Saturday, August 02, 2008

Thomas Bernhard in Venedig


Venezia Due

„Kontakt“ mit dem heutigen Österreich hatten wir ganze drei Mal: Der herrlich erfrischende und leuchtend orange Aperol Sprizz ist im Grunde ein mit Soda aufgespritzter Weißwein und einem Schuss Aperol, dem etwas helleren Pendant zum Campari. Den sollen tatsächlich einfallreiche Österreicher in einer Bar am Canal Grande erfunden haben.
Im Theater von Venedig wird vom 3.-7. Dezember 2008 das Teatro di Roma mit Thomas Bernhards Stück „Ritter Dene Voss“ gastieren. Man stelle sich vor: Dieses Stück wird auch ohne Ritter, Dene und Voss aufgeführt.
Und die zwei Supermärkte die in Venezia so halbwegs diese Bezeichnung verdienen, kommen aus Österreich. Da knallen einem zwischen altehrwürdigen Bauten fünf gelbe Buchstaben auf rotem Grund entgegen: BILLA!

Euer Ossy Kolmann

Wednesday, July 30, 2008

Venezia Uno



Der Markusplatz in Venedig ist Ansichtssache, hier eine aus der Vogelperspektive




Niveauloser Müll niveauvoll gestapelt



Der SSC Venezia, ein Verein mit magerem Publikum. Zum Kickschauen fährt man aufs Festland, am besten gleich nach Mailand.



Ja, und da bin ich wieder, Euer Ossy Kolmann. Ich hab mich ja versteckt und alles versucht um dem „Wa“ zu entkommen, der letztjährige Urlaub in Rom hat mir ja schon gereicht und seine Androhung mich heuer wieder "mitzunehmen" haben mir schlaflose Nächte bereitet. (Siehe Blog Juli / Aug. 07). Dann war es monatelang ruhig, ich dachte schon der "Wa" hätte ein neues Opfer gefunden, aber als ich auf dem Weg von Wien nach Mörbisch zu den Seefestspielen war, hat mich der „Wa“ aus dem Bus gefischt und geflüstert: „Heuer geht es nach Venedig, lieber Ossy. Wir haben deine Koffer schon gepackt.“
Keine Tränen haben geholfen, nichts, also habe ich mich meinem Schicksal ausgeliefert, in der Hoffnung dass die reizenden Damen MagManu und Clarissa Starlight mich vor dem nicht sehr starken aber dafür umso brutaleren „Wa“ beschützen.
Damit mir nicht fad wird, hat der „Wa“ mir einen Fotoapparat in die Hand gedrückt und mich immer freundlich gezwungen abzudrücken, wann er es für richtig hielt. („Sonst hau ich dich in den Kanal!“, hat er geflüstert).

Nun zu den Fotos:

Hier zum einen der Markusplatz, die Tauben und die Fütterung.

Ja, Müll wohin das Auge reicht, aber sogar dieses Müllauftürmen hat etwas Kultiviertes.

Auch Venedig hat einen Fußballverein, der tatsächlich auf einem Ausläufer der Inseln spielt, den Skandalklub SSC Venezia. Sehr spürbar ist der Verein aber nicht, den Venezianern steht der AC Milan näher. Hier, das einzige Erinnerungsbild, das wir geschafft haben. Der SSC Venezia kickt heute in der Serie C, x-mal fusioniert und 2005 neu gegründet, trotzdem bezieht man sich auf der Homepage auf das Erstgründungsdatum 1907.

Liebe Grüße aus Venedig,

Euer Ossy Kolmann

Tuesday, July 29, 2008

Kikinda



"Mammut Starlight"



"Mammut Wa."



"Stenley Kubrick's Shining Bar"

Ein Wort noch zu Kikinda in der Vojvodina, die Stadt die nach den Vorstellungen von Maria Theresia entstanden ist und sich in den letzten 100 Jahren net zwingend verändert hat. Dort ist man seit einigen Jahren aus dem Häuschen, weil man im rund um Kikinda liegenden Sumpf das weltweit besterhaltene Mammut ausgegraben worden ist. Im Bild: Mammut-„Wa“ und Mammut-Starlight.

Und ja, hier noch unsere Hotelbar in der 40.000 Einwohnerstadt. Ein Zuckerl, gehört unter Denkmalschutz gestellt und ruft in der Eleganz Erinnerungen an die Shining Verfilmung von Stanley Kubrick wach.

Wa.

"Kikinda Short 03"



Organisator Srdjan Papic ...



British Understatement: Peter Hobbs ...



... "Wa." im Red Star Belgrad Trikot


Kurz noch zum Kikinda Short 03 Festival. Die ersten beiden Tage fanden nicht in der kleinen Stadt an der rumänischen Grenze statt, sondern in Belgrad, im "Garden of the Student Cultural Center", ganz einfach deshalb, weil die Presse nicht wirklich gerne nach Kikinda fährt, das übliche Hauptstadt -Problem also, wir kennen das ja … .
„Der Dialog zwischen den vielen Sprachen und der Meinungsaustausch unter den Autoren soll im Vordergrund stehen“, meint Veranstalter Srdjan Papic in unserem Interview. In dem Sinne sehr wichtig, dass unter den 16 Autoren gerade Kollegen aus Kroatien und Slowenien und auch aus Österreich (heuer Ann Cotten & „Wa.“ dazu eingeladen waren. In dem Sinne ein ausgezeichnetes Literaturfest mit hohen Qualitätsansprüchen, in Serbien sicherlich einzigartig. Weiter so!
Der Fokus war dieses Jahr auf England gerichtet. Hier im Bild Peter Hobbs, der mit seinem Debüt „Am Ende eines kurzen Tages“ letztjährig für Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Raum fand, BBC Autorin Clare Wigfall oder Paul Ewen, der mitunter in der London Times oder im Time Out veröffentlicht und mit seiner Textsammlung „London Pub Reviews“ trinkfeste Literatur zum Besten gab und auch in der Nacht ziemlich gut am Gluckern war. Klar, oder?

Rundum eine feine Sache, so ging es zwei Tage später auch nach Kikinda, dem eigentlichen Ziel. (Mit einem ziemlich energischen Kleinbusfahrer, der wirklich die Grenzen des 20 Jahre alten VW-Busses auslotete, serbisches Temperament eben, sehr fein.)
In Kikinda lasen wir im "Garden of National library Jovan Popic". Und da wollen Sie nun sicher wissen, was der „Wa“ gemacht hat: Dass Sie, werte Leser, nix von meinem Text „Meine erste Party“ wissen, spielt überhaupt keine Rolle, denn um mein Geschreibsl geht es in dem Fall nicht. Eher um die Performance. Mit meinem Roter Stern Belgrad Trikot hatte ich von Beginn an zumindest das halbe Auditorium in der Tasche, als ich in einem plötzlich einsetzenden Regenguss mein Manuskript on Stage vernichtete ohne es fertigzulesen, hatte ich auch die andere Hälfte des Publikums bei mir. Gewitter, zerfetzte Manuskriptseiten und ein bisschen Krach, die Jungs dort, die Kollegen aus dem Ausland, auch die Brits, die haben so etwas zumindest selten gesehen. Also, noch einmal: Lesung = Gig = Rock = Spaß = Gleichgewicht.

Alles klar?


Wa.

Sunday, July 06, 2008

Sommer in Graz - oder doch am Bauernhof?


Sommer, klar, doch Graz von diesem ländlchen Blickwinkel zu sehen, findet der "Wa" waaahnsinnig interessant!

Schönen Sommer and some fun wünscht Euer Wa!

Friedrich Glauser & Georges Simenon


... auf Besuch bei Klassikern!

Friedrich Glauser, der milde lächelnde Schweizer Autor mit Bürstenhaarschnitt, hätte keinen Grunde gehabt dem Leben zu vergeben: Instabile familiäre Verhältnisse, Morphiumsucht, Fremdenlegion, Irrenhäuser. So ganz nebenbei schrieb er in den 30er-Jahren mit seinen sechs Wachtmeister-Studer-Romanen die erste deutschsprachige Krimi-Serie und die gilt es nun wieder zu entdecken. Der Wachtmeister ermittelt im Kanton Bern, Einzelkämpfer, unzugänglich und doch kein Rüpel. Glauser taucht die wilden Studer-Storys in greifbare Landschaften, die Menschen bekommen Gesichter, so erzählen sich die plastischen Geschichten fast von selbst.
Eine glatte Autobahn durch Glausers verstrickte Landschaften baut der wohl produktivste Krimiautor des letzten Jahrhunderts: Georges Simenon. In den nächsten zwei Jahren, bis zu seinem hundertsten Geburtstag, werden seine 75(!) Maigret-Romane neu aufgelegt. Nach wie vor lässt sich kaum ein Krimi so flüssig lesen, wie die des gebürtigen Belgiers. Knappe Sätze, kurze Dialoge, die nur auf eines aus sind: In die Psyche des Täters einzudringen. Dieser analytische Zugang, mit dem der Autor seinen Kommissar durch die schmuddeligen Pariser Gassen des 13. Arrondissements schlendern lässt, ist auch zugleich sein Erfolgsrezept: Der Leser entdeckt bei Simenon viel – und nicht immer Gutes – in sich selbst, gibt dem Autor intuitiv recht und lässt jedoch die Erkenntnis versickern, bis er zur nächsten Maigret-Sitzung antritt.

Friedrich Glauser: Die Wachtmeister-Studer-Romane ; Unionsverlag 2008.
Georges Simenon: Sämtliche Maigret-Romane in 75 Bänden, Diogenes 2008

Wa.

Joe Stretch!




„Eine schwarze Komödie sexueller Missgeschicke“, so nennt Stretch, hauptberuflich Sänger von „(We are) Performance“, das Kraftpacket an Literatur, in dem er Models, Jungakademiker, Stripperinnen und Tagediebe einige Monate durch ihr Leben begleitet. Fein und sauber verstricken sich die Geschichten ineinander, dann und wann ein Strohfeuer an Hoffnung doch eines ist allen Protagonisten wie auf dem Leib geschrieben: Wer Glück sucht wird Pech finden.
In der Tradition eines Irvin Welshs („Trainspotting“) lotet der englische Newcomer mit seinem Romamdebüt „Widerstand“ die Grenzen des Erträglichen aus, bleibt aber dabei stilistisch nichts schuldig.

Joe Stretch: „Widerstand“ Roman, Rowohlt Verlag 381 Seiten


Wa.

Roter Stern Belgrad




Natürlich war das Marakano Stadion unsere erste Pilgerstätte in Belgrad. Früher mit über 100.000 Besucher das größte Stadion Europas, ist es nun zwecks der UEFA-Sitzplatz-Kacke auf fast die Hälfte geschumpft. Als GAK Fan war der Weg klar. Mit Ljubo Petrovic war kurzweilig ein "Watschenmann" GAK Trainer, der RSB 1991 zum Europapokal führte.
Vielen Dank an unseren Leiter Ivan Stanic, der die Tour auf sich nahm. (Hi Ivsn, you are our Belgrad Connection!) Selber Red Star Fan, meinte er salopp, den Weg hat sich eigentlich noch kein Autor vor uns gewünscht - den Weg werden sich auch weiterhin keine Autoren wünschen, lieber Ivan. Kurz vor der Abfahrt gab er mir noch eine CDr mit den größten Highlights, Fanfotos, Fanvideos, Songs. Das alles lebst gebrannt, so scharf wie Schnaps - "Kurven-Porno" nennt das der haubentaucher.at Mastermind Wolfgang K. nicht falsch.
Ein Wort noch zu den Grafittis: "Lieber die Tochter eine Hure als der Sohn ein Polizist", steht hier gesprayt.

Auf bald mal,

Wa.

Friday, July 04, 2008

Jörg Fauser war hier, William S. Burroughs auch




Ja! Aber kaum kommt man am Belgrader HBF an, merkt man, ist eine gute Mischung aus Orient/Oxident ... Wien/Istambul ... und so eine echte Abhängstadt, also keine scheiß Touristen-billig-bade-urlaub-kacke, sondern echt Stadt.
Kurze Preisvergleiche: Bier im Hotel, 0,3 l ca. 0,80 Euro, Lucky Strikes 1 Euro, DZ für eine Nacht 40, und die serben sehr, sehr ok, also keine Fernsehterrorhandkescheiße. Fauser hätte hier nen Roman geschrieben, William sich zumindest anständig niergelötet.
Und dann doch wieder (siehe Bild 3): In einem Handtaschengeschäft ne Österreichische Kakao Dose aus der Jahrhundertwände.

Belgrad, wir kommen!



Kurz erzählt: Xaver rief mich vor einiger Zeit an, ob ich bei einem Literaturfestival in Serbien lesen will. Und ich: Ja, ich will in Serbien lesen.
Das Angebot das ich von Srdjan Papic dem Festival-Manager bekam, war nicht uncharmant: Für die Spesen komme man auf, Gage gibt's leider keine - aber eben viel zum Gluckern. Für die Gage sprang aber das Kulturforum in Belgrad ein, für die Fahrtkosten auch. Danke! Und da ja die Youngsters noch was lernen sollten, packte ich Starlight gleich mit ein.
Anfangs dachten wir, wir landen irgendwie im alten Österreich, den die Fahrt nach Serbien begann mit einer Schnitzelsemmel und einem ausgemusterten ÖBB Zug der 80er Jahre.

Wa.

die grazer autorenversammlung sticht in see





... na ja fast zuminsest! 16 Autoren zu Lande und zu Wasser, gar net einfach, 16 Autoren unter einen Hut zu bringen. Mitunter auch Dank an Meister Fräulin und seinem Piratenchor!
Schöne Sache, vor allem hier im Bild der polinsch/weißrussische/russische Wasserretter. Mehr unter www.kleinezeitung.at/leutetv

euer wa.

ps. Es gibt tatsächlich noch Lesungen wo was los ist und Gäste kommen!

Thursday, June 19, 2008

Die Mur!





Herrschaften, Sie wissen ja, Sport hat man jetzt nicht gerade für meine Wenigkeit erfunden. Vielleicht zum Zuschauen aber net wirklich zum Selbermachen. Umso überraschender also, dass Sie den Herrn Wa. hier im Kajak 2er sitzen sehen. Der Herr, der mir dieses Glück zuteil werden ließ, Christoph Hesse, den sehen Sie leider nicht, aber: Danke Christoph!
So konnte ich die Mur einmal aus einem anderen Blickwinkel erleben, vom Wasser aus halt, ob Frohnleiten, wo die Mur hübsch aufgestaut ist. Dann und wann lächelt einem ein Huchen zu oder oder bezirzt einem ein Wasservogel. Natur pur eben! Und übrigens, die Mur murlt gar nicht, oder fast nicht. Da das Wort "murlen" (also nicht ganz toll riechen) gibt’s net einmal im Wörterbuch. Dürft' ne Grazer Erfindung sein: Die Mur murlt!
Aber auch das Kajak-Fahren in der Mur fand nicht ohne Grund statt: Dienstag, dem 24. Ist ja um 18:30 der große GAV Autorenramadan im Reich der Riesenkarpfen am Grazer Hilmteich angesagt, wo uns der Grazer Kanu Klub hilfreich zur Seite steht!

Kajak-fahren ist wunderbar, so könnt ich leben das ganze Jahr,

Euer Wa.!

Wetten mit Kurt Palm!




Tja, hätte ich das nur getan, sage ich mir, gewusst hab ich’s ja schon: Autor und Filmemacher Kurt Palm sagte mir in einem Interview vor ungefähr zwei Monaten, dass Österreich nicht den Aufstieg ins EM-Viertelfinale schafft. Naja, werden Sie denken, das war jetzt nicht wirklich schwer zu erraten. Palm sagte mir weiter voraus, dass Österreich nur einen Punkt bekommen wird. Hm, werden Sie sagen, das war auch nicht wirklich schwierig, obgleich: Viele tippten auf 0 Punkte. Der Autor der skurrilen Texte meinte jedoch auch, dass wir den Punkt gegen Polen holen werden. Sehen Sie, da wären schon viele mehr daneben gelegen. Des weiteren erahnte er, dass Petr Cech eine der tragischen Figuren werden wird – und, hätten Sie das gewusst?
Nicht, dass man nun Palm oder meine Wenigkeit lyncht, wenn nix draus wird und Palm lehnt das Wetten eh grundsätzlich ab, glaub ich mal, aber sein Tipp auf den Europameister heißt Portugal. Das ist jetzt grad keine Sensation, aber wer schon seine Kohle beim Wetten rauswirft, sollte ein paar Münzen auf die Portugiesen setzen.

(Hier im Bild übrigens mit seiner Freundin Michi und Clarissa Starlight in des Künstlers Wohnung in der Wiener Westbahnstraße. In der Hand halten die Herrschaften übrigens Kurt Palms ersten (!) selbstgemachten Apfelstrudel. Originalzitat Starlight: „Der erste Apfelstrudel der mir schmeckt!“ … und über den Köpfen lacht die ausgestopfte Forelle.)

Euer Wa.

Tuesday, June 17, 2008

Fußball-Foren




Tja, in Zeiten wie diesen sind natürlich die Fußball-Foren überladen. Immerhin sind wir ja ein land mit über 6 Millionen Teamtrainern. Nun sind die Kommentare oft ziemlich dünn und manchmal in wirklich origineller Rechtschreibung gehalten. Bin ja selber grad keine Leuchte, aber Junge, Junge, was sich hier abspielt ... anbei ein kleiner Beitrag aus dem Forum der heutigen Kleinen Zeitung, dass es hier um Sturm Graz geht, ist reiner Zufall (und ich hab wirklich nix verändert!).

"Der Ferein muss sich um großere Sponsorn um schauen das Sk Puntigamer Sturm Graz wieder in der CL und Ueaf spielen kann und einen Namen in Europa macht. Sk Puntigamer Sturm Graz muss die beste Manschaft Welt werden . An alle Fans von Sk Sturm Graz bei jedem Heimspiel muss das Station ausferkauft sein 2008/2009 es musen ihmer 15.300 Fans kommen Bitt Danke."

Kleine Zeitung, Graz, 17.06.2008

Friday, June 13, 2008

Martin Harnik flachgelegt!




Ja, die Verzweiflung nährt sich bis hin zur Blauen Stunde und die Bilder der vergebenen Harnik-Chancen im Match Österreich-Pole dürften manchem Fan dementsprechend lange im Kopf geblieben sein und der Frust eben auch. Also landet Martin Harnik schon mal "flachgelegt" auf dem Autodach, gesehen in der Grazer Brandhofgasse. Vielleicht sind es aber auch die ORF-Moderatoren, die die Menschen in den Public Viewing Bereichen zur Weißglut bringen.

Unsereins glotzt auf ARD/ZDF, aber wenn man kurz in die Küche muss, läuft dort ORF mit. Beim Spiel Griechenland-Schweden war sinngemäß folgendes aufzuschnappen: „Wenn das mit den Griechen so weitergeht, werden wir den Griechenland Urlaub stornieren.“ O.k., war kein Traumkick, aber man überlege sich folgendes: Wenn Österreich den Aufstieg nicht schafft, wird Europa den Österreich-Urlaub stornieren, na wie wäre das? Bei Thomas König, im Spiel Niederlande-Italien, wieder ein Satzerl aufgeschnappt: „Das ist bitterer Prosecco!“ Ich weiß eh, Thomas, wie es ist, wenn’s im Kopferl „prödlt“ und man will trotzdem etwas sagen was so halbwegs drauf hinkommt. Bitterer Prosecco? Haben wohl Campari, Aperol oder Amaretto gemeint, od‘r?

Im Übrigen: Meine Rechtschreibung weißt durchaus Finessen auf, jedoch Namen und Eigennamen sind halt wichtig, das sollte gerade der österreichische Sportjournalist wissen: Es heißt "Zürichsee" und nicht "Zürich See", dafür heißt es "i"-los „Zürcher Zeitung“ und nicht „Züricher Zeitung“, und auch „Zürcher Geschnetzeltes“ und nicht „Züricher Geschnetzeltes“, aber warum nicht gleich im besten Züridütsch: Züri-Gschnätzlets. An Guata!

Wa.

Thursday, June 05, 2008

Gewinntäuschung!



Nulldefizit bringen wir eh nicht zusammen, Nullwachstum ist schon lange out, alles im Prinzip Wortschöpfungen österreichischer Finanzminister. Absolut neu und aus good old London kommt "Gewinntäuschung", letztens gehört auf Ö1 im Wirtschaftsjournal. So, wie Sie nun mich leicht übertrieben im Anzug stehen sehen, wird sich der sprachkreative Banker auch gefühlt haben, als er das Wort Gewinntäuschung erfunden hat. Klingt doch schön, obgleich’s natürlich wortwörtlich gesehen ein Betrug ist.

Euer Wa.

Monday, June 02, 2008

Flight 142 Seat 05F





Letztens beim Check-In Schalter in Friedrichshafen (D) beim Intersky Schalter für den Flug Friedrichshafen – Graz:

Schalterdame (Sie): Guten Morgen Herr Wanko, welchen Platz wollen Sie?
Martin G. Wanko (Ich): 5f.
Sie: Sind Sie sich sicher.
Ich: Klar.
Sie: Das ist der Platz neben dem Probeller.
Ich: Ich weiß.
Sie: Sogar der Lautester, weil er gleich am Fenster liegt.
Ich: Ich weiß.
Sie: Ich kann Ihnen aber gerne einen ruhigeren Platz im hinteren Bereich anbieten.
Ich: Das ist sehr aufmerksam, aber ich hätte gerne 5f, den neben dem Probeller.
Sie: Den Platz hat sich aber noch niemand gewünscht. Viele wollen den nicht, weil Sie glauben, der Probeller fliegt Ihnen immer ins Gesicht.
Ich: Also, darum geht es ja.
Sie: Wie bitte?
Ich: Wenn etwas schief läuft, merkt man es mit dem Kapitän als erstes, das hat was. Das verbindet.
Sie: Ja?
Ich: Ja. Und wenn angenommen sich ein Probeller löst und einem den Schädel abhackt, dann würd ich eigentlich gerne der sein, dem das widerfährt. Dann erspart man sich das Gejammere der anderen im Flugzeug. Bringt ja eh nix, wenn’s einmal so weit ist.


Ja, und dann hat mir die Stewardess tatsächlich für den Flight 142 Class Y den Seat 05F ausgehändigt. Ohne noch ein Wort zu sagen. Sie ist nicht blass geworden, nein, natürlich nicht. Aber komisch nachgeschaut hat sie mir schon. Übrigens, der Motorenlärm war ziemlich beruhigend, zwei Mal wäre ich fast eingeschlafen. Und der letzten „so ruhigen“ Reihe greinte ein Baby, den ganzen Flug hindurch, ich habe es neben den Motorengeräuschen nur als Hintergrundmusik wahrgenommen. Wenn Sie nun glauben, dass ich einfach nur den Platz beim Sprudler haben wollte um dem Greinen des Babys zu entkommen, da es ja schon am Flughafen durch den Wind war und die Mama mit dem Kleinen vor mir eincheckte und ich mitbekam, dass die ganz, ganz hinten sitzen, dann sage ich mal drauf: Ja, das stieeemmmt.

Euer Wa!

Wednesday, May 14, 2008

Graz, du kleine Arsch-Stadt!




Gelegentlich darf man ein bisserl sudern, vor allem wenn es nicht um die eigene Person geht. Gestern war Franz Dobler im „Exil“ einem Grazer Post-Post-Punk-Indi-Lokal zu Gast. Für alle die das Lokal in der Josefigasse net kennen: Dort hängt z.B. ein uraltes Psychedelic Furs (gibt’s die eigentlich noch?) Plakat, ohne dass das jetzt komisch ausschaut.
In dieser Kneipe also war der Deutsche Musikfachmann und Autor Franz Dobler zu Gast, der seinen neuen Roman „aufräumen“ vorstellte – ein Roman der in den letzten Wochen durch das deutsche Feuilleton ging, und zumindest respektvoll gestreichelt wurde.
Das ist für den Veranstalter eigentlich eine Bank, dachte ich mir: Das Lokal passt zum Dobler, der Bezirk Lend mit seinen Youngsters zu Doblers Musikgeschmack, immerhin hat der Herr ja die eigenwillige Johnny Cash Bio „The Beast in Me“ geschrieben und schon einige CD-Compilations rausgebracht. Denkste!
Wir sind in Graz, das heißt sobald ein bisserl Frühling in spürbar ist, saufen sich die Leut im Gastgarten zu Tode und in dem Sinne kann man mit einem anspruchsvolleren Freizeitanbot a la Lesung schon brausen gehen.
Dass vielleicht die hiesige Presse ein Vorinterview mit dem Augsburger Autor gemacht hätte, oder ein fettes Ankündigungsfoto, nö, die größte Kleinstadt Mitteleuropas hat das halt nicht nötig, brauchen wir nicht, ist eh alles spritzig wie ein Spritzer im Gastgarten. Und so kommt es halt, dass Dobler vor bloß einem Dutzend Zuschauern sein dichtes Programm im Stile der 80er-Jahre Leseperformer (inklusive Raucherhusten)runterrockte. Franz Dobler wird sich eines denken, was Harry Rowohlt vor einigen Jahren in einem gut besuchten Forum Stadtpark laut aussprach: „Nach Graz komm ich nicht mehr!“

Wa.

Monday, April 28, 2008

Vorhang auf für Josef H.




... als Golfer ...



... als Koordinator ...



... nahe der Einsicht unter der Sonne Kairos ...



... und, no-na-net- als Teamchef


Also, so schaut er aus, der Wüstenhicke alias Gottfried Neuner. Zu sehen auf der Probebühne im Vorarlberger Landestheater, im April, Mai und vielleicht auch noch im Juni. Schön war’s, mir hat die Premiere sehr gefallen. Wer sich unseren Wüstenhicke nicht anschaut, der ist selbst schuld.

Wa.

Sunday, April 20, 2008

Stephen King in Graz




Nö, natürlich nicht, Ihr Idioten. Aber hin und wieder braucht man halt eine Headline die was hergibt, hat mir einmal der Hans D. gesagt und nicht nur der. O.k., nachdem ich Sie schon so gefoppt habe: Dieses einen Spalt geöffnete Kellergewölb gab es für Starlight und mich auf dem Heimweg vom Tik in der Münzgrabenstraße zu bestaunen. Um nun auf Stephen King zu kommen: Was hat sich hier den Weg in die Freiheit gebahnt? Ein Geschöpf, ein Dampf? So massive, vom Tageslicht ferngehaltene Verriegelungen gibt es selten, sehr selten …

Euer Wa.

Die Wüste lebt - der Teamchef auch


Buch & Stück: Teamchef Josef Hickersberger als Kunstfigur.

Also, sehr botschert haben sich ja die Medien in Sachen „ÖFB-Teamchef-entfernen“ angestellt. So hat beispielsweise die „Kleine Zeitung“ am 7. Oktober 2006 ganze Vier Seiten inklusive Titelseite verbraucht, um den Teamchef Josef „Peppi“ Hickersberger nach dem harterkämpften 2:0 gegen Lichtenstein zum Rücktritt zu bewegen. Geworden ist nix draus. Ätsch!
Dabei hätten es die Medien einfacher haben können: Ich habe ja schon 2005 mit dem Teamchef ein sehr eindringliches Gespräch geführt, welches zu meinem Theaterstück „Die Wüste lebt“ führte, welches am 25. April im Vorarlberger Landestheater uraufgeführt wird. Natürlich fragte ich ihn auch die fragen aller Fragen: „Josef bleibst Du?“ Und er antwortete: „Das ist eine gute Frage. Manchmal wollt ich schon den Hut drauf werfen, aber wenn ich jetzt Stück und Buch bekomme, dann bleib ich. Keine Frage! Hau in die Tasten!“
Gesagt, getan und Hicke hat Wort gehalten. Eh klar, was sonst. Das Buch, es hat ja auch einen anderen recht feschen Sporttext dabei „der Tag an dem Niki Lauda starb“, können Sie im guten Buchhandel und bei der edition keiper bekommen. Das Sück gibt’s jetzt einmal im Vorarlberger Landestheater zu sehen. Also, jetzt wissen Sie wieder einmal was der Wanko so macht und können beruhigt schlafen gehen …

Euer Wa.

Familie Penner II "Europameisterschaft"



Wenn Franz Penner wieder zum Pinsel greift ...



... und Heinz Penner sich hinter einem Vorhang versteckt, dann ist mean wieder bei der Familie Penner ...

Also, wenn Bernd Sracnik alias Franz Penner wieder Aquarelle malt, in dem Fall Fußballaquarelle, und Eik Breit alias Bruder Heinz Penner sich hinter dem Vorhang versteckt und wie sein Gesichtsausdruck verrät ziemlich überrascht ist, dann treibt die Familie Penner wieder ihr Unwesen. Premiere ist am 22. April und daraufhin immer von Mittwoch bis Samstag die nächsten 4 Wochen. Die letzte Vorstellung wäre dann nach Adam und Riese am 17 Mai. Genau, da haben Sie richtig mitgerechnet. Da Sie die Sitcom natürlich nicht versäumen wollen, fragen Sie am besten unter der Theater im Keller Hotline: 0316-84 61 90 um Karten nach. Über das Netz geht das natürlich auch: www.tik-graz.at.
Vielleicht noch kurz dazu, wo sich denn der Autor Wanko und der Regisseur Haidacher zum Meinungsaustausch treffen: Beim GAK Spiel, in den Pausen vor dem 18er. Wo sonst?

Euer Wa.

Tuesday, April 15, 2008

Pirati Ciclisti Antifascisti





Letze Woche war ich mit Starlight in Wien-Dornbach auf dem berühmten Wiener Sportklub Platz. Berühmt deshalb, da man auf keinem anderen Platz in Österreich durchgehend seit 1904 spielt. Es spielten Wien Energie gegen Wien Energie. Kleines Witzerl, für die die es verstehen. Es spielte der Sportklub gegen den FAC. Leider gewannen die orangen Lümmeln.
Die Anlage ist wunderbar, so schön in die Stadt gebaut, die Friedhofstribüne natürlich Kult und die Fans äußerst angenehm. Eine gelungene Alternative zu den zwei Wiener Großklubs sozusagen. Was man sonst europaweit selten zu sehen bekommt: Ein antifaschistisches Fan-Transparent: Pirati Ciclisti Antifascisti! Weiter so!

Wa.

Zum kleinen Hängebauchschweinchen



Zum Kleinen Hängebauchschweinchen

Dass Autoren auch kochen können, ist mehr als ein Gerücht. Einer mehr, der das bestätigt, ist Gabriel Loidolt, der letzte Woche als Koch in der (privaten) asiatischen Hütte „Zum Kleinen Hängebauchschweinchen“ in Erscheinung trat. Verwöhnt hat er die Gäste Bernadette Steps, Alfred Kunzio und meine Wenigkeit mit Gerichten aus Hanguk (Korea).
Im Detail mit Kamjabujim, Maeuntang und Jokbal. Alles klar? (Salatteller, Fisch in heißer Ssojang-Brühe, gekochte und gebratene Schweinsstelze in süß-scharfer Kojujang-Soße, weißer Reis, selbstgemachtes vergorenes Kohl-Kimchi etc.).
Das Dinner war schier eine Sensation, und da bedankt man sich beim Herrn Wirt im Namen aller Gäste!

Euer Wa!

So schön wie bei Michael Schanze



zzzzzzzzzzzzz



ppppppfffffffffffff



plop



und aus




Vielleicht noch ein Wort zum Spiel gegen Hartberg. Nun, der ehemalige Bundesligist Hartberg, letztes Jahr war er immerhin in der Red Zack Liga, kommt mit einigen hundert GAK-Fans nicht zurecht. Die Medien wurden ja in den Tagen danach gut mit Fotos und Berichten bestückt. Fazit: 2500 Euro Schaden. Ist jetzt auch nicht die Welt, denke ich mir. Vielleicht hat man auch nicht die intelligentesten Ordnungshüter eingesetzt, wäre ja möglich. Man versuchte anbei rauchende Bengalos in Gastro-Senf Kübeln aus Kunststoff zu entsorgen. Das sah ziemlich lustig aus. Zuerst machte es zzzzzzzz, dann verschaffte sich der Kübel eine seitliche Öffnung und es machte pppffffff und schließschlich ging der Kübel mit einem satten Plop in die Luft. Man dachte schon man war in Michael Schanzes „eins, zwei, oder drei“, so schön machte es plop.