsplatz zu besuchen, sein Debüt 'Abschied ohne Küsse' zu kaufen und sich das Buch vom Autor gleich vor Ort signieren zu lassen." Man stelle sich vor, Alfred Komarek wirbt für einen Kollegen. Na wie wär' denn das, hm?

„Kaliber .64“ nennt sich ein Serial aus der Edition Nautilus. Für die technischen Experten unter den Krimi-Fans dürfte diese Etikette Fragen aufwerfen, denn ein Projektil mit diesem Durchmesser von 64 mm gibt es nicht. Weiters nicht schlimm, denn der Verlag hat anderes im Sinn: Die wichtigsten deutschsprachigen Krimi-Autoren werden hier seit einigen Jahren gebeten, einen Kurzkrimi zu schreiben, der 64 Seiten nicht übersteigt. Kurze Geschichten sind also gefragt und aktuell hat der niederösterreichische Krimiautor Manfred Wieninger die Ehre mit „Die Rückseite des Mondes“ einen dementsprechenden Krimi vorzulegen.
Manfred Wieninger ist durch seine Marek-Miert-Krimis eine österreichische Krimi-Legende geworden. Seine Charakterstudien sind so scharf, als hätte er bei Erwin Ringel studiert, seine Beschreibungen sind so treffend, als bestünde Österreich größtenteils aus Manfred Deix-Figuren. Darüber stülpt der Autor das Hinterland von Niederösterreich, fernab jeglicher Heurigen- und Marillenblüten-Romantik. In „Die Rückseite des Mondes“ begleitet Wieninger den Gruppeninspektor Franz Grassmann in seinen Ruhestand hinüber. Außer Kleinkriminalität war in den letzten Jahren nichts zu protokollieren, und plötzlich, einen Tag nach seiner Pensionierung ist die Hölle los. Ausgerechnet drei Kerle mussten daran glauben, die er immer versucht hat in den Knast zu bringen. Hat etwa der frischpensionierte Gruppeninspektor selbst Hand angelegt?
Wieninger besticht auch in der Kurzform. Eine perfekte Krimierzählung aus dem verödeten Hinterland, wo Einkaufszentren, zugeschüttete Mülldeponien und Autobahnzubringer das Denken der Menschen bestimmt, denen das Glück nicht hold war. Der Vorstadtautor Wieninger hat sich ihnen angenommen.

Saturday, December 06, 2008

Familie Penner auf Weihnachtstour



"Was macht Familie Penner zu Weihnachten", diese zweifelsohne berechtige Frage stellt sich "der Falter" auf der Infoscreen am Grazer Jakomiplatz.
Nun, sie feiern pennermäßig - wer der Frage jedoch ernsthaft auf den Grund gehen will, hat dazu im Theater im Keller (TiK) noch bis zum 13. Dezember die Möglichkeit.
Die Infoscreen am Jakominiplatz hatte jedenfalls ihre Wirkung nicht verfehlt. Ein paar Joungsters, die vermutlich noch kein Theater von innen sahen, meinten: "Bam Oida schau, Familie Penner!" Das geht schon in Richtung "erfüllter Kulturauftrag".
Vielleicht noch eine Begriffserklärung zum Thema Theater: Theater ist irgendwie wie Kino, nur ohne Leinwand, dafür mit Menschen zum Anklotzen, die bei jeder Vorstellund ein bisserl anders sind, aber doch gleich."

Auf die Penner!

Wa.

Weitere Aufführungen von Familie Penner, Teil IV : Samstag 6.12., Mittwoch 10.12., Donnerstag 11.12. und Samstag 13.12.2008 jeweils um 20 Uhr.
Theater im Keller
Münzgrabenstraße 35
8010 Graz
Tel. 0316-84 61 90
www.tik-graz.at

Monday, December 01, 2008

Der erste Schnee!



Clarissa Starlight in Action!

Beim ersten Schnee sind auch Teenagers noch Kinder. Clarissa Starlight macht in dem Falle genau das Richtige. Sie „markiert“ einen roten Mini mit GAK. Ob GAK-Ex-Präsident und Mini-Werbeträger Rudi Roth damit auch so eine Freude hat, ist noch unklar.

Auf die Roten!

Wa.

Frontal!




"Frontal" - das Magazin



Frontale Gäste beim Opener: Hirschmann u. Kartnik mit frontal-guter Laune



Frontales redaktionsteam: Huemer-Schleich-Ruthardt-Dobrowolski





Frontal-Broukal: Josef Broukal übernimmt das frontale Einmoderieren!


Frontal heißt das neue (und einzige) Nachrichtenmagazin in Graz. Die 0-Nummer schwirrt bereits in der ganzen Steiermark herum und regulär erscheint „Frontal“ ab dem 15. Januar. Zwei Mal monatlich soll es für einiges Rascheln im Styria-Blätterwald sorgen. Politik, Wirtschaft, Leben und Kultur – der traditionelle Mix.
Gut angerichtet hier in der Grazer Seifenfabrik. Dass diese kleine Werbung nicht ganz ohne Hintergrund in den Wa. Blog kommt ist richtig. Der Wa. hat nämlich eine „frontale Kolumne“ drin.

Frontale Grüße, Wa.

Schlimme Auslagen in Graz Teil II




Das Parkhotel**** in Graz ist ja den werten Wa. Lesern durch die Kurzgeschichte „Styrian Psycho“ (Wagenbach 2003) ein Begriff. Teil der Geschichte: Im Parkhotel sollen bereits Adolf Hitler in der Führer-Suite und Jahre später Bret Easton Ellis gepennt haben.
Dass die Hinweisschilder zum Parkplatz eher aktionistisch als seriös sind, hat der Haubentaucher bereits vor einigen Monaten bemängelt. Dass man sich bei den Auslagen so gehen lässt, ist ebenfalls nicht sehr glücklich. Leere, verstaubte Weinflaschen sind einem ****-Hotel nicht würdig,

meint Euer Wa.

Tuesday, November 18, 2008

Buchverkauf lässt Leberwerte ansteigen.



Jubel!

Bücher verkaufen sich bekanntlich nicht von selber. Die liegen lieber in Buchhandlungen herum, sind äußerst trääääge und reden sich, ähnlich wie Menschen, auf die Schwerkraft aus, sogar bei Feuer bleiben sie wie der tote Frosch sitzen. Vielleicht sind Bücher ja depressive, tote, bulgarische, Bäume falls die Bücher überhaupt in der Buchhandlung landen.
Diese Transaktion kann mitunter viel Energie kosten und auch mal anständig auf die Leber gehen, weiß Thomas K. zu berichten:

"Habe eine Buchhändlerin betrunken gemacht, sie nimmt mal 3 'Blutspielchen'. Bin auch nicht mehr fahrfähig. T."


Und so dankt Wa für den Einsatz der inneren Organe!

Wa.

Geliebter Feind - W. Kühnelt M. Mörth



Bei der Präsentation in der Gösser: Wolfgang Kühnelt und Markus Mörth, in der Mitte die Grazer Fußballlegenden Jahrhundert-GAK-Spieler Savo Ekmecic und Sturm Graz Verteidiger "Eisenfuß" Mandi Steiner




Nach Beendigung der Österreichischen Fußballmeisterschaft 07/08 verschwand der GAK in der Senkgrube. Er schaffte etwas das bis heute weltweit ziemlich wenige Vereine zu Wege brachten, er musste von der ersten Liga in die dritte (!) Liga absteigen. Dort fristet der Traditionsverein bis heute sein Dasein, aber bitte, zumindest gibt es ihn noch - aufmerksame Leser dieses Blogs werden diesen Leidensweg ja "blognah miterlebt haben."
Seit diesem Zeitpunkt ist das Grazer Stadtderby zwischen dem SK Sturm Graz und dem GAK Geschichte. Wolfgang Kühnelt und Markus Mörth gingen ans Werk und arbeiteten die letzten 87 Jahre Derbygeschehen im bisher einzigen Grazer Derby-Buch mit dem vielsagenden Titel „Geliebter Feind“ auf.
Sehr schnell bringen es die zwei Autoren auf den Punkt: In einem Stadtderby regieren eigene Gesetze. Tabellen, Statistiken oder auch die bessere Form einer Mannschaft sind plötzlich außer Kraft gesetzt, wenn es heißt, gegen den „Geliebten Feind“ anzutreten. Mit klugen Einwürfen und Spielwitz näheren sich die Autoren dem Phänomen an, ohne dass das Derby auf dem „naturwissenschaftlichen Seziertisch“ landet. Äußerst erfrischend ist, dass dieses Buch auch die Entwicklung der Gesellschaft reflektiert. Sei es der Nationalsozialismus, oder die Nachkriegsjahre, die österreichische Geschichte wird hier anhand vom Fußball lesbar gemacht. Vom Vorwort, dem ein Gespräch mit Sturm-Trainer-Legende Ivica Osim zu Grunde liegt, über die Eigenheiten und Highlights der Derbys, bis hin zu ausgewählten Interviews mit Fans, Kickern und Ex-Kickern ist das Buch die ideale Wegzehrung bis wieder einmal ein Grazer Stadtderby angepfiffen wird.

Wednesday, November 05, 2008

Gerne geschehen, Barack!



Der Alte ist weg, weg, weg!

Also, ich finde das ziemlich nett, dass sich der neue US-Präsident bei mir bedankt, dass er die Wahl gewonnen hat, vor allem weil ich nichts für ihn getan habe. Kurz zur Vorgeschichte: Vor einigen Wochen hab ich die Homepage von Herrn Obama besucht und um ein bisserl mehr zu sehen, meine E-Mail und irgendeinen Staatencode angegeben, 1902 oder so. Seit dem Tag bekomme ich von Herrn Obama persönliche Mails. Im Grunde ist er immer sehr nett, aber auch ein wenig stressig.
In jedem Mail hat er Wünsche geäußert. Mal wollte er, dass ich meine Nachbarn anbaggere, dass sie ja ihn wählen sollen – ich glaub die hätten mich zumindest verwundert angeschaut, mal wollte er mir einen Wahlhelfer in die Brandhofgasse schicken, glaub das wäre mit Flug und Nächtigungen ein bisserl ins Budget gegangen. Und am Samstag wollte er, dass ich für ihn eine Party schmeiße und alle meine Freunde und Bekannten dazu einlade. Die hätten sich zwar sicher gefreut, aber er, der Herr Obama wäre vermutlich nicht erschienen und dann wären alle wieder enttäuscht nach Hause gegangen. Und in jedem Mail wollte er, dass ich ihm ein paar Dollar rüberschiebe. Irgendwann habe ich dann einen leichten Ärger bekommen, weil da hat er via Mail seie Frau Gemahlin zum Betteln geschickt, aber vielleicht war halt in der Familie Obama die Not so groß, dass man auf die guten alten Sinti-Methoden zurückgriff.
Hier unten noch Obamas letzter Bettelbrief, der mich heute Morgen erreichte. Gespendet hab ich übrigens nix und trotzdem ist er noch immer noch sehr freundlich. Duzen tun wir uns übrigens seit seinem erstem Mail. Er ist wirklich ein lockerer Kerl, der Herr Präsident.

Euer Wa.



martin --

I'm about to head to Grant Park to talk to everyone gathered there, but I wanted to write to you first.

We just made history.

And I don't want you to forget how we did it.

You made history every single day during this campaign -- every day you knocked on doors, made a donation, or talked to your family, friends, and neighbors about why you believe it's time for change.

I want to thank all of you who gave your time, talent, and passion to this campaign.

We have a lot of work to do to get our country back on track, and I'll be in touch soon about what comes next.

But I want to be very clear about one thing...

All of this happened because of you.

Thank you,

Barack


(Hier erscheint normaler Weise der "Please Donate" - Button)

Thursday, October 30, 2008

Literaturnobelpreisträger freut sich, vielleicht.




Ja, so oft hatte bis jetzt noch wirklich kein Literaturnobelpreisträger das Glück in der Buchhandlung neben einen meiner Romane liegen zu dürfen. Bis jetzt hatte nur Elfi Jelinek die Ehre und nun gebührt sie auch dem neuen Literaturnobelpreisträger J. M. G. Le Clézio diese Ehre. Er wird sich sicher freuen und ganz ehrlich, vielleicht wird es auch sein Leben verändern. Also lieber Kollege Le Clézio, du liegst in der Buchhandlung Leykam im Grazer Citypark neben dem neuen Wanko, fühle dich also geschätzt. (Auch schon Umberto Eco lag neben mir, immerhin 33 Ehrendoktortitel, nachdem sich unsere Bücher beschnupperten, war bei ihm irgendwie der Ofen aus. Sorry, Umberto!)
So ganz nebenbei, „Bregenzer Blutspiele“ heißt mein neuerster Hammer, liegt verlässlich in einigen Buchhandlungen in Graz, Wien und Bregenz auf und kann sich nicht einmal wehren, wenn Sie nach ihm greifen, er kann Sie nicht einmal bespucken, wenn Sie ihn zurücklegen, und noch viel schlimmer: Er kann auch keinen Protest einlegen, wenn Sie Ihn tatsächlich erwerben!, und bei Ihnen zu Hause ins falsche Regal stellen. Aber ich mache Ihnen ein Angebot, Sie informieren mich über die Buchnachbarn der „Bregenzer Blutspiele“ und ich stehe beratend zur Seite. Wenn Sie nun meinen ich habe diesen Blog überdimensional für Eigenwerbung missbraucht, dann kann ich Ihnen bloß ehrlich antworten: Ja, das stimmt.

Euer Wa.

Udo Huber, ein Leben lang!



Udo Huber: Von den Großen 10 zum Wiener Sportklub.

Also, es gibt nicht viele Fußballvereinspräsidenten auf dieser Welt die besungen werden, nicht einmal dann, wenn sie den Verein mit Kohle zuschütten. „Die Großen 10“ - Kult-DJ aus den 1980er-Jahren, Udo Huber bringt dieses Kunststück zusammen. Vielleicht weil der dem Wiener Regionalligisten Wiener Sportklub keine Kohle in den Rachen scheffelt, dafür mit Engagement und Herzblut bei der Sache ist. Jedenfalls singt man ihm auf der Friedhofstribüne das Ständchen „Udo Huber, ein Leben lang!“. Und ja, er fühlt sich geehrt. Immerhin ist er seit er denken kann ein Fan der Zebras.
Heuer ist er erstmalig nicht der Vize, sondern tatsächlich der Präse und nach 13 Runden hinter Horn punktegleich an zweiter Stelle. Das könnte sich ja heuer ausgehen, noch dazu mit einer stark verjüngten Mannschaft. Die besten Wünsche von Graz nach Wien sendet der

Wa!

Die alte Garde schlägt zurück: Massimo Carlotto, James Sallis und Richard Stark.





Der Italo-Terror und die Literatur …

Einer der ganz Großen im italienischen Krimi ist Massimo Carlotto, was nicht nur mit seiner schriftstellerischen Qualität zusammenhängt, sondern auch mit seiner Biographie. Der ultralinke Autor wurde in den 1970er Jahren zu Unrecht wegen Mordes verurteilt, war jahrelang auf der Flucht und saß sechs Jahre im Gefängnis. Sein Fall wurde neu aufgerollt und endete mit einem Freispruch. Diese Jahre prägten ihn. Der Willkürakt gegen das Individuum und die daraus resultierende Ohnmacht sind seine zentralen Themen. Dieser existentialistische Gedankenansatz ist auch das Leitmotiv in seinem neuesten Roman „Die dunkle Unermesslichkeit des Todes“.
Also, den Herrn kauft man sich, weil er eine geile Bio hat, auf den Bildern einen ziemlich verwegenen Eindruck macht, vom Tropen Verlag immer mit klasse Cover versorgt wird, und immer absolut geile vierzig Seiten hinlegt. Danach plätschert es existenzialistisch dahin, aber trotzdem: In manchen norditalienischen Städten sollte man mit Carlotto Krimis net wirklich spazieren gehen, weil man dort von den Rechten ziemlich rasch eine auf die Schnauze bekommt.

… Philosophierende Agenten …

James Sallis wurde letztes Jahr für „Driver“ mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. Kürzlich wurde daher sein etwas älterer Agenten-Thriller „Deine Augen hat der Tod“ nachgereicht. David ein Ex-Agent aus der Zeit des Kalten Krieges muss nach Jahren, in der er sich eine eigene Existenz aufgebaut hat, erneut in die Halbwelt abtauchen, um einen in Misskredit geratenen Kollegen aus seiner damaligen Spezialeinheit aufzustöbern. Ein klassischer Plot also, jedoch weiß James Sallis daraus eine sehr eindringliche Geschichte über alternde Helden, verlorenem Lebenssinn und der neuen Weltordnung zu machen.
Kluger Weise widerspricht der Autor den Prinzipen des Genres Agenten-Thriller, denn seine Protagonisten haben gegen Midlife-Crisis, Depressionen und Selbstekel zu kämpfen, viel mehr als gegen vermeintliche Feinde. Der Lack ist also ab, so stellt er James Bond und Konsorten ein realistisches Bild entgegen. Bei einem Trip ins amerikanische Hinterland wird viel nachgedacht, über das Agentenleben prinzipiell, die banale Existenz des Individuums und über die Widersprüche eine Welt zu schützen, in der man sich im Grunde fremd fühlt. Der Autor lässt also an den richtigen Stellen die Luft raus. Und so sitzen zwei kontrahierende Agenten einander gegenüber und verweigern den traditionellen Showdown. Keine Lust zum Schuss – wenn philosophiert wird, bleiben die Knarren oft im Halfter stecken.

… Parker is back!

Den absoluten Vogel in diesem Krimi-Herbst schießt aber Richard Stark ab. Der hat es auf die Lachmuskeln des Lesers abgesehen hat. Richard Stark, alias Donald E. Westlake gehört zum Fixensemble der US-Krimi-Welt. Sein Ganove Parker, immerhin schon seit 1962 im Geschäft, ist nach wie vor äußerst agil, wie Starks aktueller Roman „Fragen Sie den Papagei“ zeigt. Parker findet nach einem misslungenen Banküberfall in einem kleinen Nest in Massachusetts bei dem Eigenbrötler Lindahl Unterschlupf. Der schrullige Einzelgänger träumt schon lange von einem großen Coup: Er will den Tresorraum der benachbarten Rennbahn auszuräumen, da die Betreiber ihn vor einigen Jahren vor die Türe gesetzt haben. Nun hat er endlich seinen Mann gefunden, mit dem er das Ding durchziehen kann! Straßensperren und Fahndungen nach dem Bankräuber machen Parkers Flucht unmöglich und nolens volens beginnt sich der Profi für die Rennbahn zu interessieren.
Und so prallen zwei Welten aufeinander. Die einen begehen ein Verbrechen, weil sie von Emotionen getrieben werden, die anderen tun es, weil es nun mal ihr Job ist. Bald findet sich Parker in der witzigen Situation wieder, eher Schaden begrenzen zu müssen um seine eigene Haut zu retten, als an den Zaster zu kommen, der auf der Provinzrennbahn zu holen ist. Aber der Autor macht sich jetzt nicht über die Welt des Kleinbürgers lustig, er nimmt sie sogar sehr ernst. Und so entstehen wunderbare Synergien zwischen den verschiedenen Parteien. Der am Titel zitierte Papagei ist ein stummer Beobachter des Geschehens, einmal meldet er sich zu Wort, doch das war einmal zu viel.

Friday, October 17, 2008

Frankfurter Buchmesse in 8 Stunden



Franfurt ist freundlich und schön auch!



Mario Adorf, der vielleicht bestverdienenste Schauspieler Deutschlands(lebt in Rom).


Frankfurter Buchmesse ‘08

... Martin Suter, der bestverdienenste Autor der Eidgenossen.(lebt in Spanien)

Man müsse sich mal vorstellen, die Frankfurter Buchmesse wäre in Wien. Ein Horrorszenario, der angefressene Wiener und dazu tausende Menschen die sich nicht auskennen. Frankfurt ist anders. In Frankfurt ist man freundlich! Und in Frankfurt kennt man sich auch aus.
Besten Dank an LH-Stv. Hermann Schützenhöfer, der den Trip zur FBM finanzierte. Frei nach dem Kaiser, es war sehr schön uns hat es sehr gefallen!

wa.

Tuesday, October 14, 2008

Jörg Haider Witze





Nun, meine Idee war es nicht, die kam von Franz. Dürfte vermutlich damit zu tun haben, dass er gerade meinen Text "Der Tag an dem Niki Lauda starb" gelesen hatte. Also, der haberer gab mir die Einleitung eines Witzes vor, den ich vervollständigen sollte. Seine Vorlage war wie folgt: "Treffen sich Prinzessin D. und Jörg Haider im Himmel ..."

Und der Witz geht nun so: Jörg Haider trifft Lady Diana im Himmel und schaut sie vielsagend an. Aber sie schüttelt nur den Kopf und meint: "Nö, Jörgi, der Chauffeur am Lenkrad ist auch keine Lösung."

Monday, October 13, 2008

Charles E. Ritterband



Die NZZ, Ritterband und Sammy



Sammy, solo.


Ja, letzte Woche war ich in Krems, in der Wein-Rausch-Gegend Österreichs schlechthin, man erinnere sich nur an die trefflichen Weinwerbungen „Es muss mein Weinderl sein, aus Niederösterreich sein …“.
Nun denn, zum Löten könnt ich aber doch glatt in Graz bleiben, zum Studieren war ich dort. Mit meinen 38 Lenzen bin ich dazu ja noch immer jung genug im Kopferl, wenn vielleicht schon etwas lichte auf der Birne. Was ich studiere, wollen Sie wissen? Journalismus. Nicht gerade wahnsinning aufregend, aber die Ausbildung zur diplomierten Hebamme wäre mir dann doch zu realitätsnah vorgekommen.
Zum Vortrag lud unter anderem die Koryphäe unter den Korrespondenten, Charles E. Ritterband von der NZZ, derzeit in Wien stationiert. (Dürfte letzten Samstag mächtig viel zu tun gehabt haben, als der in Oberösterreich geborene Kärntner Landeskaiser die Verkehrsregeln missachtete). Und Herr Ritterband kam mit Hund in den Unterricht, Königspudel Sammy, eine gewisse Ähnlichkeit im Haarstyling der beiden lässt sich nicht bestreiten. Fragt sich nur, wer hier von wem inspiriert worden ist.

Wuff!

Monday, September 22, 2008

Nachahmungstäter!



Strache goes Joker?

BMI Profiler Thomas Müller würde hier wohl eindeutig von Nachahmungstäterschaft reden. Vor rund 2 Wochen erregte (belustigte) es die Grazer Gemüter: SP-Spitzenkandidat Werner Faymann wurde in einer flächendeckenden Plakat-Aktion als „Joker“ „verschönt“. Nun ist scheinbar sein Gegenüber aus der FP, H.C. Strache, an der Reihe, gestern fotografiert im Grazer Arbeiterbezirk Eggenberg.
Vielleicht dazu noch ein kleiner Gedanke: Der wahre Star in den Batman Filmen ist doch immer der Joker. Sehr unangenehm zu denken, dass nun der rechtspopulistische Spitzenkandidat der Publikumsmagnet ist. Mitunter eine Beleidigung für den Film-Joker. Starlight and Wa. haben den Original-Joker Heath Ledger in „The Dark Knight“ gesehen und der war phasenweise bestechend gut. Übrigens, bis jetzt hat noch kein Politiker Batman-Ohren raufgesprüht bekommen. Der Retter in der politischen Not lässt also auf sich warten.

Waman

Saturday, September 20, 2008

Hauptsache noch nicht ganz erwachsen.




Irgendwie wollte ich das schon immer (stimmt nicht, die Idee ist mir erst beim Fotografieren gekommen): Ein Schafsfell auf dem Lesesessel und ein Buchcover darauf abfotografieren, wo Schafe auf einer Weide stehen. Das hat etwas von einem Anfang und einem Ende.
"Du wirst schon noch sehen wozu es gut ist.", so heißt Peter Comerons neuer Roman. Hübscher Titel, bricht endlich aus dem "2 bis 3 Wort-Titel-Dreck" aus. "Ihr werdet schon noch sehen …" - das hat Stil. Nicht ganz stilsicher dazu die PR, die da gleich einen neuen Fänger im Roggen sieht (gähn …), aber Schwamm drüber, das Büchl ist zu gut!
Also, Cameron legt er eine unterhaltsame und zugleich sprachlich gelungene Erzählung vor. James, ein Junge in den besten Jahren, soll nach der High School auf die Universität von Yale geschickt werden. Seine Eltern haben das schon ziemlich spitzenmäßig geplant, einzig, der Bub will nicht! Wie das halt so ist in dem Alter, will der Junge überhaupt nichts, außer sich ein bisschen besser kennen zu lernen. Die Gleichaltrigen findet er öd, seine ältere Schwester ein unnötiges Übel und die Stadt New York verliert in den Augen des Jungen jeden Glimmer. Eine juvenile Depression regiert ihn, und trotzdem muss das Leben Tag für Tag weitergehen. Tja, irgendwann wird man dann so etwas wie erwachsen – bei Cameron passiert das auf 252 Seiten, dazu die kleinen Nebenbewegungen, der sehr differenzierte Blick aufs Banale, in Summe ergibt das Literatur.
Kluge Fragen stellt der Junge, führt seine Eltern regelmäßig aufs Glatteis und bringt seine Therapeutin schon mal ins Schwitzen. Parallel dazu wächst im Jungen ein Unmut der die Depression in Aggression umschlagen lässt. „Da war noch etwas anderes in mir, etwas Hartes, Eigensinniges, und das war gemein“, so die Beschreibung des Ich-Erzählers über seine Befindlichkeit. Widerstand also, sehr schön wie Peter Cameron hier die Links offenlegt, die den Jungen zum Verweiger des geistlosen Alltags machen. Der einzige Hoffnungsschimmer scheinen seine Großmutter und die Menschen im Mittleren Westen zu sein. An einem beschaulichen Leben, von dem man kein Teil ist, scheint man sich immer gut orientieren zu können. Das klingt nun vielleicht zynisch, doch funktioniert dieser Trugschluss ein Leben lang, bei James zumindest so lange, bis er erwachsen wird.

also auf zur Bestellung, oder in den Buchladen,

Wa.

Tuesday, September 16, 2008

Ätsch!



Tja, und wer stopft nun die Löcher?


War zwar nicht schwer zu erraten, aber ich hab das schon immer prophezeit: Die mit Irrsinnskapital verluderte UEFA Champions League frisst sich selbst. Dass die AIG, der größte Versicherungsanbieter der USA tscharie geht, also in den Konkurs schlittert, färbt auch auf den Fußball ab, denn so nebenbei ist der Konzern der Trikot-Sponsor von Manchester United. Die zugesagten Mittel von 20 Millionen Euro könnten für United sehr schnell nicht mehr als ein wertloses Blatt Papier sein, natürlich wird alles be- und versichert sein, aber vielleicht hat man ja die Versicherung mit der eigenen „Haus-Versicherung“, der AIG, abgeschlossen. Könnte ja sein, oder? Wie spielt man dann in der Champions League, wenn die Vereine plötzlich auch vor dem Konkurs stehen? Konkursmasse gegen Konkursmasse oder heißt die Begegung Masseverwalter vs. Masseverwalter? Dass es hier ausgerechnet einen englischen Traditionsverein dawischt, ist auch nicht schwer verwunderlich. In der englischen Premier League sind von 20 Vereinen noch ganze 4 in englischer Hand, das haben mir letzten Sommer 2 Jungs aus Leeds "durchgerechnet".
Auf alle Fälle können Michel Platini und Co bald schon eher schweißtreibend vor den Finanznachrichten sitzen, als sich einen Kick der (fast)immer gleichen Mannschafften in der Königsklasse zu gönnen.
be Grü
Wa.

Saturday, September 13, 2008

Eingeschlafene Auslagen in Graz 1



Der English Bookshop in Graz



Roddy Doyles "Paddy Clarke ha ha ha" aus dem Jahre 1993


Ja, vor 1000 Jahren, als ich selber noch die Schulbank drückte, schlürfte ich einmal im Jahr in den English Bookshop am Tummelplatz um mir so irgendein dünnes, feines Heftchen aus dem Regal zu zupfen, wo ein fetter Schmöker so nach dem Reader’s Digest Prinzip auf 30 Seiten zusammengeschmolzen wiedergegeben wurde. Das Referat war also gerettet, das fette Buch musste nicht gelesen werden.
Seit einigen Jahren ist der Buchladen total eingeschlafen, zumindest was die Auslagen betrifft. Ausgebleichte Buchcovers von Paul Austers „Timbuktu“ aus dem Jahre 1999 oder Roddy Doyles „Paddy Clarke ha ha ha“ aus dem Jahre 1993 (!!!) sind nicht mehr zwingend aktuell. Erstaunlich, wenn man denkt, wie Amis und Brits mit Merchandising Dreck herumwerfen. So etwas findet man dann halt doch wieder nur in der größten Kleinstadt Mitteleuropas. Die kleinste Großstadt würde sich das nicht erlauben – zumindest nicht im Zentrum.

Euer Wa.

Friday, September 12, 2008

Familie Penner III - zensuriert!



Familie Penner Teil 3, ein Fall für die Zensur.

Vielleicht nicht die ganze Familie Penner, aber das Plakat, das Sie hier abfotografiert sehen. Wir haben hier die Köpfe der Familie Penner auf einige indische Kamasutra-Szenen gesetzt. Aus gutem Grund, denn die Familie Penner hat sich Indien in den Kopf gesetzt, und bei so manch Familienmitglied gedeihen gar wunderbar die Schmetterlinge im Bauch, so heißt der dritte Teil auch folgerichtig „Liebe tut weh“.
Zurück zum Kamasutra-Plakat: „Geht nicht!“, meint das beauftragte Werbeunternehmen, „Ist sittenwidrig“. So. Die Zeichnungen sind über 1000 Jahre alt, wenn nicht noch älter, sind schon längst anerkanntes Kulturgut und mit Verlaub haben die mit Pornografie weniger zu tun als eine Aktzeichnung. Hm. Wir dürfen also nicht, wir sind sittenwidrig. Rechte Parteien dürfen mit ausländerfeindlichen Parolen den Wahlkampf bestreiten, das geht schon – ist nicht einmal verfassungswidrig.

Friday, September 05, 2008

Ground Power!



Wahlkampf und keine Partei hat wirklich Saft in den Eiern. Ich fühle mich von den Jammerlappen die sich zur Wahl stellen so fassungslos verarscht. Der niedliche Faymann, der katholische Molterer, der gscheite Van der Bellen, der Rotzbua Strache, der ausgelutschte Haider, die wehleidige Schmidt – und leider kommt keiner, der diese GROUND POWER besitzt und diesen ganzen Scheißhaufen wegpustet!