Thursday, October 30, 2008

Literaturnobelpreisträger freut sich, vielleicht.




Ja, so oft hatte bis jetzt noch wirklich kein Literaturnobelpreisträger das Glück in der Buchhandlung neben einen meiner Romane liegen zu dürfen. Bis jetzt hatte nur Elfi Jelinek die Ehre und nun gebührt sie auch dem neuen Literaturnobelpreisträger J. M. G. Le Clézio diese Ehre. Er wird sich sicher freuen und ganz ehrlich, vielleicht wird es auch sein Leben verändern. Also lieber Kollege Le Clézio, du liegst in der Buchhandlung Leykam im Grazer Citypark neben dem neuen Wanko, fühle dich also geschätzt. (Auch schon Umberto Eco lag neben mir, immerhin 33 Ehrendoktortitel, nachdem sich unsere Bücher beschnupperten, war bei ihm irgendwie der Ofen aus. Sorry, Umberto!)
So ganz nebenbei, „Bregenzer Blutspiele“ heißt mein neuerster Hammer, liegt verlässlich in einigen Buchhandlungen in Graz, Wien und Bregenz auf und kann sich nicht einmal wehren, wenn Sie nach ihm greifen, er kann Sie nicht einmal bespucken, wenn Sie ihn zurücklegen, und noch viel schlimmer: Er kann auch keinen Protest einlegen, wenn Sie Ihn tatsächlich erwerben!, und bei Ihnen zu Hause ins falsche Regal stellen. Aber ich mache Ihnen ein Angebot, Sie informieren mich über die Buchnachbarn der „Bregenzer Blutspiele“ und ich stehe beratend zur Seite. Wenn Sie nun meinen ich habe diesen Blog überdimensional für Eigenwerbung missbraucht, dann kann ich Ihnen bloß ehrlich antworten: Ja, das stimmt.

Euer Wa.

Udo Huber, ein Leben lang!



Udo Huber: Von den Großen 10 zum Wiener Sportklub.

Also, es gibt nicht viele Fußballvereinspräsidenten auf dieser Welt die besungen werden, nicht einmal dann, wenn sie den Verein mit Kohle zuschütten. „Die Großen 10“ - Kult-DJ aus den 1980er-Jahren, Udo Huber bringt dieses Kunststück zusammen. Vielleicht weil der dem Wiener Regionalligisten Wiener Sportklub keine Kohle in den Rachen scheffelt, dafür mit Engagement und Herzblut bei der Sache ist. Jedenfalls singt man ihm auf der Friedhofstribüne das Ständchen „Udo Huber, ein Leben lang!“. Und ja, er fühlt sich geehrt. Immerhin ist er seit er denken kann ein Fan der Zebras.
Heuer ist er erstmalig nicht der Vize, sondern tatsächlich der Präse und nach 13 Runden hinter Horn punktegleich an zweiter Stelle. Das könnte sich ja heuer ausgehen, noch dazu mit einer stark verjüngten Mannschaft. Die besten Wünsche von Graz nach Wien sendet der

Wa!

Die alte Garde schlägt zurück: Massimo Carlotto, James Sallis und Richard Stark.





Der Italo-Terror und die Literatur …

Einer der ganz Großen im italienischen Krimi ist Massimo Carlotto, was nicht nur mit seiner schriftstellerischen Qualität zusammenhängt, sondern auch mit seiner Biographie. Der ultralinke Autor wurde in den 1970er Jahren zu Unrecht wegen Mordes verurteilt, war jahrelang auf der Flucht und saß sechs Jahre im Gefängnis. Sein Fall wurde neu aufgerollt und endete mit einem Freispruch. Diese Jahre prägten ihn. Der Willkürakt gegen das Individuum und die daraus resultierende Ohnmacht sind seine zentralen Themen. Dieser existentialistische Gedankenansatz ist auch das Leitmotiv in seinem neuesten Roman „Die dunkle Unermesslichkeit des Todes“.
Also, den Herrn kauft man sich, weil er eine geile Bio hat, auf den Bildern einen ziemlich verwegenen Eindruck macht, vom Tropen Verlag immer mit klasse Cover versorgt wird, und immer absolut geile vierzig Seiten hinlegt. Danach plätschert es existenzialistisch dahin, aber trotzdem: In manchen norditalienischen Städten sollte man mit Carlotto Krimis net wirklich spazieren gehen, weil man dort von den Rechten ziemlich rasch eine auf die Schnauze bekommt.

… Philosophierende Agenten …

James Sallis wurde letztes Jahr für „Driver“ mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. Kürzlich wurde daher sein etwas älterer Agenten-Thriller „Deine Augen hat der Tod“ nachgereicht. David ein Ex-Agent aus der Zeit des Kalten Krieges muss nach Jahren, in der er sich eine eigene Existenz aufgebaut hat, erneut in die Halbwelt abtauchen, um einen in Misskredit geratenen Kollegen aus seiner damaligen Spezialeinheit aufzustöbern. Ein klassischer Plot also, jedoch weiß James Sallis daraus eine sehr eindringliche Geschichte über alternde Helden, verlorenem Lebenssinn und der neuen Weltordnung zu machen.
Kluger Weise widerspricht der Autor den Prinzipen des Genres Agenten-Thriller, denn seine Protagonisten haben gegen Midlife-Crisis, Depressionen und Selbstekel zu kämpfen, viel mehr als gegen vermeintliche Feinde. Der Lack ist also ab, so stellt er James Bond und Konsorten ein realistisches Bild entgegen. Bei einem Trip ins amerikanische Hinterland wird viel nachgedacht, über das Agentenleben prinzipiell, die banale Existenz des Individuums und über die Widersprüche eine Welt zu schützen, in der man sich im Grunde fremd fühlt. Der Autor lässt also an den richtigen Stellen die Luft raus. Und so sitzen zwei kontrahierende Agenten einander gegenüber und verweigern den traditionellen Showdown. Keine Lust zum Schuss – wenn philosophiert wird, bleiben die Knarren oft im Halfter stecken.

… Parker is back!

Den absoluten Vogel in diesem Krimi-Herbst schießt aber Richard Stark ab. Der hat es auf die Lachmuskeln des Lesers abgesehen hat. Richard Stark, alias Donald E. Westlake gehört zum Fixensemble der US-Krimi-Welt. Sein Ganove Parker, immerhin schon seit 1962 im Geschäft, ist nach wie vor äußerst agil, wie Starks aktueller Roman „Fragen Sie den Papagei“ zeigt. Parker findet nach einem misslungenen Banküberfall in einem kleinen Nest in Massachusetts bei dem Eigenbrötler Lindahl Unterschlupf. Der schrullige Einzelgänger träumt schon lange von einem großen Coup: Er will den Tresorraum der benachbarten Rennbahn auszuräumen, da die Betreiber ihn vor einigen Jahren vor die Türe gesetzt haben. Nun hat er endlich seinen Mann gefunden, mit dem er das Ding durchziehen kann! Straßensperren und Fahndungen nach dem Bankräuber machen Parkers Flucht unmöglich und nolens volens beginnt sich der Profi für die Rennbahn zu interessieren.
Und so prallen zwei Welten aufeinander. Die einen begehen ein Verbrechen, weil sie von Emotionen getrieben werden, die anderen tun es, weil es nun mal ihr Job ist. Bald findet sich Parker in der witzigen Situation wieder, eher Schaden begrenzen zu müssen um seine eigene Haut zu retten, als an den Zaster zu kommen, der auf der Provinzrennbahn zu holen ist. Aber der Autor macht sich jetzt nicht über die Welt des Kleinbürgers lustig, er nimmt sie sogar sehr ernst. Und so entstehen wunderbare Synergien zwischen den verschiedenen Parteien. Der am Titel zitierte Papagei ist ein stummer Beobachter des Geschehens, einmal meldet er sich zu Wort, doch das war einmal zu viel.

Friday, October 17, 2008

Frankfurter Buchmesse in 8 Stunden



Franfurt ist freundlich und schön auch!



Mario Adorf, der vielleicht bestverdienenste Schauspieler Deutschlands(lebt in Rom).


Frankfurter Buchmesse ‘08

... Martin Suter, der bestverdienenste Autor der Eidgenossen.(lebt in Spanien)

Man müsse sich mal vorstellen, die Frankfurter Buchmesse wäre in Wien. Ein Horrorszenario, der angefressene Wiener und dazu tausende Menschen die sich nicht auskennen. Frankfurt ist anders. In Frankfurt ist man freundlich! Und in Frankfurt kennt man sich auch aus.
Besten Dank an LH-Stv. Hermann Schützenhöfer, der den Trip zur FBM finanzierte. Frei nach dem Kaiser, es war sehr schön uns hat es sehr gefallen!

wa.

Tuesday, October 14, 2008

Jörg Haider Witze





Nun, meine Idee war es nicht, die kam von Franz. Dürfte vermutlich damit zu tun haben, dass er gerade meinen Text "Der Tag an dem Niki Lauda starb" gelesen hatte. Also, der haberer gab mir die Einleitung eines Witzes vor, den ich vervollständigen sollte. Seine Vorlage war wie folgt: "Treffen sich Prinzessin D. und Jörg Haider im Himmel ..."

Und der Witz geht nun so: Jörg Haider trifft Lady Diana im Himmel und schaut sie vielsagend an. Aber sie schüttelt nur den Kopf und meint: "Nö, Jörgi, der Chauffeur am Lenkrad ist auch keine Lösung."

Monday, October 13, 2008

Charles E. Ritterband



Die NZZ, Ritterband und Sammy



Sammy, solo.


Ja, letzte Woche war ich in Krems, in der Wein-Rausch-Gegend Österreichs schlechthin, man erinnere sich nur an die trefflichen Weinwerbungen „Es muss mein Weinderl sein, aus Niederösterreich sein …“.
Nun denn, zum Löten könnt ich aber doch glatt in Graz bleiben, zum Studieren war ich dort. Mit meinen 38 Lenzen bin ich dazu ja noch immer jung genug im Kopferl, wenn vielleicht schon etwas lichte auf der Birne. Was ich studiere, wollen Sie wissen? Journalismus. Nicht gerade wahnsinning aufregend, aber die Ausbildung zur diplomierten Hebamme wäre mir dann doch zu realitätsnah vorgekommen.
Zum Vortrag lud unter anderem die Koryphäe unter den Korrespondenten, Charles E. Ritterband von der NZZ, derzeit in Wien stationiert. (Dürfte letzten Samstag mächtig viel zu tun gehabt haben, als der in Oberösterreich geborene Kärntner Landeskaiser die Verkehrsregeln missachtete). Und Herr Ritterband kam mit Hund in den Unterricht, Königspudel Sammy, eine gewisse Ähnlichkeit im Haarstyling der beiden lässt sich nicht bestreiten. Fragt sich nur, wer hier von wem inspiriert worden ist.

Wuff!

Monday, September 22, 2008

Nachahmungstäter!



Strache goes Joker?

BMI Profiler Thomas Müller würde hier wohl eindeutig von Nachahmungstäterschaft reden. Vor rund 2 Wochen erregte (belustigte) es die Grazer Gemüter: SP-Spitzenkandidat Werner Faymann wurde in einer flächendeckenden Plakat-Aktion als „Joker“ „verschönt“. Nun ist scheinbar sein Gegenüber aus der FP, H.C. Strache, an der Reihe, gestern fotografiert im Grazer Arbeiterbezirk Eggenberg.
Vielleicht dazu noch ein kleiner Gedanke: Der wahre Star in den Batman Filmen ist doch immer der Joker. Sehr unangenehm zu denken, dass nun der rechtspopulistische Spitzenkandidat der Publikumsmagnet ist. Mitunter eine Beleidigung für den Film-Joker. Starlight and Wa. haben den Original-Joker Heath Ledger in „The Dark Knight“ gesehen und der war phasenweise bestechend gut. Übrigens, bis jetzt hat noch kein Politiker Batman-Ohren raufgesprüht bekommen. Der Retter in der politischen Not lässt also auf sich warten.

Waman

Saturday, September 20, 2008

Hauptsache noch nicht ganz erwachsen.




Irgendwie wollte ich das schon immer (stimmt nicht, die Idee ist mir erst beim Fotografieren gekommen): Ein Schafsfell auf dem Lesesessel und ein Buchcover darauf abfotografieren, wo Schafe auf einer Weide stehen. Das hat etwas von einem Anfang und einem Ende.
"Du wirst schon noch sehen wozu es gut ist.", so heißt Peter Comerons neuer Roman. Hübscher Titel, bricht endlich aus dem "2 bis 3 Wort-Titel-Dreck" aus. "Ihr werdet schon noch sehen …" - das hat Stil. Nicht ganz stilsicher dazu die PR, die da gleich einen neuen Fänger im Roggen sieht (gähn …), aber Schwamm drüber, das Büchl ist zu gut!
Also, Cameron legt er eine unterhaltsame und zugleich sprachlich gelungene Erzählung vor. James, ein Junge in den besten Jahren, soll nach der High School auf die Universität von Yale geschickt werden. Seine Eltern haben das schon ziemlich spitzenmäßig geplant, einzig, der Bub will nicht! Wie das halt so ist in dem Alter, will der Junge überhaupt nichts, außer sich ein bisschen besser kennen zu lernen. Die Gleichaltrigen findet er öd, seine ältere Schwester ein unnötiges Übel und die Stadt New York verliert in den Augen des Jungen jeden Glimmer. Eine juvenile Depression regiert ihn, und trotzdem muss das Leben Tag für Tag weitergehen. Tja, irgendwann wird man dann so etwas wie erwachsen – bei Cameron passiert das auf 252 Seiten, dazu die kleinen Nebenbewegungen, der sehr differenzierte Blick aufs Banale, in Summe ergibt das Literatur.
Kluge Fragen stellt der Junge, führt seine Eltern regelmäßig aufs Glatteis und bringt seine Therapeutin schon mal ins Schwitzen. Parallel dazu wächst im Jungen ein Unmut der die Depression in Aggression umschlagen lässt. „Da war noch etwas anderes in mir, etwas Hartes, Eigensinniges, und das war gemein“, so die Beschreibung des Ich-Erzählers über seine Befindlichkeit. Widerstand also, sehr schön wie Peter Cameron hier die Links offenlegt, die den Jungen zum Verweiger des geistlosen Alltags machen. Der einzige Hoffnungsschimmer scheinen seine Großmutter und die Menschen im Mittleren Westen zu sein. An einem beschaulichen Leben, von dem man kein Teil ist, scheint man sich immer gut orientieren zu können. Das klingt nun vielleicht zynisch, doch funktioniert dieser Trugschluss ein Leben lang, bei James zumindest so lange, bis er erwachsen wird.

also auf zur Bestellung, oder in den Buchladen,

Wa.

Tuesday, September 16, 2008

Ätsch!



Tja, und wer stopft nun die Löcher?


War zwar nicht schwer zu erraten, aber ich hab das schon immer prophezeit: Die mit Irrsinnskapital verluderte UEFA Champions League frisst sich selbst. Dass die AIG, der größte Versicherungsanbieter der USA tscharie geht, also in den Konkurs schlittert, färbt auch auf den Fußball ab, denn so nebenbei ist der Konzern der Trikot-Sponsor von Manchester United. Die zugesagten Mittel von 20 Millionen Euro könnten für United sehr schnell nicht mehr als ein wertloses Blatt Papier sein, natürlich wird alles be- und versichert sein, aber vielleicht hat man ja die Versicherung mit der eigenen „Haus-Versicherung“, der AIG, abgeschlossen. Könnte ja sein, oder? Wie spielt man dann in der Champions League, wenn die Vereine plötzlich auch vor dem Konkurs stehen? Konkursmasse gegen Konkursmasse oder heißt die Begegung Masseverwalter vs. Masseverwalter? Dass es hier ausgerechnet einen englischen Traditionsverein dawischt, ist auch nicht schwer verwunderlich. In der englischen Premier League sind von 20 Vereinen noch ganze 4 in englischer Hand, das haben mir letzten Sommer 2 Jungs aus Leeds "durchgerechnet".
Auf alle Fälle können Michel Platini und Co bald schon eher schweißtreibend vor den Finanznachrichten sitzen, als sich einen Kick der (fast)immer gleichen Mannschafften in der Königsklasse zu gönnen.
be Grü
Wa.

Saturday, September 13, 2008

Eingeschlafene Auslagen in Graz 1



Der English Bookshop in Graz



Roddy Doyles "Paddy Clarke ha ha ha" aus dem Jahre 1993


Ja, vor 1000 Jahren, als ich selber noch die Schulbank drückte, schlürfte ich einmal im Jahr in den English Bookshop am Tummelplatz um mir so irgendein dünnes, feines Heftchen aus dem Regal zu zupfen, wo ein fetter Schmöker so nach dem Reader’s Digest Prinzip auf 30 Seiten zusammengeschmolzen wiedergegeben wurde. Das Referat war also gerettet, das fette Buch musste nicht gelesen werden.
Seit einigen Jahren ist der Buchladen total eingeschlafen, zumindest was die Auslagen betrifft. Ausgebleichte Buchcovers von Paul Austers „Timbuktu“ aus dem Jahre 1999 oder Roddy Doyles „Paddy Clarke ha ha ha“ aus dem Jahre 1993 (!!!) sind nicht mehr zwingend aktuell. Erstaunlich, wenn man denkt, wie Amis und Brits mit Merchandising Dreck herumwerfen. So etwas findet man dann halt doch wieder nur in der größten Kleinstadt Mitteleuropas. Die kleinste Großstadt würde sich das nicht erlauben – zumindest nicht im Zentrum.

Euer Wa.

Friday, September 12, 2008

Familie Penner III - zensuriert!



Familie Penner Teil 3, ein Fall für die Zensur.

Vielleicht nicht die ganze Familie Penner, aber das Plakat, das Sie hier abfotografiert sehen. Wir haben hier die Köpfe der Familie Penner auf einige indische Kamasutra-Szenen gesetzt. Aus gutem Grund, denn die Familie Penner hat sich Indien in den Kopf gesetzt, und bei so manch Familienmitglied gedeihen gar wunderbar die Schmetterlinge im Bauch, so heißt der dritte Teil auch folgerichtig „Liebe tut weh“.
Zurück zum Kamasutra-Plakat: „Geht nicht!“, meint das beauftragte Werbeunternehmen, „Ist sittenwidrig“. So. Die Zeichnungen sind über 1000 Jahre alt, wenn nicht noch älter, sind schon längst anerkanntes Kulturgut und mit Verlaub haben die mit Pornografie weniger zu tun als eine Aktzeichnung. Hm. Wir dürfen also nicht, wir sind sittenwidrig. Rechte Parteien dürfen mit ausländerfeindlichen Parolen den Wahlkampf bestreiten, das geht schon – ist nicht einmal verfassungswidrig.

Friday, September 05, 2008

Ground Power!



Wahlkampf und keine Partei hat wirklich Saft in den Eiern. Ich fühle mich von den Jammerlappen die sich zur Wahl stellen so fassungslos verarscht. Der niedliche Faymann, der katholische Molterer, der gscheite Van der Bellen, der Rotzbua Strache, der ausgelutschte Haider, die wehleidige Schmidt – und leider kommt keiner, der diese GROUND POWER besitzt und diesen ganzen Scheißhaufen wegpustet!

Friday, August 29, 2008

Passt schon ...




Wie die Zeiten dahingehen, Starlight, die junge Dame dieses Blogs also, die in der Zeit ihrer Sprach- und Geistesentwicklung Sätze wie „Die Kristalle sind das Blut der Gesteine“ von sich gab, die hat, seit in ihr die Pubertät wie das Unkraut zur Regenzeit wuchert, anderes mit der Sprachkunst im Sinn, als die Umwelt zu erfreuen.Besonders ereignisreich sind hier die Minuten vor der Fahrt ins Shopping-Center und die Fahrt an sich.

Die Minuten vor der Fahrt ins Einkaufszentrum sind sehr „energetisch“, denn Starlight findet das Handy nicht, die Schuhe passen ebenso wenig oder sonst irgendwelche Kleinigkeiten bringen sie zum Rasen – vielleicht spreizt sich deshalb in ihrer Birne alles so, weil sie zusätzlich so abcheckt, was sie denn auf den Beutezügen mit dem Alten abräumen könnte. Letztens war das Headset für ihr Handy dran, das für Aufregung sorgte. (Ich hätte das irgendwann einmal versprochen, aber da kam Starlight dann eben doch etwas viel Wichtigeres in den Sinn, was meinen Geldbeutel erleichterte, das Headset war also bis zu dem Tag nicht gekauft. Aber eben versprochen!)

O.k. Attacke Headset II war dann kurz nach der Abfahrt ins Shopping Center. „Du hast mir vor zwei Wochen versprochen, dass …“.

Also. Stoisch wie in einem Film der Coen Brüder fuhr ich einige Minuten weiter, während ich mir hübsch zusammenrechnete, was sie denn von uns in der letzten Zeit so bekommen hat. Und ich, kein Unmensch und so, und überhaupt Ferien, wollte so auf erziehungspädagogisch loslegen, eh ein bisserl mit Schadenfreude, denn die „Was-Wir-Dir-In-Letzter-Zeit-Gekauft-Haben“- Strategie ist ja im Grunde gemein. Also. Ich setzte da so sonor brummend an und nach knapp einer halben Minute, vielleicht waren es auch nur 15 Sekunden, mit der Liste war ich auf alle Fälle nicht (!) durch und von einer etwaigen Belehrung will schon gar keine Rede mehr sein, kam vom Beifahrersitz, genauer von Starlight ein lapidares „Passt scho(n) …“. So mit der Stimme eines abgebrühten CEOs von einem Multi, der die ganze Litanei von seinen Lakaien mit zwei Worten abwürgt. „Passt scho …“, hallte es in mir noch einige male nach, und dazu die Affenhitze, die Idioten die nicht Autofahren können, schlechte Musik im Radio, ein PR-Text der nicht fertig werden will … gekauft habe ich das Headset nicht und im Übrigen werde ich sie in meinem Blog ausrichten, das habe ich mir gedacht – passt schon, oder?

Wa.

Wednesday, August 27, 2008

Herr Weihnachtsmann und Kind Jesus kommen im August!



Im August feiern wir Weihnachten ...



... und die Großen Ferien spielts im Dezember.


Ich will ja echt kein Spielverderber sein – ich weiß, kaum fängt man so sein Gsatzerl an, ist es schon passiert. O.k., ich geb’s zu, ich will einer sein! Unsereins fühlt sich in Einkaufszentren ja ganz wohl, glückliche Menschen, immer viel zu schauen, alles unter einem Dach, der moderne Dorfplatz, der Quatsch also, genau. Aber heute hat es mir im Grazer Citypark doch ein biserl die Gucker rausgehaut, denn im August schon Weihnachtsstollen, das ist hart. Früher hat man mit Mandarinen und Datteln wenigstens in den September rein gewartet, prügelt die Hitze zwar auch noch im Monat IX runter, aber bitte, September klingt ja schon so ein bisschen nach dem großen Fest im Dezember, aber August und bereits Christ Stollen, einer von Balsen und das Pendant noch farbenfroher wird als Kölner Christ Stollen angeboten. O.k., dann hätte ich gerne im Januar den Balsen-Kokos-Tropic-Kuchen, wenn’s leicht geht,

Euer Wa.

Friday, August 15, 2008

Spinnst?!





So, nach dem x-ten Versuch diesen Blog anzufangen, gebe ich auf und versuch’s trotzdem noch einmal, ha ha ha. Die Straße in der man wohnt ist wie sein Gebiss. Da soll es stimmen, sonst wird man bei jedem Schritt und Tritt daran erinnert, dass nix stimmt. Geben Sie mir doch Recht, oder?
Fein. Also, seit knapp einer Woche hängt auf dem Außenfenster einer Wohnung in meiner Gasse ein Wohnungsinserat. Für 40 Quadratmeter inkl. werden satte 640 Euro verlangt. Für Paris oder eine andere Weltgegend kann das schon zutreffen, dass man in einer beschaulichen Gegend diese oder höhere Preise zahlt. Aber net für Graz! Nun, bei meinem sonntäglichen Ausgang bemerkte ich, dass nicht nur ich dieser Meinung bin. Ein lapidares „Spinnst?“, neben dem 640 Euro Anbot hingekritzelt, bringt’s auf den Punkt. Dank dem Bürger, der immerhin so viel war, seinen Kulli aus der Tasche zu nehmen und seine Meinung zu positionieren.

Euer „Wa“

Wednesday, August 13, 2008

Auch Mensch muss sein!



Menschan am Markusplatz vor dem Regen ...



... Menschan am Markusplatz nach dem Regen ...

Hallo, heute ist wirklich mein Glückstag! Ich darf gleich noch einmal für den "Wa" etwas bloggen!

Na klar doch, MENSCHEN! Menschen die viele sind, eine Ansammlung also, das hat was. Auf manchen Fotos schaut’s schön aus, wenn keine oben sind. Aber ungekünstelter sind die Fotos halt mit vielen Menschen oben. So richtig echt und schön anzuschauen. Menschlich halt.

Euer Ossy Kolmann,


PS.: Morgen gehts wieder zurück nach Österreich! Da freue ich mich aber! Aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich könnt mich glatt an den Urlaub mit MagManu, Starlight und dem Wa gewöhnen. Die halten mich fitt! In dem Sinne, bis zum nächsten Jahr!

Starlight and her birds!



In Venedig ...



... darf man ...



... offiziell ...



... keine Tauben füttern!

Hallo, heute darf ich noch einmal bloggen, nachdem ich so brav fotografiert habe. (Vielleicht ist der Wa. aber gar nicht so böse wie er tut, aber ich sag nix, bin da lieber vorsichtig ...)
Also, natürlich gibt es auch wirklich gelungene Bilder in Bezug auf die Symbiose Mensch & Tier. Mit denen könnte man glatt bei Amateurwettbewerben mitmachen. Anbei Starlight, die nicht nur von uns gerne fotografiert wurde, sondern auch von anderen.

Euer Ossy Kolmann

Der Tourist, das lebendige Wahrzeichen



Der Japaner. Ein beliebtes Opfer für europäische Fotografen.



Der Europäer. Ein beliebtes Opfer für japanische Fotografen.



Der Tourist. Sichlich zufrieden und ungeniert, nach erlegter Beute.

Hallo, ich bin's wieder, der Ossy.

Das Wahrzeichen Venedigs schlechthin ist ja der Tourist. Er finanziert es, er ruiniert es, aber ohne ihn wäre halt auch nix los. Und so dachten wir, es ist natürlich am gemeinsten, den Touristen beim Taubenfüttern zu fotografieren, weil er da so wehrlos ist. Aber, nach wie vor zu den Highlights an Gemeinheiten zählt es die Menschen beim Fressen, äh Essen zu fotografieren, wie das Bild sehr hübsch zeigt.


Euer Ossy Kolmann

P.S.: Ich hab erfahren, warum mich der Wa im Keller eingesperrt hat: Weil ich in meinem Leben zu wenig oft in Kellertheatern gespielt habe. Jetzt hat er mich aber zum Glück aus dem Keller rausgelassen. Zur Zeit lebe ich auf dem Dachboden.

Wednesday, August 06, 2008

Kitschiges Venedig



Ossy



und



seine



Lieblingsbilder

Jetzt bin ich dem "Wa" entwischt! Und um ihn zu ärgern, habe ich gleich ein paar kitschige Fotos gemacht und sie auf seinen Blog gestellt! Mir gefällt das ja alles und es ist eben kein Kitsch weil's halt wirklich so schön ausschaut. Ich hab dem "Wa" schon oft gesagt, dass die Natur nicht kitschig ist, weil ja das alles echt ist! Darauf schaut er mich aber immer böse an und meint bös anschauen ist auch echt und trotzdem kein Kitsch und Magmanu, die sonst immer so nett ist, meint auch, dass ich jetzt endlich meinen Mund halten soll. und nicht einmal ClarissaStarlight hat ein Gehör für mich, weil die ist immer Tauben füttern und meint, die Möwen sind cool, weil di fressen die hinnigen Tauben am Markusplatz,

Euer Ossy Kolmann, ich halt durch, ich versprich's!

Monday, August 04, 2008

Die Itaker kommen - Romanzo Giallo Italiano



Nun ein kleiner Einschub, für den hab ich Ossy im Übrigen aus dem Keller kommen lassen, um mir die Bücher zu holen. Da die werte Leserschaft, allen voran Th. Koch, ein Liebhaber der Itaker-Krimis zu sein scheint, hier in salata mista - auf einem Haufen:


In Magdalen Nabbs vierzehnten und letzten Krimi „Vita Nuova“ rund um den schrulligen Commissario Maresciallo Guarnaccia, der mit seinen dunklen Brillen und ungeschicktem Auftreten eher stolpernd ans Ziel kommt, beklagt eine gutsituierte Familie am Stadtrand von Florenz den brutalen Mord an ihrer ältesten Tochter. Als Meisterin des behutsam aufgebauten Krimis rollt Nabb den Fall auf und spielt ihn locker zu Ende. Doch Commissario Guarnaccia scheint müde geworden zu sein, die Computer arbeiten schnell – aber wenn man sich nicht auskennt doch zu langsam. Und die Neureichen, die die Stadt verpesten und verändern, sind ihm ein Dorn im Auge. Vielleicht hätte die gebürtige Britin ihren Commissario demnächst in Rente geschickt, doch ihr unerwarteter Tod regelt diese Angelegenheit von selbst.
Aber Freunde des italienischen Krimis müssen sich nicht sorgen, denn es stehen genug würdige Nachfolger in den Startlöchern. Valerio Varesi zum Beispiel hat seinen Commissario Soneri in Parma stationiert. In seinem nunmehr dritten Soneri-Krimi „Lichtspiele“ schickt er den Commissario ins Kino: Regelmäßig treffen sich Krimi-Liebhaber in einem alten Programmkino um ihrer Leidenschaft zu frönen. Nach dem Abspann bleibt das honorige Mitglied Serafino Palmieri jedoch am Kinosessel kleben. Eine Strychnin-Injektion ruft Soneri auf den Plan.
Der Autor arrangiert ein kluges Ping-Pong Spiel zwischen fiktiven Morden auf der Leinwand und denen in der Realität. Und Valerio Varesi hat es nicht eilig. Immer wieder lässt der Autor seinen Bullen durch die selben Pforten schreiten, bis die Verdächtigen nervös werden und Fehler begehen. Einige Male werden alte Helden wie Raymond Chandler und Dashiell Hammett rezitiert – rau, ungepflegt und mit einer kalten Zigarre zwischen den Lippen, erweist der Bulle den Roman-Noir-Helden durchaus seine Referenz.
Einen Commissario dem wohl jedes Gässchen in Genua bekannt ist, erschuf Claudio Paglieri. Commissario Marco Luciani liquidiert nach einem umstrittenen Fall seinen Dienst bei der Kripo. Ein Mann mit Prinzipien also, der überall wo es nur geht aneckt. Als Gegenstück stellt der Autor ihm einen quirligen Youngster hin. Gutaussehend, galant, EDV-besessen und skrupellos, will Claudio Paglieri seinen ersten Fall lösen.
In „Kein Schlaf für Commissario Luciani“ wird in einer Anwaltskanzlei eine Büroangestellte ermordet aufgefunden. Plötzlich melden sich beim Jung-Kommissar Geheimdienstmitarbeiter, die den Fall „unterstützend“ lösen wollen. Der ambitionierte Kommissar scheint überfordert, also tritt der Haudegen Luciani immer mehr in den Vordergrund.
Eine klassische Comeback-Story sozusagen, und doch noch viel mehr: Ungefähr ab der Mitte entwickelt er sich der Roman zum Page-Turner, da der Autor die Geschichte aus allen nur erdenklichen Blickwinkeln erzählt. Claudio Paglieri erweist sich als wahrer Krimi-Künstler, denn die ganze Wahrheit erfährt in dieser gut strukturierten Geschichte ausnahmslos der Leser.
Nach wie vor überwiegt in Italien also der ältere Commissario, der mehr durch Denken als durch Handeln seine Fälle löst, mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hat und dem guten Wein nicht abgeneigt ist. Eine flotte, kluge Commissaria, die sich nicht gleich um den Finger wickeln lässt, könnte für Unruhe unter den Traditionalisten sorgen.

Wa.