Saturday, September 13, 2008

Eingeschlafene Auslagen in Graz 1



Der English Bookshop in Graz



Roddy Doyles "Paddy Clarke ha ha ha" aus dem Jahre 1993


Ja, vor 1000 Jahren, als ich selber noch die Schulbank drückte, schlürfte ich einmal im Jahr in den English Bookshop am Tummelplatz um mir so irgendein dünnes, feines Heftchen aus dem Regal zu zupfen, wo ein fetter Schmöker so nach dem Reader’s Digest Prinzip auf 30 Seiten zusammengeschmolzen wiedergegeben wurde. Das Referat war also gerettet, das fette Buch musste nicht gelesen werden.
Seit einigen Jahren ist der Buchladen total eingeschlafen, zumindest was die Auslagen betrifft. Ausgebleichte Buchcovers von Paul Austers „Timbuktu“ aus dem Jahre 1999 oder Roddy Doyles „Paddy Clarke ha ha ha“ aus dem Jahre 1993 (!!!) sind nicht mehr zwingend aktuell. Erstaunlich, wenn man denkt, wie Amis und Brits mit Merchandising Dreck herumwerfen. So etwas findet man dann halt doch wieder nur in der größten Kleinstadt Mitteleuropas. Die kleinste Großstadt würde sich das nicht erlauben – zumindest nicht im Zentrum.

Euer Wa.

Friday, September 12, 2008

Familie Penner III - zensuriert!



Familie Penner Teil 3, ein Fall für die Zensur.

Vielleicht nicht die ganze Familie Penner, aber das Plakat, das Sie hier abfotografiert sehen. Wir haben hier die Köpfe der Familie Penner auf einige indische Kamasutra-Szenen gesetzt. Aus gutem Grund, denn die Familie Penner hat sich Indien in den Kopf gesetzt, und bei so manch Familienmitglied gedeihen gar wunderbar die Schmetterlinge im Bauch, so heißt der dritte Teil auch folgerichtig „Liebe tut weh“.
Zurück zum Kamasutra-Plakat: „Geht nicht!“, meint das beauftragte Werbeunternehmen, „Ist sittenwidrig“. So. Die Zeichnungen sind über 1000 Jahre alt, wenn nicht noch älter, sind schon längst anerkanntes Kulturgut und mit Verlaub haben die mit Pornografie weniger zu tun als eine Aktzeichnung. Hm. Wir dürfen also nicht, wir sind sittenwidrig. Rechte Parteien dürfen mit ausländerfeindlichen Parolen den Wahlkampf bestreiten, das geht schon – ist nicht einmal verfassungswidrig.

Friday, September 05, 2008

Ground Power!



Wahlkampf und keine Partei hat wirklich Saft in den Eiern. Ich fühle mich von den Jammerlappen die sich zur Wahl stellen so fassungslos verarscht. Der niedliche Faymann, der katholische Molterer, der gscheite Van der Bellen, der Rotzbua Strache, der ausgelutschte Haider, die wehleidige Schmidt – und leider kommt keiner, der diese GROUND POWER besitzt und diesen ganzen Scheißhaufen wegpustet!

Friday, August 29, 2008

Passt schon ...




Wie die Zeiten dahingehen, Starlight, die junge Dame dieses Blogs also, die in der Zeit ihrer Sprach- und Geistesentwicklung Sätze wie „Die Kristalle sind das Blut der Gesteine“ von sich gab, die hat, seit in ihr die Pubertät wie das Unkraut zur Regenzeit wuchert, anderes mit der Sprachkunst im Sinn, als die Umwelt zu erfreuen.Besonders ereignisreich sind hier die Minuten vor der Fahrt ins Shopping-Center und die Fahrt an sich.

Die Minuten vor der Fahrt ins Einkaufszentrum sind sehr „energetisch“, denn Starlight findet das Handy nicht, die Schuhe passen ebenso wenig oder sonst irgendwelche Kleinigkeiten bringen sie zum Rasen – vielleicht spreizt sich deshalb in ihrer Birne alles so, weil sie zusätzlich so abcheckt, was sie denn auf den Beutezügen mit dem Alten abräumen könnte. Letztens war das Headset für ihr Handy dran, das für Aufregung sorgte. (Ich hätte das irgendwann einmal versprochen, aber da kam Starlight dann eben doch etwas viel Wichtigeres in den Sinn, was meinen Geldbeutel erleichterte, das Headset war also bis zu dem Tag nicht gekauft. Aber eben versprochen!)

O.k. Attacke Headset II war dann kurz nach der Abfahrt ins Shopping Center. „Du hast mir vor zwei Wochen versprochen, dass …“.

Also. Stoisch wie in einem Film der Coen Brüder fuhr ich einige Minuten weiter, während ich mir hübsch zusammenrechnete, was sie denn von uns in der letzten Zeit so bekommen hat. Und ich, kein Unmensch und so, und überhaupt Ferien, wollte so auf erziehungspädagogisch loslegen, eh ein bisserl mit Schadenfreude, denn die „Was-Wir-Dir-In-Letzter-Zeit-Gekauft-Haben“- Strategie ist ja im Grunde gemein. Also. Ich setzte da so sonor brummend an und nach knapp einer halben Minute, vielleicht waren es auch nur 15 Sekunden, mit der Liste war ich auf alle Fälle nicht (!) durch und von einer etwaigen Belehrung will schon gar keine Rede mehr sein, kam vom Beifahrersitz, genauer von Starlight ein lapidares „Passt scho(n) …“. So mit der Stimme eines abgebrühten CEOs von einem Multi, der die ganze Litanei von seinen Lakaien mit zwei Worten abwürgt. „Passt scho …“, hallte es in mir noch einige male nach, und dazu die Affenhitze, die Idioten die nicht Autofahren können, schlechte Musik im Radio, ein PR-Text der nicht fertig werden will … gekauft habe ich das Headset nicht und im Übrigen werde ich sie in meinem Blog ausrichten, das habe ich mir gedacht – passt schon, oder?

Wa.

Wednesday, August 27, 2008

Herr Weihnachtsmann und Kind Jesus kommen im August!



Im August feiern wir Weihnachten ...



... und die Großen Ferien spielts im Dezember.


Ich will ja echt kein Spielverderber sein – ich weiß, kaum fängt man so sein Gsatzerl an, ist es schon passiert. O.k., ich geb’s zu, ich will einer sein! Unsereins fühlt sich in Einkaufszentren ja ganz wohl, glückliche Menschen, immer viel zu schauen, alles unter einem Dach, der moderne Dorfplatz, der Quatsch also, genau. Aber heute hat es mir im Grazer Citypark doch ein biserl die Gucker rausgehaut, denn im August schon Weihnachtsstollen, das ist hart. Früher hat man mit Mandarinen und Datteln wenigstens in den September rein gewartet, prügelt die Hitze zwar auch noch im Monat IX runter, aber bitte, September klingt ja schon so ein bisschen nach dem großen Fest im Dezember, aber August und bereits Christ Stollen, einer von Balsen und das Pendant noch farbenfroher wird als Kölner Christ Stollen angeboten. O.k., dann hätte ich gerne im Januar den Balsen-Kokos-Tropic-Kuchen, wenn’s leicht geht,

Euer Wa.

Friday, August 15, 2008

Spinnst?!





So, nach dem x-ten Versuch diesen Blog anzufangen, gebe ich auf und versuch’s trotzdem noch einmal, ha ha ha. Die Straße in der man wohnt ist wie sein Gebiss. Da soll es stimmen, sonst wird man bei jedem Schritt und Tritt daran erinnert, dass nix stimmt. Geben Sie mir doch Recht, oder?
Fein. Also, seit knapp einer Woche hängt auf dem Außenfenster einer Wohnung in meiner Gasse ein Wohnungsinserat. Für 40 Quadratmeter inkl. werden satte 640 Euro verlangt. Für Paris oder eine andere Weltgegend kann das schon zutreffen, dass man in einer beschaulichen Gegend diese oder höhere Preise zahlt. Aber net für Graz! Nun, bei meinem sonntäglichen Ausgang bemerkte ich, dass nicht nur ich dieser Meinung bin. Ein lapidares „Spinnst?“, neben dem 640 Euro Anbot hingekritzelt, bringt’s auf den Punkt. Dank dem Bürger, der immerhin so viel war, seinen Kulli aus der Tasche zu nehmen und seine Meinung zu positionieren.

Euer „Wa“

Wednesday, August 13, 2008

Auch Mensch muss sein!



Menschan am Markusplatz vor dem Regen ...



... Menschan am Markusplatz nach dem Regen ...

Hallo, heute ist wirklich mein Glückstag! Ich darf gleich noch einmal für den "Wa" etwas bloggen!

Na klar doch, MENSCHEN! Menschen die viele sind, eine Ansammlung also, das hat was. Auf manchen Fotos schaut’s schön aus, wenn keine oben sind. Aber ungekünstelter sind die Fotos halt mit vielen Menschen oben. So richtig echt und schön anzuschauen. Menschlich halt.

Euer Ossy Kolmann,


PS.: Morgen gehts wieder zurück nach Österreich! Da freue ich mich aber! Aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich könnt mich glatt an den Urlaub mit MagManu, Starlight und dem Wa gewöhnen. Die halten mich fitt! In dem Sinne, bis zum nächsten Jahr!

Starlight and her birds!



In Venedig ...



... darf man ...



... offiziell ...



... keine Tauben füttern!

Hallo, heute darf ich noch einmal bloggen, nachdem ich so brav fotografiert habe. (Vielleicht ist der Wa. aber gar nicht so böse wie er tut, aber ich sag nix, bin da lieber vorsichtig ...)
Also, natürlich gibt es auch wirklich gelungene Bilder in Bezug auf die Symbiose Mensch & Tier. Mit denen könnte man glatt bei Amateurwettbewerben mitmachen. Anbei Starlight, die nicht nur von uns gerne fotografiert wurde, sondern auch von anderen.

Euer Ossy Kolmann

Der Tourist, das lebendige Wahrzeichen



Der Japaner. Ein beliebtes Opfer für europäische Fotografen.



Der Europäer. Ein beliebtes Opfer für japanische Fotografen.



Der Tourist. Sichlich zufrieden und ungeniert, nach erlegter Beute.

Hallo, ich bin's wieder, der Ossy.

Das Wahrzeichen Venedigs schlechthin ist ja der Tourist. Er finanziert es, er ruiniert es, aber ohne ihn wäre halt auch nix los. Und so dachten wir, es ist natürlich am gemeinsten, den Touristen beim Taubenfüttern zu fotografieren, weil er da so wehrlos ist. Aber, nach wie vor zu den Highlights an Gemeinheiten zählt es die Menschen beim Fressen, äh Essen zu fotografieren, wie das Bild sehr hübsch zeigt.


Euer Ossy Kolmann

P.S.: Ich hab erfahren, warum mich der Wa im Keller eingesperrt hat: Weil ich in meinem Leben zu wenig oft in Kellertheatern gespielt habe. Jetzt hat er mich aber zum Glück aus dem Keller rausgelassen. Zur Zeit lebe ich auf dem Dachboden.

Wednesday, August 06, 2008

Kitschiges Venedig



Ossy



und



seine



Lieblingsbilder

Jetzt bin ich dem "Wa" entwischt! Und um ihn zu ärgern, habe ich gleich ein paar kitschige Fotos gemacht und sie auf seinen Blog gestellt! Mir gefällt das ja alles und es ist eben kein Kitsch weil's halt wirklich so schön ausschaut. Ich hab dem "Wa" schon oft gesagt, dass die Natur nicht kitschig ist, weil ja das alles echt ist! Darauf schaut er mich aber immer böse an und meint bös anschauen ist auch echt und trotzdem kein Kitsch und Magmanu, die sonst immer so nett ist, meint auch, dass ich jetzt endlich meinen Mund halten soll. und nicht einmal ClarissaStarlight hat ein Gehör für mich, weil die ist immer Tauben füttern und meint, die Möwen sind cool, weil di fressen die hinnigen Tauben am Markusplatz,

Euer Ossy Kolmann, ich halt durch, ich versprich's!

Monday, August 04, 2008

Die Itaker kommen - Romanzo Giallo Italiano



Nun ein kleiner Einschub, für den hab ich Ossy im Übrigen aus dem Keller kommen lassen, um mir die Bücher zu holen. Da die werte Leserschaft, allen voran Th. Koch, ein Liebhaber der Itaker-Krimis zu sein scheint, hier in salata mista - auf einem Haufen:


In Magdalen Nabbs vierzehnten und letzten Krimi „Vita Nuova“ rund um den schrulligen Commissario Maresciallo Guarnaccia, der mit seinen dunklen Brillen und ungeschicktem Auftreten eher stolpernd ans Ziel kommt, beklagt eine gutsituierte Familie am Stadtrand von Florenz den brutalen Mord an ihrer ältesten Tochter. Als Meisterin des behutsam aufgebauten Krimis rollt Nabb den Fall auf und spielt ihn locker zu Ende. Doch Commissario Guarnaccia scheint müde geworden zu sein, die Computer arbeiten schnell – aber wenn man sich nicht auskennt doch zu langsam. Und die Neureichen, die die Stadt verpesten und verändern, sind ihm ein Dorn im Auge. Vielleicht hätte die gebürtige Britin ihren Commissario demnächst in Rente geschickt, doch ihr unerwarteter Tod regelt diese Angelegenheit von selbst.
Aber Freunde des italienischen Krimis müssen sich nicht sorgen, denn es stehen genug würdige Nachfolger in den Startlöchern. Valerio Varesi zum Beispiel hat seinen Commissario Soneri in Parma stationiert. In seinem nunmehr dritten Soneri-Krimi „Lichtspiele“ schickt er den Commissario ins Kino: Regelmäßig treffen sich Krimi-Liebhaber in einem alten Programmkino um ihrer Leidenschaft zu frönen. Nach dem Abspann bleibt das honorige Mitglied Serafino Palmieri jedoch am Kinosessel kleben. Eine Strychnin-Injektion ruft Soneri auf den Plan.
Der Autor arrangiert ein kluges Ping-Pong Spiel zwischen fiktiven Morden auf der Leinwand und denen in der Realität. Und Valerio Varesi hat es nicht eilig. Immer wieder lässt der Autor seinen Bullen durch die selben Pforten schreiten, bis die Verdächtigen nervös werden und Fehler begehen. Einige Male werden alte Helden wie Raymond Chandler und Dashiell Hammett rezitiert – rau, ungepflegt und mit einer kalten Zigarre zwischen den Lippen, erweist der Bulle den Roman-Noir-Helden durchaus seine Referenz.
Einen Commissario dem wohl jedes Gässchen in Genua bekannt ist, erschuf Claudio Paglieri. Commissario Marco Luciani liquidiert nach einem umstrittenen Fall seinen Dienst bei der Kripo. Ein Mann mit Prinzipien also, der überall wo es nur geht aneckt. Als Gegenstück stellt der Autor ihm einen quirligen Youngster hin. Gutaussehend, galant, EDV-besessen und skrupellos, will Claudio Paglieri seinen ersten Fall lösen.
In „Kein Schlaf für Commissario Luciani“ wird in einer Anwaltskanzlei eine Büroangestellte ermordet aufgefunden. Plötzlich melden sich beim Jung-Kommissar Geheimdienstmitarbeiter, die den Fall „unterstützend“ lösen wollen. Der ambitionierte Kommissar scheint überfordert, also tritt der Haudegen Luciani immer mehr in den Vordergrund.
Eine klassische Comeback-Story sozusagen, und doch noch viel mehr: Ungefähr ab der Mitte entwickelt er sich der Roman zum Page-Turner, da der Autor die Geschichte aus allen nur erdenklichen Blickwinkeln erzählt. Claudio Paglieri erweist sich als wahrer Krimi-Künstler, denn die ganze Wahrheit erfährt in dieser gut strukturierten Geschichte ausnahmslos der Leser.
Nach wie vor überwiegt in Italien also der ältere Commissario, der mehr durch Denken als durch Handeln seine Fälle löst, mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hat und dem guten Wein nicht abgeneigt ist. Eine flotte, kluge Commissaria, die sich nicht gleich um den Finger wickeln lässt, könnte für Unruhe unter den Traditionalisten sorgen.

Wa.

Venedig Schnappschüsse



tratschen ... tratschen ... tratschen ...



... for dem Fischmarkt Campo della Pescaria...



... am Gemüsemarkt Erbaria ...



auf dem menschenleeren Ponte di Rialto ... des Fotografens Paradies ...

Venezia dre

Und dann hat mich plötzlich der Wa. aus dem Bett geschmissen, eh so schlecht geschlafen, weil der Keller so feucht war, aber in seiner flüsternden Stimme hat er gemeint: „Komm, du kleiner Sauhund, jetzt kannst einmal was erleben!“ Also bin ich aus dem Keller gekrabbelt und hab dann doch ein paar schöne Schnappschüsse zusammengebracht, dann wollt mich der Wa. zum Schluss noch ins Wasser werfen, aber Clarissa Starlight hat ihn davor gerade noch abgehalten ... MagManu hab ich an dem Tag leider nicht mehr gesehen, weil die hat noch geschlafen, als ich wieder in den Keller runter hab müssen: der Wa. hat nämlich die Idee gehabt, der Keller sei grad richtig für mich, wird eh so viel über Österreichische Kellermenschen geschrieben ... Kinder, ich sag’s Euch, das Leben ist auf meine alten Tag schon sehr schwer, aber ich bleib tapfer!

Beste Grüße aus Venedig, Euer Ossy Kolmann.

Saturday, August 02, 2008

Thomas Bernhard in Venedig


Venezia Due

„Kontakt“ mit dem heutigen Österreich hatten wir ganze drei Mal: Der herrlich erfrischende und leuchtend orange Aperol Sprizz ist im Grunde ein mit Soda aufgespritzter Weißwein und einem Schuss Aperol, dem etwas helleren Pendant zum Campari. Den sollen tatsächlich einfallreiche Österreicher in einer Bar am Canal Grande erfunden haben.
Im Theater von Venedig wird vom 3.-7. Dezember 2008 das Teatro di Roma mit Thomas Bernhards Stück „Ritter Dene Voss“ gastieren. Man stelle sich vor: Dieses Stück wird auch ohne Ritter, Dene und Voss aufgeführt.
Und die zwei Supermärkte die in Venezia so halbwegs diese Bezeichnung verdienen, kommen aus Österreich. Da knallen einem zwischen altehrwürdigen Bauten fünf gelbe Buchstaben auf rotem Grund entgegen: BILLA!

Euer Ossy Kolmann

Wednesday, July 30, 2008

Venezia Uno



Der Markusplatz in Venedig ist Ansichtssache, hier eine aus der Vogelperspektive




Niveauloser Müll niveauvoll gestapelt



Der SSC Venezia, ein Verein mit magerem Publikum. Zum Kickschauen fährt man aufs Festland, am besten gleich nach Mailand.



Ja, und da bin ich wieder, Euer Ossy Kolmann. Ich hab mich ja versteckt und alles versucht um dem „Wa“ zu entkommen, der letztjährige Urlaub in Rom hat mir ja schon gereicht und seine Androhung mich heuer wieder "mitzunehmen" haben mir schlaflose Nächte bereitet. (Siehe Blog Juli / Aug. 07). Dann war es monatelang ruhig, ich dachte schon der "Wa" hätte ein neues Opfer gefunden, aber als ich auf dem Weg von Wien nach Mörbisch zu den Seefestspielen war, hat mich der „Wa“ aus dem Bus gefischt und geflüstert: „Heuer geht es nach Venedig, lieber Ossy. Wir haben deine Koffer schon gepackt.“
Keine Tränen haben geholfen, nichts, also habe ich mich meinem Schicksal ausgeliefert, in der Hoffnung dass die reizenden Damen MagManu und Clarissa Starlight mich vor dem nicht sehr starken aber dafür umso brutaleren „Wa“ beschützen.
Damit mir nicht fad wird, hat der „Wa“ mir einen Fotoapparat in die Hand gedrückt und mich immer freundlich gezwungen abzudrücken, wann er es für richtig hielt. („Sonst hau ich dich in den Kanal!“, hat er geflüstert).

Nun zu den Fotos:

Hier zum einen der Markusplatz, die Tauben und die Fütterung.

Ja, Müll wohin das Auge reicht, aber sogar dieses Müllauftürmen hat etwas Kultiviertes.

Auch Venedig hat einen Fußballverein, der tatsächlich auf einem Ausläufer der Inseln spielt, den Skandalklub SSC Venezia. Sehr spürbar ist der Verein aber nicht, den Venezianern steht der AC Milan näher. Hier, das einzige Erinnerungsbild, das wir geschafft haben. Der SSC Venezia kickt heute in der Serie C, x-mal fusioniert und 2005 neu gegründet, trotzdem bezieht man sich auf der Homepage auf das Erstgründungsdatum 1907.

Liebe Grüße aus Venedig,

Euer Ossy Kolmann

Tuesday, July 29, 2008

Kikinda



"Mammut Starlight"



"Mammut Wa."



"Stenley Kubrick's Shining Bar"

Ein Wort noch zu Kikinda in der Vojvodina, die Stadt die nach den Vorstellungen von Maria Theresia entstanden ist und sich in den letzten 100 Jahren net zwingend verändert hat. Dort ist man seit einigen Jahren aus dem Häuschen, weil man im rund um Kikinda liegenden Sumpf das weltweit besterhaltene Mammut ausgegraben worden ist. Im Bild: Mammut-„Wa“ und Mammut-Starlight.

Und ja, hier noch unsere Hotelbar in der 40.000 Einwohnerstadt. Ein Zuckerl, gehört unter Denkmalschutz gestellt und ruft in der Eleganz Erinnerungen an die Shining Verfilmung von Stanley Kubrick wach.

Wa.

"Kikinda Short 03"



Organisator Srdjan Papic ...



British Understatement: Peter Hobbs ...



... "Wa." im Red Star Belgrad Trikot


Kurz noch zum Kikinda Short 03 Festival. Die ersten beiden Tage fanden nicht in der kleinen Stadt an der rumänischen Grenze statt, sondern in Belgrad, im "Garden of the Student Cultural Center", ganz einfach deshalb, weil die Presse nicht wirklich gerne nach Kikinda fährt, das übliche Hauptstadt -Problem also, wir kennen das ja … .
„Der Dialog zwischen den vielen Sprachen und der Meinungsaustausch unter den Autoren soll im Vordergrund stehen“, meint Veranstalter Srdjan Papic in unserem Interview. In dem Sinne sehr wichtig, dass unter den 16 Autoren gerade Kollegen aus Kroatien und Slowenien und auch aus Österreich (heuer Ann Cotten & „Wa.“ dazu eingeladen waren. In dem Sinne ein ausgezeichnetes Literaturfest mit hohen Qualitätsansprüchen, in Serbien sicherlich einzigartig. Weiter so!
Der Fokus war dieses Jahr auf England gerichtet. Hier im Bild Peter Hobbs, der mit seinem Debüt „Am Ende eines kurzen Tages“ letztjährig für Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Raum fand, BBC Autorin Clare Wigfall oder Paul Ewen, der mitunter in der London Times oder im Time Out veröffentlicht und mit seiner Textsammlung „London Pub Reviews“ trinkfeste Literatur zum Besten gab und auch in der Nacht ziemlich gut am Gluckern war. Klar, oder?

Rundum eine feine Sache, so ging es zwei Tage später auch nach Kikinda, dem eigentlichen Ziel. (Mit einem ziemlich energischen Kleinbusfahrer, der wirklich die Grenzen des 20 Jahre alten VW-Busses auslotete, serbisches Temperament eben, sehr fein.)
In Kikinda lasen wir im "Garden of National library Jovan Popic". Und da wollen Sie nun sicher wissen, was der „Wa“ gemacht hat: Dass Sie, werte Leser, nix von meinem Text „Meine erste Party“ wissen, spielt überhaupt keine Rolle, denn um mein Geschreibsl geht es in dem Fall nicht. Eher um die Performance. Mit meinem Roter Stern Belgrad Trikot hatte ich von Beginn an zumindest das halbe Auditorium in der Tasche, als ich in einem plötzlich einsetzenden Regenguss mein Manuskript on Stage vernichtete ohne es fertigzulesen, hatte ich auch die andere Hälfte des Publikums bei mir. Gewitter, zerfetzte Manuskriptseiten und ein bisschen Krach, die Jungs dort, die Kollegen aus dem Ausland, auch die Brits, die haben so etwas zumindest selten gesehen. Also, noch einmal: Lesung = Gig = Rock = Spaß = Gleichgewicht.

Alles klar?


Wa.

Sunday, July 06, 2008

Sommer in Graz - oder doch am Bauernhof?


Sommer, klar, doch Graz von diesem ländlchen Blickwinkel zu sehen, findet der "Wa" waaahnsinnig interessant!

Schönen Sommer and some fun wünscht Euer Wa!

Friedrich Glauser & Georges Simenon


... auf Besuch bei Klassikern!

Friedrich Glauser, der milde lächelnde Schweizer Autor mit Bürstenhaarschnitt, hätte keinen Grunde gehabt dem Leben zu vergeben: Instabile familiäre Verhältnisse, Morphiumsucht, Fremdenlegion, Irrenhäuser. So ganz nebenbei schrieb er in den 30er-Jahren mit seinen sechs Wachtmeister-Studer-Romanen die erste deutschsprachige Krimi-Serie und die gilt es nun wieder zu entdecken. Der Wachtmeister ermittelt im Kanton Bern, Einzelkämpfer, unzugänglich und doch kein Rüpel. Glauser taucht die wilden Studer-Storys in greifbare Landschaften, die Menschen bekommen Gesichter, so erzählen sich die plastischen Geschichten fast von selbst.
Eine glatte Autobahn durch Glausers verstrickte Landschaften baut der wohl produktivste Krimiautor des letzten Jahrhunderts: Georges Simenon. In den nächsten zwei Jahren, bis zu seinem hundertsten Geburtstag, werden seine 75(!) Maigret-Romane neu aufgelegt. Nach wie vor lässt sich kaum ein Krimi so flüssig lesen, wie die des gebürtigen Belgiers. Knappe Sätze, kurze Dialoge, die nur auf eines aus sind: In die Psyche des Täters einzudringen. Dieser analytische Zugang, mit dem der Autor seinen Kommissar durch die schmuddeligen Pariser Gassen des 13. Arrondissements schlendern lässt, ist auch zugleich sein Erfolgsrezept: Der Leser entdeckt bei Simenon viel – und nicht immer Gutes – in sich selbst, gibt dem Autor intuitiv recht und lässt jedoch die Erkenntnis versickern, bis er zur nächsten Maigret-Sitzung antritt.

Friedrich Glauser: Die Wachtmeister-Studer-Romane ; Unionsverlag 2008.
Georges Simenon: Sämtliche Maigret-Romane in 75 Bänden, Diogenes 2008

Wa.

Joe Stretch!




„Eine schwarze Komödie sexueller Missgeschicke“, so nennt Stretch, hauptberuflich Sänger von „(We are) Performance“, das Kraftpacket an Literatur, in dem er Models, Jungakademiker, Stripperinnen und Tagediebe einige Monate durch ihr Leben begleitet. Fein und sauber verstricken sich die Geschichten ineinander, dann und wann ein Strohfeuer an Hoffnung doch eines ist allen Protagonisten wie auf dem Leib geschrieben: Wer Glück sucht wird Pech finden.
In der Tradition eines Irvin Welshs („Trainspotting“) lotet der englische Newcomer mit seinem Romamdebüt „Widerstand“ die Grenzen des Erträglichen aus, bleibt aber dabei stilistisch nichts schuldig.

Joe Stretch: „Widerstand“ Roman, Rowohlt Verlag 381 Seiten


Wa.

Roter Stern Belgrad




Natürlich war das Marakano Stadion unsere erste Pilgerstätte in Belgrad. Früher mit über 100.000 Besucher das größte Stadion Europas, ist es nun zwecks der UEFA-Sitzplatz-Kacke auf fast die Hälfte geschumpft. Als GAK Fan war der Weg klar. Mit Ljubo Petrovic war kurzweilig ein "Watschenmann" GAK Trainer, der RSB 1991 zum Europapokal führte.
Vielen Dank an unseren Leiter Ivan Stanic, der die Tour auf sich nahm. (Hi Ivsn, you are our Belgrad Connection!) Selber Red Star Fan, meinte er salopp, den Weg hat sich eigentlich noch kein Autor vor uns gewünscht - den Weg werden sich auch weiterhin keine Autoren wünschen, lieber Ivan. Kurz vor der Abfahrt gab er mir noch eine CDr mit den größten Highlights, Fanfotos, Fanvideos, Songs. Das alles lebst gebrannt, so scharf wie Schnaps - "Kurven-Porno" nennt das der haubentaucher.at Mastermind Wolfgang K. nicht falsch.
Ein Wort noch zu den Grafittis: "Lieber die Tochter eine Hure als der Sohn ein Polizist", steht hier gesprayt.

Auf bald mal,

Wa.

Friday, July 04, 2008

Jörg Fauser war hier, William S. Burroughs auch




Ja! Aber kaum kommt man am Belgrader HBF an, merkt man, ist eine gute Mischung aus Orient/Oxident ... Wien/Istambul ... und so eine echte Abhängstadt, also keine scheiß Touristen-billig-bade-urlaub-kacke, sondern echt Stadt.
Kurze Preisvergleiche: Bier im Hotel, 0,3 l ca. 0,80 Euro, Lucky Strikes 1 Euro, DZ für eine Nacht 40, und die serben sehr, sehr ok, also keine Fernsehterrorhandkescheiße. Fauser hätte hier nen Roman geschrieben, William sich zumindest anständig niergelötet.
Und dann doch wieder (siehe Bild 3): In einem Handtaschengeschäft ne Österreichische Kakao Dose aus der Jahrhundertwände.

Belgrad, wir kommen!



Kurz erzählt: Xaver rief mich vor einiger Zeit an, ob ich bei einem Literaturfestival in Serbien lesen will. Und ich: Ja, ich will in Serbien lesen.
Das Angebot das ich von Srdjan Papic dem Festival-Manager bekam, war nicht uncharmant: Für die Spesen komme man auf, Gage gibt's leider keine - aber eben viel zum Gluckern. Für die Gage sprang aber das Kulturforum in Belgrad ein, für die Fahrtkosten auch. Danke! Und da ja die Youngsters noch was lernen sollten, packte ich Starlight gleich mit ein.
Anfangs dachten wir, wir landen irgendwie im alten Österreich, den die Fahrt nach Serbien begann mit einer Schnitzelsemmel und einem ausgemusterten ÖBB Zug der 80er Jahre.

Wa.

die grazer autorenversammlung sticht in see





... na ja fast zuminsest! 16 Autoren zu Lande und zu Wasser, gar net einfach, 16 Autoren unter einen Hut zu bringen. Mitunter auch Dank an Meister Fräulin und seinem Piratenchor!
Schöne Sache, vor allem hier im Bild der polinsch/weißrussische/russische Wasserretter. Mehr unter www.kleinezeitung.at/leutetv

euer wa.

ps. Es gibt tatsächlich noch Lesungen wo was los ist und Gäste kommen!